Neues Jugendmedienschutzgesetz ab 01.01.2011 - FSK-Kennzeichnung für das TP-Forum?

ingolf

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Hallo ins Forum:

Ich dachte zuerst an einen Scherz, aber es ist wohl für den 01.01.2011 geplant, ein neues Jugendmedienschutzgesetz einzuführen, das für bestimmte Internet-Angebote eine FSK-Kennzeichnungspflicht verlangt.
Hat jemand von Euch weitere Details bzw. müssen wir damit rechnen, dass das TP-Forum künftig erst ab 22:00h online gehen darf?

Grüße, Ingolf (mir fällt da nur noch der :elch: ein).
 
LOL, die werden ja immer Bekloppter...Wat en dummfug *Kopfschüttel

Bei den Themen, die wir hier so haben, sollte es kein Problem sein, die Mods hätten dann vermutlich wieder mehr mit WSNP zu tun, was aber zum Glück nicht mehr im Portal auftaucht.
 
Die Forenbetreiberhaftung sollte das neue Gesetz nicht tangieren. Meines Verständnisses nach gilt nach wie vor: Betreiberhaftung nach Wahrnehmung eines Verstoßes - und wann ein Betreiber das Wahrnehmen kann ist dann halt immer die Frage - da ist der Kläger wohl erst Mal in der Pflicht nachzuweisen, dass es wahrgenommen wurde.

Allerdings bekommt der gute alte "Großmutter-Spruch" endlich Sinn:

"Was treibst du dich denn um die Zeit im Internet rum? Jetzt gibt es da doch eh nur Schund zu sehen..."
 
So etwas kommt leider dabei heraus wenn Nicht-Fachleute auf Fachleute mit keinem, nur sehr engen oder zu sehr interessengeleiteten Verständnis vom Internet treffen UND mit möglichst wenig oder keiner Bürgerbeteiligung ein Gesetz so schnell wie möglich am Bürger vorbeiwinken.

In naher Zukunft, also nachdem der von der Bundeskanzlerin gewählte Bundespräsident das Gesetz unterzeichnet hat werden sich mit der Thematik voraussichtlich die Gerichte und vermutlich irgendwann das Bundesverfassungsgericht beschäftigen müssen.

Aufgrund der Tatsache dass hier eine Generation welche das Medium nicht versteht einer Generation welche damit aufwächst versucht Medienkompetenz by Sperren/Verbote/Strafe/umfassende Überwachung beizubiegen anstatt über die natürliche Neugier, Erläuterungen und Förderung von Verständnis und eigener Filterung vom Gesamtvolumen konnte ja nichts Gutes dabei herauskommen.

-Einschub zur Kompetenzentwicklung:
(ohh, halt!! Geht ja nicht, kostet ja viel zuviel Aufwand und Zeit, da ist es doch besser wir machen das Internet fernsehähnlicher und arbeiten mit dem FSK-Siegel. Hilft ja beim Fernsehen auch, da durch die Einblendung und Ansage: "Dieser Spielfilm ist für Zuschauer unter 16 Jahren nicht geeignet" schon immer zuverlässig verhindert wurde das jüngere Zuschauer so etwas sehen! Ich lache mich schief, Gesetz trifft auf Wirklichkeit.) Einschub-Ende-


Die Hoffnung, Juristen oder Politiker (und beides in Personalunion) immer wieder und mehr gesteuert von Lobbyisten würden den Bürgern die gewählt haben (und dem Rest) etwas mehr vertrauen anstatt durch Verbote zu lenken (versuchen) kann man selbst als nahezu grenzenloser Optimist endgültig begraben.

Stellt sich eigentlich nur noch die Frage welchen Klopper unsere Abgeordneten als nächstes versuchen in die Spur zu bringen.
Ich ahne nichts Gutes!!!!!!!!!
Es wird wohl leider immer mehr auf Kontrolle, Überwachung, Lenkung und Bevormundung herauslaufen als auf Freiheit, Liberalität oder Eigenverantwortung.

Bedauerlicherweise ist mir bis jetzt noch in keinem Geschichtsbuch eine Epoche/ein Land begegnet, wo diese Gesetzgebungsspirale zu einem guten Ende geführt hätte, von viel Leid, Elend oder himmelschreiender Ungerechtigkeit innerhalb einer solchen Entwicklung gibt es allerdings jede Menge Beispiele. Na prima!

Schönen Tag noch
donar05
 
Diskutiert hier bitte gerne weiter, mich interessiert das Thema auch sehr. Wir haben schon jetzt das schärfste Jugendschutzgesetz der Welt, warum das jetzt auf Biegen und Brechen noch weiter verschärft werden muss? Irgendein Politiker Selbstzensur beschäftigt sich vermutlich mit solch wichtigen Sachen, statt sich mit wirklichen Problemen herumzuärgern. Vielleicht hatte Frau Laien ;) auch nur keine Zeit.

Nur zur Info: Wir diskutieren gerade hinter den Kulissen, wie wir damit umgehen. Grundsätzlich kennzeichnen müssten wir nur, wenn Gefahr beim Jugendschutz bestände. Wir haben aber user-generated content und zudem eine sog. "Notice and Take-Down policy" (schön, dass es so viele deutsche Worte dafür gibt). D.h. dass wir derzeit "neutral" sind und von Jugendschutzsoftware als "ab 18" eingestuft werden.

Im Grunde sollte das uns soweit entgegenkommen, damit halten wir dann auch offiziell die Minderjährigen aus dem Marktplatz raus :D

Das ist aber nur ein Zwischenstand, die Novelle, in der die Umsetzung vorgegeben wird, ist noch nicht raus.
 
kann unseren Politikern mal bitte einer erklären, was die ersten beiden w's von www bedeuten?
 
- wonderful weird?
- wirklich wirr?
...


...wer Ironie findet darf sie behalten... :D
 
Ich hab für eine Satireseite schon was in Vorbereitung


 
Kunstseiten werden aus dem Boden schießen

Wer kennt es nicht, da sitzt man auf dem Sofa, zappt in der Weltgeschichte rum und plötzlich flimmern auf dem Bildschirm nackte Körper beim wilden Liebesspiel. Vergewaltigungsszenen, Kastration,... eindeutige Geschlechtsorgane in Großaufnahme, jede menge Körperflüssigkeiten.
Der Film: "Im Reich der Sinne"
Das Programm: ARTE

Nähere Infos auf Wikipedia.org

Möglich wird eine Ausstrahlung durch den Vermerk, dass es sich hierbei um Kunst handelt.

Interessant finde ich die Diskussion, da ich eine kleine Seite mit Fotos betreibe. Hier sind auch erotische Fotos zu sehen. Sind die jetzt ab 14, 16, 18? Wer legt das fest?

Da ist den bekannten Abmahnanwälten wieder ein großer Dienst erwiesen worden. Wahrscheinlich findet man auch deren Spenden in den Kassenbüchern der Regierung.

Eine kleine Anekdote, wenn ein Rechtsberater der Bundeswehr die Erkennungsmerkmale von Kinderpornografie definiert:
"Erkennbar ist Kinderpornografie an jung aussehende Darstellerinnen, kleine Brüste und keine - bis wenig Schambehaarung"
 
eigentlich sollte man davon ausgehen, dass die leute doch etwas von ihrem handwerk verstehen sollte wie in jedem anderen handwerk auch.halt profis in ihrem bereich.
leider werden immer mehr stümper an die gesetzgebung gelassen und wie schon der professor hoeren aus münster meinte:

"Was man in letzter Zeit als Gesetzgebungsentwürfe liest, schlägt einem auf den Magen. Sei es die Reform des Arbeitnehmerdatenschutzes oder das Buttongesetz gegen Internetabzocke - man wird den Verdacht nicht los, daß hier "Legastheniker" am Werke waren, die erst nach mehrfachen Anläufen ihr Jurastudium an irgendeiner C-Universität zu Ende gebracht haben." :thumbdown:

Quelle: ThomasHoeren'sBlog

diese meinung unterschreibe ich voll und ganz

gatasa
 
@gatasa, dass kann ich ebenfalls unterschreiben.

Ich finde es fantastisch, für welch einen Schmarn die Damen und Herren Politiker Zeit haben.

Ich habe vergangene Woche eine Prüfung zum Thema Medienrecht (Medienfachwirt) abgelegt, da sagte der Rechtsdozent, dass hier Gesetze abgefragt worden, die musste er beim ersten Staatsexamen nicht beantworten.

Regulierung ist ja gut, nur sollte doch der normale Staatsbürger, auch den Sinn und die Umsetzbarkeit realisieren können. Und dies ist weder beim Urhebergesetz noch beim Telemediengesetz, noch beim Rundfunkstaatsvertrag der Fall. Interessant ist auch das UWG (Unlauterer Wettbewerb). Da komm ich mir vor wie nach einem Kafka-Text.

Wenn mich jemand fragt, ob ich will, dass mein 6jährige Sohn mit einem Klick auf Pornoseiten kommt - muss ich klar sagen: NEIN
Doch dieses Nein bedeutet nicht, dass ich die Fotos des Pirelli-Kalenders nur mit Altersverifizierung sehen will.

Eigentlich war es doch vorauszusehen. Der e-Pass ist die Grundlage für eine solche Zensur. In Zukunft kann man dann Inhalte nur sehen, wenn man nachgewiesen hat, dass man 1. Deutscher ist, 2. alt genug ist und 3. auch die richtige politische Orientierung hat.
 
hi,
es geht hier zwar um deutsche politik, aber die schweizer politik ist da nicht besser.

allerdings sehe ich das problem von einer ganz anderen seite, das volk sollte einfach auhöhren akademiker zu wählen,
dann würde auch wieder der "gesunde Menschenverstand" eingesetzt, nicht das man den beim studieren erwerben könnte nein so ist das ja nicht,
mann/frau verliert ihn weil sie sich einfach in einer anderen realität bewegen.

aber hier im forum dürfte sich ja nichts ändern, es wird ja verlangt das man 18 jahre alt sein muss, um bei den "roten nippeln" mitzureden.
 
lyvi' schrieb:
allerdings sehe ich das problem von einer ganz anderen seite, das volk sollte einfach auhöhren akademiker zu wählen,
dann würde auch wieder der "gesunde Menschenverstand" eingesetzt, nicht das man den beim studieren erwerben könnte nein so ist das ja nicht,
mann/frau verliert ihn weil sie sich einfach in einer anderen realität bewegen.
Anhang anzeigen 37885

Tut mir herzlich Leid, aber das ist ja wohl vollkommener Schwachsinn! In Österreich gibt es schon so einen mit "gesundem Menschenverstand" dieser Herr heißt HC Strache... Und vor Allem habt dieser Typus Politiker ohnehin nur das Verlangen ALLES genauer zu kontrollieren und reglementieren, da sind dann die Netzsperren nicht mehr weit...
 

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Das Problem sind eher Berufspolitiker....die in Prinzip schon von Jugend an auf Parteidoktrin sind und ihren weiteren Lebensweg daran ausrichten
 
Dachte auch zuerst an einen Scherz, als ich das gelesen habe...

:question: :thumbdown: :thumbdown: :thumbdown: :thumbdown: :thumbdown:

Was bedeutet das ganze jetzt eigentlich für mich als privaten Websitebetreiber (ohne jugendgefährdende Inhalte auf meiner Seite)?
Muss ich jetzt überall dick oben "ab 0" oben auf die Seite schreiben? Oder reicht eine Angabe im Impressum? Oder gibt es sogar eine Möglichkeit, das nur in den Metadaten zu machen?
Wie ist das eigentlich, wenn man sich nicht ganz sicher ist - muss die Angabe immer genau stimmen, oder reicht es, sich einfach "ab 18" auf die Website zu schreiben?
Muss ich zwangsläufig einen Jugendschutzbeauftragten im Impressum haben, und kann ich das auch selbst sein?

Offizielle FAQs zum JMStV gibts nicht, oder? :
 
Der "Sinn" dahinter ist ganz einfach und aus Politikersicht sehr einleuchtend. Da spielen einige Bestrebungen zusammen und werden so optimal umgesetzt.

Zum einen ist das der elektronische Personalausweis und die "Ausweis.App", welche in Zukunft überprüfen wird, ob der Besuch einer Webseite zulässig ist. Jede Webseite wird verpflichtet einen "Ausweis.App"-kompatiblen Zugangsschutz zu integrieren. Das fördert zum einen den Absatz des elektronischen Ausweises und macht ihn erzwungenermaßen "gesellschaftsfähig". Zum zweiten erlaubt es eine lückenlose Überprüfung und Aufzeichung des Surfverhaltens der User (da jede Seite entsprechend den Besuch der Seite über den Ausweis dokumentiert und an eine zentrale "Ausweisprüfstelle" meldet um Fälschungen vorzubeugen).
Das bedeutet also:

1. Mehr Geld für die Kassen und eine Legitimierung des neuen Ausweises
2. Datenvoratshaltung abseits der Provider, da die zentrale Ausweisbehörde ja in staatlicher Hand ist
3. Nutzerprofile der Bürger für "Internetrasterfandungen" nach Urheberrechtsverletzungen etc. da ja IP und Nutzer per Ausweis sicher verknüpft sind.

In meinen Augen ist dieser Gesetzentwurf von langer Hand vorbereitet worden und wird jetzt mit genauso fadenscheinigen Argumenten durchgewinkt wie vormals schon die Kinderporno-Zensurbehörde.
 
Mal sehen, wielange es dauern wird, bis in Deutschland/in der EU eine Instanz eingerichtet wird, die Genehmigungen zum Betreiben von Webseiten erteilt.
 
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