Gerade auf faz.net entdeckt:
Piratenpartei - Die Linux-Demokratie: "Freie Software als Weltanschauung: Seit ein paar Jahren ist sie in der Politik angekommen. Aber nicht nur die Piratenpartei will aus einer geschlossenen Kathedrale einen offenen Basar machen."
Interessante Perspektiven tun sich da auf, vor allem da die Mainstream-Presse auf einmal richtig aufmerksam wird.
Was ein greuslicher Artikel, ich hatte beim Lesen eher das Gefühl, dass der Author sich mehr dafür interessiert hat möglichst viele Zitate und Querbezüge einzubauen, als die Artikelüberschrift mit dem Artikel zu rechtfertigen. In der Schule würde wohl "Thema verfehlt" in Rot unterm Text stehen.
Mal ganz abgesehen davon, dass ich vielen Punkten in diesem Artikel meine Zustimmung verweigere.
Es wird doch sehr wohl genutzt, nur eben (leider) nicht voll ausgenutzt. Es gibt eben auch keine Maschienen die mal eben Millionen von Code-Zeilen auf Korrektheit, Datenschutz oder Sicherheits-Probleme durchforsten. Genausowenig gibt es Menschen die das mal eben so machen. Und da das alles Menschen sind, entstehen auch Fehler. Und nun? So sind die Fehler nachvollziebar, man kann draus lernen. Was weißt du wie Microsoft, Apple und Co mit solchen Problemen umgehen? Ist das da etwa besser? Sind das bessere Menschen, die alles besser wissen und mehr Zeit haben ihren Code nach Fehlern zu überprüfen? Wer kontrolliert das, was da tausende von Nutzern nutzen?
Wird in Unternehmen nicht immer mehr eingespart und out-gecourced? Test von Software ist mitlerweile oder war es immer eben eine Einsparungspotenzial.
Die Entwickler bei großen Firmen haben aber den Vorteil, dass sie mehr Zeit dafür haben, weil sie schonmal nicht nebenbei noch ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen. Zusätzlich könnte der Faktor Geld als Langzeitmotivator etwas besser als reiner "Altruismus" (ja ich weis, Altruismus im eigentlichen Sinne gibt es nicht wirklich) funktionieren.
Ich finde, dass die Diskussion über Betriebssysteme sowieso veraltet sind. Das Betriebssystem ist partout unwichtig geworden. 90% der Arbeit (meister Nutzer) findet mittlerweile im Browser statt. Richtig egal, ob nun dahinter MacOSX, Windows, Linux, Meego, Android oder sonstwas läuft. Und es wird immer mehr ausgelagert. Cloud usw.Nicht nur der klassische PC ist am sterben, auch das Betriebssystem wird nur noch eine Nebensache sein. Und das ist doch eigentlich eine interessante Entwicklung.. Ich freue mich schon darauf, nicht mehr den neuesten SpielePC/Konsole besitzen zu müssen, sondern mit mein Thinkpad X601 irgendwann ein Spieleabo zu erwerben, wo ich die neuesten Spiele in bester Qualität spielen kann.
Mal abgesehen davon, dass ich diese Entwicklung extremst bedenklich finde (ist vielleicht auch eine Generationenfrage), würde ich diese Aussage mal gerne einem Browserentwickler geben, und dir dann den Katzenjammer der darauf sicher folgen wird gerne als Audiodatei zur Verfügung stellen.
An sich halte ich auch deine Aussage für nicht ganz richtig. Der Browser an sich hat seine Stellung auf dem Benutzerdesktop zwar massiv ausgebaut, aber im Endeffekt entwickelt er sich auch nur zu einer Abstraktionsebene, die dem Programmierer ein API zur Verfügung stellt. Eine Entwicklung die schon seit Jahren zum Beispiel mit .Net (nur das MS mal wieder zwischendurch den Zug verpasst hat) von statten geht.
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Viele Menschen zusammen sind eben weit schlauer als nur eine einzelne Person
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Diese Aussage halte ich nicht für Allgemeingültig, eher das Gegenteil dürfte der Fall sein. Zumal hierbei auch noch erhebliche Koordinationsprobleme hinzukommen können.
An dieser Stelle zitiere ich auch gerne Heiner Müller
10 Deutsche sind natürlich dümmer als 5 Deutsche.
..Ganz persönlich, ich studiere Informatik, ist es für mich unabdingbar offene Quellen zur Verfügung zu haben. Ansonsten könnten wir nicht praktisch Nachvollziehen wie ein Betriebssystem funktioniert.
Man kann durchaus durch Analyse wie z.B. dem "Blackbox" - Verfahren herausfinden wie etwas funktioniert. Natürlich nicht so im Detail wie bei einer Durchsicht des Quellcodes, aber dafür dürfte der Lerneffeckt etwas höher sein. Bei mir (und ich bin damit sicher nicht alleine) stellt sich dann auch immer eine "Copy-Paste" Mentalität ein, da ich dann die Möglichkeit habe, mehr Zeit auf andere Probleme zu verwenden. Ein solches Verhalten möchte ich aber weder dir noch der Allgemeinheit unterstellen.
Die Quellcodeoffenheit ist ansonsten mehr so eine Sache von "die anderen werden's schon anschauen", die wenigsten hingegen können oder wollen Software anpassen oder verändern - wenn dann eventuell im kleinen Maße. Aber mal kurz ein Codereview eines kleinen Tools oder eine größere Änderung ist halt nicht - das ist durchaus ein Aufwand. Von einem korrekten Nachweis von Funktionalität von einigen Zeilen Codes ganz zu schweigen (und das bedeutet nicht "drüber schauen" und sagen "ja ist okay").
+1
Das liegt daran, weil die Ideen und Konzepte eigentlich freierer Natur sind und oft auch nicht von MS oder Apple kommen. Die Kochen alle nur mit Wasser

Viele Dinge sind auch seit 15 Jahren gleich geblieben, ohne Fortschritt.
Ohne wirklich Ahnung vom konkreten Kernel - Quellcode zu haben, würde ich das nicht unterschreiben. Gerade im Scheduling und der Prozessverwaltung hat sich - glaube ich - in den letzten Jahren schon einiges getan. Meine Meinung bilde ich mir zwar nur aus Versatzstücken, die mir noch aus Heise - Artikeln der letzte Jahre im Gedächtnis sind, aber ich extrapoliere mal einfach frech, dass das nicht die einzigen Bereiche im Kernel sind, in denen Paradigmenwechsel stattgefunden haben.
Naja, ich halte das ja eher für zweitrangig. Was die Versuche, mehr Marktanteile zu erringen an schrecklichen GUI-Verrenkungen bewirkt hat, nur um dem hypothetischen Endbenutzer attraktiver zu erscheinen, können wir ja alle mittlerweile an den Verschlimmbesserungen von Gnome3/Unity und KDE3 nachverfolgen. Als Linux-Nutzer habe ich kein Interesse an solchen kontraproduktiven Oberflächen, nur um noch mehr unbedarften Nutzern Linux zu verkaufen.
Das ist ja eher ein Sache des persönlichen Geschmacks. Auch wenn Gnome3 für mich persönlich eine Enttäuschung war, glaube ich, dass der Desktop in der Form wie er derzeit von Gnome 2.x, KDE 3.x, 4.x, XFCE, LXDE, und Konsorten gelebt wird nicht das Ende der Fahnenstange ist bzw. sein darf. Und damit meine ich nicht, dass solchen sinnfreien "drück drauf" - Startern (ich weigere mich Unity als Oberfläche zu bezeichnen) wie Unity die Zukunft gehören sollten.
Ich selbst nutze Linux ja eigentlich deswegen, weil mir die marktdominierenden Desktopsysteme einfach nicht das bieten, was ich von einem guten Betriebssystem erwarte. Aber deswegen ist mir nicht einsichtig, warum man es dem Rest der Welt auch noch aufdrängen muss.
Inwiefern empfindest du es denn, dass Linux dem Rest der Welt aufgedrängt wird ? Mir wurde Linux nicht aufgedrängt, und ich interesse mich überhaupt nicht für die inneren Mechanismen des Betriebssystem und brauche auch nicht die Konfigurationsfreiheit/Flexibilität, die viele so daran schätzen. Ich erfreue mich nur an den Früchten anderer, deren Arbeit erst durch diese Flexibilität zustande kommt ;o)
Edit: Zum Punkt "kein Fortschritt in den letzte 15 Jahren": die Entwicklung hin zu Systemen mit mehr als einer Recheneinheit haben sicher tiefe Spuren im Kernel hinterlassen