Was hat ein Auto vor 10 Jahren gekostet, was kostet es heute? Die erwartete Antwort ist 20% mehr oder sowas.
Was hat IT vor 10 Jahren gekostet, was kostet es heute (die Speicherkrise sollte man hier rausrechnen)? Die erwartete Antwort ist in etwa das gleiche. Und unter IT verstehe ich hier breit: Laptops, Handys, aber auch Internetanschlüsse, Handyverträge, Kreditkarten, Konten.
Dass allein inflationsbedingt alles teurer werden muss scheint mir nachvollziehbar. Keiner von uns geht noch für dasselbe Geld arbeiten wie vor 10 Jahren. So funktionieren Markt und Kapitalismus nunmal.
Dass man sich aber daran stört, dass ein Anbieter, der derzeit noch mit Prämien für den Kontoumzug - ich möchte fast "aggressiv" sagen- wirbt und in der Hinterhand ein Abomodell mit Kosten hält, das verstehe ich als Verbraucher dann schon.
Das hat mich vor 3 Jahren genau aus den Armen der Sparkasse getrieben - der Zwang des Wechsels in ein teureres Kontomodell (9€/Monat statt 1€/Monat) mit dem Hinweis, dass da ja auch viel mehr Leistung bei sei. Der Wechsel ist mir über 3 Jahre erst angeboten, dann aufgedrängt und schließlich per Kündigung auferlegt worden. Gewechselt habe ich dann auch, aber eben die Bank gleich mit. Ich habe beim Wechsel zwischen ING, DKB und Comdirect geschwankt und bin Stand heute mit der Comdirect zufrieden.
Dass Leistung kostet, ist meiner Meinung nach nachvollziehbar. Und das darf die Bank gern so für sich durchkalkulieren. Ich als Verbraucher kalkuliere eben auch durch. Und wenn ich den "Service" (in meinem Umfeld haben seit meinem Ausstieg übrigens mehrere Filialen der Sparkasse geschlossen, der Service wäre also gar nicht mehr fußläufig erreichbar und an meinen 8€ liegt das tendenziell nicht) nicht brauche (ich war 20 Jahre Kunde und in den letzten 5 Jahren vielleicht 2mal am Schalter - beide Male, weil die Bank einen Fehler gemacht hatte), dann nehme ich eben eine Bank, die mir den benötigten Lieferumfang für meine Zahlungsbereitschaft anbietet.
Und da gibt es am Markt derzeit Anbieter, die mir ab einem Geldeingang X ein kostenfreies Girokonto anbieten - für die Banken ein Mittel, um an günstige Liquidität zu kommen. Die ING war bisher einer dieser Anbieter. Der Eingang lag mal bei 0€/Monat, später bei 700-800€/Monat und inzwischen sind es je nach Bank bis zu 1.000€/Monat.
Dieselbe ING hat in den vergangenen Monaten und Jahren regelmäßig Aktionen gefahren, in denen sie Tagesgeldzinsen für einen Zeitraum X angehoben haben für Geld, das ab Datum Y auf dem Tagesgeldkonto geparkt wurde. Auch das spricht in meinen Augen für einen Liquiditätsbedarf. Vor dem Hintergrund sehe ich das Abomodell eher kritisch.
Wenn die ING den Schritt in Deutschland gehen sollte, alle bestehenden Verträge in eines der Abo-Modelle überführen zu wollen, dann sehe ich in meinem eher preisbewussten Umfeld sicher Leute, die sich sagen, dass es dann wohl Zeit für einen Wechsel zu einer Bank ist. Das mag nicht repräsentativ sein, aber ich verfolge gespannt, was da so kommt.