Organspende

cyberjonny

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Hi miteinander,

da ich einen großen Teil von euch als recht intelligent und kompetent einstufe (:)), würde mich mal eure Meinung zum Thema "Organspende" und "Organspendeausweis" interessieren - und wie ihr zu dieser Ansicht gelangt seid.

Es geht mir (und bitte auch euch!) hier nicht darum, die eine oder die andere Richtung zu propagieren oder zu verurteilen, sondern um die individuellen und natürlich auch subjektiven Anschauungen einzelner Menschen und die Informationen und Erfahrungen, durch welche sich diese entwickelt haben.

Ich bin selbst immer mal wieder etwas zwiegespalten, was das Thema betrifft - vor allem auch, weil man so viele kontroverse Dinge darüber hört und liest -, habe mich aber prinzipiell für einen Weg entschieden.
Dennoch finde ich das Thema nach wie vor nicht einfach und mache mir immer wieder Gedanken dazu...

Es wäre schön, wenn wir hier einen friedlichen Austausch hinkriegen würden, der alle Ansichten toleriert und nicht im Streit oder "Bashing" endet.
Sollte das doch der Fall sein, so bitte ich schon vorab darum, dass ein Mod den Thread dann nach eigenem Ermessen dicht macht.


Gruß, Jonny
 
Ich akzeptiere, wenn jemand "ganz" begraben werden will oder nicht mit dem Gedanken leben kann, dass ein Teil von ihm weiterleben könnte. Auch die Familien von "ausgeschlachteten" Menschen könnten es schwer haben.
Aber ich habe mich für eine Einverständnis zur Organspende bereit erklärt. Wenn ich jemandem das Leben stark vereinfachen oder gar retten kann, interessiert mich das Bisschen komische Gefühl auch nicht. Ich hoffe ohnehin, dass der Ausweis nie eine Bedeutung haben wird.
Blutspende, etc. ist für mich ohnehin selbstverständlich, da es mich lediglich etwas Zeit kostet (in der ich kostenlos Zeitung lesen kann :thumbup: ) und sicher jemandem hilft - wenn auch nur indirekt, durch daraus gewonnene Medikamente. Und wenn die Industrie daran den größten Gewinn hat, soll sie halt, hauptsache dem Patient ist geholfen.
 
Für mich persönlich stellt respektive stellte sich die Frage gar nie. Ein ganz klares JA zur Organspende.
 
Meine persönliche Einstellung: redundante Organe (z.B. Niere) JA, Lebensentscheidende Organe NEIN (ich würde dafür auch selbst ein künstliches Herz dem eines Toten vorziehen)
 
Tja, nachdem man mich nicht mal mehr als Blutspender haben will, stellt sich für mich diese Frage nicht.

Allerdings muß ich sagen, daß ich nicht wußte, ob ich es über's Herz brächte bei einem nahen Angehörigen die Organe zur Spende freizugeben, wenn er keinen Ausweis hätte und mich die Ärtze fragen würden.
 
Wenn ich sterbe ist mir egal was mit meinem Organen bzw dem Körper passiert.

Also JA zur Organspende
 
ich kam mit allen meinen Orgaenen auf die Welt, und werde sie auch wieder mit Allen verlassen.
Einzig für einen engen Angehörigen würde ich wohl eine Ausnahme machen.
 
Es gibt imho kein einziges wasserdichtes Argument, welches gegen die Organspende spricht. Dementsprechend habe ich auch einen Ausweis und nur aus optischen Gründen die Augen ausgeklammert. Wenn ich sowieso sterben muss und jemand anderem damit noch geholfen ist: Warum nicht? Win-Win-Situation.
 
Hab schon seit meinem 19. Lebensjahr einen in der Tasche stecken: Wenn ich sterbe bleibt eh nur im beschleunigten Zersetzungsprozess befindliche Materie zurueck - warum nicht weiterverwenden, wenn es noch etwas taugt?
Ich teile auch nicht die Angst einiger, dass ein Arzt eventuell lebenserhaltende Maschine frueher ausknipst, um frueher an die Organe zu kommen. Wenn es wirklich zu einer Situation kommt, in der der Arzt eine derartige Entscheidung faellen muss, gaebe es meiner Meinung nach sowieso kein "Happy end" fuer mich, unabhaengig davon, wie sich der Arzt entscheidet
 
Um die Thematik erneut aufzugreifen und eventuell einen kleinen Denkanstoss zu leisten. Der Trend der Organspende ist ja hochgradig rezessiv. Besitze nun seit zwei Wochen einen Organspendeausweis (sämtliche Organe) und eine Patientenverfügung (keine künstlichen, lebensverlängernden Massnahmen, etc.). Wollte diese Handlung im Grunde schon des längeren vollziehen. Der Aufwand ist äusserst minimal und innert Minuten getätigt.

LG Uwe
 
Zuletzt bearbeitet:
Nja, ich frag mich halt was ich wenn ich mal tot bin noch mit meinen Organen soll? Wenn sie jemandem helfen können, soll er sie doch haben. Auch wenn ich wohl eh nicht für ne Organspende in Frage komme...
 
In meiner Familie liess man jemand drei Tage nicht sterben, und versorgte die Person auch nicht mit Schmerzmitteln, obwohl sie sichtlich litt. Wohl, um die Organe bis zur Entnahme "frisch" und "sauber" zu halten. Alle Bitten der Angehörigen, wenigstens die Schmerzen zu lindern, waren vergebens, da ja die Einverständniserklärungen dieser Angehörigen vorlagen.

Das hat meine Einstellung zur Organspende, und die aller Beteiligten, grundlegend geändert!
 
Tut mir Leid zu hören. Kann ich somit sehr gut nachvollziehen. Da würden bei mir die Lichter auch ablöschen.

Ich selbst habe keine Familie und mich somit für eine Organspende entschieden.
 
Ich (30) bin hin- und hergerissen:
Einerseits sage ich eindeutig JA zur OS. Ich hätte null Probleme, wenn man mir nach meinem Tod alles entnimmt, was nicht niet- und nagelfest ist - wenn es jemandem hilft.
Warum aber habe ich keinen OS-Ausweis? Mir ist klar, dass ich nur als O-Spender in Frage komme, wenn ich vor der Zeit abtrete, z.B. durch einen Unfall. Und diesen Gedanken lässt man irgendwie ungern an sich heran. :unsure: Aber wenn's fällig wär: meine Frau dürfte mich gern "freigeben".
 
1 Grund fällt mir ein. Was wenn ich tot bin und wieder lebendig werde? Alles schon da gewesen (edit: nicht bei mir ;) ).

Edit: response to MarcusAgrippa @12:47: Das ist ebenfalls sehr erschreckend + traurig, was Menschen mit Menschen machen.
In anderen Erdteilen wird die Not dort ausgenutzt, indem von Lebenden (!) günstig Organe gekauft und mit hohem Gewinn verkauft werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, habe ich auch nicht. Was mich noch eher erschreckt ist die (scheinbar?) zunehmende Verantwortungslosigkeit der Verantwortlichen und Tendenz zur persönlichen Gewinnmaximierung besonders im Gesundheitswesen aber auch in der Nahrungsmittelindustrie.
 
Stimmt, das sind die primären Kriterien der Ärzteschaft.

Dennoch lautet mein Credo: "Leben zu retten bedeutet eben auch Leben zu spenden."
 
Tod sein und wieder lebendig werden? Eher nicht...
Wenn noch irgendeine Chance auf Genesung oder Reanimation besteht, dann lauert dort auch niemand wie ein Aasgeier, sondern es wird weiterhin alles versucht den Patienten zu retten. Erst wenn es wirklich gelaufen ist, wird der Weg der Entnahme gegangen.
Und ob man, nur weil man den Gedanken nicht an sich heranlässt weil er unangenehm ist, auch dem Tod aus dem Weg geht? Eher nicht - also sehe ich nicht wirklich, weshalb einen das von einem O-Pass abhält. :huh:
 
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