Studium ist im Grunde genauso eine Ausbildung wie eine Lahre, für die man bezahlt wird. Das man dafür noch "nebenher" dazu verdienen muss, um sich das Studium und die Hökerpreise für irgendwelche Bruchbuden im Uni-Umfeld leisten zu können oder die Wahl des Studiums vom Geldbeutel der Eltern abhängt, ist ein Armutszeugnis für dieses Land, welches ja angeblich so auf Bildung als zukünftiges Kapital setzt.
Im Grunde ist es ein gesellschaftliches Problem. Zur Zeit meiner ersten Schuljahre mußte Schulweg und -Mittel inkl. Bücher von allen bezahlt werden. Oberhalb Gundschule auch Schulgeld. Wegen Trauerfall alte Unterlagen durchgesehen: Schulgeld Realschule 1953 NRW (1.4.53-31.3.54) 157,50DM. Es gab dann Geschwisterermäßigung (bis vollendeten 16. Lebensjahr) pro Kind bei 2 10%, 3 30%, .... 6 und mehr 70%. Das war zu der Zeit bei mehrköpfigen Familein ein schöner Batzen Geld. Realschule mit 16 normalerweise fertig, aus einer ~30er Real-Schulklasse machten bis auf einen Zaharztsohn alle eine Lehre (war für FH Pflicht, oder unbezahltes Praktikum). D.h. für die derzeitige Diskussion (etwas überspitzt):
Ab 16 Jahren war die Mehrzahl der Kriegs- und Nachkriegsgeborenen in der Rentenversicherung (
im Westen, nicht nur im Osten), alles 40er und 50er Jahrgänge, teilweise noch der 60er. Danach wurde man in der Gesllschaft "Abitur-pflichtig". Während anfangs, zumindest außer bei Behörden, noch besserer Notenschnitt entscheidender als Abitur waren, geht es heute (etwas übertrieben) nicht mehr ohne Abitur selbst bei einfachen Reinigungsarbeiten.
Zum "Armutszeugnis für den Staat": mit dem Vorspann im Hinterkopf muß man auch sehen, daß der Staat (wir alle) das Geld zur "besseren Bildung aller, auch der schwachen (finanziell)" irgendwo her bekommen muß. Wenn jemand bis 30 "studiert", d.h. nichts dazu einbringt, dann nach weiteren 30 Jahren "life balance" jammert, für ihn wäre keine Rente mehr da................. und soll auch noch bis 70 arbeiten ?? Da neigt man als Oldie schon leicht einmal zum Stirnrunzeln. Dazu kommt, daß es nicht bei alle Studierenden einen Abschluß gibt, aber ..... (dabei sein ist alles, man hat ja studiert).
Zur Diskussion selber: in den 90ern gab es schon einmal eine Art "Boomer-Welle" zur Frühpension, bei vielen (mir bekannten) Konzernen und Großbetrieben. Standardangebote (viele IT-ler betroffen, deshalb "etwas informiert"): >50 und min. 25 Betriebjahre ab in die Betriebsrente mit einer Teil-Subvention der Abschläge. Dass führte i.d.R. dazu, daß man vor 63 in Rente ging, heißt: bis 60 reduziertes Überbrückungsgeld bekam, ab 60 als Arbeitsloser mit satten Abschlägen in die BfA-Rente. Die abschlaglosen 45 Rentenjahre hatten damals nur wenige - man sollte sich da nicht an %-Zahlen festbeißen, sondern die "Stückzahlen" vergleichen. Das ging in den 90ern kaum in die Presse. Wenn heute ein Konzern ähnlich schrumpft, steht Deutschland kurz vor dem Zusammenbruch.
Im Moment war ich kurz am TV, Nachrichten: die Ossis habe ja alle mit 16 das Arbeiten angefangen. Das es bei uns nicht anders war, interessiert keine ........ Da drehe ich im Moment nur noch TV ab oder zappe. Ich gehe jetzt garteln, baut den Frust etwas ab, 33° sind mir jetzt genau so egal wie dem Hund .......

. Letzte Nacht ab 24 Uhr bis 8:00 Durchzug, danach waren die besseren Grade wieder weg.