Nachtwache der Bekloppten - das Biotop 2.0

puntohgt2008

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Auf Anregung von Ingo, hab ich den Thread mal umbenannt, war mal "Wie kommt es, das Ihr noch mitten in der Nacht im Forum seid?"

Wie im Topic erwähnt, warum seit Ihr noch so spät hier unterwegs? Ich bin auf Nachtschicht :D

Thx to Kopernikus, Titel "eingedeutscht" :D


Update 2: Nachtwache der Bekloppten - das Biotop 2.0 21.09.
Update 1: Nachtwache der Irren 20.09

DER Nachtschwärmer-Thread, bzw. das Foren-Nachtcafé Originalname
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
nope, siehe hier

ihr wohnt schlichtweg einfach im falschen Bundesland 🫣 Ich habe mein Lebtag noch nie für ein Schulbuch zahlen müssen, auch nicht elias Erwachsener am Abendgymnasium.
Hätten wir doch nur ein Bundeseinheitliches Bildungssystem.;)
Jeden Tag von Flensburg nach BY zur Schule pendeln ist sebst mit Elterntaxi leider keine Option.
Deswegen ist es halt Glückssache und vom Einkommen des Elternhauses abhängig, was aus den lieben Kleinen später mal wird.
 
8 Jahre [..] womit die Leihgebühr den Anschaffungspreis hintenraus übertrifft (war bei den iPads auch so - 8 Jahre 7€ pro Monat sind "etwas" mehr als UVP 380€ Kaufpreis) - aber für viele Familien eben der gangbare Weg zwischen Lehrmittelfreiheit und wenig liquide Mittel übrig haben.
Da isses wieder, einer meiner Favoriten aus Terry Prattchett's discworld:
Captain Samuel Vimes 'Boots' theory of socio-economic unfairness:

The reason that the rich were so rich, Vimes reasoned, was because they managed to spend less money. Take boots, for example. ... A really good pair of leather boots cost fifty dollars. But an affordable pair of boots, which were sort of OK for a season or two and then leaked like hell when the cardboard gave out, cost about ten dollars. ... But the thing was that good boots lasted for years and years. A man who could afford fifty dollars had a pair of boots that'd still be keeping his feet dry in ten years' time, while a poor man who could only afford cheap boots would have spent a hundred dollars on boots in the same time and would still have wet feet.
 
Da isses wieder, einer meiner Favoriten aus Terry Prattchett's discworld
Ja. Mag ich auch sehr. Und er hat halt Recht. Die Möglichkeit zu sparen muss man sich erstmal leisten können.

Nach oben geht das aber natürlich auch. Eine Miele-Waschmaschine für 4500€ hält heute auch keine 30 Jahre mehr, wie 5 BSHs für 900 oder 10 Bekos für 450€, sondern deutlich kürzer. Pratchett 'vergisst' Paretos 80:20-Regel.
 
Ja, Miele hat echt nachgelassen. Meine ~2.300€ Miele Waschmaschine hat inzwischen eine deutlich zweistellige Anzahl an Technikerbesuchen hinter sich, dazu inzwischen auch noch zwei Kompletttäusche. Alles in ca. 7 Jahren. Der letzte Tausch ist nun gerade erst wenige Monate her.
Mein Miele Gefrierschrank (produziert von Liebherr, Kostenpunkt ca. 1.700€) war nun auch schon 3x kaputt in gut 2 Jahren. Zweimal war auch ein Kompletttausch nötig. Der dritte Schrank war dann direkt DOA. Dazu kamen noch diverse weitere Technikerbesuche, um eine defekte Tür an Schrank 2 zu tauschen, was auch mehrmals schief lief.
Als nächstes muss ich mich mal um die kleinen Problemchen beim Backofen kümmern. Mit über 4.000€ das teuerste Gerät hier und auch der hat schon diverse Macken seit Auslieferung.

Das einzige, was man Miele noch lassen muss, ist ein guter Kundenservice. Technikerbesuche bekommt man immer in wenigen Tagen organisiert, meist sogar für den nächsten Tag oder teilwiese noch am selben Tag. Die sind außerdem freundlich und kompetent.
 
Glückssache ist, wenn Kinder Eltern haben, welche die lieben Kleinen auch was werden lassen wollen.

Sehr bedingt!
Die soziale Ungleichheit führt dazu, dass die Eltern aus sozial benachteiligten Familien, egal wie sehr es sie sich für die Kinder wünschen und daran arbeiten, sehr viel mehr Kraft aufwenden müssen um die Möglichkeiten zu nutzen, die das Bildungssystem parat hält.

Meine Partnerin hat damals darüber ihre Masterarbeit geschrieben, die ich Korrektur gelesen habe und erstaunlich interessant fand und mich dann ein bisschen eingelesen habe.
Falls es dich interessiert. Hier ein Link dazu (nicht von meiner Partnerin. Aber das Thema ist identisch 😜 )

https://www.bertelsmann-stiftung.de...22-12/Re-Produktion_sozialer_Ungleichheit.pdf
 
Wenn man sich ohne Nebenjob gar kein Semester leisten kann, hat man aber auch nix gekonnt.
Beitrag automatisch zusammengeführt:


Genau, das stammt aus meiner virtuellen Feder.
Je nachdem ob man an einer FH oder Uni studiert, kann man auch super die Semesterferien nutzen. Ich hatte immer knapp zwei Monate frei, in denen ich dann gut bezahlte Aushilfsjobs in der Industrie nachgegangen bin. Als Produktionshelfer verdient man dort meist sehr ordentlich, zumal es ja auch quasi steuerfrei ist. 2500€ sollten sich da gut verdienen lassen.
 
Je nachdem ob man an einer FH oder Uni studiert, kann man auch super die Semesterferien nutzen. Ich hatte immer knapp zwei Monate frei, in denen ich dann gut bezahlte Aushilfsjobs in der Industrie nachgegangen bin. Als Produktionshelfer verdient man dort meist sehr ordentlich, zumal es ja auch quasi steuerfrei ist. 2500€ sollten sich da gut verdienen lassen.
Bis vor ca. 1 Jahr hat das auch mal gestimmt.
Heute sieht es anders aus.
Da gibt es nur Mindestlohn, wenn du überhaupt eine freie Stelle findest.
 
Da bin ich ganz froh, zumindest die 10 Jahre Garantie abgeschlossen zu haben.
da waren wir leider zu naiv, da wir dachen bei Miele ist das eigentlich nicht nötig
Wenn dein Gerät schon aus der Garantie ist, könntest du das aber ggf. noch über die Kooperation von Miele mit Wertgarantie verlängern
hatten wir auch schon recherchiert aber keine Lust mehr drauf. Wir warten nur darauf, dass die Machine nun vollends den Geist aufgibt und dann gibt es was anderes.
sehr viel mehr Kraft aufwenden müssen um die Möglichkeiten zu nutzen, die das Bildungssystem parat hält.
wohl wahr, aber wo ein Wille, da auch ein Gebüsch, oder so 🤪 Und uns ist klar, dass meine bessere Hälfte und ich da aber wohl die absoluten Ausnahmen sind. Allerdings haben wir auch sehr hart dafür gearbeitet.
 
….wohl wahr, aber wo ein Wille, da auch ein Gebüsch, oder so 🤪 ….

Leider eben nicht immer. Da kann noch so viel Wille sein. Das ist die Krux…

Meine Partnerin hat’s auch zu zwei Masterabschlüssen und zu einer dann letztendlich abgesagten Doktorantenstelle geschafft, obwohl die Voraussetzungen gar nicht „ideal“ waren, deshalb war/ist das Thema hier auch immer präsent. 😬
Wirklich sehr interessant das Thema! Obwohl ich sonst mit sozialwissenschaftlichem Kram nix anfangen kann, damit hatte sie mich dann…
 
Leider eben nicht immer. Da kann noch so viel Wille sein. Das ist die Krux…
doch, das geht schon - ist aber eine üble Kraftanstrengung und erfordert eisernen Willen. Aufgrund meiner Ursprungsfamilie wäre es eigentlich wesentlich wahrscheinlicher gewesen wie meine mittlerweile seit 12 Jahren mit 57 Jahren verstorbenen Schwester als Hartz IV Bezieher zu enden und nicht als Eigentümer einer schon lange abgezahlten Eigentumswohnung in einem der mittlerweile teuersten Stadtteile Münchens.
obwohl die Voraussetzungen gar nicht „ideal“ waren
hat sich Deine Partnerin mit 12 auch auch selbst auf der Realschule angemeldet und dann Abitur am Abendgymnasium mit LK Mathe und Englisch gemacht, obwohl der Schulberater den Ordner mit den Worten "dann machen sie kein Abitur mehr" zugeklappt hat, als er hörte, dass ich nach der 7. Klasse kein Mathe mehr hatte, weil ich auf dem Wirtschaftszweig meiner Schule und Mathe damals kein Pflichtfach war 🫣
 
Zuletzt bearbeitet:
Die soziale Ungleichheit führt dazu, dass die Eltern aus sozial benachteiligten Familien, egal wie sehr es sie sich für die Kinder wünschen und daran arbeiten, sehr viel mehr Kraft aufwenden müssen um die Möglichkeiten zu nutzen, die das Bildungssystem parat hält.
Die "soziale Ungleichheit" gab es immer schon und wird es auch weiter geben, eine totale Gerechtigkeit kann es nicht geben. Trotz aller Schwierigkeiten war es aber noch nie so leicht wie heute, sich bzw. seine Kinder daraus zu befreien. Es erfordert viel Kraft, zugegeben.

Nur Rufe an die Politik nach "mehr sozialer Gerechtigkeit" werden daran nichts ändern. Daran halten sich nämlich auch viele fest, die sich lieber auf andere verlassen wollen, statt sich selbst anzustrengen und zugunsten der Kinder die Zähne zusammenzubeißen.

Es gibt immer solche und solche. Über einen Kamm scheren - gleich in welche Richtung - darf man aber keine Gruppe.
 
Die "soziale Ungleichheit" gab es immer schon und wird es auch weiter geben, eine totale Gerechtigkeit kann es nicht geben. Trotz aller Schwierigkeiten war es aber noch nie so leicht wie heute, sich bzw. seine Kinder daraus zu befreien. Es erfordert viel Kraft, zugegeben.

Nur Rufe an die Politik nach "mehr sozialer Gerechtigkeit" werden daran nichts ändern. Daran halten sich nämlich auch viele fest, die sich lieber auf andere verlassen wollen, statt sich selbst anzustrengen und zugunsten der Kinder die Zähne zusammenzubeißen.

Es gibt immer solche und solche. Über einen Kamm scheren - gleich in welche Richtung - darf man aber keine Gruppe.

Es geht nicht darum, allen alles möglichst einfach zu machen und allen alles zu ermöglichen.
Das ist viel zu kurz gedacht.
Bin damit auch raus bei dem Thema, sonst müsste ich mir die Finger jetzt wund schreiben und morgen klingelt relativ früh der Wecker
 
Das deutsche Kastenwesen, es ist leider sehr hartnäckig und sorgt immer noch dafür dass "die einen" unter sich bleiben und "die anderen" gerne draußen bleiben. Ausnahmen davon bestätigen leider diese Regel.
 
Das deutsche Kastenwesen, es ist leider sehr hartnäckig
wobei das im Vergleich zu anderen Ländern - insbesondere den Angelsächsischen oder Französischen - immer noch harmlos ist. Aber ja, eine gewisse gläserne Decke konnten weder ich noch meine bessere Hälfte durchstoßen, auch wenn wir es sehr, sehr weit nach oben geschafft hatten.
 
Die Lage ist nicht so eindeutig.

Fakt ist, daß die Quote der Studienberechtigten eines Jahrganges von ~25% in den 1980ern auf ~50% in den 2010-20ern gestiegen ist. https://de.wikipedia.org/wiki/Abiturientenquote

Andererseits: "Fast jede oder jeder Sechste im Alter von 25 bis 34 Jahren hatte im Jahr 2023 weder einen beruflichen Abschluss noch die Hochschulreife. ..." https://www.forschung-und-lehre.de/lehre/mehr-junge-erwachsene-mit-hochschulabschluss-6633

Meine Erfahrung: wenn Du nicht nur ein Kind im studierfähigen Alter hast, brauchst Du schon eine Menge Kohle, um denen das zu ermöglichen.
Das war aber schon immer so.
 
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