S-Bahn nach Tschernobyl

Hallo,
dies Zitat:

"Aber genau das ist eben die technische Evolution: der Übergang in einen komplexeren, nicht notwendigerweise besseren Zustand."

macht mir Sorge. Es hört sich nach Unabwendbarkeit an. Es geht m.E. nicht darum, wie gefährlich oder ungefährlich etwas ist, sondern darum, was will ich eigentlich für mich, für meine Familie, für die zukünftigen Generationen.
Dabei darf nicht technikhörig zum Massstab werden. Nicht alles was machbar ist, muss gemacht werden.

Gruß H
 
Aber treibt uns das gerade nicht an? Denn die Theorie ist nur seltenst befriedigend...
Auch wenn der Initiator selbst nur die Idee/Lösung wollte, so ist immer ein anderer, der sich diese zu nutze machen möchte.

Wie war das noch mit der Atombombe?! ;)
 
Janee, das haben wir ja aus dem Nichts erschaffen. Radioaktiv war das schon immer und in der Erde war es genauso.
mal abgeshen das ich nicht nur von radioaktivität gesprochen habe , klar ist das zeugs radioaktiv nur besteht die Gefahr das es dort freigesetzt wird wo es sich äusserst ungünstig auswirkt.
was das andere betrifft so ist das mit der energie immer so eine sache und ich wage mal zu behaupten das hier in Deutschalnd nur ganz wenige gibt die mal einige Zeit OHNE Strom oder fleissend warmen Wasser gelebt haben und ich denke das viele die für den sofortigen austeig sind sich nicht vorstellen ohne Strom zu leben . Und auch ich habe es erlebt das der Mensch immer den bequemsten weg geht.
Wobei ich leibend gerne Berlin den rücken kehren und ins Umland ziehen und dort einige neue Konzepte umsetzen würde alleine schon wegen meiner Frau nur leider fehlt mir dafür das nötige Kleingeld denn auch wenn dort die häuser sehr günstig sind muss man mal das Geld haben und das habe ich nicht.
Mal abgeshen davon habe ich schon die erfahrung gemacht ohne strom und fleissen asser zu lben und es ist bei weitem nicht so schleimm wie einige befürchten.
 
Mal abgeshen davon habe ich schon die erfahrung gemacht ohne strom und fleissen asser zu lben und es ist bei weitem nicht so schleimm wie einige befürchten.

So richtig mit selbst Nahrung beschaffen habe ich das leider nie gemacht. Nur mal so, mit ein paar Freunden abseits von allem. Nach 2 Tagen hat man sein ganzes Elektronikzeugs vergessen und freut sich über die schöne Natur..Nach mehr als einer Woche fühlt man sich im Freien zuhause. Alleine daher bin ich sehr gerne im Wald. Das ist einfach ein wunderbares Gefühl.

Aber wie du sagtest: ab ins Auto und mal 200km fahren ist schon bequem. Aus welchen Gründen man auch immer denkt, dass man das braucht..
 
@TobD

Und das ist das Problem: Solange das Geld im Vordergrund steht, ist die Sicherheit immer nur auf ein Mindestmaß beschränkt.

richtig, aber an und für sich könnte das doch relativ einfach sein, denn => wenn schon ein "zwischenlager" unter der erde, und zwar in solchen gebieten wo rundrum fels ist und so nicht viel passieren kann, warum nicht gleich das ganze kraftwerk auch unterirdisch? und je nach aktuellem ingenieusgeist wird sowas auch nichtmehr lange dauern, das größte problem ist mMn die kühlung, aber es gibt relativ wenige probleme die nicht zu lösen sind...


also wie gesagt, atomkraft => JA, aber bitte unter annähernd optimalen und sicheren bedingungen!
 
Zwischenlager sind aber in speziellen Gesteinstrukturen und selbst da ist man nicht sicher ob irgendeine dieser Strukturen für immer "dicht" ist.

Und das dann für die größe eines Kraftwerks ... klingt auch unmachbar oder "zu teuer" ;)

Optimale Bedingungen sind eben wenn der Staat das AKW baut und betreibt und da nicht jeder Cent fünfmal rumgedreht und der Aktienkurs am Ende des Tages steigen muss.
 
@ Buddabrod: naja die Sache ohne strom war so ein dreiviertel bis ein Jahr wobei es manchmal zeitweise für ein bis zwei Stunden strom vom Generator eines Nachbarn gab bis dann ein ganz grosser dieselgenerator für alle angeschafft wurde. Woei das ökonomischer und ökologischer Unfug war zumal wir tonneweise holz späne und Rindenmulch hatten und wir das ganze auch mit einem Holzvergaser hätten betreiben können genügend bastler hatten wir ja aber leider auch ebenso viele Egomanen.
Und die Sache ohne fliessend warmen wasser war so an die drei bis vier Jahre ich habe mir dann immer jeden morgen einen Eimer Wasser auf den Gaskocher gestellt und mich zunächst Draussen später dann drinnen in einer nasszelle mit einer kelle üergossen und abgeseift . Dieses campieren im wald habe aber auch gemacht aber auch ohzne Selbstversorgung aus dem wald .
was auch nicht thema war es ging ja eher darum ohne Strom zu leben.
Und wie ich schn sagte wenn ich das Geld hätte würde ich zu einem Freund in ein Dorf in Brandeburg ziehen und so nach und nach das ganze auf energetische eigenversorgung umstellen.
 
Jetzt fragen wir uns mal, wie Umweltschonend das ganze wäre, wenn jeder mit Gaskocher (Achja, woher das Gas?), Rindermulch und (manchmal auch nassem?) Holz heizen/kochen/whatever wollen würde und im Wald jagen gehen würde?

Ich glaube bei 80 Mio Menschen in D wäre das nicht so arg viel besser.
 
hi,

unglaublich das die gehirnwäsche der atom und kern lobby immer noch funktioniert.
wenn ich meinen abfall ilegal entsorge bekomme ich eine busse wenn die atom lobby abfall ilegal entsorgt bekommen sie subeventionen.
leute wacht auf !

@ buddabrod die wikki einträge stammen doch von der atomlobby, oder ewa nicht ? die sind nicht falsch aber verschweigen tatsachen.
also was nützt es sich da ein zu lesen.
für mich als mündiger bürger beanspruche ich mir ein urteil zu bilden das nicht aus der wissenschaft kommt, denn das leben ist realer als die abstrakten wahrscheinlichkeits berechnungen, die natürlich auf vorgaben der atomlobby basiert, gemacht werden.

allerdings muss ich dazu sagen das die ganzen diskusionen darüber nichts bringen, ein handeln aller die dagegen sind würde aber die produzenten der "sauberen" energie ohne kunden da stehen lassen.
ich beziehe seit mehr als 10 jahren nur noch sonne und wind-ernergie respektive das produkt davon.

viel trauriger finde ich das sich die ganzen phisyker und andere akademiker nicht zum ziel setzen das man die energie der sonne besser nutzen kann. es ist doch ein witz nach resourchen zu suchen wenn die sonne in 3 sekunden energie für den weltweiten jahresbedarf liefert.

..... und von der finanziellen seite her gerechnet rechnet es sich sowie so nicht da die folgekosten nirgends mit einbezogen werden.

wer denkt das "endlager" für wenige milliarden zu haben sind dem kann ich nur sagen mann muss sich mal einen verlgeich eines auto tunnels herbeiziehen.

gotthard basis tunnel 28 milliarden enstehungskosten für 100- 120jahre betrieb, zusätlich werden in der betriebs-zeit für sannierungen noch mal so viel gerechnet wie der bau selber.

die atomlobby der ch hat bis heute nur 14 milliarden rücklagen und die in deutschland noch weniger ich glaube kaum die hälfte.

milchbubenrechnungen reichen vollkommen aus um zu merken das die kernenergie in der heutigen form eine sackgasse ist mit follgekosten die jeden staat viele porzente des bruttosozialproduktes kosten mehr als mit der technik selber je an cashflow generiert wurde.

ein bauer der sein jahresumsatzt jedes jahr im feld verbudelt, aber im gegenzug subventionen bekommt damit sein bauernhof trozdem am leben erahlten wird, das würden wir doch nie akzeptieren.
bei der atom-lobby gehört das an/zu der tagesordnung. :facepalm:

mann/frau könnte fast meinen die verantworlichen hätten zu viele strahlen ab bekommen, oder ?

Mahalo lyvi

Bravo, bin absolut gleicher Meinung.

Apropos teurer Alternativstrom:
Mich würde der Preisvergleich interessieren, wenn man all die Gefahren und Entsorgungen, Risiken etc. beim Atomstrom einrechnen würde.
Mit Sicherheit wäre dann die Rechnung zu Gunsten des sauberen Stroms wie Wind, Sonne, Wasser, etc.

Übrigens sollten die verantwortlichen der AKWs mit ihrem Privatvermögen und 20 Jahren Haft
für mögliche Schäden haften. Mal schauen ob sie dann noch so schnell weitere AKWs bauen mögen.

Ich hoffe die junge Generation nimmt sich das alles zu Herzen und reagiert entsprechend.
Ich hoffe sie werden es besser machen und nicht nur immer dem schnöden Mammon und der Macht nachrennen.

Edit:
Übrigens ist die beste Energie die nicht verbrauchte Energie!
 
richtig, aber an und für sich könnte das doch relativ einfach sein, denn => wenn schon ein "zwischenlager" unter der erde, und zwar in solchen gebieten wo rundrum fels ist und so nicht viel passieren kann, warum nicht gleich das ganze kraftwerk auch unterirdisch? und je nach aktuellem ingenieusgeist wird sowas auch nichtmehr lange dauern, das größte problem ist mMn die kühlung, aber es gibt relativ wenige probleme die nicht zu lösen sind...


also wie gesagt, atomkraft => JA, aber bitte unter annähernd optimalen und sicheren bedingungen!

Und das dürfte der springende Punkt sein: es ist zu teuer.
Die Betreiber wollen damit Geld verdienen und nicht uns einen Gefallen tun.

Somit wird nur ein Mindestmaß an Sicherheit, welches Finanziell, gesetzlich und moralisch vertretbar ist, eingehalten.
Rein technisch ist bestimmt wesentlich mehr Sicherheit möglich.

Die verstaatlichung solcher Anlagen sehe ich auch als eine mögliche Lösung, solange der sich nicht für die Kosten rechtfertigen muss. Die Endlagerung zahlt der Steuerzahler sowieso schon... ;)

Grüße
 
Apropos Wikipedia

Schaut mal nach, wer die Kraftwerke im Süden Deutschlands überprüft. Tüv Süd lautet das Stichwort.
Tüv Süd ist eine AG, also muss nach wirtschaftlichen Aspekten Gewinn erwirtschaftet werden.
Kann diese AG dann ein AKW stillegen? Und sich damit das eigene Geschäftsfeld abgraben?
Also quasi den Ast absägen auf dem sie hocken?
Und wer hält wohl die Aktienmehrheit dieser AG? Und was ist wohl das oberste Ziel dieser Herren?
Na, Amsel ich hör dich trapsen...
 
BW stinkt schon nach Lobbyistentum zu CDU Zeiten haben die Bauriesen verdient da hat jeder jeden bestochen da war sowieso jeder Partei Mitglied ganz BW ist auf Industrialisierung aufgebaut ENBW hat schon einen Schüeler beinflussungs Wettbewerb gestartet - wer schleimt am besten für ENBW man bekommt auch ne gratis Kamera wenn man erzählt wie toll enbw windenergie ist
 
Jetzt fragen wir uns mal, wie Umweltschonend das ganze wäre, wenn jeder mit Gaskocher (Achja, woher das Gas?), Rindermulch und (manchmal auch nassem?) Holz heizen/kochen/whatever wollen würde und im Wald jagen gehen würde?

Ich glaube bei 80 Mio Menschen in D wäre das nicht so arg viel besser.
aber es viel besser das die 80 Mio menschen Öl erdgas oder Stein und Braunkole zum heizen und Strom zum Kochen benutzen?
es war nie die rede davon war das jeder mit gas rindenmulch ect. heizen sollte und schon gar nicht war die rede davon das jeder im Wald jagen soll.
Abegsehen davon das die Massentierhaltung auch nicht gerade ökologisch wäre so von wegen CO2 und so.

Es ging darum das wasser warm gemacht wurde weil eben kein fliessend warmes Wasser da war, was wahrscheinlich höchstens genauso viel oder weniger Gas verbrauchte wie ein gasdurchlauferhitzer da das Wasser nur warm werden und nicht kochen brauchte der Gasverbrauch und der Wasserverbrauch hielt sich in Grenzen. Und eine elektrische kaffe maschine oder ein eletrodurchlauferhitzer verbraucht ja auch nicht gerade wenig Atomstrom. Und es ging darum das man statt des teueren diesel die voranden Ressuorce also das geschreddeerte Holz und der Rindenmulch der übrigens grösstenteils trocken war das nun mal da war hätte nutzen können um Strom zu erzeugen.
Im übrigen wird immer öfters Holz zum heizen genommen immerin besser als ÖL oder Braun und steinkohle .
morderne Holzeizungen vergasen das Holz bevor es dann zum heizen oder stromerzeugen oder beides genutzt wird mal abgesehen davon ist es ein nachwachsender Rohstoff.

Ich persönlich will auch gar nicht das alle so leben wie ich es gerne möchte das ich lieber in einem Häuschen auf dem Lande wohnen will hat persönliche Gründe. Nur sollten sich mal viel mehr Leute gedanken darüber machen WOFÜR sie alle Strom brauchen und ob sie auf diesen notfalls verzichten könnten.
Und gerade das können die wenigsten auch die Atomkraftgegner.
 
Das war schon klar, ich wollte das auch keinefalls schlecht reden - es ist halt nur keine universal Lösung ;)

Und spätestens wenn du krank wirst, schätzt du ganz schnell die Moderne Medizin ;)
(Ich weiß, ohne Städte usw. gäbe es auch weniger Krankheiten etcpp.)
 
Und spätestens wenn du krank wirst, schätzt du ganz schnell die Moderne Medizin
(Ich weiß, ohne Städte usw. gäbe es auch weniger Krankheiten etcpp.)
naja das mit der medizinischen versorgung ist auf dem Land auch nicht so das wahre aber es geht noch zudem ist Berlin auch nicht sooo weit wech. Ürigens sind die Leute dort gesünder :)
Nur um es klar zu stellen ich will keineswegs zurück in die Steinzeit ich will nur raus aus Berlin zu leuten die eben ein wenig anders und mehr nach meinem
geschmack leben. Und nein ich will auch da nicht vollkommen auf strom Computer und Internet verzichten. Ich weiß aber das ich es könnte.
aer das eh nur eine Idee da ich wie schon gesagt gar nicht die 20k Euro habe um mir ein haus zu kaufen und es bewohnbar zu machen.
 
Volle Zustimmung.

Ich finde es schade, wie es überall Aufruhr gegen diese Form der Kernenergiegewinnung gibt.
Schade ist aber nicht der Aufruhr selbst, sondern dass kaum einer von denen überhaupt irgendwelche Grundprinzipien dieser Technologie (oder auch zusätzlich von Elektrodynamik) versteht. Wer weiß, wovon er redet, der darf dagegen wettern und zwar mit aller Kraft. Aber sich immer darauf zu beruhen "Man sieht doch was in Tschernobyl und Fukushima passiert ist, mehr brauche ich nicht zu wissen" ist grob fahrlässig und meiner Meinung nach unangebracht in dieser Diskussion.

Ich denke nicht, dass man Atomphysiker oder Risikoforscher sein muss, um an der Betreibung von Atomkraftwerken Kritik üben zu dürfen. Das zentrale Argument gegen die Nutzung der Kernenergie war schon immer, auch vor Tschernobyl und Fukushima, dass die Folgen eines (Super-) GAUs von solchen Ausmaßen sind, dass dieses Risiko nicht akzeptiert werden kann, auch wenn es noch so gering sei. Dass dieses Risiko real ist und nicht nur eine abstrakte Zahl dürfte an etlichen Einzelfällen deutlich geworden sein. Diese Argumentation ist auch "nach Fukushima" nur um ein Beispiel erweitert worden. Die Situation als solche hat sich nur auf der politischen Ebene geändert und zwar in der Form, dass ein Restrisiko nicht weiter als reine Statistik ausgewiesen werden kann, sondern möglich und real ist. Anscheinend ist die Politik und Gesellschaft an einen Punkt gekommen, an der man sich der zuvor abgelehnten Argumentation anschließen muss.

Anders gesagt: Niemand würde sagen, dass wir die Folgen eines solchen Unfalls akzeptieren müssen und damit rechnen dürften, wenn wir Kernenergie denn nutzen wollen. Die Politik nicht. Und auch die Betreiber von AKWs würden dies nie einfordern. Es geht in dieser Diskussion also nicht um fachliche Entscheidungen, sondern um rein politische Fragen, die eben alle Menschen betreffen und nicht einige Sachverständige.

In Anbetracht der Risiken hieße dies eben zu fragen in welcher "Welt" wir eigentlich leben wollen und ob wir die Folgen eines Unfalls tatsächlich wissentlich in kauf nehmen wollen. Wenn eine Gesellschaft nun eben zu dem Schluss kommt, dass der Preis einfach zu hoch sei, dann muss dies auch akzeptiert werden und nicht auf Hysterie oder Panikmache geschoben werden, denn dafür ist die Argumentation viel zu alt und zu schlicht...
Die Hysterie wird eher auf der anderen Seite beschworen, wenn von imensen Kosten, Ausfällen und Engpässen gesprochen wird. Soweit ich mich aber entsinnen kann, ist doch besonders die Innovation ein Kernelement unserer Gesellschaft und des wirtschaftlichen Systems. Wie passt das mit dem beharren auf Technologien zusammen, die man durch "saubere" und risikolosere ersetzen könnte?
Schließlich profitiert hiervon nicht nur die Umwelt, nicht nur die Menschen, sondern auch die Wirtschaft, insbesondere die Hochtechnologien, der Mittelstand und Forschungsinstitute. Betrachtet man dies, werden auch ganz schnell die fiktiven Kosten eines Atomausstiegs deutlich: Die Kosten, welche angeführt werden, sind eben die Kosten der Konzerne, wobei durch Investition in alternative Technologien diese Kosten wiederum nivelliert werden würden. Aber es wären eben nicht die Gewinne, die es heute auch nur dank staatlicher Subventionen gibt, der Konzerne, die hier erwirtschaftet werden würden.

Wenn also jemand sagen würde, ja, ich kann mit dem Risiko und den Folgen für heutige und zukünftige Menschen leben, dann kann diese Person sich gerne für Kernenergie einsetzen. Wenn aber die Mehrheit eben sagt, nein, das Risiko ist real, selbst ein hypothetisches Risiko reicht in anbetracht der Folgen aus, um sie nicht in Kauf nehmen zu wollen, dann ist ihr Einsatz gegen Atomenergie eben so legitim. Dafür muss man sich nicht mit der Technologie als solche auskennen (so wie wahrscheinlich alle, die nicht zufällig Kernphysiker_innen sind).

(Falls sich jemand die Mühe gemacht hat es zu lesen: Vielen Dank .) )
 
Ich werde deinen durchdachten Beitrag jetzt nicht vollends zerpflügen, sondern nur ein wenig zu sehr wichtigen Aussagen "senfen".

In Anbetracht der Risiken hieße dies eben zu fragen in welcher "Welt" wir eigentlich leben wollen und ob wir die Folgen eines Unfalls tatsächlich wissentlich in kauf nehmen wollen. Wenn eine Gesellschaft nun eben zu dem Schluss kommt, dass der Preis einfach zu hoch sei, dann muss dies auch akzeptiert werden und nicht auf Hysterie oder Panikmache geschoben werden, denn dafür ist die Argumentation viel zu alt und zu schlicht...
Vollkommen richtig. Wenn die Mehrheit dagegen ist, dann ist das auch gut so. Ich wünsche mir nur, gerade von der Atomgegner Seite her mehr Sachlichkeit, mehr Fakten. Nicht nur populistisches Geschwätz. (Ich hoffe jetzt niemanden anzugreifen ;)) Die Grünen sind eben eher für Letzteres bekannt.
Wenn jemand sagt: Bei Biblis sind die Notaggregate alle auf einer Ebene, d.h. bei einem Unfall dort sind alle futsch und der Gau kommt ins Rollen, dann ist das OK. Aber stattdessen wird aufgebauscht und gleich von (extrem unsinnigen) Flugzeugangriffen und Terroranschlägen und Unfälle und bla und bla und bla gesprochen.
Viele AKW haben grundlegende Designfehler, einerseits weil man es nicht besser wusste, andererseits weil es so billiger war. Die Technologie an sich birgt, wie alle Technologien, ein natürliches Grundrisiko, welches sich _nie_ wegschaffen lässt. Aber wenn die AKW auf den Schlimmstfall ausgelegt wären, würde nichts weiteres passieren.

Die Hysterie wird eher auf der anderen Seite beschworen, wenn von imensen Kosten, Ausfällen und Engpässen gesprochen wird. Soweit ich mich aber entsinnen kann, ist doch besonders die Innovation ein Kernelement unserer Gesellschaft und des wirtschaftlichen Systems. Wie passt das mit dem beharren auf Technologien zusammen, die man durch "saubere" und risikolosere ersetzen könnte?
Ok, ich glaube damit hast du mich. Vielleicht war ich in meinem Denken tatsächlich zu konservativ. Die Hysterie wird auf keinen Fall zu Unrecht beschworen, denn die Probleme sind sehr real und sehr komplex, aber je früher man sie löst, desto besser.
Ich bin nur nicht begeistert von der momentanen Methode, alles mit Solarpanels zu verkleiden und mit WKWs voll zupflastern. Das ist _nicht gut_ für die Umwelt. Daher ist es Abwägungssache: nehme ich das Risiko der AKW auf mich oder greife ich lieber noch massiver in die Umwelt ein?

Dafür muss man sich nicht mit der Technologie als solche auskennen (so wie wahrscheinlich alle, die nicht zufällig Kernphysiker_innen sind).
Man meiner Meinung nach sollte man wissen, wie der Spaltungsprozess (ganz oberflächlich) abläuft, wie man daraus die Energie erzeugt und wie die ins Netz kommt und was das Netz überhaupt ist. Meiner Meinung nach sollte sich auch jeder Bürger mal grundlegend anschauen, welche Grundarten von radioaktiver Strahlung es gibt und wie diese auf den Organismus wirken. Unterschied zwischen Primärstrahlung, welche Sekundärstrahlung bedingt etc.. Auch aus Gründen des Selbstschutzes. Wenn ich eine Gefahr verstehe, kann ich mich besser vor ihr schützen. Die meisten verstehen unter Strahlung nur etwas Unsichtbares, was krank macht und den Tod bringen kann.
Dann eben Elektrodynamische Grundlagen: Was ist ein (Leitungs-/Blind-)Widerstand, was bedeutet unser Wechselstrom. _Was bedeutet elektrische Spannung oder elektrischer Strom_. Eine stabile Spannung wie in Deutschland ist fast einzigartig.

Durch viele kleine Kraftwerke, deren Leistung von unbekannten Gegebenheiten abhängt, die nur begrenzt regelbar sind, ergeben sich ungeahnte Probleme in der Regelung des Gesamtnetzes. Vermutlich wäre ein kompletter Umbau des Netzes dafür die sinnvollste Methode, um die Komplexizität zu verringern.

Da man ganz Deutschland nicht rein mit erneuerbaren Energien mit Strom versorgen kann, muss man wieder auf Kohlekraftwerke zurückgreifen. Damit greift man wieder massiv ins Klima ein und in die Gesundheit der Menschen, denn die wird ständig bei Betrieb des KKW beeinträchtigt.
Ich würde lieber massiv die Erforschung von Alternativen antreiben. Die Kernfusion sollte z.B. weiter vorangetrieben werden, sodass sie vielleicht praktisch nutzbar wird. Das wäre (nach heutigen Maßstäben) sichere und saubere Energie.
Es gibt ja auch Konzepte/Entwicklungen zum Thema Fotokatalysatoren, die Wasser nur mit Hilfe von Sonnenlicht spalten, siehe Brennstoffzelle. Da hat aber eben der Wasserstoff wieder seine Risiken.

Was momentan eben ein Problem ist: Man kann nicht mit der Klimaschutzflagge winken und gleichzeitig AKW abschalten.
Und wenn wieder jemand CO2 im Boden verbuddeln will, gehört der an den Pranger.
 
Vorab vielen Dank für deinen sachlichen und interessanten Beitrag!

IAber wenn die AKW auf den Schlimmstfall ausgelegt wären, würde nichts weiteres passieren.

Aber ist doch die grundlegende Frage nicht, was denn passiert wenn die AKWs zwar für den Schlimmstfall ausgelegt sind, der Schlimmstfall aber viel schlimmer und nicht mehr kontrollierbar ist? Das dies keine rein fiktive Annahme ist dürfte ja in den vergangenen Jahrzehnten deutlich geworden sein. Dann bleibt immer noch die Frage, ob wir die daraus resultierenden Folgen, Schäden und Konsequenzen verantworten können bzw. wollen. Ich denke das ist, abseits aller technischen Debatten, der zentrale Punkt. Der Mensch muss nicht alles machen, wozu er theoretisch fähig wäre.


Ich bin nur nicht begeistert von der momentanen Methode, alles mit Solarpanels zu verkleiden und mit WKWs voll zupflastern. Das ist _nicht gut_ für die Umwelt. Daher ist es Abwägungssache: nehme ich das Risiko der AKW auf mich oder greife ich lieber noch massiver in die Umwelt ein?

Ich stimme dir in dem Punkt zu, dass eine ruhige und sachliche Debatte vermutlich am hilfreichsten wäre, aber dann bestünde auch wieder die Gefahr, dass sich bestimmte Interessensbereiche durchsetzen, da ein öffentliches Gegengewicht fehlt. Die Intransparenz bei wichtigen Entscheidungen ist leider viel zu immens. Klar, eine gut durchdachte Strategie wäre vermutlich am besten, aber gab es nicht genug Zeit, um eine solche zu entwickeln? Oder wurde das irgendwie immer ausgebremst?
Ich weiß nicht, was genau gut für die Umwelt ist, aber bei der "sauberen" Kernenergie vergisst man oft die massiven Eingriffe in die Umwelt, weil diese eben weit weg stattfinden. Hinter einem AKW kommt noch der ganze Rattenschwanz des Uranabbaus, des Transports, der Anreicherung und so fort. Dort wird nicht nur massiv in die Umwelt eingegriffen, diese auf Jahrtausende hinaus verstrahlt, sondern auch Menschen existenziell bedroht. Wird dann noch die Endlagerung berücksichtigt, der Aufwand der damit in den nächsten Jahrhunderten, wenn nicht gar Jahrtausenden, betrieben werden muss, dann dürften sich das ganze, auch gegenüber Kohlekraftwerken (auch wenn ich von fossilen Brennstoffen kein Freund bin) nivellieren. Zumal die Schäden des Bergbaus schnell kompensiert werden können.

Natürlich, da stimme ich dir zu, sollte man im Normalfall wissen, was Atome sind, welche Strahlung es gibt, wie so ein Prozess funktioniert. Das mag helfen, um das Thema möglichst angstfrei und entemotionalisiert betrachten zu können, schlicht aufgeklärt sein, um produktiv Argumentieren zu können. Aber es wäre immer noch Wissen niederster Stufe, schließlich ist die ganze Thematik darüber hinaus noch viel komplexer. Du schneidest hier aber einen interessanten Punkt an: Zählt das Wissen von Experten mehr? Inwiefern sind wir darauf im gesellschaftlichen Diskurs angewiesen?
Schwierige Sache. Dazu müssten wir uns mit Kommunikation auskennen, mit Rhetorik, Sozilogie und Psychologie. Wir müssten die Studien nachvollziehen und deren Ansätze kritisieren können. Wir müssten Sprachphilosophie und Erkenntnistheorie und nicht zu letzt auch noch Ethik betreiben... Schwieriges Thema.
Aber ein aufgeklärter Geist ist immer erstrebenswert, da stimme ich dir zu .)

Ich denke auch, dass es besonders um Forschung gehen sollte, um möglichst sinnvolle Konzepte für eine "Energiewende" zu haben, um zuverlässige und klimafreundliche Methoden der Energieerzeugung zu entwickeln und dies am besten auch in Kooperation mit anderen Ländern. Energieerzeugung muss nicht auf einen Staat begrenzt bleiben: Wir könnten auch Windenergie in Norwegen zwischenspeicher. Es gibt genug Möglichkeiten, sie müssen nur endlich einmal wirklich in Erwägung gezogen werden und nicht aus dem Motiv der Kapitalakkumulation und Bereicherung hinausgezögert werden.

Und zu den Flugzeugterroristen: Die haben ja nicht die Grünen erfunden, sondern besonders CDU/CSU und FDP als Bedrohungsszenario entwickelt und damit auch bestimmte Sicherheitsanforderungen in Hinblick auf Anschläge notwendig gemacht. Wenn diese Sicherheitsanforderungen nicht erfüllt werden, muss entweder dieses behoben werden oder man sollte sich fragen, ob diese überhaupt notwendig sind. Aber hier geht es ja nicht um Parteipolitik .)

Es sollte einen großen, sachlichen Diskurs geben in dem produktiv eine Idee davon entworfen wird, welche Risiken die Gesellschaft in Kauf nimmt, wie sie in Zukunft Leben möchte und wie diese Utopie am besten zu realisieren sei...

(Ich hoffe es ist nicht zu lang geworden - leidiges Kommunikationsmittel)
 
mal so ganz nebenbei: :thumbup::thumbup::thumbup: für eure sachliche und toll zu lesende Diskussion!

Tut richtig gut, mal zu sehen, dass in diesem Forum auch noch sachlich und auf gescheitem Niveau diskutiert werden kann! War in der letzten Vergangenheit ja nicht wirklich der Fall...
 
Ich finde ja, dass ihr euch grad im Kreis dreht - um einen Mittelpunkt der ca. folgender ist: Man muss alle Alternativen abwägen und am wenigsten kapitalistisch und am meisten zukunftsorientiert entscheiden :D

Mal davon abgesehen liegt die Unsicherheit der AKWs ja nicht am Vorgang selbst, sondern an Faktoren, die damit eigentlich nichts zu tun haben! Daher erübrigt sich der (für mich unsinnige) Teil mit dem Grundwissen über Kernspaltung! Wozu sollte ein normaler Mensch das brauchen! Oder weißt du zB. etwas über Entropie?

Eigentlich wollte ich ja nur folgendes posten :P Ich weiß, ist noch nicht nachgewiesen, obs wirklich funzt, aber klingt ja ganz interessant:

http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.com/2011/01/italienische-forscher-prasentieren.html
 
Zuletzt bearbeitet:
  • ok1.de
  • thinkstore24.de
  • ok2.de - Notebook Computer Server
  • Preiswerte-IT - Gebrauchte Lenovo Notebooks kaufen

Werbung

Zurück
Oben