Hallo,
ich habe gestern abends nebenbei noch etwas probiert und bin jetzt auf eine unkonventionelle Software-Bastel-Lösung gestoßen:
Mit der original im EeePC eingebauten Atheros AR9285-Karte kann man zwar kein virtuelles Hotspot-Netzwerk wie mit einem Router, aber immerhin ein Adhoc-Netzwerk eröffnen.
Verbunden werden sollen ohnehin nur genau zwei Rechner, insofern würde das prinzipiell reichen. Bei einem Hotspot kann man prinzipiell mehrere Clienten zulassen.
Das Adhoc-Netzwerk richtet man unter Windows 7 ein (in der Starter-Version ist der Dialog versteckt, aber über die Suchfunktion im Startmenü erreichbar).
Es gibt dann noch drei Haken:
a) Das Adhoc-Netzwerk auf dem Server wird nicht automatisch beim Start des Rechners aktiviert. Dies kann mit einem kleinen Kommandozeilen-Proggamm (.bat) gelöst werden. Der Inhalt lautet: "netsh wlan connect SSIDDesNetzwerks"
b) Es gibt keinen DHCP-Server. Loggt sich der Client ein, suchen sich beide Rechner selbstständig eine IP-Adresse aus, wissen aber noch nichts von einander. Die Software "Tftpd32" (<- heißt wirklich so) bietet jedoch einen kostenlosen DHCP-Server. Auf der Website steht etwas kryptisch in der FAQ, wie man über den DHCP-Server dem hostenden Rechner eine feste IP zuweist. TFTPD32 startet man beim Windowsstart mit, spätestens eine halbe Minute nach dem Einloggen in das Netzwerk steht dann die Verbindung und beide Rechner wissen voneinander.
c) Der Adhoc-Modus ist offiziell wohl nur als 802.11g Netzwerk standardisiert, sprich die Adapter funken mit brutto 54 MBit/s. Netto bleiben davon ca. 25 MBit/s übrig (mit iperf gemessen). Das ist für heutige Standards ziemlich lahm, schafft 802.11ac doch ca. Faktor 10 mehr. Der Ping ist bei mir mit ca. 1 ms sehr niedrig.
Ich habe auf Arbeit zur Synchronisation zwischen zwei Rechnern jedoch eine recht ähnliche Technik, mit einem Thinkpad x220 samt Intel 6205 als virtuellen Hotspot. Die Intelkarte kann zwar prinzipiell 802.11n (und erreicht dann ca. 48 MBit/s), kann im n-Standard jedoch keine langzeit-stabile Verbindung aufbauen. Die Verbindung fängt irgendwann an, periodisch auszusetzen. 802.11g läuft stabil, bringt aber nur ca. 21 MBit/s. Insofern ist die Adhoc-Lösung hier eigentlich von der Geschwindigkeit ganz in Ordnung.
Ich werde jetzt die Lösung erst mal eine Zeit lang ausprobieren und mal sehen, welche Probleme die Langzeit-Nutzung aufwirft.
Wenn man das übrigens ordentlich machen will (Clienten per WLAN an Server anbinden) kann ich nur einen Alfa AWUS USB-WLAN-Adapter empfehlen. Mein alter XP-Rechner zuhause hat diese, man bekommt bis zu 100 MBit/s Nettodurchsatz, die Einrichtung ist einfach und konfortabel und das Teil läuft sehr stabil. Zumindest solange keine Intelkarte im 802.11n-Modus im Netzwerk ist, dann setzt es auch wieder periodisch aus.
Soweit so gut, falls demnächst eine neue Festplatte für den Server kommt, versuch ich vielleicht nochmal mit Linux die andern Karten zum laufen zu bekommen.