Ich werde deinen durchdachten Beitrag jetzt nicht vollends zerpflügen, sondern nur ein wenig zu sehr wichtigen Aussagen "senfen".
In Anbetracht der Risiken hieße dies eben zu fragen in welcher "Welt" wir eigentlich leben wollen und ob wir die Folgen eines Unfalls tatsächlich wissentlich in kauf nehmen wollen. Wenn eine Gesellschaft nun eben zu dem Schluss kommt, dass der Preis einfach zu hoch sei, dann muss dies auch akzeptiert werden und nicht auf Hysterie oder Panikmache geschoben werden, denn dafür ist die Argumentation viel zu alt und zu schlicht...
Vollkommen richtig. Wenn die Mehrheit dagegen ist, dann ist das auch gut so. Ich wünsche mir nur, gerade von der Atomgegner Seite her mehr Sachlichkeit, mehr Fakten. Nicht nur populistisches Geschwätz. (Ich hoffe jetzt niemanden anzugreifen

) Die Grünen sind eben eher für Letzteres bekannt.
Wenn jemand sagt: Bei Biblis sind die Notaggregate alle auf einer Ebene, d.h. bei einem Unfall dort sind alle futsch und der Gau kommt ins Rollen, dann ist das OK. Aber stattdessen wird aufgebauscht und gleich von (extrem unsinnigen) Flugzeugangriffen und Terroranschlägen und Unfälle und bla und bla und bla gesprochen.
Viele AKW haben grundlegende Designfehler, einerseits weil man es nicht besser wusste, andererseits weil es so billiger war. Die Technologie an sich birgt, wie alle Technologien, ein natürliches Grundrisiko, welches sich _nie_ wegschaffen lässt. Aber wenn die AKW auf den Schlimmstfall ausgelegt wären, würde nichts weiteres passieren.
Die Hysterie wird eher auf der anderen Seite beschworen, wenn von imensen Kosten, Ausfällen und Engpässen gesprochen wird. Soweit ich mich aber entsinnen kann, ist doch besonders die Innovation ein Kernelement unserer Gesellschaft und des wirtschaftlichen Systems. Wie passt das mit dem beharren auf Technologien zusammen, die man durch "saubere" und risikolosere ersetzen könnte?
Ok, ich glaube damit hast du mich. Vielleicht war ich in meinem Denken tatsächlich zu konservativ. Die Hysterie wird auf keinen Fall zu Unrecht beschworen, denn die Probleme sind sehr real und sehr komplex, aber je früher man sie löst, desto besser.
Ich bin nur nicht begeistert von der momentanen Methode, alles mit Solarpanels zu verkleiden und mit WKWs voll zupflastern. Das ist _nicht gut_ für die Umwelt. Daher ist es Abwägungssache: nehme ich das Risiko der AKW auf mich oder greife ich lieber noch massiver in die Umwelt ein?
Dafür muss man sich nicht mit der Technologie als solche auskennen (so wie wahrscheinlich alle, die nicht zufällig Kernphysiker_innen sind).
Man meiner Meinung nach sollte man wissen, wie der Spaltungsprozess (ganz oberflächlich) abläuft, wie man daraus die Energie erzeugt und wie die ins Netz kommt und was das Netz überhaupt ist. Meiner Meinung nach sollte sich auch jeder Bürger mal grundlegend anschauen, welche Grundarten von radioaktiver Strahlung es gibt und wie diese auf den Organismus wirken. Unterschied zwischen Primärstrahlung, welche Sekundärstrahlung bedingt etc.. Auch aus Gründen des Selbstschutzes. Wenn ich eine Gefahr verstehe, kann ich mich besser vor ihr schützen. Die meisten verstehen unter Strahlung nur etwas Unsichtbares, was krank macht und den Tod bringen kann.
Dann eben Elektrodynamische Grundlagen: Was ist ein (Leitungs-/Blind-)Widerstand, was bedeutet unser Wechselstrom. _Was bedeutet elektrische Spannung oder elektrischer Strom_. Eine stabile Spannung wie in Deutschland ist fast einzigartig.
Durch viele kleine Kraftwerke, deren Leistung von unbekannten Gegebenheiten abhängt, die nur begrenzt regelbar sind, ergeben sich ungeahnte Probleme in der Regelung des Gesamtnetzes. Vermutlich wäre ein kompletter Umbau des Netzes dafür die sinnvollste Methode, um die Komplexizität zu verringern.
Da man ganz Deutschland nicht rein mit erneuerbaren Energien mit Strom versorgen kann, muss man wieder auf Kohlekraftwerke zurückgreifen. Damit greift man wieder massiv ins Klima ein und in die Gesundheit der Menschen, denn die wird ständig bei Betrieb des KKW beeinträchtigt.
Ich würde lieber massiv die Erforschung von Alternativen antreiben. Die Kernfusion sollte z.B. weiter vorangetrieben werden, sodass sie vielleicht praktisch nutzbar wird. Das wäre (nach heutigen Maßstäben) sichere und saubere Energie.
Es gibt ja auch Konzepte/Entwicklungen zum Thema Fotokatalysatoren, die Wasser nur mit Hilfe von Sonnenlicht spalten, siehe Brennstoffzelle. Da hat aber eben der Wasserstoff wieder seine Risiken.
Was momentan eben ein Problem ist: Man kann nicht mit der Klimaschutzflagge winken und gleichzeitig AKW abschalten.
Und wenn wieder jemand CO2 im Boden verbuddeln will, gehört der an den Pranger.