"Lizenzärger bei Windows 8" c't 1/2013

Mornsgrans

Help-Desk
Teammitglied
Themenstarter
Registriert
20 Apr. 2007
Beiträge
79.462
Ein interessanter Artikel ist in der neuen c't 1/2013 ab Seite 16 zu finden.

Hier geht es um die Bestrebung von Microsoft, den Weiterverkauf von Windows 8 - Lizenzen zu unterbinden. Daher gibt es auch keinen COA-Sticker mehr.
Die Problematik:
Tools zum Auslesen des Keys zeigen einen solchen zwar an, aber der "echte" Key ist verschlüsselt und bisher nur von einem Programm auslesbar. Da aber der Key verschlüsselt vorliegt, kann man sich durch Nutzung dieses Tools strafrechtlich auf extrem dünnem Eis bewegen ("Ausspähen von Daten").

Laut c't ist der Windows 8 - Key im System Board (ACPI-Tabellen - für jeden Rechner individuell) hinterlegt - im Fall eines Boardwechsels wäre dann sogar eine neue (kostenpflichtige) Lizenzierung erforderlich. Volumen Lizenzen wie bei XP und Windows 7 - Werksinstallationen gibt es keine mehr.

Der gewerbliche Gebrauchthandel mit Windows - Lizenzen wird über kurz oder lang zum Erliegen kommen, da MS in der Lage ist, die Produktaktivierung zu verweigern, was massenhaft zu Gewährleistungsfällen führen würde.
 
Zuletzt bearbeitet:
daraus schliesse ich, dass der verkauf eines notebooks, welches mit win 8 gekauft wurde, momentan im forum nicht moeglich ist.
Die Marktplatzregeln werden an die neue Situation bezüglich Windows 8 angepasst werden (müssen).
Wo kein COA existiert, kann man folglich nicht diesen als mit zu übergebenden Lizenzbestandteil voraussetzen.

Interessanter dürfte die Frage sein, wie ein online erworbener Key von MS bei Weitergabe behandelt wird. Nach dem Artikel kann MS die Produktaktivierung theoretisch verweigern und damit wäre die Lizenz wert- und nutzlos.

Man muss ja keine MS-Produkte benutzen.
Man muss sie aber i.d.R. mitkaufen.
 
Auf welche Rechte beziehst Du dich hier? Sind die irgendwo in gesetzlicher Form niedergeschrieben?
Nach meiner juristischen Auffassung lediglich in den MS-Lizenzbedingungen und die akzepiiert jeder User der das zugehörige Produkt nutzen möchte, ganz gleich ob Office XY, Win7, Win8.
EU-Gerichte haben festgestellt, daß das Bundlen von Hard- und Software nicht erlaubt ist.
D.h. wenn ich einen PC oder ein Notebook mit Betriebssystem kaufe, habe ich das Recht, dieses Betriebssystem auch auf einem anderen Rechner einzusetzen. Selbst, wenn ich das ursprüngliche Gerät nicht mehr besitze (natürlich nicht, wenn ich das Gerät INKLUSIVE OS verkauft habe).

Die neue Vorgehensweise von Microsoft erschwert (bzw. verhindert) die Umsetzung dieses Rechtes.
 
EU-Gerichte haben festgestellt, daß das Bundlen von Hard- und Software nicht erlaubt ist.
D.h. wenn ich einen PC oder ein Notebook mit Betriebssystem kaufe, habe ich das Recht, dieses Betriebssystem auch auf einem anderen Rechner einzusetzen. Selbst, wenn ich das ursprüngliche Gerät nicht mehr besitze (natürlich nicht, wenn ich das Gerät INKLUSIVE OS verkauft habe).

Die neue Vorgehensweise von Microsoft erschwert (bzw. verhindert) die Umsetzung dieses Rechtes.

es erschwert sie nur, verhindern ist nicht moeglich ;)
 
es erschwert sie nur, verhindern ist nicht moeglich ;)
Rechtlich gesehen doch, da daß Auslesen des Keys nach aktuellem Wissensstand vermutlich verboten ist.
Und damit ist in vielen Fällen ein LEGALES Übertragen der Lizenz auf einen anderen Rechner nicht möglich.

Ich rede hier nicht von halbseidenen Lösungen im rechtlichen Graubereich.
 
ich habe noch keinen w8 key online gekauft. bekommt man dort den produktschluessel oder eine datei in der der schluessel schon abgelegt ist? gesetz dem fall, dass man nur den schluessel bekommt ist eine weitergabe moeglich (und von diesem fall bin ich ausgegangen, falls dem nicht so ist bitte ich um korrektur).
 
Die perfekte Kontrolle. Da auch die Apps nur unter Microsoft-Kontrolle zu haben sind, übernimmt Microsoft hiermit das Monopolschema von Apple. Nur, dass Apple ne kleine Kiste auf dem Gebiet ist, Microsoft im PC-Bereich aber (fast flächendeckend) jedoch tatsächlich eine Monopolstellung inne hat. Noch.

Jetzt bin ich gespannt, wann wieder neue freie Betriebssysteme erscheinen, die all das wirkungsvoll unterlaufen. Und die diesmal eine echte Chance auf breite Akzeptanz haben (Denn Linux ist in seiner Kompliziertheit und Frickelhaftigkeit keine Alternative, jedenfalls nicht so wie es ist)

MMn gräbt sich Microsoft damit sein eigenes Grab. Schliesslich gibt es weiter Win7. Hätten sie das erst auslaufen lassen, würde ihr Kalkül vielleicht aufgehen. So aber...

EDIT. Beim IE-Browser hat die Europ. Kommission nicht so lange gebraucht, um Microsoft in dem Punkt in die Knie zu zwingen.

EDIT2 Und jeder "alte" Rechner mit Win7-Lizenz, der aus dem Verkehr gezogen wird, behält einen Wert als Träger eben dieser legal übertragbaren Win7-Lizenz. Das wird ein fröhliches Downgraden geben :D
 
Zuletzt bearbeitet:
ich habe noch keinen w8 key online gekauft.
Man bekommt eine Email mit dem Key sowie einen Link auf eine Art "Onlne-Bestellbestätigung".

Technisch ist hier eine Weitergabe also problemlos möglich, aber wie Mornsgrans schon angedeutet hat ist hier die Beweisbarkeit des Eigentumübergangs schwierig.


Jetzt bin ich gespannt, wann wieder neue freie Betriebssysteme erscheinen, die all das wirkungsvoll unterlaufen. Und die diesmal eine echte Chance auf breite Akzeptanz haben (Denn Linux ist in seiner Kompliziertheit und Frickelhaftigkeit keine Alternative, jedenfalls nicht so wie es ist)
Ich fürchte, hier unterschätzt du die Leidensfähigkeit des durchschnittlichen Computerusers.
Wer kein Problem damit hat, daß er auf Steam gekaufte Spiele nicht weitergeben kann und ebensowenig die Software, Filme oder eBooks, die er online erstanden hat und die an einen Account gebunden sind, der wird sich über das Lizenzproblem von Windows 8 auch nicht aufregen.

Da kommt dann der Punkt ins Spiel, den Linrunner angesprochen hat: Die meisten Leute erstehen ihre Windows-Lizenz mit einem neuen Rechner und steigen dann aufs nächste Windows um, wenn sie einen neuen Rechner kaufen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bedeutet das ganze Bohei denn irgend was anderes, als dass beim Austausch eines defekten System Boards mein Hersteller wieder ein System-Board mit integrierter Kennung für eine Windows-Lizenz einbauen muss - und ansonsten Windows bei einer Neuinstallation einfach den im Systemboard hinterlegten Schlüssel verwendet?
 
Und diese Bemerkung von Mornsgrans habe ich auch nicht verstanden:
Der gewerbliche Gebrauchthandel mit Windows - Lizenzen wird über kurz oder lang zum Erliegen kommen, da MS in der Lage ist, die Produktaktivierung zu verweigern, was massenhaft zu Gewährleistungsfällen führen würde.


Die Thematik gilt ja nur für OEM-Lizenzen. bisherige gebrauchte OEM-Lizenzen durften doch legal auch nicht unabhängig von dem Gerät gehandelt werden, mit dem sie gekauft wurden. Die einzige Neuerung die ich da sehe, ist, dass die bisher schon rechlich vorhandene Verdongelung von OEM-Lizenz mit dem Gerät (die ja auch der Grund für den niedrigeren Preis der OEM-Lizenz war) jetzt auch technisch durchgesetzt wird. Nicht-OEM-Lizenzen sind davon ja nicht betroffen.

Und die einzige Situation, in der die neue Regelung wirklich ein Problem darstellt ist die, wenn ich bei einem vorhanden PC mit OEM-Win8 das Mainboard upgrade - die Minderheit von Leuten, die das heute noch macht muss dann eben evtl. 80€ extra für eine neue Systembuilder-Lizenz bezahlen.

 
@ moronoxyd
Vielleicht. Allerdings steigt das Bewusstsein für solche Fragwürdigkeiten in letzter Zeit rasant. Dem E-Book wird deshalb schon jetzt das nahe Ende vorausgesagt.

Windows hat sich damals so rasant ausgebreitet, weil so viele Raubkopien verbreitet waren. Der Schritt zur übertragbaren Legalisierung war nur klein. Apple hatte da schon aufs Monopol gesetzt ... und sich, global gesehen, völlig ins bis heute andauernde (BS-)Abseits (und damals an den Rand der Pleite) gebracht. Das hatte am Anfang noch ganz anders ausgesehen. Und jeder am PC Arbeitende hat zuhause einen eigenen Rechner, den er längst nicht mehr so häufig wechselt/wechseln muss, wie es früher, bei ständiger Aufblähung der Programme, noch notwendig war (so sagen es jedenfalls die wiederholten Einbrüche bei den Verkaufszahlen)

Aber das alles ist natürlich trotzdem alles Glaskugel :D

bisherige gebrauchte OEM-Lizenzen durften doch legal auch nicht unabhängig von dem Gerät gehandelt werden, mit dem sie gekauft wurden.
Doch, durften und dürfen sie. So haben die Gerichte entschieden.
 
Man muss sie aber i.d.R. mitkaufen.

Das ist wohl wahr, aber es ändert an der juristischen Situation zunächst nichts. Auch wenn ich ein vorinstalliertes BS zusammen mit einem rechner erwerbe, werde ich beim ersten Start aufgefordeet, den Lizenzbedingungen zuzustimmen.

Grüße Thomas
 
Aber bis zur neuen Klärung tun sie es einfach... So ein Verfahren geht nicht von heute auf morgen. In der Zeit kann man viel verdienen. Eine "Strafe" ist dagegen billig. Wie Morns schrieb, bis dahin gibt es dann schon Win10, und das Spiel kann von vorne beginnen
 
Zuletzt bearbeitet:
Und die einzige Situation, in der die neue Regelung wirklich ein Problem darstellt ist die, wenn ich bei einem vorhanden PC mit OEM-Win8 das Mainboard upgrade - die Minderheit von Leuten, die das heute noch macht
Nicht das Mainboard - Upgrade, sondern ein Mainboard - Austausch z.B. auf Garantie wiegt viel schwerer. Wenn dann der Kundendienst vergisst, den Key zu übertragen oder es nicht übertragen kann (was bei Mainboard-Defekten problematisch sein dürfte), hat der Kunde "gelitten". - Das muss die Zukunft zeigen.
 
Was verdienen Sie denn im Moment damit mehr?
Naja, bei jedem Boardwechsel und für jeden Rechner, den du nicht mit Win8 drauf kaufst, erstehst du wieder eine neue Win8-Lizenz. Kannste nachher ein Sammelalbum draus machen. Da kommt sicherlich einiges an Tantiemen zusammen für die Jungs aus Silicon Valley :)

Ah ja, nach Januar 13 sollen die Dinger ja 160€ kosten...
 
Zuletzt bearbeitet:
Eher unwahrscheinlich: Sobald dein erstes Mainboard hopps gegangen ist kaufst du dir ein Windows8 wo du ein Key hast - und den kannst du, wenn dein nächstes schnelllebiges Board kaputt geht, wieder verwenden. Dennoch finde ich diese Masche ekelhaft von Microsoft. Immer finde dachte ich in der letzten Zeit:"Sie sind gar nicht mehr so böse", aber man kann sich ja doch irren.
 
Nicht das Mainboard - Upgrade, sondern ein Mainboard - Austausch z.B. auf Garantie wiegt viel schwerer. Wenn dann der Kundendienst vergisst, den Key zu übertragen oder es nicht übertragen kann (was bei Mainboard-Defekten problematisch sein dürfte), hat der Kunde "gelitten". - Das muss die Zukunft zeigen.
Dann darf in Zukunft eben bei Mainboardtausch immer nur ein neues Mainboard mit Lizenzkey eingebaut werden, was sollte daran problematisch sein? Und wenn das vergessen wurde, wird man es beim Hochfahren des Rechners direkt sehen, insofern ist das auch nicht wesentlich anders als heute, wo der Kundendienst auch das "richtige" Mainboard einbauen muss und sonst hat der Kunde gelitten...
 
Naja, bei jedem Boardwechsel und für jeden Rechner, den du nicht mit Win8 drauf kaufst, erstehst du wieder eine neue Win8-Lizenz. Kannste nachher ein Sammelalbum draus machen. Da kommt sicherlich einiges an Tantiemen zusammen für die Jungs aus Silicon Valley :)

Ah ja, nach Januar 13 sollen die Dinger ja 160€ kosten...

Wenn ich einer von den PC-Selberbastlern bin, kaufe ich mir von vornherein eine Lizenz mit Key.
Das betrifft nur Leute, die
1) einen Fertig-PC mit verdongelter OEM-Lizenz kaufen und
2) hinterher beschließen, das Mainboard upzugraden.

Wie viele Leute sind das? Mit der Minderheit will MS also die große Kohle scheffeln?
 
  • ok1.de
  • thinkstore24.de
  • ok2.de - Notebook Computer Server
  • Preiswerte-IT - Gebrauchte Lenovo Notebooks kaufen

Werbung

Zurück
Oben