Filesharing Abmahnung von Anwalt Rasch Hamburg

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donpedro

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Hallo zusammen,

habe ein Brief vom Anwlt Rasch aus Hamburg bekommen in dem mit zur Last gelegt wird ich hätte einebestimmte Urheberrectsgeschützte Datei im Netz runtergeladen und soll nun 1200e zahlen :-D.

Ich möchte das Forum fragen ob sie gute Anwälte bzw. Kanzleien kennen die sich diesem Thema annehmen können, die selbst keine Abzoke auf der anderen Seite betreiben.

Gruß und danke!
 
Die Sache mit dem Kopieren ist aber kein aktuelles Problem, das gab es schon immer. Und es gab auch schon immer Zoff deswegen, und auch oft genug Protestaktionen. Schon beim Kopieren auf Cassette kamen die Plattenfimen mit solchen Aktionen. Die passenden Gegenaktionen kann man dort auch sehen. Sogar die BRAVO berichtete darüber. Heute sehen Protestaktionen anders aus: Ein Künstler hat einen 33 Sekunden langen Musiktitel erstellt, der aus 70.200 Samples besteht - er hat sich jedes einzelne Sample von der GEMA schützen lassen. Link

Das Kopieren 2.0 kam dann im digitalen Zeitalter. Bemerkbar wurde das natürlich vor allem durch das Tauschen von Disketten auf Schulhöfen. Das war auch übrigens eine gute Verbeitungsquelle für Viren. Die digitale Audiocassette DAT wurde wegen der Möglichkeit der verlustfreien Kopie durch die Phonoindustrie kaputgemacht; man drohte DAT-Importeuren mit Millionenklagen, siehe 'Geschichte' im Wikipedia-Artikel. Erst nach der Einführung des digitalen Kopierschutzes SCMS, der nur eine digitale Kopie erlaubte, wurde DAT erlaubt, aber da war es schon zu spät. Naja, und in Zeiten der CD/DVD und billigen Festplatten kann man sowieso ohne jede Einschränkung 1:1 kopieren. Es ist wie bei Goethe: Die ich rief, die Geister, werd’ ich nun nicht los.

Die Panik ist aber hauptsächlich bei digitalen Kopien so groß: Wenn du einen 250 Euro teuren Bildband Seite für Seite auf den Farbkopierer legst, wird sich kaum jemand dran stören. Wird der gleiche Band aber eingescannt und steht dann als PDF im Netz, ist das Geschreie groß. Wer wird sich heute noch darüber aufregen, wenn du eine LP analog auf Cassette aufnimmst? Aber das gleiche Album gerippt von CD, am besten noch im verlustfreien FLAC-Audioformat im Netz - Teufelswerk. Als einzige Möglichkeit bliebt also nur noch verbieten. So können sich Anwälte schön daran dumm und dämlich verdienen. Die sicher früher auch schon mal was kopiert haben. Oder - wie in Amerika beliebt - Millionenklagen gegen Privatleute anzustrengen, weil sie ein paar Musiktitel kopiert haben. Dieses Verfahren ist allerdings nur das übliche 'Exempel statuieren' - ändern wird sich dadurch nichts.
 
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Schönen Dank für die Blumen, Leute ;) Ich lege immer Wert auf gut geschriebene Texte, auch in Foren. Deshalb steht bei mir auch so oft 'Geändert' drunter, weil ich noch Fehler finde oder ich die Formulierung ändere. Wer den Bravo-Report oben gelesen hat, wird vielleicht auch festgestellt haben, daß damalige Cassettenrecorder einen Kohlendioxid-Umschalter hatten :D

Noch mal etwas zum Thema Kopierschütze:

Kopierschütze waren früher ein Wettlauf zwischen Herstellern und Crackern. Der C64 mit seinem programmierbaren Diskettenlaufwerk 1541 war ein Eldorado für Kopierschütze: Disk-Synchronisierungs-Schütze (von gar keinem bis zu 3000), Halftracks, Spuren über den erlauben Datenbereich, fremde Dateisysteme, Floppy-RAM-Abfragen... GEOS hatte einen mehrteiligen, absolut fiesen Kopierschutz, der technisch genial programmiert war. In einem Buch von Data Becker wurde er genau beschrieben und es gab auch den Crack - zum Abtippen, als BASIC-Programm. Spätestens mit dem Burstnibbler war alles vorbei: Der schrieb ganz brutal jedes Bit der Diskette per Parallelkabel direkt in den Rechner, bis zu 43 Spuren - die 1541 nutzt normalerweise 35. Der Burstnibbler konnte alles kopieren - außer sich selbst. Der Amiga hatte ebenfalls einen sehr flexiblen Floppycontroller, da waren auch sehr viele Disk-Kopierschütze möglich. Und Bootblockviren. Beim Sinclair Spectrum gab es ein äußerst ungewöhnliches Prinzip: Lenslok. Dazu wurde eine spezielle Linsen/Prismenoptik vor den Bildschirm gehalten, damit man eine Zeichenfolge sehen konnte, die dann eingegeben werden mußte. Das war so unzuverlässig, daß die gecrackten Versionen besser war als die alten. Ich muß jedesmal daran denken, wenn ich eine Online-Überweisung mache, meine Bank nutzt jetzt seit einiger Zeit dieses dämliche ChipTAN-Verfahren.

Bei heutigen Rechnern helfen Kopierschütze kaum noch. Serial Codes sind zwar verbreitet, lassen sich aber natürlich beliebig weitergeben, oder es gibt Keygeneratoren. Das Programm cracken geht natürlich auch. USB-Dongles sind etwas besser, aber für die gesamte Palette von Steinberg (Cubase etc.) gibt es gecrackte Varianten mit einem Dongle-Emulator, ist also auch nichts mehr wert. Die Programme CloneCD und CloneDVD stammen von einem ehemaligen Amiga-Programmierer und können ebenfalls fast alles kopieren. Selbst hardwaregebundene Software wie OS X wurde von der OSx86-Community vollständig geknackt. Eine allerdings sehr sichere Methode benutzen die Programmierer des AmigaOS-basierten Betriebssystems MorphOS: Man bekommt zwar einen Key, aber er schreibt sich die MAC-Adresse des internen Netzwerkanschlusses rein - alles verschlüsselt natürlich. Der Key kann also nur auf dem Rechner laufen. Naja, ansonsten hatte sich Disney ja mal so Ideen ausgedacht wie eine DVD, die nach 48 Stunden unter Lichteinwirkung zerfällt. Es gab auch eine DVD, die beim Einlegen in ein Computer-DVD-ROM das Laufwerk zerstörte. Aber durchgesetzt hat sich sowas nie.
 
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Die Piratenpartei ist übrigens nicht für rein freies Kopieren von allen möglichen Daten
Im Programm steht, dass die Urheberpersönlichkeitsrechte geachtet werden. Faktisch versteht ein Gutteil der Piraten darunter aber: Der Urheber entscheidet, ob, wann und wie er sein Werk veröffentlicht. Sobald es veröffentlicht ist, soll es aus Piratensicht für nichtkommerzielle Zwecke frei kopiert und geteilt werden dürfen.

Viele Piraten stehen auf die Kulturflatrate, einige meinen, Musiker sollten halt Konzerte geben oder sich anders vermarkten, wenn sie Geld verdienen wollen. Aber klar, es gibt durchaus auch Piraten mit vernünftigeren Ansichten.
Hätte Gutenberg damals für seine Buchdrucktechnik ein Patent wie heute bekommen und wollte für jede Druckstätte Kohle abgreifen, hätte sich der Buchdruck und damit die Möglichkeit des freien Wissensaustauschs möglicherweise nicht so weit verbreitet.
Vermutlich gab es das Problem mit Druckerpressen einfach nicht, sonst hätte man es damals schnell und restriktiv gelöst. Schwarzdrucke wurden bereits im Mittelalter durch Privilegien bekämpft - Schutz der Verwertungsindustrie, aber auch Grundlage, damit das Wagnis des Büchermachens überhaupt eingegangen wurde. Urheberschutz kam erst im 18. Jahrhundert hinzu. Historisch lässt sich die Frage, ob diese Restriktionen dem Wissensaustausch genutzt oder geschadet haben, klar mit "Genutzt!" beantworten.
Man sollte es aber aufgeben, die Piraten sofort als Spinner abzutun. Sie sind in etwa die Grünen des 21. Jahrhunderts.
Ich tue sie nicht als Spinner ab. Die Piraten sind nicht die Grünen des 21. Jahrhunderts. Sie sind, ohne es zu wissen, ein Abklatsch. Die Grünen haben die Piratenthemen seit den 80er Jahren auf der Agenda.
 
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Viele Piraten stehen auf die Kulturflatrate, einige meinen, Musiker sollten halt Konzerte geben oder sich anders vermarkten, wenn sie Geld verdienen wollen.
Sorry, aber wieso darf man als Verwerter von einem Werk ewig leben ... in keiner anderen Brance ist das so - stelle Dir mal vor es wäre im restlichen Leben so. Bei den meisten Künstlern, bis auf wenige Ausnahmen, ist es auch so dass die Konzerte den Hauptverdienst ausmachen.

Vermutlich gab es das Problem mit Druckerpressen einfach nicht, sonst hätte man es damals schnell und restriktiv gelöst. Schwarzdrucke wurden bereits im Mittelalter durch Privilegien bekämpft - Schutz der Verwertungsindustrie, aber auch Grundlage, damit das Wagnis des Büchermachens überhaupt eingegangen wurde. Urheberschutz kam erst im 18. Jahrhundert hinzu. Historisch lässt sich die Frage, ob diese Restriktionen dem Wissensaustausch genutzt oder geschadet haben, klar mit "Genutzt!" beantworten.
Urheberrechte ist eigentlich der falsche Begriff - Verwerterrechte wäre viel passender. Die Urheber haben mit oder ohne Urheberrecht kaum Geld verdient. Die einzigen die an dieser Gesetzgebung partizipiert haben sind die Verwerter. Denn die haben durch diese Rechte ein Monopol und können dadurch zum Beispiel utopische Preise für ihre Produkte verlangen, Konkurenz ausschließen usw. und haben damit die Entwicklung der Menschheit mehr als gebremst.

VG JNS
 
Ich gehe jetzt nicht auf alles genau ein, da meine Beispiele eben nur als großflächige Umschreibung gelten sollten. Aber diverse Sachen sind wirklich Quatsch - auf 'Happy Birthday To You' ist immer noch Copyright, obwohl beide Autorinnen schon verstorben sind. Und die Urheberrechtsgestze in Australien sind so streng, daß du dich eigentlich schon strafbar machst, wenn du das Lied bei einer Party zu Hause auf einer Kamera aufnimmst!

@ hep:

Was definitiv nicht stimmt, ist, daß die Piraten ein Abklatsch der Grünen sind. Die Gründung der deutschen Piratenpartei entstand aus der schwedischen Piratpartiet, der Name ist aufgrund der umstrittenen schwedischen Urteile gegen The Pirate Bay entstanden. Außerdem ist es eine transnationale Partei, es gibt Piratenparteien in den verschiedensten Ländern. Sie haben nur das gleiche Problem wie die Grünen in ihrer Gründungszeit, die wurden damals von den neuen Parteien auch nie für voll genommen.

Die Grünen haben jetzt das Problem, das ihre Themen inzwischen sogar schon von der CDU übernommen wurden. Außerdem gefällt es ja vielen Grünen-Wählern nicht, daß sie inzwischen zu 'angepaßt' sind. Turnschuhe und lange Haare ist nicht mehr. Genau locker fangen jetzt die Piraten an, deshalb wird es spannend, weiterzuverfolgen, wie es weitergeht. Es gab ja diesen berühmten Bericht, in dem gezeigt wird, daß die von nichts eine Ahnung haben. In der heute-show hatten sie mal im Bundestag nachgefragt, diverse Abgeordnete hatten auch keine Ahnung, wie hoch der Betrag des Euro-Rettungspakets II war. Ansonsten... die Idee, daß jedes Mitglied seine Ideen einbringen kann, ist gut, aber letztes Jahr bei der Bundes-WLAN-Party beim Bundesparteitag platzte es aus allen Nähten, jeder Redner hatte nur knapp zwei Minuten Redezeit. Und auch finanziell wurde das knapp, die Piraten haben ja noch keinerlei Sponsoren. Es ist fraglich, wie lang das gut geht. Ansonsten finde ich das so ganz gut, auch der Abgeordnete Sebastian Nerz aus Berlin mußte Schlange stehen, um was sagen zu können, und die Politische Geschäftsführerin Marina Weisband hat in der Garderobe mitgeholfen ;)
 
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Urheberrechte ist eigentlich der falsche Begriff - Verwerterrechte wäre viel passender. Die Urheber haben mit oder ohne Urheberrecht kaum Geld verdient. Die einzigen die an dieser Gesetzgebung partizipiert haben sind die Verwerter.
siehe # 76 :)

Würden die Verleger, Intendanten, die Rechteinhaber allgemein von ihren Verwerterinteressen sprechen, würde diese ganze Sand-in-die-Augen-Streuerei natürlich offensichtlich. Stattdessen geben sie das Stück: "Wir kämpfen für euch". Und es findet sich auch immer der eine oder andere (tatsächliche) Urheber, der sich vor den Karren spannen lässt. Er redet dann tatsächlich über seine Interessen, als nützlicher Idiot vom Dienst. Dass die gar nicht das Thema sind, schnallt er (lieber) nicht. Naiv ist doch so schön!

Es ist dieser Umstand, der es für das Publikum so schwammig macht:
für Urheberrechte ist man ja schon, irgendwie. Das sollte man schon irgendwie regeln, findet man, so dass die Autoren, die die Arbeit gemacht haben, nicht leer ausgehen. Aber man spürt eben auch irgendwie, dass da noch etwas Unbestimmtes im Raum mitschwebt.

Was da schwebt, ist das Verbergen der eigentlichen Interessen auf Kosten derer, die sie zu "verteidigen" vorgeben.

Wenn man verfolgt, wie sich die Justizministerin Däubler-Gmelin, und nach deren Ausbooten anfangs ihre Nachfolgerin Zypries um die echten Urheberrechte bemühten, gegen den erbitterten Widerstand derer, die sich jetzt als Priester im Sinn der Autoren ausgeben (es waren schon damals dieselben), stellt man ein restloses Umfallen des Justizministeriums (und der EU-Maschinerie) fest.

Däubler hat über ihre Standhaftigkeit ihren Posten und ihre Gestaltungsmöglichkeit verloren. Gegen sich hatte sie die ganze verlogene Clique aus SPD, Grünen, CDU und FDP, in schöner Eintracht.

Und jetzt tun die so, als hätten sie die Interessen der Urheber im Auge. Dass ich nicht lache...
 
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Sorry, aber wieso darf man als Verwerter von einem Werk ewig leben ...
Abgesehen davon, dass "ewig" Quatsch ist: Warum "dürfen" manche Leute "ewig" in der Elbhang-Villa leben, wäre nicht ein Rotationsprinzip gerechter, so dass jeder auch mal in den Genuss einer Sozialwohnung käme? Warum "dürfen" manche Leute "ewig" die Chefetage betreten, warum kommen sie nicht auch mal in den Genuss des Fließbands?

Wer die Arbeit eines Künstlers haben will, hat seine Bedingungen zu akzeptieren. Der Künstler bestimmt, an wen und unter welchen Bedingungen er seine Werke weitergibt. Kunst ist nicht für alle und schon gar kein Freibier. Im Gegenzug steht es jedem frei, Künstler zu ignorieren oder zu verachten.

Ich kapiere nicht, warum es immerzu ums Sharen von Filmen, Musik, Büchern, Spielen geht. Das ist Freizeitpark Deutschland und Umsonstmentalität. Wir müssen unsere Verkehrspolitik überdenken - öffentlicher Nahverkehr umsonst, ja, bin ich für (ich würde dennoch Rad fahren). Wir müssen unseren Umgang mit öffentlichem Raum und Privatisierung überdenken. Gegen Segregation muss dringend etwas unternommen werden. Wir brauchen neue Arbeitsbegriffe und ein BGE. Die Abkehr von der Ideologie des ewigen Wachstums wird noch immer gescheut, obwohl kein Weg dran vorbei führt.

Zig dringliche Themen. Und worum geht es immer wieder? Um die Legalisierung der Enteignung der Einlullungsindustrie. Freibier. Gott, lade sich einfach jeder, was er will. Dazu braucht es keinen staatlichen Segen. Dass Acta abgewendet und das Abmahngeschäft trocken gelegt werden müssen, steht auf einem anderen Blatt. Die Gema gehört grundlegend reformiert oder gar abgeschafft, keine Frage. Es gibt da sehr viel zu tun.

Am 10. September 2006 in der C-Base haben wir zumindest noch so Dinge diskutiert wie Überwindung der digitalen Kluft, Bürgernetze etc. Spielt alles keine Rolle mehr. Nur noch Freibier.
Urheberrechte ist eigentlich der falsche Begriff - Verwerterrechte wäre viel passender.
Nein, Urheberrecht war der richtige Begriff, von mir im richtigen Kontext verwendet.
 
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Was definitiv nicht stimmt, ist, daß die Piraten ein Abklatsch der Grünen sind.
Da hast Du mich falsch verstanden. Viele Piraten glauben, dass erst die Piratenpartei Themen wie Datenschutz, Abwehr des Überwachungsstaats, mehr Bürgerbeteiligung, Informationsfreiheit usw. auf die Agenda gesetzt haben. Aber das sind klassische Themen der Grünen, und sie sind mitnichten von der CDU übernommen.
 
Abgesehen davon, dass "ewig" Quatsch ist: Warum "dürfen" manche Leute "ewig" in der Elbhang-Villa leben, wäre nicht ein Rotationsprinzip gerechter, so dass jeder auch mal in den Genuss einer Sozialwohnung käme? Warum "dürfen" manche Leute "ewig" die Chefetage betreten, warum kommen sie nicht auch mal in den Genuss des Fließbands?
Äpfel und Birnen, und ich denke, das ist dir bewusst.

Es geht hier darum, daß bis zu 70 Jahre nach dem Tod eines Künstlers seine Familie (oder oft genug eben die Verwertungsgesellschaften) von der Leistung, die zu dem Zeitpunkt vielleicht schon 100 Jahre zurück liegt, profitieren. NEUES Geld einnehmen.

100 oder mehr Jahre nach Schaffung des Werkes klingt für mich auch nach "ewig". Vor allem, da diese Schutzfristen ja immer mal wieder verlängert werden.
Die Schutzfristen sind einfach zu lang.

5 oder 10 Jahre nach Schaffung eines Werkes sollte der Künstler m.E. etwas Neues geschaffen haben, oder sich nach anderen Einnahmequellen umsehen.
Die Schutzfristen motivieren doch gerade NICHT dazu, weiterhin künstlerisch aktiv zu sein, sobald man einmal den Jackpot hat.
Die ewiglangen Schutzfristen sind gerade kontraproduktiv.


Wer die Arbeit eines Künstlers haben will, hat seine Bedingungen zu akzeptieren. Der Künstler bestimmt, an wen und unter welchen Bedingungen er seine Werke weitergibt. Kunst ist nicht für alle und schon gar kein Freibier.
Eigentlich soll Kunst das Leben aller bereichern, nicht nur das Leben derer, die viel Geld haben.
Wissen ist ein Gemeingut. Patente verfallen nach einiger Zeit, Pharmaka können nach einer gewissen Zeit als Generika produziert werden.
Warum werden die Schutzfristen für Kunst immer weiter heraufgesetzt?


Und worum geht es immer wieder? Um die Legalisierung der Enteignung der Einlullungsindustrie. Freibier.
Nein.
Es geht nicht um Enteignung, es geht darum, daß jemand für eine einmal erbrachten Leistung nicht ewig neues Geld bekommen soll.

Das man Kunst nicht direkt mit "normaler" Arbeit vergleichen kann ist klar.
Aber es ist trotzdem für mich nicht nachvollziehbar, daß jemand einmal für eine überschaubare Zeitspanne aktiv sein kann und dann nicht nur selber für den Rest seines Lebens ausgesorgt haben soll, sondern zusätzlich 3 Generationen seiner Nachfahren und eine Industrie die vor allem durch Unkreativität und dem Beharren auf Althergebrachtem brilliert.


Nein, Urheberrecht war der richtige Begriff, von mir im richtigen Kontext verwendet.
Genau! 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers hat dieser auch viel von seinem Recht...
 
Wer die Arbeit eines Künstlers haben will, hat seine Bedingungen zu akzeptieren. Der Künstler bestimmt, an wen und unter welchen Bedingungen er seine Werke weitergibt. Kunst ist nicht für alle und schon gar kein Freibier. Im Gegenzug steht es jedem frei, Künstler zu ignorieren oder zu verachten.

Ich kapiere nicht, warum es immerzu ums Sharen von Filmen, Musik, Büchern, Spielen geht. Das ist Freizeitpark Deutschland und Umsonstmentalität.

Obwohl ich dem Rest deines Posts nicht unbedingt zustimme - genau das ist auch meine Meinung. Und genau das hindert mich auch daran, mich mit den meisten Personen die gegen ACTA, für Freiheit statt Angst etc. demonstrieren, zu identifizieren. Weil da so völlig unwichtige Dinge in den Vordergrund gestellt werden. Ich hab seit ca. 10 Jahren nichts mehr runtergeladen, was ich nicht auch bezahlt hätte. Und ich vermisse nichts. Und wenn die DVDs nun im Laden 100 Euro kosten würden - dann würd ich halt nur noch ins Kino gehen. Oder halt weniger Filme schauen. Aber ich würd mir ganz sicher nicht sowas bei Megaupload etc. besorgen - und andererseits für Bürgerrechte demonstrieren. Das schliesst sich für mich irgendwie aus.
 
Äpfel und Birnen
Nein.

Es geht hier darum, daß bis zu 70 Jahre nach dem Tod eines Künstlers seine Familie (oder oft genug eben die Verwertungsgesellschaften) von der Leistung, die zu dem Zeitpunkt vielleicht schon 100 Jahre zurück liegt, profitieren. NEUES Geld einnehmen.
Darum ging es bisher in keiner Weise. § 64 UrhG ist ein heißer Reformkandidat, keine Frage. Aber darum geht es eben nicht. Es geht primär um brandaktuelle Werke.

§ 64 UrhG spielt nur in wenigen Fällen wirklich eine Rolle, etwa bei Brecht, Karl Valentin, Adolf Hitler ...

100 oder mehr Jahre nach Schaffung des Werkes klingt für mich auch nach "ewig".
Das ist nun wirklich Dein Problem. Man muss nicht Historiker sein, um es anders zu sehen, man kann auch einfach in ein Wörterbuch schauen - gibt's bei Bedarf in Tauschforen.
5 oder 10 Jahre nach Schaffung eines Werkes sollte der Künstler m.E. etwas Neues geschaffen haben, oder sich nach anderen Einnahmequellen umsehen.
Sagst Du. Hoffentlich bist Du dann wirklich konsequent: Negativzins auf Erspartes, Verlust von Eigentumsrechten nach fünf bis zehn Jahren bei allem, was man besitzt usw.
Die Schutzfristen motivieren doch gerade NICHT dazu, weiterhin künstlerisch aktiv zu sein, sobald man einmal den Jackpot hat.
Du glaubst, Regener könnte sich derzeit zurücklehnen, weil er 2001 "Herr Lehmann" vorgelegt hat und davon seither seinen Lebensunterhalt bestreiten kann? Das ist arg naiv. Er kriegt weiterhin Geld für "Herr Lehmann", da das Buch weiterhin gekauft und in Bibliotheken geliehen wird. Aber sobald das Buch nicht mehr gekauft und nicht mehr geliehen wird, kriegt er auch nichts mehr (was der Rede wert wäre). Wo also soll das Problem sein? Die meisten Künstler verdienen weniger als 11.000 Euro im Jahr. Es geht Künstlern in Deutschland dreckig. Und Typen auf komfortablen Angestelltenposten tun soll, als seien die Kreativen Schmarotzer. Das ist echt widerlich.

Regener, eine der wenigen Ausnahmen, hat sicherlich finanziell ausgesorgt. Was daran liegt, dass er ziemlich fleißig war und es genug Menschen gab, die das honoriert haben. Mit für ihn vorteilhaftem Urheberrecht hat das nur sehr am Rande zu tun.
Die ewiglangen Schutzfristen sind gerade kontraproduktiv.
Das ist eindeutig falsch. Nicht nur, weil die Schutzfristen nicht ewig sind, sondern weil Urheberrecht tatsächlich Urheber schützt. Ohne gewissen Schutz kämen viele Urheber gar nicht mehr über die Runden, wären nicht mehr Urheber, was eine kulturelle Verarmung bewirken würde.
Eigentlich soll Kunst das Leben aller bereichern, nicht nur das Leben derer, die viel Geld haben.
Es lebe das ewige(!) Vorurteil. Nochmal: Kunst ist extrem riskant und endet oft in der Verarmung. Zum Reichwerden bieten sich andere Lebenswege an.
Wissen ist ein Gemeingut.
Plattitüde. Dummheit ist ein Gemeingut. Wissen ist mühsam und fordert viel Tribut. Gut, dass es Mittler gibt, die Wege weisen, die sie vorher selbst erschlossen haben. Sie haben Dank und Entschädigung verdient.
Warum werden die Schutzfristen für Kunst immer weiter heraufgesetzt?
Wann wurden sie heraufgesetzt? Und nochmal: Das spielt keine Rolle. Gefragt und in heavy-rotation sind Film- und Audio-Charts sowie Buchbestseller. Wenn Du Karl Korns "Lange Lehrzeit" als E-Book ins Netz stelltest, würde sich vermutlich niemand dran stören und es keiner runterladen, obwohl Karl Korn nun wirklich kein unbedeutender Urheber war.
es geht darum, daß jemand für eine einmal erbrachten Leistung nicht ewig neues Geld bekommen soll.
Verquere Denke. Richtig ist: Jemand macht ein Angebot. Jemand nimmt es an oder lehnt ab. Wer Musik nicht bezahlen will, kann sich nach Herzenslust im gemeinfreien Bereich bedienen oder nimmt halt ein geringes rechtliches Risiko in Kauf.
Aber es ist trotzdem für mich nicht nachvollziehbar, daß jemand einmal für eine überschaubare Zeitspanne aktiv sein kann und dann nicht nur selber für den Rest seines Lebens ausgesorgt haben soll
Das ist ja auch nicht so. In aller Regel reicht der Erlös eines Buches, einer CD, eines Films nicht mal, um das nächste Werk zu finanzieren. Trotz unseres Urheberschutzes müssen die meisten Künstler ihr Geld anders als durch Kunst verdienen. Sie haben damit kein Problem, weil niemand gezwungen ist, Künstler zu sein. Aber sie als raffgierig erscheinen zu lassen und zu behaupten, sie hätten unter aktuellen Bedingungen nach einem Werk ausgesorgt, zeugt von größter Ahnungslosigkeit.
 
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Das ist nun wirklich Dein Problem. Man muss nicht Historiker sein, um es anders zu sehen, man kann auch einfach in ein Wörterbuch schauen - gibt's bei Bedarf in Tauschforen.
Man muss nicht Germanist sein, um zu wissen, daß es so etwas wie "Kontext" gibt.
Aber das willst du ja nicht sehen.


Und Typen auf komfortablen Angestelltenposten tun soll, als seien die Kreativen Schmarotzer. Das ist echt widerlich.
Wiederlich ist deine Ausdrucksweise.
Angestelltenposten sind nicht "komfortabel". In der Regel arbeitet man seine 35-40 Std. die Woche.
Daß du so tust, als ob das nichts ist, zeigt auf, wie irregeleitet du selber bist.


Das ist eindeutig falsch. Nicht nur, weil die Schutzfristen nicht ewig sind, sondern weil Urheberrecht tatsächlich Urheber schützt.
Du gehst der Frage aus dem Weg, aber ich will endlich mal eine Antwort: Inwieweit hilft eine Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers diesem?



Es lebe das ewige(!) Vorurteil. Nochmal: Kunst ist extrem riskant und endet oft in der Verarmung.
Da hast du Recht.
Genauso gibt es eine Reihe von Künstlern, die nicht Wissen, wohin mit ihrem Geld, und die noch x Jahre lang weiter Geld einnehmen.


Aber genauso reichen viele Angestelltenjobs kaum zum Überleben, diese nennst du aber "bequerm".
Kann es sein, daß du mit unterschiedlichem Maß misst?
Kann es sein, daß du auf einer Seite vom Idealfall ausgehst, auf der anderen aber vom schlechtesten?


Wann wurden sie heraufgesetzt?
Z.B. 1901 von 50 auf 70 Jahre. (Und jetzt warte ich darauf, daß du sagst, daß das schon "ewig" her wäre und deswegen nicht zählt *g*)



Verquere Denke. Richtig ist: Jemand macht ein Angebot. Jemand nimmt es an oder lehnt ab. Wer Musik nicht bezahlen will, kann sich nach Herzenslust im gemeinfreien Bereich bedienen oder nimmt halt ein geringes rechtliches Risiko in Kauf.
Meinst du den gemeinfreien Bereich, der auf Wunsch der Contentindustrie immer weiter eingeschränkt werden soll?


Das ist ja auch nicht so. In aller Regel reicht der Erlös eines Buches, einer CD, eines Films nicht mal, um das nächste Werk zu finanzieren.
Das sähe mit einem Urheberrechtschutz von 5, 10, oder 20 Jahren nach Schaffung des Werkes anstatt 70 Jahren nach Tod des Künstlers aber auch nicht schlechter aus.
Dafür könnten die Verlage, Plattenfirmen oder Filmstudios aber nicht 70 Jahre auf Material sitzen, das sie nicht vertreiben wollen, aber auch nicht freigeben, sondern die Gesellschaft könnte nach einer überschaubaren Zeit die Kunst wieder wahrnehmen.

Lies dir bitte noch mal meine Beiträge hier durch.
Ich schrieb nirgendwo, daß der Urheberrechtsschutz abgeschafft werden soll!
 
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Man muss nicht Germanist sein, um zu wissen, daß es so etwas wie "Kontext" gibt.
Aber das willst du ja nicht sehen.
...

Vor allem, da diese Schutzfristen ja immer mal wieder verlängert werden

...

Z.B. 1901 von 50 auf 70 Jahre. (Und jetzt warte ich darauf, daß du sagst, daß das schon "ewig" her wäre und deswegen nicht zählt *g*)

Erstens ist das wirklich lange her - und wenn du mit "immer mal wieder" meinst "das letzte mal im Jahr 1901" - ja dann weiss ich auch nicht weiter.
Laut Wiki wurde die Schutzfrist das letzte mal 1965 angehoben - aber das ist nun auch über 40 Jahre her und ich würde eher sagen, die Schutzfristen werden praktisch nicht erhöht.


Und es bleibt dabei: Wem Musik zu teuer ist, der muss auf kostenfreie Angebote ausweichen. Wenn da keine angeboten werden, dann muss man eben eine Weile auf so einen Konsum verzichten. Und wenn keine Musik mehr verkauft wird, weil es den Leuten zu teuer ist, werden sich die Anbieter (= Künstler, Studios etc) etwas einfallen lassen, da sie damit Geld verdienen. Ist doch eigentlich gar nicht so kompliziert und sollte in einer Marktwirtschaft selbstverständlich sein.
 
Und wenn keine Musik mehr verkauft wird, weil es den Leuten zu teuer ist, werden sich die Anbieter (= Künstler, Studios etc) etwas einfallen lassen, da sie damit Geld verdienen. Ist doch eigentlich gar nicht so kompliziert und sollte in einer Marktwirtschaft selbstverständlich sein.

Genau das ist ja das Problem ... in diesem Bereich gibt es keine Marktwirtschaft - sondern es ist Monopolismus in Reinkultur. Es gibt für ein bestimmtes Stück nur einen Anbieter - und da heißt es friss oder stirb.

Um mal diese absurd langen Schutzfristen zu verdeutlichen - wenn es diese auch in anderen Bereichen geben würde ... hättest Du zum Beispiel bis 1999 Autos nur von Mercedes Benz kaufen können - andere Hersteller hätte es nicht gegeben. PCs könnte man noch die nächsten ca. 40 Jahre nur von IBM kaufen, CDs z.B. gäbe es ausschließlich von Philips / Sony und das auch noch für die nächsten 40 Jahre usw.

VG JNS

Edith: Und wenn MB vor z.B. 50 Jahren gesagt hätte, ich mag keine Autos mehr bauen ... dann hätte die Menschheit die letzten 50 Jahre zu Fuß gehen müssen. So wie es für manche Stücke heute auch gilt, wenn es der Verwerter nicht mehr produzieren / vertreiben möchte - kann man es legal nirgendwo mehr in neu kaufen.
 
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Genau das ist ja das Problem ... in diesem Bereich gibt es keine Marktwirtschaft - sondern es ist Monopolismus in Reinkultur. Es gibt für ein bestimmtes Stück nur einen Anbieter - und da heißt es friss oder stirb.

Um mal diese absurd langen Schutzfristen zu verdeutlichen - wenn es diese auch in anderen Bereichen geben würde ... hättest Du zum Beispiel bis 1999 Autos nur von Mercedes Benz kaufen können - andere Hersteller hätte es nicht gegeben. PCs könnte man noch die nächsten ca. 40 Jahre nur von IBM kaufen, CDs z.B. gäbe es ausschließlich von Philips / Sony und das auch noch für die nächsten 40 Jahre usw.

VG JNS

Edith: Und wenn MB vor z.B. 50 Jahren gesagt hätte, ich mag keine Autos mehr bauen ... dann hätte die Menschheit die letzten 50 Jahre zu Fuß gehen müssen. So wie es für manche Stücke heute auch gilt, wenn es der Verwerter nicht mehr produzieren / vertreiben möchte - kann man es legal nirgendwo mehr in neu kaufen.

Nein, das stimmt so in meinen Augen nicht. Was soll denn heissen "es gibt für ein bestimmtes Stück nur einen Anbieter"? Es gibt doch auch für einen 7er BMW nur einen Anbieter - nämlich BMW. Wenn BMW die Produktion des 7ers einstellt, wirst du keinen 7er bei Opel kaufen können - du kannst ihn eben gar nicht mehr kaufen. Wenn du einen 7er BMW zu einem Preis eines Opel Corsa haben willst - dann schauts auch schlecht aus. Kein Mensch fragt doch danach, ob die Preise von BMW oder MB gerechtfertigt wären, ob die Vertriebswege angemessen sind etc. Du darfst ein Auto auch nicht 1:1 kopieren ohne das mit BMW abzusprechen. Wieso ist dass den bei Musik/Filmen so anders?

Die Frage ist: Gibt es eine wirkliche Monopolstellung bei Musik/Filmen? Ich meine nein. Ich kenne Kinos, die spielen Filme von unbekannten Künstlern, die in keinem großen Studio unter Vertrag stehen.
Bei Musik reicht auch die google-Suche nach "kostenlosen MP3s" oder "freie MP3" etc. um ein paar Seiten mit legalen und kostenlosen Stücken zu finden. Ist dann halt nicht Lady Gaga.
Und letztlich ist es Sache des Künstlers, welchen Vertriebsweg er wählt. Wenn die CDs von Lady Gaga 500 Euro kosten würden, dann würde sie kein Mensch kaufen - sie kann es also nicht machen. Wenn die CD nu 10 Pfennig kostet, hätte wahrscheinlich jeder eine solche zu hause (wobei ich mir sicher bin es würden trotzdem noch genug brennen), aber es lohnt sich dann finanziell für den Künstler nicht. Und der Verkaufspreis liegt halt in der Mitte - so wie ihn die Konsumenten bestimmen. Denn eins ist klar: Die Filme/Musik, die durch die "böse Contentindustrie" verbreitet werden, sind nicht lebensnotwendig.

// Edit was natürlich nicht heissen soll, ich bin von Institutionen wie der GEMA oder von Firmen aus der Unterhaltungsindustrie generell überzeugt :) da gibt es sicherlich noch viel über was man nachdenken müsste...
 
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Nein, das stimmt so in meinen Augen nicht. Was soll denn heissen "es gibt für ein bestimmtes Stück nur einen Anbieter"? Es gibt doch auch für einen 7er BMW nur einen Anbieter - nämlich BMW. Wenn BMW die Produktion des 7ers einstellt, wirst du keinen 7er bei Opel kaufen können - du kannst ihn eben gar nicht mehr kaufen. Wenn du einen 7er BMW zu einem Preis eines Opel Corsa haben willst - dann schauts auch schlecht aus. Kein Mensch fragt doch danach, ob die Preise von BMW oder MB gerechtfertigt wären, ob die Vertriebswege angemessen sind etc. Du darfst ein Auto auch nicht 1:1 kopieren ohne das mit BMW abzusprechen. Wieso ist dass den bei Musik/Filmen so anders?

Doch gibt es ... bei Autos nennt sich das Replika, bei Medikamenten Generika usw. Ich habe nichts gegen einen Urheberrechtsschutz - aber nicht wie der zur Zeit ausgestaltet ist - insbesondere mag ich die absurd langen Schutzfristen nicht - von denen der eigentliche Urheber gar nichts hat. Ich wäre dafür, dass der Schutz spätestens mit dem Tod des Urhebers enden würde - denn das würde unsere Gesellschaft extrem bereichern.

VG JNS

Edith: Außerdem wollte ich mit meinen Beispielen nur aufzeigen, wie das wäre wenn zum Beispiel das Patentrecht an das Urheberrecht niveliert werden würde ... und welche Konsequenzen sich daraus ergeben würden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Soweit ich weiss, sind erst vor ein paar Monaten in Brüssel die "Urheberrechte" für Tonaufnahmen von 50 auf 70 Jahre angehoben worden. (Ich erspare mir hier nachzugucken, wer wie was genau machte, und wie es ablief. Und auch, ob das erst in jeweils nationales Recht umgesetzt werden muss oder nicht, etc.)

Jedenfalls hat es die Auswirkung, dass Platteneinspielungen, die schon ein paar Jahre "frei" waren, wieder monopolisiert worden sind.

Oder: Es gibt zB eine bestimmte Operneinspielung mit Referenzstatus, für die weltweit und seit Jahren eine starke Nachfrage besteht. Für die Aufnahme müsste eigentlich ein, zumindest fachlich begründetes, öffentliches Interesse gelten!. Die Einspielung ist aber nicht mehr auf CD zu kriegen, weil die Firma, die auf den Verwerterrechten sitzt, diese Aufnahme vor 10 oder 15 Jahren aus dem Katalog gestrichen hat. Vielseitige Bitten und Aufforderungen, die Aufnahme wieder zugänglich zu machen, werden hochnäsig mit Nichtbeantwortung quittiert.

Jetzt schwirrt die Information über die Bedeutung dieser Aufnahme überall im Gedruckten herum. Nachprüfen oder sich vergewissern, was dran ist, ist aber für viele nicht möglich, weil sie nicht 'rechtzeitig' geboren sind.

(Die Gebrauchtpreise für diese Aufnahme sind inzwischen ins Absurde gestiegen. Exemplare in Bibliotheken sind so beschädigt und abgenudelt, dass ein vollständiges Abspielen gar nicht mehr funktioniert, und Ersatz kriegen die natürlich auch nicht.

Wer also zB diese eine Aufnahme braucht, ist auf illegale Raubkopien von Privatbesitzern angewiesen. Nur, um sie anhören zu können und sich ein eigenes Bild machen zu können!

Das kann es doch wirklich nicht sein !)
 
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