Brüssel nervt ...

ingolf

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http://www.faz.net/aktuell/wirtscha...soft-mit-neuer-milliardenstrafe-11936565.html

... langsam aber sicher sollten bestimmte Herr- und Damen-Schaften über ihren wohlverdienten Ruhestand nachdenken. Wenn nun nach jedem Update wieder die "Wählen Sie Ihren Browser"-Orgie losgehen soll, dann überschreiten die (vorgeblich) "Für mich Denkenden" einfach ihre Kompetenzen.
Merke: "Der Mensch nicht denkt - Brüssel lenkt" (musste sich reimen). :thumbdown:

Grüße, Ingolf.
 
Also den Spiess mal umgedreht gesehen, ist man genauso oder sogar noch blöder dran... da gibts nicht mal eine Wahlmöglichkeit geschweige de-installationsmöglichkeit .. und Strafen von der EU schon gar keine ...

Systemübergreifend ... ohne FTP ... ? Geht das denn überhaupt also ganz ab Werk ohne Browser , ich meine jetzt für Otto-Normal-Verbraucher ...

Mir gings auch eher darum :)
 
Die Forderung der EU-Kommission ist aber nicht, dass Windows ohne Browser ausgeliefert wird, sondern dass gleichzeitig mit dem IE Alternativen zur Wahl stehen. Dass also Microsoft seine Quasi-Monopolstellung auf dem BS-Sektor nicht dazu ausnutzt, nur das eigene Produkt (= den eigenen Browser) vorzuschlagen.
 
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Die Forderung der EU-Kommission ist aber nicht, dass Windows ohne Browser ausgeliefert wird, sondern dass gleichzeitig mit dem IE Alternativen zur Wahl stehen. Dass also Microsoft seine Quasi-Monopolstellung auf dem BS-Sektor nicht dazu ausnutzt, nur das eigene Produkt (= den eigenen Browser) vorzuschlagen.
Natürlich finden diese Forderung einige Menschen bestimmt nicht schlecht, aber es heißt doch immer wieder, dass die Politik nur in den strengsten Fällen in die Wirtschaft eingreifen darf (so habe ich das jedenfalls bei den Öl-und Kraftstoffpreisen gehört)... naja es ist und bleibt ein Stretthema.
 
Guten Morgen Kollegen:
Moronoxyd, Du hast den Begriff des Monopolisten verwendet. Faktisch gebe ich Dir Recht, aber die Frage sei erlaubt, wodurch die Monopolstellung (für mich eher Marktführerschaft) erreicht wurde. Ich tippe seit 1980 (CBM8032) auf eigenen Systemen herum. Microsoft war damals ein Anbieter unter vielen anderen Software-Anbietern, MS war nicht DER, sondern AUCH einer. Im Laufe der Jahre gab es eine ganze Reihe von Anbietern, IBM, DigitalResearch, Lotus, WordPerfect, Borland, Ashton-Tate, WordStar uvm.. Als damals DigitalResearch mit GEM auf den Markt kam und MS mit Windows-Version 1.03 das Wettbewerber-Produkt stellte (IBMs TopView lasse ich mal außen vor), war damals bei uns am Institut der große Streit, auf "welches Pferd" wir denn nun setzen sollen (für kommerzielle Software und "Eigenproduktionen"). Ich konnte damals MS durchsetzen, nicht weil Windows 1.03 "besser" war (es war eigentlich eine Zumutung), sondern weil DR seine Produkte dermaßen "unwillig" vermarktet hatte, dass man auch als Entwickler einfach keine Lust dazu hatte (Stichwort SDKs). Es gibt die Anekdote, dass der DR-Gründer Gary Kildall seinerzeit die IBM-Mannschaft, die auf der Suche nach einem OS für den IBM-PC war, mit der Begründung, er wolle erst einmal ein wenig Fliegen, dermaßen vor den Kopf gestoßen hat, dass diese das favorisierte (weil bessere) DR-DOS für den IBM-PC als primäres OS ablehnten (und danach einen gewissen Bill Gates besuchten). Vielleicht nur eine "schöne" Geschichte, aber mit einem Fünkchen Wahrheit, zumindest nach meinen damaligen Erfahrungen mit DR.
Lotus1-2-3, dBase, AmiPro, WordPerfect, WordStar, zumindest einige der genannten Produkte hatten ebenfalls eine Monopol-Stellung inne. Und heute? Ich weiß, es gab damals diverse Auseinandersetzungen, dass MS den Wettbewerbern im Applikations-Bereich Funktionen bzw. entsprechende Dokumentationen vorenthalten habe und dadurch den Wettbewerb behindert hätte. Aber die Wettbewerber müssen sich aus meiner Sicht den Vorwurf gefallen lassen, dass sie einfach "keinen Bock" (ich weiß, klingt sehr profan :facepalm:) auf eine entsprechende Vermarktung und den notwendigen, langen Atem hatten. Als IBM seinerzeit mit OS/2 ein richtig gutes Produkt auf den Markt gebracht hatte, habe ich dieses "Abenteuer" sicher mit einigen tausend (damals noch) DM bezahlt. Entwicklungsumgebungen, Literatur und einige andere Ausgaben. Und was machte IBM? Richtig - nichts - OS/2 wurde (so empfand ich es) von IBM regelrecht "versteckt". Die mittlerweile von Lotus übernommen Produkte, die nun von IBM als Lotus SmartSuite angeboten wurde (und ein echter Office-Killer gewesen wäre), wurde dermaßen schlecht vermarktet, dass man als eingefleischter Nutzer eigentlich nur noch staunen konnte :confused:. Als mit dem Netscape Navigator dann ein Web-Browser auf den Markt kam und MS dann mit dem ersten IE eine Antwort lieferte, über die fast die gesamte Branche lachte, da dachte noch niemand daran, dass irgendwann (und peu à peu) der IE dominieren würde.
Und ich frage ernsthaft: Soll ich als Anbieter mich bzgl. meiner Produktentwicklung oder Produktpolitik zurückhalten, wenn die Wettbewerber nicht können oder nicht wollen? Und wenn, nur als Beispiel, Mitch Kapor (den ich aufgrund seiner EFF-Aktivitäten sehr schätze) irgendwann Lotus "an den Nagel hängt", dann kann ich die langfristigen Strategien eines Bill Gates (oder auch Steve Jobs) doch nicht als Monopol-Streben kritisieren. Und nach der Lektüre einiger Biographien über Gates oder Jobs, lösten ältere "Werke" in einigen Punkten vielleicht noch Kopfschütteln aus (weil die Strategien teilweise ziemlich "abgedreht" waren), aber im Laufe der Zeit wandelte sich, zumindest bei mir, das Kopfschütteln in Bewunderung bzgl. des langen Atems zur Umsetzung der Ideen. Und dieser Atem fehlt bzw. fehlte bei Wettbewerber, die nicht mehr am Markt agieren.
Grüße, Ingolf.
 
Sorry, aber was soll das denn jetzt? Willst du mich mit einer Textwüste, in der du möglichst viele Produktnamen verwendest, erschlagen?

Fakt ist, daß es Mitte der 90er Jahre EIN Betreibssystem gab, daß auf weit über 90% der Desktop-Rechner zum Einsatz kam.
Fakt ist, daß Microsoft seinen Browser IE (von dem du selber sagst, daß man über ihn lachte) mit dem OS bundlete und damit den Erfolg des OS nutzte, um die Verbreitung des IE zu erzwingen.
Fakt ist, daß es Gesetzte gegen den Missbrauch von Monopolen geht.

Wenn du meinst, MS hätte kein Monopol auf dem Desktop-OS-Markt gehabt, oder hätte dieses Monopol nicht missbraucht, dann beschwere dich doch bitte bei der EU-Komission, nicht bei mir.


Fakt ist eben auch, daß deine Unterstellung, man solle jetzt bei jedem Update eine Browserauswahl bekommen ("Wenn nun nach jedem Update wieder die "Wählen Sie Ihren Browser"-Orgie losgehen soll"), falsch ist.
Darüber habe ich mich beschwert, und darüber darfst du gerne mit mir diskutieren.
 
Mal meine (etwas freche :rolleyes: ) Ansicht dazu:
Zunächst mal die Tatsachen: MS ist quasi-Monopolist bei Betriebssystemen und liefert jedes System unter anderem mit einem vorinstallierten Browser aus, damit der sich verbreitet.

Man kann das aber auch anders sehen: MS bietet mir ein Betriebssystem an und liefert freundlicherweise einen Browser mit "Sie brauchen einen Browser? Schauen Sie mal, wir hätten da schon was dabei". Es steht mir aber frei, auch einen anderen Browser zu verwenden - genauso wie ich auch ein anderes Grafikprogramm, einen anderen Taschenrechner oder sogar einen anderen Dateimanager verwenden darf.

Warum nutzt kaum jemand Paint? Weil es nix taugt und Gimp besser ist.
Warum nutzen so viele den IE? Der taugt auch nix und Firefox/opera/Chrome ist besser. Weil die Leute zu faul sind? Weil sie den IE für besser halten? Weil sie nicht wissen, dass es andere, bessere Browser gibt?
Ich sehe den einzigen Vorteil des Auswahlfensters darin, dass der Durchschnittsuser mit der Nase drauf gestoßen wird, dass es ein Leben außerhalb des IE gibt und gezwungen wird, sich zu entscheiden. Wer aber seit Urzeiten den Firefox/Chrome/IE nutzt, wird das imo weiterhin tun, ob mit oder ohne Auswahlfenster.
 
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