X6x Tablet Akku reparieren (läd nicht, blinkt orange)

=CO=Windler

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Ich hatte meinen IBM X61t einige Monate ungeladen gelassen (und lade immer nur bis ca. 65% gegen Abnutzung). Beim Einschalten mit Netzteil an Dockingstation ging er (wg. schlechtem Kontakt zum Netzteil?) einige Sekunden nicht an, und das hat dem Akku wohl den Rest gegeben. Nun blinkt Akku-LED beim Einschalten 4s langsam und danach schnell orange und läd nicht. Lenovo Energie-Manager behauptet, es sei durch "normalen Gebrauch" am Akku ein Fehler aufgetreten und dass ich gefälligst einen neuen kaufen soll (gleich mit Link zum draufklicken).

Ich habe danach auf USB-Stick Vollbackup gemacht(Clonezilla), Linux Mint auf 32GB Partition installiert und Rest von Vista auf neues Win7Pro geupdatet. Habe dann gelesen dass Win7 zumindest anfangs als Akkukiller verschrien war. Es ist unklar ob was dran ist; ich habe alle neuen wichtigen Treiber von M$ und Lenovo aufgespielt. Auf meinem T61 lief jedenfalls die CPU auf Firefox immer recht heiß (70..>85°C). Nach vielen Win7 Treiber-Updates scheint er mindestens 10°C kühler zu laufen, daher könnten Win7-Macken wirklich exzessiven Stromverbrauch bewirkt haben, die nun erledigt sind. Ich habe auch einen veralteten ZoneAlarm (Antivirus-Signaturdownload schlug fehl) geupdatet, daher könnte auch das erhöhten Stromhunger verursacht haben. Da ich Akkus sowieso nur als USV nutze und sonst Netzstrom, hatte das beim T61 keine ernsten Schäden bewirkt.

Ich plane, die Win7-Partition per Clonezilla zu backuppen und ein Win10-Upgrade zu wagen (was zumindest auf dem X61t vermutlich bleiben sollte, ansonsten Key aktivieren, Backup und zurück zu Win7).

Auf dem X61t war die Akkuspannung kurz auf <10V und ist nun auf 10.4 bis 10.7V. Für einen 4zeller erscheint das nicht sonderlich gefährlich (Zellen sind deutlich >2V), aber der Controller im Akku hält <11V (laut X61t Hardware Manual) offenbar für tiefentladen und verweigert im Namen geplanter Obsoleszenz die Mitarbeit. Der Li-Ion-Akkutyp ist "FRU P/N 93P5031, ASM P/N 42T5205" mit Spannungsangabe "NOM 14.4V 2.0AH". Das Plastik bei Pin 3 ist etwas weggebröselt. Ich hatte schon nach einem YouTube-Tip ("Jump Start") versucht zwischen Pin 2 (2.Pin von links) und Pin 7 ("GND", ganz rechts) per Alkaline-Batterien 12V anzulegen um den Controller zu resetten (währenddessen kommt die angelegte Spannung auf Pin 1 ("+") wieder raus), doch beim Abklemmen schweigt Pin 1 wieder.

Jump start / revive a recelled IBM Thinkpad T40 battery:
https://www.youtube.com/watch?v=xyeHKKe2z0Q

Offenbar müssen erst die Zellen geladen werden. Manche überbrücken dazu offenbar Pin 1 und 2, aber ohne zu wissen ob der Spannungsabfall durch echte Tiefentladung einer defekten Zelle (Kurzschluss) entsteht, könnte man wohl auch mit Nitroglycerin-Flaschen jonglieren. Basteln an Lithiumakkus ist bekanntlich wie Landminen im Wohnzimmer zerlegen. Wer hier mit Redneck-Methoden versucht durch Starkstrom oder Hochspannung (z.B. 40V aus Elko abfeuern) Lithiumakkus wiederzubeleben :facepalm:, kann ebensogut den Zünder einer scharfen Fliegerbombe mit einem Vorschlaghammer bearbeiten. Wenn der Stromstoß den Ausgangs-Mosfet oder Balancer-Chip der Schutzschaltung grillt, fließt zwar irgenwohin Strom, aber ob der läd oder nur noch zu Wärme wird und wirklich bei spätestens 4.2V abschaltet kann niemand mehr nachvollziehen bis das Ding eines Nachts zur Brandbombe wird.

Ich werde wohl mal vorsichtig versuchen den Akku zu öffnen um die Zellenspannungen zu messen. Falls ich mich demnächst nicht mehr melde, wird das Ding wohl soeben mein Leben beendet haben!

In dieser Wohnung gibt es nämlich keinerlei feuersicheren Ort; alles ist randvoll Papiere und Spielzeugkeyboards in Pappkartons und Tüten auf Teppich. Selbst das Bad ist weitgehend Plastik (sammt Wanne) mit Holzmöbeln. Falls die Feuerwerksbatterie zündet, war es das. (Tschüß - wir sehen uns im Jenseits.)

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Ich hab erstmal den "Akku-Tod durch Windows 7"-Thread durchgelesen.
https://thinkpad-forum.de/threads/83254-Akku-Tod-durch-Windows-7

Die pulsförmige Stromentnahme könnte IMO viel mit dem berüchtigten Festplattenklick zu tun haben. Das Ding scheint den armen Pestflattenmotor nämlich alle paar Sekunden kurz hochzujaulen und wieder abzubremsen, was sicher übele Spikes (Stichwort Selbstinduktion) auf der Stromversorgung verursacht. Zudem habe ich diesen hoch interessanten Thread über die Akku-Innereien entdeckt.

T60 - Akku tot:
https://thinkpad-forum.de/threads/164692-T60-Akku-tot

Ich verstehe nur nicht, warum die einzelnen Zellenspannungen nicht generell im Energiemanager angezeigt werden. Für mich mieft das ganze sehr nach Obsoleszenz; klar könnte der Akkucontroller auch dabei schummeln (Stichwort Abgasbetrug), aber diese Info wäre das mindeste um sich als mündiger Verbraucher einen Eindruck über den wahren Zustand des Akkupacks (Zellen mit Kurzschluss oder hochohmig, ungleiche Selbstentladung etc.) machen zu können. Statt den Phantasiewerten des Ladebalkens in Prozent, währe es mir deutlich lieber, Ladeschwellen alternativ direkt als Spannung vorgeben zu können (z.B. Laden unter 3.5V bis 3.9V).

Über den Akkucontroller scheint das hier wohl am aussagekräftigsten.

On notebook batteries controlled by the BQ2092 and BQ2040:
http://frantisek.rysanek.sweb.cz/battery.html

Ob jemand mit dem Tool Obsoleszenz-Tricks aufdecken kann wäre mal interessant. Aber sicherlich wird man (plausible denial) Zyklenzähler zur Stilllegung (wie in Druckerpatronen) dann wieder mit Schutz vor angeblich erhöhter Feuergefahr bei zu alten Akkus rechtfertigen wollen und niemand beweist das Gegenteil.
 
Zuletzt bearbeitet:
Deine Erkenntnisse samt Warnhinweise wären im Wiki gut aufgehoben. - Solltest Du keinen Account besitzen, richte ich Dir gerne einen ein, wenn Du mir Deine Mailadresse zukommen lässt.
 
Ich war ja nicht erfolgreich.

Hat überhaupt schon jemand geschafft, genau dieses Akkumodell wiederzubeleben? Man fühlt sich bei solchen Sachen einfach leicht von der Industrie verarscht und will wissen was los ist. (Ja, ich habe früher auch mal Alkalines nachgeladen, aber das Zeug läuft früher oder später aus und lohnt nicht wirklich (spätestens seit Erfindung vorgeladener NiMH). Und ich habe zumindest grade rausgefunden, dass Jump-Start sogar beim Quartz von defekten LCD-Uhren funktioniert (Platine teils oxidiert, Display blieb leer, -0.26V Potential am offenen Batterieeingang deutet auf Nässe oder Säurerest in der Schaltung hin.) Ich speiste den toten Quartz-Eingang per Funktionsgenerator einige Minuten mit externer Taktfrequenz (ca. 32kHz, 1V mit ca. 1k Vorwiderstand), danach lernte der Chip wieder die Taktfrequenz selbst zu erzeugen und läuft seitdem. Etwas ähnliches klappte auch mit einer analogen 1980er Westminster-Wanduhr mit korrodierter Platine (musste 20 Leiterbahnen flicken). Erst nach einigen Startimpulsen lief der Quartz und seitdem funktioniert sie.)

Hier ist noch ein interessanter Thread über den Controller beim R61-Akku, aber gelöst hat das Problem wohl noch keiner:

how to revive a destroyed li-ion battery due to overdischarg
http://forum.thinkpads.com/viewtopic.php?f=30&t=77856

Um Tiefentladung zu verhindern, wäre es technisch doch viel sinnvoller, im Energiemanager als unter Ladeschwelle einen echten Spannungswert statt irgendwelcher abstrakten Prozentangaben wählen zu können.
 
Es geht nicht immer darum, ob es erfolgreich war oder nicht, sondern um das Innenleben und die Hürden - auch, um eventuelle Nachahmer ohne spezielle Kenntnisse davon abzuhalten. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Klar, DAUs davon abzuhalten sich abzufackeln ist schon sinnvoll. Es haben sich bekanntlich auch schon Leute mit Bildröhren in die Luft gesprengt, die unwissend versuchten das "Rim Band" (komprimierendes Stahlblechband mit Halteösen) zu entfernen um die Röhre in zu enge TV-Gehäuse einzubauen (von den üblichen Stromschlägen durch gespeicherte Hochspannung (Prinzip "Leyden Jar" bzw. "Leiden!? Ja!") ganz zu schweigen).

Bei dem Akkupack sollte man zumindest wissen welches Teil wo sitzt, bevor jemand den mit Brechstange oder Büchsenöffner zu öffnen versucht.

Ich muss jetzt erstmal die Partitionen meines X61t und T61 backuppen und auf Win10 upgraden (kommt zumindest beim T61 aber wieder runter) bevor Cortana mir in den Hintern beißt. :mad:
 
Ich finde schon, dass Lithiumakkus etwas fieser als andere feuergefährliche Energiequellen (z.B. Benzintank, Propangastank) sind, weil hier Sauerstoff und potentielle Zündquelle (interner/externer Kurzschluss oder Überladung) ständig intern vorhanden sind, und ein dazu noch dauerhaft unter Strom stehender Controller auch als Zeitzünder programmierbar wäre. Würde er z.B. 3 Zellen voll laden und damit die 4. unerwartet überladen oder in die Umpolung treiben, könnte das böse Folgen haben. Natürlich ließe sich zwecks Obsoleszenz auch Tiefentladung per Zufallsgenerator+Timer herbeiführen, nachdem eine Mindestgebrauchsdauer (Zyklen oder Nutzungszeit) überschritten ist.
Eine "gewisse" Timerfunktion haben ja diverse Laptop-Akkus drin - nach einer bestimmten Anzahl Zyklen schaltet die Akku-Elektronik den Ladevorgang komplett tot & meldet dem Laptop, dass dieser Akku nicht mehr geladen werden kann (obwohl noch 38% Restkapazität seit letzter Ladung drin sind). Das habe ich selbst bei Acer schon durch (Netbook AO 352H). Die Zellen jedenfalls sind immer noch gut (ich nutze sie jetzt in'ner Handlampe mit Akku-Überwachung), selbst die Kapazität liegt noch bei 1500mAh (neu waren es vermutlich 1600er oder 1800er Akkus).
Das Risiko, den Controller durch Programmierung zum Zeitzünder zu machen, besteht sicherlich. Die Gefahren sehe ich aber eher beim Laden (gezieltes Überladen einer Zelle) als durch Kurzschließen einer Zelle, weil bei einem Kurzschluß doch erhebliche Ströme fließen und eher die Eletronik grillen als die Zelle...

Sofern im Akkupack wirklich alles redlichen Zwecken dient (ich bin skeptisch), könnte der Controller-Selbstmord sogar dadurch entstehen, dass er mangels genügend Thermofühlern den für ihn unerklärlichen Spannungsanstieg beim Nachladen einzelner Zellen als "Thermal Runaway"-Zustand fehlinterprätiert und deshalb Wiederinbetriebnahme unter allen Umständen unmöglich zu machen versucht. Hoffentlich werden mehr Elektroautos zur Massenverbreitung eigensicherer Zellen führen, die solchen Unfug nicht benötigen.
Hm - normalerweise werden Lithium-Zellen beim Laden nicht wirklich warm. Einen Wärmefühler halte ich persönlich für überflüssig, denn wenn die Dinger Wärme beim Laden erzeigen, ist es eigentlich schon zu spät oder das Ladegerät grillt die Zelle mit viel zu hohen Strömen (>5C). Eine gewisse Wärmeentwicklúng beim Entladen sehe ich jedoch als normal an (zumindest bei den Belastungen im Modellbau).

Ich habe mich auch schon gewundert, warum nicht anstatt passiver Balancer eine einzelne per Trafo an PWM galvanisch getrennte Ladeschaltung (z.B. 4.15V Spannungsquelle mit Voltmeter) durch 2polige Umschalter (Mosfets an Gatterlogik) abwechselnd auf die Zellen geschaltet wird, um diese per Round Robin im Pulsbetrieb auf optimaler Spannung zu halten (abwechselnd laden und messen). So ließe sich Tiefentladung einzelner Zellen prinzipiell vermeiden und die Zellenspannungen jederzeit anzeigen. Sogar automatisches Umladen während der Lagerung währe denkbar falls eine Zelle sich schneller tiefentläd. Doch damit das niemand zum Zeitzünder umprogrammiert, müssen auf jeden Fall Gatterlogik und Diodenketten die Spannungen begrenzen.
Darauf gibt es nur eine Anwort: Wir sind hier nicht bei "Wünsch Dir Was", sondernm bei "So ist es"!
Dein Vorschlag wäre durchaus realisierbar und praktikabel, aber 2 ernsthafte Gründe sprechen dagegen:
1. Der Akku wäre in der Entwicklung & Produktion ungefähr 30 Cent teurer.
2. Der Akku würde beim Benutzer wesentlich länger halten und damit sinkt das Konsumverhalten der Kunden...

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Klar, DAUs davon abzuhalten sich abzufackeln ist schon sinnvoll. Es haben sich bekanntlich auch schon Leute mit Bildröhren in die Luft gesprengt, die unwissend versuchten das "Rim Band" (komprimierendes Stahlblechband mit Halteösen) zu entfernen um die Röhre in zu enge TV-Gehäuse einzubauen (von den üblichen Stromschlägen durch gespeicherte Hochspannung (Prinzip "Leyden Jar" bzw. "Leiden!? Ja!") ganz zu schweigen).
Das nennt sich Evolutionstheorie:thumbsup: oder "darwin'sche Auslese"! Wer so blöd ist, hat es nicht anders verdient!

Bei dem Akkupack sollte man zumindest wissen welches Teil wo sitzt, bevor jemand den mit Brechstange oder Büchsenöffner zu öffnen versucht.
Genau deshalb schrieb ich ja, dass z.B. mein Modellbau-Lader nicht für Otto Normalverbraucher geeignet ist, weil man da zu viel einstellen (oder auch zur Akku-Tötung verstellen) kann und das Gerät weder warnt noch abschaltet. Eben nur für "Wissende"...

Ich muss jetzt erstmal die Partitionen meines X61t und T61 backuppen und auf Win10 upgraden (kommt zumindest beim T61 aber wieder runter) bevor Cortana mir in den Hintern beißt. :mad:
Die Tussie wird doch gleich nach der Installation operativ entfernt, zusammen mit den Zwangsbeglückungen wie OneDrive, Feedback, Support kontaktieren sowie der permanenten Telemetrie und den fest installierten Apps, die kein halbwegs intelligenter Mensch haben will...
 
Eine "gewisse" Timerfunktion haben ja diverse Laptop-Akkus drin - nach einer bestimmten Anzahl Zyklen schaltet die Akku-Elektronik den Ladevorgang komplett tot & meldet dem Laptop, dass dieser Akku nicht mehr geladen werden kann (obwohl noch 38% Restkapazität seit letzter Ladung drin sind).
Das kann ich nicht bestätigen. Dafür ist die Streuung zu groß. Einige Akkus machten schon bei unter 100 Ladezyklen dicht, andere bei knapp 250-300 und es gibt immer noch welche, bei denen die Anzahl von Ladezyklen bald die 500 erreicht oder gar überschriten hat.

Generell scheinen aber die Akkus der Generationen vor T60 haltbarer zu sein.
 
Ich weiß nur, dass die Leistungsdichte pro Zelle immer weiter erhöht wurde =>dünnere Separator-Folien versagen schneller (bei Metallbröseln aus schlechter Fertigung auch mal mit Feuerwerk). Bei NiMH hatte dies als Gegenbewegung ja zu "Low Self Discharge" (vorgeladenen) Zellen mit stärkerer Schichtdicke auf Kosten von Anfangskapazität (2200 statt vermeintlichen >3000 mAh) geführt, die bei Nutzungszyklen über 3 Tagen pro Ladung jedoch deutlich mehr nutzbare Energie als der 3000er-Mist bereitstellen.

Vermutlich blieben frühe Li-Ion-Akkus auch deshalb länger gebrauchsfähig. Wenn alles redlichen Zwecken dient, müsste zumindest der Energiemanager bei drohender Tiefentladung eine ernste Popup-Warnung anzeigen (z.B. Ladebalken blinkt rot), dass der Akku jetzt sofort geladen werden muss um nicht zu versterben. Als DAU-Version könnte dies ggf. auch unabhängig von vermeintlich vorhandener Restkapazität (integriert über vorige Ladedauer anderer Zellen?) sofort auf Laden umschalten, sofern man das nicht im Bios deaktiviert (was höchstens für Spezialzwecke mit begrenzter äußerer Energiezufuhr Sinn macht).

- Gibt es nachgebaute X61t-Akkus, die mit auf die Dockingstation passen?

Auf eBay hatte sogar ein angeblicher Lenovo 4.55Ah "Originalakku" nun hinten den breiten Wulst (also Rundzellen).
 
Das kann ich nicht bestätigen. Dafür ist die Streuung zu groß. Einige Akkus machten schon bei unter 100 Ladezyklen dicht, andere bei knapp 250-300 und es gibt immer noch welche, bei denen die Anzahl von Ladezyklen bald die 500 erreicht oder gar überschriten hat.
Wie erklärst Du dann das Verhalten der Kiste von Acer: Von einem Tag auf den anderen kommt beim Anschluss des Ladegerätes/Steckernetzteils die Meldung, dass der Akku defekt ist und nicht mehr geladen wird.
Ich habe den Akku geöffnet und mit'm Modellbaulader die Zellen (je 2 waren mit Lötverbindern zusammengeschweißt) wieder bis 4,2V aufgeladen. Danach funktionierte Akku wieder 3 Zyklen und das Spiel begann aufs Neue. Das habe ich 3 mal wiederholt & mir in der Zwischenzeit Ersatzakkus gekauft.
Dieser Pack hat dann auch mit diesem Trick keine Ladung vom Netbook mehr genommen. Später habe ich den "kaputten" Pack geöffnet (6* 18650er Rundzellen und die Elektronik) und die Zellen entnommen. Die von der Elektronik bemängelten Zellen sind bis heute in einer Handlampe in Nutzung (mit Zellenüberwachung/Abschaltung). Was ist daran kaputt???
An der Kapazität kanns nicht liegen, die sind heute bei ca. 1500mAh, neu waren es vermutlich 1600er oder 1800er Akkus (keine Beschriftung auf dem Schrumpfschlauch) und die Belastung durch die Handlampe ist höher als durch ein lahmes Netbook...
Daher schließe ich einen Zellenschaden mit Sicherheit aus. Ein Belastungstest am Lader (voll laden, kontrollierte Entladung mit 5A Strom bis zur Erreichung von 3V, dann komtrollierte Ladung bis Erreichung von 4,2V) brachte auch nichts Auffälliges und diese Belastung ist garantiert höher als die Nutzung als Netbook-Akku!
Welche Schlussfolgerung ziehst Du aus dem Verhalten? Für mich heißt es, dass der Akku-Controller die Ladung verweigert. Warum?
Entweder defekt (möglich, aber unwahrscheinlich) oder Zähler für Ladezyklen?!
 
Einige Akkus machten schon bei unter 100 Ladezyklen dicht, andere bei knapp 250-300 und es gibt immer noch welche, bei denen die Anzahl von Ladezyklen bald die 500 erreicht oder gar überschriten hat.
Das kann ich bestätigen! Habe hier 2 Kandidaten liegen...


Welche Schlussfolgerung ziehst Du aus dem Verhalten? Für mich heißt es, dass der Akku-Controller die Ladung verweigert. Warum?
Entweder defekt (möglich, aber unwahrscheinlich) oder Zähler für Ladezyklen?!

Warum soll ein Defekt am Controller unwahrscheinlich sein? Es könnte auch eine kalte Lötstelle oder defektes Bauteil dafür verantwortlich sein?
Bei anderen Herstellern kann ich keine Erfahrungen mit der Akkulebenszeit geben. Die "Fremdmarken" die ich in den Fingern habe, sind nur 24-48h bei mir. Aber bei den Thinkpads habe ich schon einige Akkus (gehabt):

1 Akku zeigt etwas um die 70 wh an, springt aber (vermutlich wegen defekter Zellen) wenige Minuten später auf unter 30%. Der Ladevorgang dauert dann 3-4h
2 Mit einem verbauten Akku (Zustand "unbekannt") lässt sich Windows nichteinmal mehr starten... Beim Boodlogo ist schluss
3 Ein Akku hat 93 Ladezyklen und ist von ursprünglichen 56,16wh nur noch auf 11,59wh ladbar
4 Der Akku in meinem Ersatz-T60 für die Uni (der eigentliche ist betriebsbereit) hat 451 Zyklen und noch 70,31 wh von ursprünglich 84,24wh

Bei Akku 1 dürfte nach erster Einschätzung klar ein Zellschaden vorliegen, bei Akku 2 ist zumindest der Controller gehimmelt (Zellen vermutlich auch) und Akku 3 das selbe wie Akku 1..

Bei 1 und 3 ist jetzt nicht ausgeschlossen, dass auch (nur) der Controller betroffen sein kann, aber ich werde das zu 100% nicht testen wollen! :P

Deswegen würde ich weniger auf einen internen Zähler tippen und mehr auf einen Defekt...
 
Bei HP begehen die Controller jedenfalls keinen "Selbstmord", nur weil die Zellen mal tief-entladen sind, die kann man auch noch nach zwei Jahren Lagerung einfach ins Laptop stecken und aufladen. Die Lenovo-Dinger kann man dann einfach nur noch wegschmeißen, obwohl die Zellen ja eigentlich noch in Ordnung sind...
 
müsste zumindest der Energiemanager bei drohender Tiefentladung eine ernste Popup-Warnung anzeigen (z.B. Ladebalken blinkt rot), dass der Akku jetzt sofort geladen werden muss um nicht zu versterben.
Ihr verwechselt immer "Tiefentladen" mit "Entladen bis zur Abschaltspannung".

Wenn der Akku Tiefentladen ist, bedeutet es, dass die Spannung einer Akkuzelle/der Akkuzellen jeweils unter 2,50 Volt gesunken ist - da wird in den meisten Akkus schon die betreffende Zelle unwiderruflich abgeschaltet. Da dies in 100% aller Fälle bei ausgeschalteten Rechnern passiert, nutzt der Energiemanager überhaupt nichts.

Bei Lithium-Ionen-Akkumulatoren führt eine Tiefentladung auf unter 2,4 V zu irreversibler Schädigung und zu Kapazitätsverlust. Sinkt die Spannung einer Zelle auf unter 1,5 V, sollte sie nicht mehr verwendet werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich Kupferbrücken ausgebildet haben, welche dann zu einem Kurzschluss führen. In diesem Zustand wird die Zelle instabil und erhitzt sich sehr stark, wodurch Brandgefahr entsteht. Tiefentladene Lithium-Ionen Akkus sollten aus Sicherheitsgründen nicht weiterverwendet werden.
 
Ihr verwechselt immer "Tiefentladen" mit "Entladen bis zur Abschaltspannung".

Wenn der Akku Tiefentladen ist, bedeutet es, dass die Spannung einer Akkuzelle/der Akkuzellen jeweils unter 2,50 Volt gesunken ist - da wird in den meisten Akkus schon die betreffende Zelle unwiderruflich abgeschaltet. Da dies in 100% aller Fälle bei ausgeschalteten Rechnern passiert, nutzt der Energiemanager überhaupt nichts.
Dann muss die Warnung eben z.B. bei 2.65V angezeigt werden (evt. sogar unabhängig vom OS rot blinkend auf dem Bios-Splashscreen, möglicherweise auch mit nervig klickendem Piezo wie beim Rauchmelder). Klar hilft das nicht, wenn der Laptop noch ein weiteres Jahr ungeladen rumliegt, aber wenn man alle paar Monate läd, sollte soein Hinweis reichen damit nichts schlechter wird. Bei mir hatte eine der Zellen beim ersten Messen 2.4V.
 
Dann muss die Warnung eben z.B. bei 2.65V angezeigt werden (evt. sogar unabhängig vom OS rot blinkend auf dem Bios-Splashscreen, möglicherweise auch mit nervig klickendem Piezo wie beim Rauchmelder). Klar hilft das nicht, wenn der Laptop noch ein weiteres Jahr ungeladen rumliegt, aber wenn man alle paar Monate läd, sollte soein Hinweis reichen damit nichts schlechter wird. Bei mir hatte eine der Zellen beim ersten Messen 2.4V.

Sicherer wäre eigentlich, wenn der Akku eine Stromentnahme bei Zellenspannung unter 3V/Zelle komplett unterbindet, so dass sich der Rechner jetzt nur mittels Netzteil in Betrieb nehmen lässt. Damit hast viel Zeit, bis die Zellen wirklich unrettbar entladen sind (soweit die Akku-Elektronik nicht selbst zuviel Strom verbraucht). Da finde ich die Lösung mit den geschützten 18650er (Li-Rundzellen) genial: Sinkt die Zellenspannung beim Entladen unter 3V, so macht die Schutzschaltung dicht (gar kein Stromfluss mehr), ein kurzer Ladestrom mit einer Spannung >3V macht die Schaltung wieder auf, bis die Spannung am Zellenkreis wieder geringer als 3V wird.
Damit hast du zwar in'ner Handlampe das Risiko, ziemlich schlagartig im Dunkeln zu stehen, aber es rettet dir den Akku. Wäre bei Notebook-Akkus echt praktisch. Die Schaltungen kosten pro Zelle nicht mal 10 Cent, damit wäre ein 9-Zeller gerade mal 'n Euro teurer. In der Akku-Elektronik könnte man das Verhalten programmtechnisch implementieren und hätte damit einen Akku, der bis zum chemischen Zellentod streßfrei und idiotensicher funktioniert.


Bei Lithium-Ionen-Akkumulatoren führt eine Tiefentladung auf unter 2,4 V zu irreversibler Schädigung und zu Kapazitätsverlust. Sinkt die Spannung einer Zelle auf unter 1,5 V, sollte sie nicht mehr verwendet werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich Kupferbrücken ausgebildet haben, welche dann zu einem Kurzschluss führen.
Ich habe mal versucht, ein paar alte Zellen mittels Lader wiederzubeleben (Zellspannung 0,5 V). 2 Stück funktionierten wieder, allerdings mit Kapazitätsverlust (alt 1600mAh, jetzt noch knapp 1100mAh). Der Rest wurde vom Lader "aussortiert": Unterbrechung des Stromflusses beim Spannungsmessen innerhalb der Ladepause (55 Sekunden mit 50mA laden, dann Spannungsmessung an unbelasteter Zelle). Wenn die Zelle jetzt eine höhere Spannung aufweist, als bei Beginn des Zyklusses, so wird eine neue Runde gemacht. Ist die Spannung dann innerhalb der für Lithium-Zellen definierten Bereiche, so wird der Ladestrom erhöht bis zum zulässigen Maximum.
Mit diesem System fährt man recht sicher, weil die 50mA bei maximal 4,2V die Zelle nicht überhitzen können (jedenfalls nicht in 55 Sekunden) und man danach sieht, ob die Zelle einen "Schluß" hat oder eventuell doch noch benutzbar ist.
Ich mache solche Test aber auf der Terasse (Betonuntergrund) und habe dort auch einen Pulverlöscher griffbereit. Außerdem ist immer ein Ton-Blumentopf über den Akku gestülpt. Im schlechtesten Fall brennt mir dann ein Akku ab, der die "Testphase" ohne Besonderheiten überstanden hat. Kupfer und die neuen brandhemmenden Kabel brennen bei den entstehenden Temperaturen nicht von allein weiter, so dass es mich dann einen Akku und die Anschlußleitung zum Ladegerät & 2 Klemmen kostet. Das kann ich verschmerzen, den Fleck auf dem Terassenboden auch. Gegen herumfliegende Reste schützt der Blumentopf ausreichend, denn der Berstdruck der Zellen ist nicht sehr hoch, es knallt also nicht laut und die "Reste" fliegen nicht sehr weit (alles schon auf freier Fläche probiert)...:thumbsup:
Sollte man(n) aber nicht drauf ankommen lassen - allerdings wollten wir für den schlimmsten Fall vorbereitet sein. Im Modellbau werden Akkus bei der Entladung manchmal getötet (unabsichtlich) und da sollte das Wissen vorhanden sein, wie man damit umgeht. Normalerweise stecken wir solche Packs in sogenannte LiPo-Säcke, das sind brandhemmende Taschen für Lithium-Akkus und entsorgen die Zellen später auf dem Wertstoffhof.
 
War es nicht so, dass selbst LiPo-Säcke aus Glasfasergewebe durchschmelzen sobald das Zeug ernsthaft brennt? (Auf YouTube gibts Beispiele.) Oder passiert das nur bei Zwangsüberladung bis zur Selbstentzündung (wo Lithiummetall und größere Energien eine Rolle spielen als bei normalem internem Kurzschluss). In einem PDF über Modellbootrennen stand, dass das Problem von "unlöschbarem" Feuer in der Praxis so nicht auftritt. Auch Schaumlöscher oder notfalls Wassereimer helfen ggf. den Brand im Zimmer (oder Flugzeug-Handgepäck) einzudämmen.

http://www.eco-idc.de/eco-news/LiPoSicherheitshinweise.pdf

Die Hauptgefahr ist, wenn geladene Akkus spontan Feuer fangen (Laptop nachts am Sofa etc.) ohne dass man dies bemerkt. (Gezündete normale Feuerwerksraketen im Wohnzimmer will man schließlich auch nicht erleben, obwohl die Menge an Zündstoff klein ist.) Auch den Qualm sollte niemand einatmen (Flusssäure, Cobaltverbindungen etc.), was sich dann kaum vermeiden lässt =>z.B. Lungenkrebs 20 Jahre später.

Den Tiefentladeschutz hat man ja auch in Handyakkus. Ob Zellen bis 2.5V oder 3V entladen werden dürfen, soll wohl an der Bauart liegen. (Folienpacks blähen sich auf und werden dabei beschädigt, während Rundzellen kleine Gasmengen wieder absorbieren?)
 
Na, wir wollen den Teufel hier aber auch nicht an die Wand malen. So wie das formuliert ist, klingt es, als wenn Lithium-Akkus hochgefährlich wären und am besten verboten gehören.
Die Schichten im Akku sind inzwischen meist brandhemmend, so dass die Hitzeentwicklung viel geringer ausfällt und die Brandgefahr geringer ist.
Und nicht vergessen darf man, dass Nickel-Akkus genau so platzen konnten (und es auch taten). Die Explosionen waren aufgrund der festen Metallummantelung viel heftiger als die von LiPos und über die Giftigkeit von Cadmium müssen wir uns wohl auch nicht unterhalten.

Ich denke, eine gewisse Vorsicht sollte man beim Umgang mit Akkus immer walten lassen, egal welchen Typs die Akkus sind - aber fürchten müssen wir uns davor nicht. Dann fürchten wir uns vor dem Falschen :)
 
Ich habe noch nicht gehört, dass NiMH unerwartet wie Feuerwerksraketen explodieren (also zig glühende Feuerkugeln in alle Richtungen wegspritzen). Das passiert nur bei Lithium.

NiCad soll wg. höherer Stromstärke wohl gelegentlich durch Dampfdruck explodieren, und den Inhalt möchte ich bestimmt nicht überall in den Küchenmöbeln haben. Ich hatte bisher nur einige ausgelaufene NiCads in gebraucht gekauften Geräten gefunden (weißer Salzrest, gewiss ungesund). Am übelsten war, Ich hatte mal ne total tiefentladene NiCad-Mignonzelle (nahm garkeine Ladung an) per Elko-Stromstoß wiederbelebt. Offenbar waren Whiskers drin (interner Kurzschluss) =>beim Laden über Nacht hat sich das Ding auf wohl geschätzt 130°C erhitzt und das Plastik im Ladegerät (simples Aldi-Modell ohne Schnellladung) angeschmolzen. Das Ladegerät fkt. noch, obwohl der verschiebbare Kontakt etwas hakt. NiMH hat sich bei mir noch nicht stark erhitzt. Ladegeräte betreibe ich nachts nur noch in einer blechernen Geldkassette (mit Kabeldurchführung und 2 kleinen Luftlöchern) falls sich das Ding mal zum Kokeln entschließt. Doch Lithium (ein Laptop passt nicht rein) lade ich über Nacht höchstens wenn es sich garnicht vermeiden lässt.

Habe heute wieder mal zwecks Erhaltung den 20 Jahre alten Li-Ion-Akku meines 760XD nachgeladen (Anzeige von 76% auf 100%, dort aber sofort beendet und nicht stundenlang gewartet bis LED grün wird). Das antike Stinkpad roch etwas übel nach angebrannten Pellkartoffeln, was auf einen zerstunkenen Elko hindeutet. Hoffentlich schaltet die Ladeschlusserkennung noch korrekt ab. Wenn der 760XD auf dem Bett am Netzteil läuft, läd der nämlich immer. (Ladeschwellen in Software gabs damals nicht.)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe noch nicht gehört, dass NiMH unerwartet wie Feuerwerksraketen explodieren (also zig glühende Feuerkugeln in alle Richtungen wegspritzen).
Ich auch nicht, aber so eine "Mini-Handgranate" (Nickel-Rundzellen, wenn sie platzen) ist mindestens genau so gefährlich wie eine Feuerwerksrakete (Lithium). Und ehrlich gesagt habe ich noch nie eine Lithium-Zelle gesehen, die in zig glühenden Feuerkugeln in alle Richtungen auseinanderspritzt. Das kenne ich nur von metallischem Lithium. Bei Lithium-Akkus sollte das auch eigentlich schwer möglich sein, denn das brennende sind Gase, keine Feststoffe.
Das passiert nur bei Lithium.
Und da auch nur bei den "alten" (oder billigen) ohne die feuerhemmenden Schichten. Und wie gesagt auch da brennt eigentlich "nur" das Gas. Was bei einer einzelnen kaputten Zelle in der Regel einfach entweicht und nicht zwingend Feuer fängt.
 
Feuerhemmende LiPo ("keramischer Separator") gibt es doch erst seit wenigen Jahren, und die auch nur in Fahrzeugen. Ich habe noch nie gehört, dass die überhaupt in Handys, Laptops etc. zu Einsatz kommen, und in "Hoverboards" leider offensichtlich erst recht nicht.
 
Also ich habe hier einige billige Akkus aus dem Modellbau, bei denen in der Beschreibung die Rede davon ist, dass sie "feuerhemmende Materialien" im Inneren hätten und daher "Brände wie früher nicht mehr möglich sind". Genauer ist das nicht aufgeschlüsselt. Die Akkus sind bestimmt schon mind. 5 Jahre alt.
 
  • ok1.de
  • thinkstore24.de
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