Da steckt zuviel Staat drin.
Ne - das Elend ist seit der "Privatisierung" erst so richtig heftig geworden, weil jeder neue Häuptling seine Spleens durchgetragen hat und beim Sparen an allen Ecken und Enden jeder Zipfel Infrastruktur und Material verscherbelt wurde. Sei lieber froh, dass wir trotz allem keine englischen Verhältnisse haben wie zu Thatchers Zeiten bei British Rail. Hätte der Börsengang unter der Ära Mehdorn funktioniert, dann wären wir nämlich jetzt genau da. Gewinnorientiert und gleichzeitig sicher und zuverlässig funktioniert halt nicht (ewig). Den Schlamassel der etwa 30 Jahre Raubbau an der Substanz kann kein noch so großes Infrastrukturpaket auf einmal korrigieren.
So einen Ramschladen wie jetzt mit einem Wust an Zuständigkeiten innerhalb der DB AG plus der ganzen privaten EVU, die mittlerweile als (meist billige) Konkurrenz auf Deutschlands Schienen herumgurken, hatten wir nicht einmal zu Zeiten der Deutschen Reichsbahn, aber das war ja auch noch eine Eisenbahn und kein marktorientiertes Dienstleistungsunternehmen. Immerhin hat eine GDL es nämlich geschafft, dass beim Fahrpersonal genau dieses Lohndumping als Wettbewerbsvorteil dank BuRA-TV nicht mehr funktioniert.
Über die Machenschaften einer GdED, Transnet, EVG innerhalb dieser Zeit mag ich mich lieber nicht auslassen, aber die firmieren auch unter dem DGB und hatten ein paar U-Boote wie einen Norbert Hansen im Gepäck. Inzwischen hat sich da zwar einiges geändert, aber so hat sich eine GDL nie verkauft, auch wenn es an selbiger auch Kritisches zu berichten gäbe wie die Nummer mit dem eigenen Leiharbeitspool. Für die andere Fraktion werfe ich mal nur das Stichwort Ergänzungstarifverträge für das Fahrpersonal bei DB Regio in den Raum, die z.B. einer der Auslöser für die veränderte Tarifpolitik war, nachdem sich die GDL aus der sogenannten Tarifgemeinschaft ausgeklinkt hat.
Die famose DB AG hat in ihrer Bestandszeit als entschuldetes Unternehmen selbst statistisch bereinigt mehr Schulden angehäuft als die "Staatsbahnen" DR und DB je hatten. Und ich weiß, wovon ich rede, denn ich bin selber noch 10 Jahre auf den schwarzen Kisten gefahren und bin inzwischen so gefrustet als Lokführer und Disponent, dass ich bei dem täglichen Irrsinn dabei bin, meine letzten Jahre bis zur Rente woanders zu arbeiten.
Vielleicht kapiert man ja irgendwann, dass Bahn als Grundlage für flächendeckenden Verkehr und preiswerte Mobilität aller besser klappt, wenn man die Defizite gegen Null ausgleicht, anstatt noch rauszuziehen. Aber lieber blecht man ja staatlicherseits pro Auto x€ als Kaufprämie, anstatt z.B. ein Deutschlandticket zu finanzieren.
PS und weil es gerade so passt:
Es gibt nach
andere Branchen und die ganzen Geringverdiener, die dann noch den Druck haben, wie sie mit ihrer Kohle überhaupt über die Runden kommen sollen trotz Knochenarbeit, sind noch gar nicht dabei. Der Marburger Bund ist ja neben denen im Luftverkehr und der GDL auch so eine pöse Gewerckchaft, auch wenn da in erster Linie Ärzte vertreten sind.