"THERE JUST AREN’T ENOUGH OF YOU WILLING TO PAY THE PREMIUM. We have to make money, and our target corporate customers won’t pay. "
Lenovo hat in den letzten Jahren mehrere neue "Thinkpad"-Reihen eingeführt, die diejenigen ansprechen, die sich kein "richtiges" Thinkpad leisten können oder wollen.
Lenovo macht hier als Anbieter von "Premium"-Produkten, wie andere "Möchtegern-Premium-Anbieter" auch, einen gravierenden Fehler, indem sie nicht den - ich nenne es mal "hedonistischen Aspekt" - ihres eigenen Produkts erkennen: Als Premium-Produkte müssen Thinkpads Begehrlichkeiten oder gar Neid auf sich ziehen. Lenovo versucht allerdings ihr Premium-Produkt mit selbst nach Meinung der eignene Entwickler (Matt Kohut und Co.) ungeliebten Displays an den Kunden zu bringen.
Daraus resultieren meiner Meinung nach gleich zwei Probleme. Zum einen vergrault man die (wenn angeblich auch noch so wenigen) Kunden, die diese Displays wollen. Zum anderen - und das ist aus "Produktpsychologischer Sicht nicht weniger entscheidend - weckt man bei dem Rest der Kundschaft, denen das Displayformat egal ist, durch das Wissen, dass nicht alles am Thinkpad "premium" ist, weniger Begehrlichkeiten.
Hört sich das zu theoretisch für euch an? Dann mal ganz praktisch in die Runde gefragt: Wer hat bei der Kaufentscheidung keine negativen vorbehalte, wenn er weiß, dass er nicht Beste für sein Geld bekommt. Apple macht sich diesen "hedonistischen Aspekt" meiner Meinung nach wie kein Anderer Anbieter zu Nutze.
==> In Anlehnung an die Benutzerumfragen bei Lenovo bzgl. der Displaygröße, wo angeblich nur x Prozent das alte Displayformat beibehalten wollten: Mal ehrlich, wie hoch (oder wohl eher niedrig) ist beispielsweise beim Apple-Besitzer das Wissen über das Innenleben des Computers, wer von ihnen weiß wohl überhaupt welches Format das Display hat, oder welche Performance der Rechner gegenüber einem vielleicht halb-so-teurem Standardcomputer hat? Die Erkenntnis des "Unwissenden", dass man "das beste" Produkt hat, ist aus Produktsicht im Mindesten genauso wichtig wie die tatsächliche Produktfeatureritis.
~ Ben (aktueller Besitzer eines liebgewonnen T42p mit 4:3 IPS Display, ex-Besitzer eines fetten und schweren T510 des Arbeitgebers mit 16:9 Display, der sich trotz Thinkpad-Manie dazu genötigt sieht, sein sauer verdientes Geld in ein nicht-so-fettes und gegenüber t520 handlicherem Macbook Pro mit 15,4" 1680*1050 Display mit i7-Quadcore zu investieren)