Der 3D-Druck Thread

Thomebau

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Da hier wohl doch einige daran interessiert sind, bzw. sich damit beschäftigen habe ich mir gedacht ich mache hier mal einen Thread auf. Eventuell möchte der ein oder andere ja seine Erfahrungen noch teilen.

Aktuell habe ich folgende Hardware:
Geeetech Prusa i3 A Pro

  • Rahmen aus 6mm Aluminium Platten
  • Linearkugellager für alle Achsen
  • 8mm Edelstahlführungen
  • Riemenantrieb an X- und Y-Achse
  • Gewindespindeln für die Z-Achse
  • Druckbett aus Aluminium, mit PCB-Heizung
  • Geeetech MK8 Extruder/Hotend Kombination (noch die Ausführung mit dem Extruder aus ABS)
    • 0,4mm Düse
    • 1,75mm Filament (im Moment nur PLA)
  • Netzteil und Steuerungselektronik in einem externen Aluminiumgehäuse

Was ich bisher modifiziert habe:
  • Tesa Outdoor Malerkrepp als Druckoberfläche (auch Paketband und Tesafilm schon getestet), die Oberfläche des Aluminiumdruckbett ist völlig ungeeignet, darauf hält garnichts
  • Lüftergitter aus dem Gehäuse rausgeschnitten (andernfalls absolut unmöglich von der Geräuschkulisse her), Lüftergitter aus Draht ist unterwegs
  • Ich benutze für alle Führungen und die Gewindespindeln weißes Sprühfett von Kwasny
  • Mein Hotend habe ich bereits ruiniert (Filament im kalten Teil mit dem Tefloninnenteil fest gegangen)
  • Ein Klon des E3D V6 ist schon bestellt
  • der Extruder förderte nur unregelmäßig daher habe ich ein besseres Antriebsrad bestellt, das was dabei war ist sehr stumpf
  • In diesem Zuge baue ich auch grade um auf ein Bowden Setup, damit die Achse nicht immer den schweren Extruder durch die Gegend fahren muss
  • Neue Pullys für die über Riemen angetriebenen Achsen habe ich auch bestellt, die mitgelieferten haben eine Rundlaufabweichung von mindestens 0,5

Was mir bisher gut gefällt:
  • relativ ordentlicher Aufbau mit dem Aluminiumgehäuse für die gesamte Elektronik
  • nur zwei Flachbandkabel führen zur eigentlichen Breakout-Platine am Drucker
  • irgendwie machts trotz der ganzen Probleme dann doch etwas Spaß :D

Was mir bisher nicht gefällt:
  • die mitgelieferte Teileliste verweist zum Zusammenbau auf die Youtube Videos des Herstellers, da gibts aber keine Anleitung für genau dieses Modell, die habe ich erst nachdem ich den Drucker bereits halb zusammen hatte (die sind ja alle irgendwie ähnlich aufgebaut) im Wiki des Herstellers gefunden (als PDF)
  • die Achsen klemmen ab und zu
  • weil die Gewindespindeln unrund sind -> Fix geplant, die oberen Halter der Gewindespindeln werde ich entfernen, so dass nur noch die Führungen oben fest sind, die Gewindespindel sich aber frei bewegen kann
  • die Führungsstangen sind auch nicht wirklich gerade und teilweise zu dick für in die Halterungen (die Löcher in den Halterungen sind ok!) -> da werde ich wohl über lang oder kurz auf Igus Präzisions-Aluminiumwellen umbauen
  • die Kugelumlauflager sind sehr laut und laufen nicht wirklich gut (was evtl. auch an den miesen Wellen liegen könnte) -> die werden mit den Wellen ausgetauscht gegen selbstschmierende Kunststoffführungen von Igus
  • Wenn man den Drucker direkt über die Box steuert und eine Achse um ein gutes Stück verfahren will darf man nicht zu weit auf einmal fahren, ich gehe davon aus dass jeder Schritt des Drehgebers einen G-Code Befehl erzeugt, macht man davon zu viele zu schnell gleichzeitig stürzt die Steuerung ab und man muss neu die Home-Position anfahren :facepalm:
  • Der Drucker heizt das Hotend obwohl der Temperatursensor nicht angeschlossen ist -> Brandgefahr!!! Das lässt sich auch nicht umstellen ohne dass man selbst an der Firmware tätig wird
  • die Z-Achse lässt sich nur in 1mm Schritten verfahren, nicht wie die anderen Achsen auch in 10mm Schritten (an der Steuerung selbst)
  • Der Extruder ist Mist, er fördert nur unregelmäßig, was zu solchen Fehlerbildern führt (man beachte den unheimlich lauten Lüfter der Steuerungsbox):
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  • Es ist kein Lüfter dabei der das Teil während dem Druck kühlt -> ich habe mir bereits zwei Radiallüfter bestellt und bin gerade dabei einen passenden Luftkanal und eine Halterung zu entwerfen, was ich wohl aber wieder neu konstruieren muss, da sich ja der komplette Druckkopf mit dem Bowden Setup und dem neuen Hotend ändert. Vorübergehend hat mir ein daneben gestellter 120mm PC Lüfter ganz gute Dienste geleistet.
  • Die Lüfteranschlüsse auf der Break-out Platine sind leider nicht kompatibel mit den 3-Pin Molex Steckern wie sie bei PC Lüftern üblich sind, hier muss gelötet werden wenn man so etwas anschließen möchte
  • die Kabel die dabei sind, sind recht kurz, das Lüfterkabel für den Extruder musste ich verlängern da die beigelegte Verlängerung immer noch zu kurz war

Alles in allem bekommt für sein Geld (ich habe jetzt 320€ bezahlt inkl. Versand aus Deutschland) das was man erwarten kann, ein Bausatz mit Problemen bei den Präzisionsteilen und ein paar kleinen Macken in der Software. Klar kann man sich auch einen "richtigen" Prusa i3 von Josef Prusa kaufen, der kostet aber mindestens das 2,5-fache (auch als Bausatz) bzw. mehr als das dreifache wenn man ihn fertig aufgebaut kauft.
Der Zusammenbau an sich macht schon Spaß, dieser wird aber von den Problemen mit nicht ganz maßhaltigen Präzisionsteilen etwas getrübt. Was mich ein wenig stört ist dass man eine Lochzange braucht um ein vernünftiges Loch in den Antriebsriemen der X-Achse zu bekommen, hier gäbe es sicher eine elegantere Lösung als ein Loch in den Riemen zu machen und eine Schraube durch zu tun (für die Y-Achse liegt ja auch ein entsprechendes Spritzgussteil bei).
Ich bin gespannt was das Extruder- und Hotend-Upgrade bringen und werde berichten. Eine entsprechende Halterung für das neue Hotend muss ich mir auch noch basteln, drucken ist ja im Moment nicht möglich.
Wenn ich jemanden finde der mir die Igus Teile bestellen kann (evtl. über die Hochschule oder so) dann muss ich nicht teuer bei ebay kaufen. Mal sehen, da sind je nachdem wie ich das zusammenstelle wieder 80-120€. Das sollte aber dann auch eine ordentliche Verbesserung mit sich bringen.


Ich bin mal gespannt was ihr so an Erfahrungen gemacht habt ;)
 
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Das ist ja cool das es hier 3D Druck verrückte gibt.
Ich besitze schon seit gut 3 Monaten einen Tevo Tarantula Prusa i3 XL.

Betreibe ihn mit der Marlin Firmware. Das läuft alles Prima soweit.

@Thomebau
Nutzt du auch Marlin?
Kennst du dich mit den Settings gut aus? Bräuchte da etwas Hilfe :)
Welchen Slicer nutzt du?
 
Joah, nen bisschen. Bin jetzt nicht so der Pro was Firmware anbetrifft. Ich nutze am meisten slic3r.
 
Kannst du mir sagen wo ich in der Marlin den Z-Offset festlege?
Ich hab das Problem das wenn ich den Tisch korrekt gelevellt hab, und dann einen Druck starte fährt die Nozzle weiter nach unten wie beim Homing.
 
Bei mir kann ich das übers Display am Drucker machen. Das geht am einfachsten...
 
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würde einen mit Aluminium-Rahmen wie diesen hier empfehlen, Kunststoff ist für diese Art von Belastung auf Dauer nicht geeignet...
 
Jup, ich würde auch von den Kunststoff Dingern weg bleiben, ich hab den oben verlinkten und der ist schon nicht besonders steif...
 
Danke, da muss ich mir nochmal Gedanken machen. 50% extra würde ich halt ungerne investieren, schließlich braucht man noch einiges an Zubehör. Zumal es halt auch ein Stück weit reinschnubbern ist^^.
 
Danke, da muss ich mir nochmal Gedanken machen. 50% extra würde ich halt ungerne investieren, schließlich braucht man noch einiges an Zubehör. Zumal es halt auch ein Stück weit reinschnubbern ist^^.

Schau dir doch mal den Tevo Tarantula an.
Bin mit dem Wirklich zufrieden.
Besteht auch aus Metall, und mit der zweiten Z-Achse die als Zubehör ca. 25€ kostet macht er wunderschöne Drucke.
 
Na sicher reicht das. Wenn ich mir aber aktuell einen günstigen Drucker kaufen wollte, dann einen mit V-Profil Rollenführung. Die sind besser als dir billigen Linearführung mit den krummen Stangen...
 
Ich finde den thread sehr interessant *daumenhoch* mich würde noch interessieren was ihr so druckt und wo ihr eure Vorlagen herbekommt.

Einen Loetkolben benoetigt man heutzutage eigentlich nicht mehr um einen 3D-Drucker zusammen zubauen. Wie welcher 3D-Drucker zusammengebaut wird findet man auch massenhaft bei Youtube.

Der guenstigste 3D-Drucker, der nach meinen Recherchen, sich auch lohnt zu kaufen, ist der "Creality Ender 3" (220 x 220 x 250 mm). Bei Amazon bekommt man den ab 207 EURo.

Wer was tolles und guenstigeres findet, sollte sich hier mal melden.

Anfang September hat mir ein Hobby-Kollege ein Ersatzteil fuer einen Schminkspiegel gezeichnet und auf seinem 3D-Drucker gedruckt. Das Ersatzteil haelt besser als das original Teil.

Das war der Start fuer mich mit "Fusion 360" selbst zu zeichnen.

Bisher ist dabei folgendes raus gekommen:
- Ersatzteil: Haken fuer Dusch-Vorhang, war schon seit Jahren kaputt;-)
- Boxen fuer Platinen mit Sensoren wie Temperatur, Feuchte und Luftdruck (ESP8266 wegen WLAN)
- Farbkappe fuer einen USB-Stick Verbatim Nano - Um die nicht so leicht zu verwechseln.

Also, noch habe ich keinen 3D-Drucker, bisher druckt der Hobby-Kollege.

Aber echt eine Interessante Sache wenn man mal ein seltenes Ersatzteil benoetigt. Und bei Bedarf kann man auch einige Sachen selber entwickeln.

Gruss Ingo


PS: Fusion 360 kann man als Privatanwender kostenlos benutzen
 
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Warum ist das Thema eigentlich so eingeschlafen?

Erinnere mich noch wie KI, VR und 3D Druck quasi zeitgleich gehypt wurde aber Drucken ist gefühlt am meisten in der Versenkung verschwunden?

Gibt es evtl. Potenzial wenn HP mal ein massentaugliches Mainstreamgerät fertig bekommt so wie sie es mit Laserdrucker geschafft haben ober wird es eher ein Exotenhobby bleiben?
 
Industriell ist 3D-Druck ja schon etabliert und nicht wirklich ein mediales Thema. Seit Jahrzehnten werden auch Fahrzeuge von Robotern gebaut und der persönliche Assisten läuft uns nicht im Haus rum, sondern schlummert als Software im Handy und gibt uns Anweisungen was wir zu tun haben ;-)

Gibt es evtl. Potenzial wenn HP mal ein massentaugliches Mainstreamgerät fertig bekommt

äh... auf HP würde ich hier in keiner Weise setzen, tatsächlich zeichnen sich alle Drucker bekannter alter "Marken" nur durch den höheren Preis und deren Logo aus....
Und "Innovationen" wie gechipte Filamentrollen dienen auch nicht wirklich dem Anwender.....

ein Exotenhobby bleiben?

Sagen wir mal Hobby...weil ja ein Alltagsgerät wirds so schnell nicht.
Hab mir vor einem Jahr aus Neugier ein China-komplett-Gerät geholt und mittlerweile habe ich fünf Drucker (sowohl Kits als auch Eigenbau).
Ist halt wie Modellflugzeuge macht nicht jeder über viele Jahre, aber viele hatten mal eines oder eine Phase in der Sie sich damit beschäftigten. Die muss man bauen können und sollte sie fliegen können, sonst wird aus Spaß schnell Frust.

Und bei den erschwinglichen bis teuren 3D-Druckern reden wir ja nur von FDM oder SLA/DLP. Es ist eben nicht so wie 2D-Druckern. Die Leute haben auf dem Bildschirm ein Bild, gehen auf Druck und haben Sekunden bis Minuten später eine Kopie auf Papier. Für 95% ist es eine 1:1 Kopie, weil sie Fabrraumunterschiede usw verschmerzen können.

Nun bei 3D ist das ja gänzlich anders. Auch mit heute deutlich einfacheren und komfortableren Programmen ist der Weg von der Idee im Kopf hin zu einem Modell immer noch viel Arbeit und für die Mehrheit der Nutzer selbst mit so Dingen wie Tinkercad kein Weg den sie gehen wollen.

Mit dem Modell ist es aber nicht getan...es muss druckbar sein, denn weder FDM noch SLA/DLP Drucker können frei schwebend (in Luft oder Harz) drucken. Auch wenn viele Slicer einen hier unter die Arme greifen können mit Sützen oder Modellanpassungen, es läßt sich nicht alles sinnvoll drucken was auf dem Bildschirm ist. Und es dauert halt relativ lang, die Geräte sind selbst mit Gehäuse laut, haben Abwärme, brauchen viel Strome, stinken je nach Material..... ist halt ein Werkzeug.

Bei mir stehen die deshalb (bis auf einen kleinen) alle in der Werkstatt. Bin ich ein Exot? Mein Nachbar kann schweißen und ich drucken, der nächste brennt uns den Schnaps.....es läuft ;-)

Evtl. wurde das Thema tatsächlich, zumindest für die Masse, totgehypted. Zu viele Vergleiche mit Startrek-Replikatoren. Sehr gut sieht man das an den DLP-Druckern. Die sehen schön stylisch aus, kompakt....fehlt nur noch das Föderationslogo. Aber spätestens bei Atemmaske, Gummihandschuhen, Putztüchern und Reinigungsmitteln wird beim Nicht-Techniker eher ein Würgreiz als ein Kaufreiz ausgelöst.
 
Wie? Legt man nicht so ein Teil auf den Vorlageneinzug und drückt auf Kopieren und wartet zwei Sekunden? :)
 
So einfach isses nicht, 3D Scannen ist schon nen riesen Aufwand bis man die Daten nachher aufbereitet hat. Bei so nem Kleinteil wäre vermessen und ne neue CAD Konstruktion machen bedeutend einfacher ;)
 
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