Ein X220 ist kein Elektroschrott und bringt aktuell locker >120 EUR ein. D.h. man hätte im vorliegenden Fall das Gerät hier oder bei ebay-KA versilbern und das Geld spenden können.
Es wird zum Elektroschrott, wenn man es selbst nicht mehr braucht und meint etwas Gutes zu tun, indem man es einem Bedüftigen überhilft der es in Wahrheit auch nicht braucht.
Wenn man dafür noch 120 Euro bekommt, dann sollte man es verkaufen und das Geld spenden, oder dafür Dinge kaufen, die dem Bedürftigen tatsächlich helfen (einen Stapel warme Decken z.B.). Klar, könnte der Bedürftige das Notebook auch selbst verkaufen, aber der hat eigentlich gerade andere Probleme.
Problematisch ist, dass die Leute häufig erstmal das alte Notebook oder das alte Smartphone zwei Jahre in die Schublade legen und dann erst überlegen, ob sie es entsorgen/spenden sollen. Wenn man etwas ausmustert, dann sollte man sich zeitnah überlegen, was damit passieren soll.
Das ist prinzipiell richtig, greift aber eigentlich zu kurz.
Die eigentliche Frage ist doch, warum ich etwas ausmustere, das noch gut genug ist, dass es für jemand anderen noch nützlich sein könnte. Natürlich mag ich ein neues Nutzungsszenario mit gewissen Anforderungen haben, das der Andere nicht hat.
Aber in den meisten Fällen ist die wahre Antwort schlicht, dass ich das irrationale Verlangen nach etwas Neuem habe. Und dann wäre die nachhaltige Handlungsweise nicht, nach dem Kauf des Neugeräts das Altgerät zeitnah weiterzuverkaufen, sondern dem irrationalen Impuls zu widerstehen, auf den Neukauf zu verzichten und das Altgerät so lange weiterzubenutzen bis es objektiv nicht mehr nutzbr ist. Ist dieser Punkt erreicht, dann ist aber auch eine Weitergabe meist nicht mehr sinnvoll.
Wir Westler reden uns unseren Konsumwahn viel zu oft unter dem Stichwort "Charity" schön. Das gilt nicht nur für Notebooks. Auch wenn das jetzt etwas ausufert, aber gerade mit Blick auf den Klimawandel ist die Antwort nicht "nachhaltiger Konsum", sondern Konsumverzicht.