heise: Linux in München: Alle Rechner sind migriert

Richtig witzig ist, dass Microsoft sich eine eigene Studie gekauft hat, um die Projektkosten in den Himmel rechnen zu lassen, und das Ergebnis dabei um einen so gigantischen Faktor hochgerechnet hat, dass jede Stadtverwaltung, die das künftig in Angriff nimmt, über solche Argumente nur noch lachen kann.

Das Ergebnis trifft auch meine subjektive Wahrnehmung: Wenn ich mir angucke, wie gut viele Leute im ÖD mit ihren Windows-PCs und MS Office umgehen können, kann ich mir nicht vorstellen, wie sie es mit Linux und OpenOffice noch schlechter machen könnten.
 
Wenn ich mir angucke, wie gut viele Leute im ÖD mit ihren Windows-PCs und MS Office umgehen können, kann ich mir nicht vorstellen, wie sie es mit Linux und OpenOffice noch schlechter machen könnten.

Genau das.. Grauenhaft, was man da erleben darf.

Die Meisten merken nicht mehr davon als "sieht anders aus, aber Facebook geht noch".
 
Ich kann mich noch erinnern, ich war damals genau zum Zeitpunkt bei der dunklen Seite der Macht (MS) in München.... das war ein Riesentheater, ich meine sogar, dass Ballmer persönlich angetanzt ist....

Wenn ich mir das jetzt ansehe, dann muss ich Microsoft aber Recht geben: 10 (ZEHN!!!) Jahre Migrationszeit mit 1000 Leuten... das sind wahrscheinlich deutlich mehr als 60 Millionen gewesen.

Gruß

Thomas
 
Ich kann mich noch erinnern, ich war damals genau zum Zeitpunkt bei der dunklen Seite der Macht (MS) in München.... das war ein Riesentheater, ich meine sogar, dass Ballmer persönlich angetanzt ist....

Wenn ich mir das jetzt ansehe, dann muss ich Microsoft aber Recht geben: 10 (ZEHN!!!) Jahre Migrationszeit mit 1000 Leuten... das sind wahrscheinlich deutlich mehr als 60 Millionen gewesen.
Wahrscheinlich hast Du keine Ahnung von Projekten - inbesondere wenn sie staatlich initiiert und finanziert sind: Stichworte BER oder Elbphilharmonie schon mal gehört?
Desweiteren fürchten einige Mitarbeiter Machterosion während andere ihre Lieblings-Icons vermissen. Diese Leute sind dann potentielle Saboteure. In guten Büchern über Projektmanagment wird empfohlen die Stakeholder frühzeitig einzubinden. Da die Vorstellungskraft der Leute stark begrenzt ist ("mach einfach mal - ich sach dann schon..."), muss mit Prototypen gearbeitet werden. Dies ist aus dem Bereich Software-Ergonomie/Usability bekannt.

Dazu kommt, das wahrscheinlich beim Requirements-Engineering geschlampt wurde. Beispiel: Als ich meine Bahncard beantragt habe, hat die Dame den falschen Vornamen eingetragen. Leider war die Sache nicht mehr abzuändern, daher sollte ich mich dan den Bahncard Service wenden. Offenbar haben die Typen die Änderung als Ersatz-Bahncard gebucht, so dass ich jetzt nicht nur deren Spam doppelt bekomme, sondern auch eine Forderung über €15 für die Ersatz-Bahncard. Soweit zum Thema "Use Cases"...
 
Zuletzt bearbeitet:
Und wieso habe ich jetzt "wahrscheinlich keine Ahnung", wenn Du mir danach genau bestätigst, dass das Projekt neben dem gewaltigen Aufwand auch noch durch menschgemachte Sabotage kompliziert wird?

Einfach mal auf den Tonfall achten.

Gruß

Thomas
 
10 (ZEHN!!!) Jahre Migrationszeit mit 1000 Leuten... das sind wahrscheinlich deutlich mehr als 60 Millionen gewesen.
So kann man doch nicht rechnen. Die 1000 Leute haben ja nicht nur Migration gemacht (und können deswegen jetzt alle entlassen werden, da die Migration ja abgeschlossen ist), sondern in den 10 Jahren auch ihre reguläre Arbeit. Bevor man also Kosten berechnet, müsste man erst einmal wissen, wieviele Mannwochen wirklich effektiv für die Migration benötigt wurden.
 
15000 (vermutlich nicht identische) Arbeitsplätze umzustellen
inklusive Mitarbeiterschulungen, Anwendungsmigrationen, Hardwareanpassungen(Drucker, Scanner, PC's,...),...
und das ohne den laufenden Betrieb zu stören!
Ich denke da sind 10 Jahre ein relativ normaler Wert, zumal die 1000 IT-Fachleute vermutlich nicht ihre gesamte Arbeitszeit nur mit diesem einen Projekt verbracht haben werden ;)
 
Begeistert in die Hände klatschen tu ich auch nicht ;)
aber wenn jetzt alles wie gewünscht funktioniert und das ohne teure Windows Lizenzen, welche beim (durch das Serviceende von XP) erzwungenen Umstieg fällig geworden wären,
denke ich wurde da solide Arbeit geleistet, welche sich auf Dauer auszahlen wird (Vorrausgesetzt es wird nicht in 4 oder 5 Jahren wieder zurückgerudert)
 
Begeistert in die Hände klatschen tu ich auch nicht ;)
aber wenn jetzt alles wie gewünscht funktioniert und das ohne teure Windows Lizenzen, welche beim (durch das Serviceende von XP) erzwungenen Umstieg fällig geworden wären,
denke ich wurde da solide Arbeit geleistet, welche sich auf Dauer auszahlen wird (Vorrausgesetzt es wird nicht in 4 oder 5 Jahren wieder zurückgerudert)
Da muss man aber auch wieder aufpassen: Wenn man supportete Linuxlizenzen benutzt, ist Linux auch nicht gerade günstig, z.B. Red Hat:
Client-Supscription: https://www.redhat.com/apps/store/desktop/
Server-Subscription: https://www.redhat.com/apps/store/server/
Wenn ich da mal als Vergleich das typische Firmen-Verhalten ansetze (immer eine Version überspringen, also alle 6 Jahre neue Version kaufen), dann ist Windows im Vergleich fast ein Schnäppchen.

Was das Münchner Projekt angeht: meiner Meinung nach haben die unglaublich viel Mehrkosten bekommen, weil sie politisch damals unbedingt sofort die Message "München migriert nach Linux!" in die Welt setzen wollten. Wären sie etwas opportunistischer vorgegangen und hätten sie erst mal ein paar Jahre daran gearbeitet, plattformagnostischer zu werden (z.B. ihre Fachanwendungen bei Änderungsbedarfen als Webanwendung ausschreiben, am besten gemeinsam mit anderen Kommunen, um sich die Kosten zu teilen), hätte man viel Geld sparen können. Aber man hätte sich damals natürlich nicht als Speerspitze der Revolution präsentieren können, und das war meiner Meinung nach genau das, was politisch gewollt war.

Abgesehen davon, Linux oder nicht (war ja möglicherweise vorher schon genauso) finde ich einfach die Zahl von 1.000 IT-Beschäftigten auf 13.000 Desktops wahnwitzig. Würde gerne wissen, was die eigentlich alle machen...
 
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