Wer DDR4-RAM braucht, sollte sich sputen

Mornsgrans

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Heise schrieb heute, dass die Preise für DDR4-RAM steigen, weil die Produktion reduziert wird:

Wer also am überlegen ist, ob er noch RAM braucht, sollte sich besser zeitnah entscheiden.
 
War mir schon klar, ich wollte ihn nur noch einmal darauf hinweisen, da mir seine These in diesem Zusammenhang doch etwas weit hergeholt scheint.
 
Vor 35 Jahren hab ich meinen PC mit 2 MB RAM erworben und später auf 8 MB aufgerüstet. ;)
Ich erinnere mich dunkel an die Aufrüstung meines COMPAQ 486SX/25 von 1 auf 5MB. Das bestückte Speicherboard vom Dritthersteller aus Südbaden (Original war unbezahlbar) kostete vierstellig (für die jüngeren hier: Deutsche Mark).

Du kannst gerne an Deine Meinung glauben
Pressemeldungen sind sicherlich nicht die alleinige Ursache für die Preisexzesse. Heisst aber nicht, das sie gar keine preissteigernde Wirkung haben.
 
Juni 1995: OS/2 Warp auf dem VOBIS PC 486 DX2/80 mit 4 MB RAM = Schneckenlahm, ca. 2 Minuten für den Start gebraucht. 4MB Riegel dazu gekauft, Straßenpreis 400,00 DM (damals ein echt großes Stück vom monatlich zur Verfügung stehenden Kuchen). Geschwindigkeitssprung um gefühlte 1000%. Ich meine so 6 Monate später war der Preis auf die Hälfte gefallen.

Dann waren 16MB der Hit, gefolgt von 32, 64, 256 ....

Wer erinnert sich nicht gerne an SOFT RAM (oder wie das Programm hieß), dass die c't dann als Plazebo entlarvt hat.

Ach, waren das Zeiten.

Ich hänge mal die Rechnung für meinen ersten PC an, bei mir der EDV Technische "Urknall" sozusagen. Ein gutes Beispiel für Preise, es handelte sich damals dabei auch um "das Günstigste" Einstiegsmodell, was man nicht vergessen sollte.

VOBIS Rg Seite 1.jpg VOBIS Rg Seite 2.jpg
 
Is ja geil...
Ich hab ich glaube 1997 auch bei Vobis Hannover nen Rechner gekauft....
Rechnung habe ich nicht mehr, aber es waren so ca 5500 DM für nen PII 450Mhz und mit 56k Modem im Internet unterwegs zum Minutenpreis bei der Telekom..... man man man ... ich hatte jeden Monat ca 500DM Telefonrechnung :D
 
Hier mal der Ausschnitt aus dem Prospekt, das mich seinerzeit zum Erwerb animierte. 😄

Denkzettel 94_12_S02.jpg

So kam es ja auch zur Schicksalhaften, bis heute andauernden Begegnung und Beziehung mit IBM OS/2 Warp ..... :sneaky:
 
Hier mal der Ausschnitt aus dem Prospekt, das mich seinerzeit zum Erwerb animierte. 😄

Anhang anzeigen 217370

So kam es ja auch zur Schicksalhaften, bis heute andauernden Begegnung und Beziehung mit IBM OS/2 Warp ..... :sneaky:
Ham sie dir bei Vobis damals auch nen (sogenannten) "Denkzettel" verpasst? :ROFLMAO:

Ich war nur 1x in meinem Leben drin, leider frühe 2000er? da war der spass schon vorbei :/

Aber wir bewegen uns von der 4. DDR und der dazugehörigen Knappheit weg. Wir sollten für West Themen wie Vobis einen eigenen Thread machen
 
Irgendwann während Corona-Lockdown und auch danach, als viele Produkte gehamstert wurden, gab es auf irgendeiner Social-Media-Seite ein Bild. Darauf war ein älterer Mann zu sehen, der irgendwann in den 1970er-Jahren vor einer Drogerie mit sehr vielen Stapeln Klopapier auf den Abtransport wartete.

Die Überschrift des Bildes lautete ungefähr: „Der Alte hatte damals aufs richtige Pferd gesetzt.“ ;)

1790938256340.png
 
Tja, nur dass sich die Kackpappe nicht so lange hält 😜
..und heutzutage beschwert man sich, wenn man nicht Mal 1000€ für ne mehr als üppige RAM Aufrüstung hin blättert.
 
Ja, solange die Dinger nicht mit ausreichendem RAM angeboten werden, werden sie nicht mehr lohnenswert aufgerüstet, da der Preis für den RAM fast der Hälfte des eigentlichen Preises des Geräts entspricht oder sogar noch höher ist.
 
Der RAM von 1990 bis ca. 2010 wird aber heute kaum noch für Produktivgeräte gebraucht.
Warum dort die Preise mit explodieren, macht überhaupt gar keinen Sinn.

Das der aktuelle RAM für Rechenzentren und KI "gebraucht" wird, ist zwar ärgerlich aber könnte ja mit mehr Produktionskapazitäten ausgeglichen werden.
Die Hersteller haben halt Angst, dass wenn sie jetzt "zu viel" herstellen, sie irgendwann auf den "alten Kram" sitzen bleiben.

Es müsste halt "getrennte" Werke geben.
Die einen produzieren für RZ und Ki, die anderen für Consumer und Business.
Das Problem sind halt aktuell die Gewinnmargen...
 
Die BRD soll unbedingt Speicherfabriken fördern! Die Kohle kommt garantiert wieder rein :/
Du weißt schon, wie viel Jahre das dauert, bis so ein Halbleiterwerk steht und tatsächlich auch was produktives da raus kommt, oder? Wir reden da durchaus davon, dass das Werk 2032-2034 stehen und arbeiten/produzieren könnte, wenn man jetzt sofort anfängt. Wer weiß, wie sich die Situation bis dahin entwickelt hat...
Abgesehen davon hatten wir ja schon mal einen deutschen Speicherhersteller namens Invot bzw. Qimonda: https://de.wikipedia.org/wiki/Qimonda
2004 gegründet, 2008 etwa 13.500 Mitarbeiter und einen Umsatz von knapp 2 Mrd. Euro. Nur: Der Preisverfall in der Branche war zu dem Zeitpunkt massiv. Mitte 2008 war es dann schon schwer defizitär und trotz Sparkurs und Staatshilfen im dreistelligen Millionenbereich Ende 2008 war dann Anfang 2009 die Insolvenz da. Im April 2009 war dann endgültig Feierabend.

Wenn man also *jetzt* anfängt, in der BRD eine Speicherfabrik hochzuziehen, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass man in den näschten Überschuss im Schweinezyklus gerät und damit die nächste Qimonda gründet.
 
MCI / MDT Ram war damals auch deutsch.. Keiner kann sowas heutzutage noch in Deutschland produzieren dann wärs nie so billig geworden wie es halt mal war :D. Ach ja damals hab ich für utopisch Geld mal Rambus gekauft als Intel meinte das kurz ggü. DDR Ram etablieren zu müssen. Ganz ganz schlimm.
 
Du weißt schon, wie viel Jahre das dauert, bis so ein Halbleiterwerk steht und tatsächlich auch was produktives da raus kommt,
Hatten wir alles schon. M.W. hatte Siemens hier produziert, auch IBM. Zu meiner Zeit bei IBM wurde mit viel TamTam in Sindelfingen das Modernste vom Modernen dieser Zeit gebaut, Politikerbesuche und und und... Ich habe mal versucht, die Zeitachse etwas hin zu krigen und packe die Links dazu. Nur aus der Erinnerung kriege ich nicht alles mehr zusammen, weil .... (im technischen Außendienst andere Aufgaben).
  • Im Juni 1979 konnte nach 5-jähriger Bauzeit ...... (Speicherprod. in Sindelfingen)
  • 1985 wurde erstmals ein 288-Kilobit-Chip verwendet, der sich im Werk Sindelfingen in der Mengenfertigung befand.
  • Start der 4-Megabit-Chip-Serienproduktion (1989)
  • Auch in Böblingen hat sich IBM nach und nach aus der unrentabel gewordenen Produktion verabschiedet. Bereits 1995 hatte man das Sindelfinger Werk verkauft.
D.h. keine 20 Jahre für die modernste Fertigung in Europa. Gleiches passierte bei Magnetplatten in Mainz, die an Hitachi verkauft wurden und Geschichte sind. PCs an Lenovo (deswegen bin ich hier im Forum gelandet :-) ). Ich hänge die zum Auffrischen der Erinnerung benutzten Links hier formlos an, falls jemand möchte ................... (die erste Link ist hinter Paywall und etwas politisch angehaucht, habe ich nicht weiter verwendet)
Code:
https://www.szbz.de/nachrichten/artikel/sindelfingen-aufstieg-und-fall-einer-chip-fabrik
https://old.zeitreise-bb.de/sindelf/sindelf/wirtsch/ibm/teil2.html
https://www.youtube.com/watch?v=DNtHfPLMT0s  4MB Chip
https://old.zeitreise-bb.de/boebl/boebl/wirtsch/ibm/teil3.html

Etwas Nachtrag OT: die ganze Chip-erei ist sehr kurzlebig, weil sich mit Verdichtung z.T. sehr krass die Produktionsbedingungen ändern und eine Werksumrüstung zu teuer wird. Wer mal eine Chip-Produktion besichtigen konnte, hat sicher eine andere Vorstellung von ".... mal ein Werk bauen...". Wir marschieren Richtung Quantentechnik bei der H/W, KI ist nicht alles. Ich frage mich eh', was von den Ampere und kW süchtigen Rechenzentren noch bleibt, wenn KI via Quantentechnologie läuft.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, man kann schon auch in Deutschland Chips produzieren. Ich habe mal die Produktion von NXP (ehemals Philips, heute Qualcomm) in Hamburg angeschaut, dort werden riesige Mengen diskrete Halbleiter (Dioden, Transistoren, usw.) gefertigt. Dafür braucht man nicht den modernsten Prozess, da geht es dann eher um die Masse. Aber mit Globalfoundries in Dresden (ehemals AMD) haben wir auch die größte und modernste Halbleiterfabrik Europas in Deutschland. Laut Wikipedia wird dort bis runter zu 12nm produziert. Und auch Infineon produziert modernste Chips in Deutschland. Hauptsächlich wohl in Dresden, zusammen mit Siemens auch in Warstein. Letzteres habe ich auch mal besucht und verpackt in Ganzkörperkondome die Reinräume besichtigt, da werden Leistungshalbleiter produziert, die heutzutage auch wichtiger denn je sind.
Man kann also durchaus moderne und modernste Chips in Deutschland produzieren. Und das auch gewinnbringend. Man könnte vermutlich auch Speicherchips in Deutschland gewinnbringend produzieren. Allerdings jetzt, aber vielleicht nicht mehr in 2033, wenn man jetzt erst das Werk anfängt zu planen.
 
Allerdings jetzt, aber vielleicht nicht mehr in 2033, wenn man jetzt erst das Werk anfängt zu planen.
Das ist halt der springenden Punkt. Es ging bei IBM damals hauptsächlich um Speicherchips und die verbaute Logik für den Eigenbedarf. Im Moment läuft vermutlich die Speicherchip-Planung der Realität etwas hinterher und der aktuelle Bedarf scheitert an fehlenden Lieferketten. Ich vermute, daß zu der damaligen Bauzeit von 5 Jahren die kommunale Planung/Genehmigung nicht mitgerechnet wurde. Aber .... OT.
(Infineon = Siemens-Ableger, hatte ich im Post vergessen, Wiki-de habe ich nicht benutzt, ist nicht sehr IBM-affin - aus meiner Sicht.)
 
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  • ok1.de
  • thinkstore24.de
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