Sodele, endlich Rentner...

Bei allem Mitgefühl für deine Situation:
Dass du es fast bis zur Rente geschafft hast ohne dir mal tiefgreifende Gedanken über soziale Fragen zu machen, und es auch dann nur getan hast weil du plötzlich selbst am Arsch warst verdeutlicht im Kleinen gut, warum wir im Großen die gesellschaftlichen Tendenzen haben, die wir haben.
Versteh’ ich nicht. Er hat sich doch auch vorher Gedanken über soziale Fragen gemacht, nur halt andere, als später.

Welche "gesellschaftlichen Tendenzen" meinst du?
 
Er hat sich doch auch vorher Gedanken über soziale Fragen gemacht, nur halt andere, als später.
Ja, und v.A. keine Tiefgreifenden. Es ist immer erstaunlich zu sehen, wenn die eigene Betroffenheit "schlagartig" die Meinung zu einem Thema ändert. An den Fakten hat sich ja Nichts geändert. Aber wenn es um einen selbst geht, dann ist das natürlich plötzlich alles ganz anders, gell?

Welche "gesellschaftlichen Tendenzen" meinst du?
Die (nochmals beschleunigte) Schleifung des Gesundheitssystems (Abbau von Kassenleistungen, Senkung der Psychotherapeutenhonorare) im Speziellen, oder die generelle Verunglimpfung gesellschaftlicher Errungenschaften (Lifestyle-Teilzeit, euphemistische Verbrämung des Begriffs "Work-Life-Balance") unter der aktuellen Regierung im Allgemeinen.

Ich könnte jetzt Niemöller zitieren, aber auch der kam ja erst spät zur Erkenntnis.
 
so, und bevor das jetzt wieder in eine politische Diskussion abdriftet, kommt bitte zurück zum Thema hoppepits Renteneintritt.
 
ich kann nur jedem raten, sich ernsthaft Gedanken zu machen über die eigene Gesundheit und die Vorsorge. Und wenns irgendwie möglich ist, eher in Rente gehen, denn es gibt nix Wichtigeres als Lebenszeit mit den Menschen, die einem wichtig sind.

ich gehe auch vorzeitig mit ordentlich Abzügen, aber das ist mir wichtiger als etwas mehr Rente zu erhalten.
 
Zuletzt bearbeitet:
ich kann nur jedem raten, sich ernsthaft Gedanken zu machen über die eigene Gesundheit und die Vorsorge. Und wenns irgendwie möglich ist, eher in Rente gehen, denn es gibt nix Wichtigeres als Lebenszeit mit den Menschen, die einem wichtig sind.

ich gehe auch vorzeitig mit ordentlich Abzügen, aber das ist mir wichtiger als etwas mehr Rente zu erhalten.
Bei mir auch, ohne die Krankheit wäre ich nächstes Jahr mit 63 in Rente gegangen!
 
Aus leidlicher Erfahrung mit meinem Vater kann ich dir nur dringend raten: Such dir für Rente irgendeine Tätigkeit, auf die du Bock hast. Ob Kaninchen züchten, bei der Tafel helfen, malen, wandern, mit dem Deutschlandticket alle Städte von A bis Z abfahren, Modellflugzeuge basteln oder Altgriechisch lernen - aber versuch, nicht in das Loch mit "hm, was mach ich denn jetzt den ganzen Tag, wenn ich nicht mehr arbeiten muss?" zu fallen.
 
Aus leidlicher Erfahrung mit meinem Vater kann ich dir nur dringend raten: Such dir für Rente irgendeine Tätigkeit, auf die du Bock hast. Ob Kaninchen züchten, bei der Tafel helfen, malen, wandern, mit dem Deutschlandticket alle Städte von A bis Z abfahren, Modellflugzeuge basteln oder Altgriechisch lernen - aber versuch, nicht in das Loch mit "hm, was mach ich denn jetzt den ganzen Tag, wenn ich nicht mehr arbeiten muss?" zu fallen.
Habe ich vor!
Schachturniere will ich mehr spielen, in meiner aktiven Schiedsrichterzeit habe ich nur welche "beaufsichtigt".
In der Nähe gibt es ein Tierheim, wenn ich wieder besser zu Fuß bin, werde ich mich dort als "Gassigeher" melden.
Urlaub und Wandern auf jeden Fall, da spielt im Moment aber das Fahrgestell noch nicht mit.
Und natürlich Radfahren, traue ich mich aktuell aber noch nicht.
Also: Hobbies habe ich genug, kann die nur wegen mangelnder Mobilität z.Zt. nicht ausüben. :(
 
Hi hoppepit

Gratulation zum Rentenbeginn. Bei mir ist es jetzt bis heute exakt 172 Tage her. Ich konnte mit 66+2 gehen. Nachdem ich Deinen Krankengeschichte gelesen habe, wünsche ich Dir, daß Du noch ganz lange unter uns weilst.

Gruß
TS
 
Aber da kam verdammt viel "organisatorisches" auf mich zu!
Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Bankvollmachten etc. und ich habe ein "Vermächtnis" geschrieben, da ein Testament in meinem Fall sinnlos gewesen wäre.
Das sollte man so oder so haben. Wir haben das als Paket inkl. Testament und Generalvollmacht beim Notar gemacht, nachdem u.a. durch Todesfälle die familiären Verknüpfungen ziemlich kompliziert wurden. Es ist verblüffend, wieviel weniger gegenüber früheren eigenen Schriften nach Notmappen u.ä. Vorlagen noch übrig geblieben ist. Vieles war mit Abhängigkeiten besetzt, wird unter xy-Umständen unwirksam usw. Hat uns auch der Notar erklärt, warum das eine und andere nicht drin stehen sollte. Ich kann solche Sachen per Notar nur empfehlen. Die Gebühren sind auch nicht so tragisch und besser, als wenn später ein eigenes Schreiben "rechtsungültig" wird. Ein (wenn auch schwacher) Trost: notarielle Verfügungen werden auch bei Banken anerkannt (die müssen..... und nix eigene Formulare), bei Nachlaßgerichten wird anders bewertet als "Laien-Schriften".....
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Zumindest die WorkLife Balance muss passen.
ist fast OT: träum weiter .... :-) .... nach 6-10 Monaten hat Dich die Firma "Mach Mal" voll im Griff und für die "wenigen" eigenen Ideen hast Du ........ jedenfalls nix mit "Balance". :-)
 
Zuletzt bearbeitet:
ist fast OT: träum weiter .... :-) .... nach 6-10 Monaten hat Dich die Firma "Mach Mal" voll im Griff und für die "wenigen" eigenen Ideen hast Du ........ jedenfalls nix mit "Balance". :-)
In die Firma fahre ich ab und zu mal hin und bringe den Kollegen und -innen paar Teilchen zum Kaffee vorbei.
Auch ruft der Chef ab und zu mal an, wenn es dort was zu reparieren gibt. Mache dann quasi den "Hausmeister".
Das ist auch ne nette Abwechselung zum jetzigen Alltag.
 
aber versuch, nicht in das Loch mit "hm, was mach ich denn jetzt den ganzen Tag, wenn ich nicht mehr arbeiten muss?" zu fallen.
Ich fühle das so. Mein Vater ist seit 4 Jahren in Rente (konnte mit 63 gehen), hat uns alle mehrfach ermahnt, ihm bloß keine Hobbies oder Aufgaben ans Herz zu legen, er wolle doch erstmal 3-4 Monate "in der Rente ankommen". Und jetzt gehen vor 11 Uhr die Rolladen nicht hoch, er ist permanent müde, 0 Bewegung, Lethargie wo man hin guckt (und Aufgaben wären genug da). Ich erkenne den Mann fast nicht wieder, der früher ganze Kinderzimmereinrichtungen selbst geschreinert hat...
Stattdessen nur Gemecker - über Ärzte, Handwerker, die ehemalige Firma (4 Jahre später!), Windows und Office (Umsteigen geht natürlich nicht), junge Leute, Politiker (die er selbst gewählt hat), ach das Übliche halt...

Ich will ja keinem sagen, wie er sein Leben zu führen hat oder dass man ich zur Rente unbedingt übernehmen muss - aber ich finde es einfach schade um das, was da alles verloren gegangen ist und noch geht.
 
Mein Vater ist seit 4 Jahren in Rente (konnte mit 63 gehen), hat uns alle mehrfach ermahnt, ihm bloß keine Hobbies oder Aufgaben ans Herz zu legen,...
War bei meinem alten Herrn auch so. Mein Bruder und ich haben da auf Granit gebissen.
Bis sich seine beiden Enkel der Sache angenommen haben. Die Mädels meines Bruders waren sein Ein und Alles.
Und die haben es tatsächlich geschafft, "Bewegung" in die Sache zu bekommen. Sonst wäre mein Vater vermutlich nicht fast 95 geworden.
 
Im Gegenteil, mir war noch keinen Tag langweilig seit ich berentet bin.
Geht mir ähnlich, nur dass ich seit Beginn meiner Rentenzeit jede Woche ein paar Std. auf € 603-Basis für die Firma noch tätig bin. - Mein Überstunden-Konto füllt sich mehr und mehr :D

Und jetzt gehen vor 11 Uhr die Rolladen nicht hoch, er ist permanent müde, 0 Bewegung, Lethargie wo man hin guckt (und Aufgaben wären genug da). Ich erkenne den Mann fast nicht wieder
Den Zahn habe ich mir gleich am ersten Tag gezogen: Meine Frau und ich stehen jeden Morgen wie im Berufsleben um 06:30 Uhr auf und gehen im Laufe des Tages unseren Verrichtungen nach. Ist zwar viel "Couching" dabei, aber auch dabei beschäftigen wir uns. - Hängen lassen und "an Renten-Dasein gewöhnen" war und ist nicht drin.
 
Bis sich seine beiden Enkel der Sache angenommen haben. Die Mädels meines Bruders waren sein Ein und Alles.

Dann gibt es noch Hoffnung, die Kinder sind einfach noch zu klein (2 und 4).
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Den Zahn habe ich mir gleich am ersten Tag gezogen: Meine Frau und ich stehen jeden Morgen wie im Berufsleben um 06:30 Uhr auf und gehen im Laufe des Tages unseren Verrichtungen nach. Ist zwar viel "Couching" dabei, aber auch dabei beschäftigen wir uns. - Hängen lassen und "an Renten-Dasein gewöhnen" war und ist nicht drin.
Hut ab, freut mich für euch.
:)
 
jede Woche ein paar Std. auf € 603-Basis für die Firma noch tätig bin
das würde bei mir aufgrund eines Gesundheitszustands eh nicht mehr gehen - wobei ich bei den Rechnern, die ich in meinem Umfeld betreue ohnehin gut eingespannt sind. Wobei die Leute, die ich mit Thinkpads versorgt habe sehr selten Wehwechen haben, so dass ich mich da wenig kümmern muss, aber die Masse läppert sich dann halt doch 🙈
ich stehen jeden Morgen wie im Berufsleben um 06:30 Uhr auf
das allerdings tun wir uns nicht an. Wecker wird nur gestellt wenn es unbedingt sein muss, ansonsten schlafen wir so lange wie wir wollen. Was aber nicht heißt, dass wir keinen strukturierten Tag haben - allein die tägliche Daseinfürsorge, bis man geschnäuzt, gekämmt und was gegessen hat hält uns genug auf Trab 😂
 
das würde bei mir aufgrund eines Gesundheitszustands eh nicht mehr gehen
Ich war schon seit knapp 1 3/4 Jahren nicht mehr in der Firma. Ich arbeite nur im Home-Office 😇 - Meine Kilometerleistung ist von 60.000km/Jahr für Weg zur Arbeit auf 0 gesunken. Wenn ich nicht alle 2 Wochen zu meiner 70km entfernt lebenden Mutter fahren dürfte/müsste, käme ich auf unter 5000km/Jahr.
 
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