Gentoo - Betriebssystem massgeschneidert

fishmac

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Nachdem die Linux-Ecke durch Ubuntu dominiert wird und sich die ArchLinux User in einem eigenen Thread zusammenfinden, würde ich gern mal wissen, wer gentoo auf ThinkPad einsetzt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe das frueher mal getan, mittlerweile setze ich Gentoo nur noch da ein wo es Sinn macht (primaer embedded-Systeme). Das bisschen Optimierung auf das jeweilige System erkauft man sich mit soviel Handarbeit und warten auf gcc das es sich kaum lohnt. Dazu kommt das Gentoo bei einigen fuer mich wichtigen Programmen weit hinterher hinkt, durchaus ein Maintainerproblem (manpower) zu haben scheint, und Updates fuer meinen Geschmack zu oft brechen.
 
Jap dito.

Selber Jahrelang auf allen Maschinen Gentoo gefahren.

Wie Iron schon sagt, den minimalen (wenn überhaupt) mehr Gewinn an Leistung verliert man durch stundenlanges Compilen und die daraus resultierende Stromrechnung.

Inzwischne, mit einer SSD, die wesentlich mehr Sinn macht, ist jedes Linux so schnell wie nen overoptimized Gentoo.

Aber es ist trotzdem ein klasse Linux zum lernen und verstehen!

Habe vielen Leuten als erste Distribution nen Gentoo + man + Gentoohandbuch gegeben und gesagt: "Have Pfun beim Lesen".

Und der Großteil der Leute sind heute noch Linuxjünger und ham echt Plan bekommen.
 
Aber es ist trotzdem ein klasse Linux zum lernen und verstehen!

Habe vielen Leuten als erste Distribution nen Gentoo + man + Gentoohandbuch gegeben und gesagt: "Have Pfun beim Lesen".

So war es bei mir auch! Mein Mitbewohner nutzte Gentoo, da ich Linux kennenlernen wollte kaufte ich mir nen X40, und seit dem läuft dort Gentoo drauf. Dieses wird demnächst gegen ein X61s mit SSD getauscht und weiterhin mit Gentoo betrieben damit ich irgendwann

[...] ham echt Plan bekommen.

von mir behaupten kann :D - Gentoo, aus Spaß an der Freude
 
Ich habe ca. 4 Jahre lang Gentoo genutzt, als man noch eine stage1 Installation machen _musste_, und das Bootstrapping dauernd schief ging. Es lief dann auch 6 Monate auf meinem T61, aber dem wollte ich die enorme Hitze durchs Kompilieren nicht weiter antun.

Gentoo war damals echt praktisch, weil man dank der ebuilds unheimlich flexibel war und nur der mm-kernel (experimenteller Zweig von Andrew Morton, sofern ich mich nicht täusche) konnte das T61 zum Laufen bewegen :D

Wollte man im Batteriebetrieb aber eine benötigte Software nachinstallieren, war ruckzuck der Akku leer... -> unbrauchbar für mich im Mobilbetrieb.

Ich hatte auch ein System, welches großteils auch ~Arch Paketen bestand, dennoch keine Probleme (außer die hausgemachten :D).
Das waren noch Zeiten, als Ciaran McCreesh die Gentooler fast komplett gespalten hatte... Und daraufhin paludis entwickelt hat.. *nostalgisch werd

Übrigens liefen meine Gentoo Systeme damals erheblich schneller als die anderen Linux Systeme, weil man z.B. experimentelle LD Flags wie den mittlerweile standardmäßigen Gnu Hash Style benutzen konnte.

Heute ist aber auf Festplatten Systemen Gentoo oftmals langsamer, weil es doch eine erhebliche Datenfragmentierung gibt, die man nur durch eine Unmenge an Partitionen/gemounteten In-File-Filesystems umgehen konnte..

Auf jeden Fall ist es aber eine nette Spielerei. Sobald man dann das Uni Rechenzentrum als Distcc Client missbraucht, ist auch ganz KDE in 5 min. kompiliert.. :D
 
Ich als Gentoo-User möchte mich mal von den Aussagen der abdereb hier differenzieren und behaupten das Gentoo-User nicht wegen den 0,0001% Performancegewinn (oder mehr, auch egal) verwenden.

Ich setze schon seit über 4 Jahren Gentoo als Universaldisti bei mir ein, weil einfach diese Anpassbarkeit an die jeweiligen Systeme (USE-Flags, Overlays sowie "mal schnell selber nen Ebuild schreiben") wunderbar gefällt. Die ganzen Syntaxfiles für Vim sind auch eine tolle sache.
Aber zurrück zum Thinkpad. Dort verwende ich ein minimales Setup. Als WindowManager verwende ich WMFS, so einer der (meiner Meinung) einzigen Windowmanager der bei Multimonitoring sowie auf dem Thinkpad Display eine gleichermaßen gute Figur macht.

Was hier von dem Trolling noch garnicht kam sind USE-Flags, dort setze ich Standardmäßig ="-*" ein und hab somit auch meine komplette Software auf die minimalste Größe gebracht (aktiviert wird nur was gebraucht wird).

Aber allgemein verwende ich Gentoo eben durch die wunderbare Anpassbarkeit, tollen Development Tools, meistens wunderbare Defaulteinstellungen. Es fehlt Gentoo etwas an Manpower, aber wenn sich das wieder (hoffentlich) zum guten Ändert sind auch die allermeisten Pakete wieder aktuell.
Wie dem auch sei, langjähriger Gentoo User und ich werds entgegen auch allem anderen getrolle aus verschiedenen Fraktionen bleiben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hat hier wer getrollt? Ist seh davon nix... Die Frage ist, glaube ich, wieviel Zeit sich jemand für seine Distribution aufwenden kann, oder will.

Will man sich sein System bis ins kleinste maßschneidern, dann geht fast nix an Gentoo vorbei. Die Installation und auch die updates sdauern halt. Wenn man mal 2 Monate nicht geuptdate hat, dauerts auch gerne mal ein paar Stunden, bis die Kiste wieder auf Stand ist.

Mein Problem ist: Wenn man "mal schnell" was braucht, ist das häufig auch mal ein kleines Problem, für den Fall z.B. das ggf. irgendwelche Abhängigkeiten plötzlich mit anderen USE - Flags gebaut werden müssen. Was ärgerlich ist, wenn man gerade was am Arbeiten ist, und dann für eine Stunde aussetzen muss, bis das Tool fertig ist, statt 30s auf apt-get zu warten...

Auf Systemen, die eine sehr konstante Konfiguration haben (Stichwort Server, denn für embedded gibts wohl eher andere Toolkits wie Buildroot, Openbrix und co) macht das sehr viel Sinn. Auf meinem Linux - Desktop hab ich Gentoo irgendwann durch eine Feld-Wald-und-Wiesen-Distro ersetzt (in meinem Fall Ubuntu) und bin damit tatsächlich viel zufriedener, da ich nach herzenslust frickeln kann, und trotzdem immer ein produktiv einsetzbares System habe. Für Gentoo bin ich einfach zu verspielt.
 
Hat hier wer getrollt? Ist seh davon nix... Die Frage ist, glaube ich, wieviel Zeit sich jemand für seine Distribution aufwenden kann, oder will.

Will man sich sein System bis ins kleinste maßschneidern, dann geht fast nix an Gentoo vorbei. Die Installation und auch die updates sdauern halt. Wenn man mal 2 Monate nicht geuptdate hat, dauerts auch gerne mal ein paar Stunden, bis die Kiste wieder auf Stand ist.

Mein Problem ist: Wenn man "mal schnell" was braucht, ist das häufig auch mal ein kleines Problem, für den Fall z.B. das ggf. irgendwelche Abhängigkeiten plötzlich mit anderen USE - Flags gebaut werden müssen. Was ärgerlich ist, wenn man gerade was am Arbeiten ist, und dann für eine Stunde aussetzen muss, bis das Tool fertig ist, statt 30s auf apt-get zu warten...

Auf Systemen, die eine sehr konstante Konfiguration haben (Stichwort Server, denn für embedded gibts wohl eher andere Toolkits wie Buildroot, Openbrix und co) macht das sehr viel Sinn. Auf meinem Linux - Desktop hab ich Gentoo irgendwann durch eine Feld-Wald-und-Wiesen-Distro ersetzt (in meinem Fall Ubuntu) und bin damit tatsächlich viel zufriedener, da ich nach herzenslust frickeln kann, und trotzdem immer ein produktiv einsetzbares System habe. Für Gentoo bin ich einfach zu verspielt.


War ja auch nicht so gemeint das es direktes "Trolling" in dem Sinne ist, nur an jedem Eck dasselbe lesen müssen das es ja der Hauptvorteil von Gentoo wäre wenn Software 0,001% schneller laufen würde find ich dennoch auf dauer etwas Nervig. Wie dem auch sei.

Aber Rolling Release mit einer "statischen Versionierung" vergleichen ist ja auch nicht wirklich pralle oder? (neue Ubuntu/Debian/<Insert distribution here> releases werden ja natürlich auch entsprechend getestet vor dem Release) ;)

Mehraufwand bei gentoo kann ich jetzt gegenüber Ubuntu (aus der Arbeit) nicht feststellen. höchstens dass das Ubuntu mehr Probleme macht (Stichwort: Uralte Intel GMA + Compiz Effekte) als alle meine Rechner zuhause. :D

Ich denke im Endeffekt ist alles nur eine Einstellungssache und in gewisser Weise auch 'ne Glaubensfrage. :thumbup:
 
Wer kein Bock auf Compilieren hat nimmt eben Arch :) (und hat praktisch alle Vorteile von Gentoo trotzdem)
 
@TAL gewiss ist das sicher auch Einstellungssache. Hängt bei mir ja auch damit zusammen, das ich schon gerne am frickeln bin (Berufsbedingt, da hauptberuflich Linux OSS Programmierer), und irgendwie hat mein Gentoo dann immer gezickt wenn ich das gerade gar nicht gebrauchen konnte. Ubuntu kann ich einfach nicht so leicht zerschießen, wie ich das mit Gentoo kann / konnte.
 
Wer kein Bock auf Compilieren hat nimmt eben Arch :) (und hat praktisch alle Vorteile von Gentoo trotzdem)

So ist das nicht. USE Flags sind eine super Sache, sofern man damit umgehen kann ;) Bei mir war das ein iterativer Prozess, bis das ganze System mit den entsprechenden Useflags gebaut war, die ich gebraucht habe (wusste ja vorher nicht wirklich was ich brauche).

Bei arch musst du manuell in den entsprechenden PKGBUILDs die config Flags ändern oder tiefer eingreifen, und damit sind dann nicht einmal Abhängigkeiten berücksichtigt. Das alles macht gentoo bzw. portage ;)

Edit: Ich habe noch kein Gentoo zerschossen.
 
Eigentlich braucht man unter Arch auch keine Useflags .. deswegen ist es nicht wirklich ein Vorteil von Gentoo ;)
 
Da möchte ich als Arch User doch auch mal einhaken und sagen dass ich USE Flags bei Arch vermisse. Im Abs jedes Paket einzeln durchgehen und erstmal ./configure --help ausführen, Switches anschauen, dann editieren ist eine Heidenarbeit, genauso bei AUR packages. Ich mache es zur Zeit einfach so automatisiert dass ich bei jedem Pkgbuild ein ./configure --help | less; read bla; configure.... $bla anfüge der Anpassbarkeit halber.
Die USE Flags sind schon genial und gibt es leider keine Entsprechung bei Arch.

mfg demonicmaniac
 
Und was genau musst du da bei jedem Paket für Config Flags setzen? Also die AUR Pakete, die ich kenne, brauchen das nicht oder machen es selbst bereits in der PKGBUILD...^^

Zumal die USEFLAGS in Gentoo laut dem Wiki ja nur irgendwelche Abhängigkeiten definieren, die dann eben nach Möglichkeit genutzt werden.
 
Ich bin seit einem Jahr am Desktop auf Gentoo unterwegs, lerne viel dabei und habe Spaß damit. Ob ich es jetzt auf mein neues, erstes Thinkpad x220 loslasse, weiss ich noch nicht genau. Habe erst mal Natty installiert, da mir Unity doch wesentlich besser gefällt als ich befürchtet hatte.
 
Zumal die USEFLAGS in Gentoo laut dem Wiki ja nur irgendwelche Abhängigkeiten definieren, die dann eben nach Möglichkeit genutzt werden.
Genau darum gehts mir im Endeffekt ja auch, für was brauche ich Qt oder GTK+ bei $SOFTWARE? (Beispiel sind die bei mir nicht mehr genutzen Nvidia-Treiber/Fglrx, deren "Einstellungs-Panels" Qt oder GTK+ benötigen. (Die ich nicht nutze) ;)

Aber ein Gentoo irreperabel beschädigen, das es nichtmehr mit revdep-rebuild "fixbar" ist, hab ich auch noch nicht wirklich hinbekommen. :D


@Evilandi666:

Na dann zeig mir mal nen Arch, das auf Sparc oder ARM läuft mit der Sofwareauswahl von gentoo. (Sollte natürlich auch aktiv maintained werden) ;)

Als gentoo User hat man eben auch die Freiheit der Softwareauswahl auf verschiedensten Architekturen, wo die meiste Software "auch drauf läuft". Es kann sein das man ggf. mal etwas am ebuild anpassen muss, aber als Plattform für alternative Architekturen ist es auch mein bevorzugtes Betriebssystem.
Die "Freiheit" von Gentoo liegt nicht nur bei Thinkpads bzw. der x86-Architektur. ;) Aber nun mal zurrück zu Thinkpads + Gentoo. :D
 
hinter rolling releases will ich nie wieder zurück. :) was mir bei arch immer fehlte waren verschiedene softwareversionen, von denen portage einige vorhält. auch muss ich sagen, dass bei updates arch viel häufiger rumzickt(e) als gentoo. nutze ubuntu nicht privat, läuft aber bei einem projekt und ich bin nimmer wieder erstaunt wie unrund es läuft, dafür ist der community support gut.
 
@Evilandi666:

Na dann zeig mir mal nen Arch, das auf Sparc oder ARM läuft mit der Sofwareauswahl von gentoo. (Sollte natürlich auch aktiv maintained werden) ;)
Es gibt ein Arch für Arm ;)

@Andi: USE Flags sind erheblich nützlicher, als du dir momentan vorstellen kannst ;) Bei Arch kann man zwar alle Pakete zerstückeln und von dem gleichen Paket mehrere Versionen anbieten, wenn man das will. Mit der Flexibilität der USe Flags hat das aber wenig zu tun.
 
Es gibt ein Arch für Arm ;)

Dachte jetzt eher schon an die Hauptdistribution und nicht irgendwelche Forks die desöfteren nach gewisser Zeit "wieder tot" sind. ;)

Zumindest schaut mir Archmobile auch nichtmehr so aktiv aus. :D

Forks gibts von jeder Distribution, jedoch nur wenigere die direkt von der Hauptdistribution verwaltet werden. ;)
 
So richtig den nutzen von den Flags kann man sich als non-Gentoo Nutzer irgendwie nur schwer vorstellen, aber gut wenn man wirklich von Grundauf alles kompilieren muss, dann mag das schon praktisch sein.

Wir reden hier ja irgendwie auch über Desktopsysteme .. ich glaub da spielen ARM und co. nur geringe Rolle, denke ich. Ich halt aber auch nicht viel von Forks, welche nicht von der Hauptdistribution verwaltet werden - hab aber keine Erfahrung mit dem ARM Forks von Archlinux, kann also auch super toll sein ;)
 
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