Multifunktions-Drucker mit "scan to mail"-Funktion?

Kai W.

Member
Moinsen!

Folgendes Szenario: Schwiegermuddern ist dement und ca. 140 Straßenkilometer weit weg (eine Strecke). Aufgrund der Demenz haben meine Frau und ich den Papierkram übernommen. Eigentlich sollte sämtliche relevante Post an unsere/meine Adresse gehen, aber natürlich funktioniert das nicht zu 100%. :-(

Meine Idee: Olles Faxgerät hinstellen und eine Anleitung mit drei Stufen erstellen, erklären und auf dem Gerät per Brother P-Touch anbringen. Klappte ein paarmal, aber nun schon leider nicht mehr. Schwiegermuddern hat gewissermaßen "Angst" vor dem Ding. :-(

Deswegen war meine Idee nun: Irgendeine MuFu-Kiste, die (ins mittlerweile vorhandene Netzwerk) eingebunden werden kann. WLAN wäre nett, Kabel wäre aber auch möglich.

Meine Utopie lautet wie folgt: Schwiegermuddern legt was auf einen Flachbettscanner (die zu scannenden Dinger sind nicht immer sauber auf DIN A4 gedruckt - deswegen wäre Flachbett schön) und muss nur ein bis zwei Tasten drücken -> Scan landet in meinem Postfach.

Bessere Ideen sind sehr willkommen. OK: Das hier ist kein Lebenshilfe-Forum, aber der technische Aspekt ist IMO entscheidend. ;-)


Danke vorab & schöne GRüße,

Kai
 

IronEagle

Active member
Ich habe hier für einen ähnlichen Fall mal was mit nem USB Flachbett-Scanner und nem Raspberry Pi gebaut. Dokument auf den Scanner, beliebige Taste am Scanner drücken, und die Seite wird gescanned und per eMail versendet. War um Welten günstiger als entspechende MuFus oder gar Dokumentenscanner.

Viele der günstigen Geräte die mit „Scan2Mail“ werben benötigen leider einen PC, der dann das ganze semi-automatisch durchführt. Wenn es also ein fertiges Gerät sein soll genau das Handbuch studieren und nicht nur auf das Stichwort Scan2Mail vertrauen.

Wenn die Bastellösung interessant ist schreib ich gern mal was zusammen.
 

Kai W.

Member
Themenstarter
Moin IronEagle,

das klingt SEHR interessant. Erfahrung mit Himbeeren sind rudimentär vorhanden (eine läuft hier als Mediaplayer), von daher klingt das umsetzbar. (y)

Für detaillierte Hinweise danke ich schonmal vorab und grüße recht freundlich. :)
 

Kai W.

Member
Themenstarter
Moin Binford 6100,

vielen Dank für die Info, aber Dokumenteneinzug ist leider ein Ausschlusskriterium.


Trotzdem Danke & Gruß,

Kai
 

Kai W.

Member
Themenstarter
Kommt nicht auf 'n Tag an, aber grundsätzlich würde ich für Unterstützung danken. :)


Gruß,

Kai
 
Schau dir das von mir verlinkte Gerät nochmal an, hab ihn selber nicht vor Ort, aber scheinbar hat das Gerät doch ein Flachbett. Ich hab das seinerzeit nur für jemand anderen bestellt
 

Kai W.

Member
Themenstarter
Moin binford6100,

habe gerade geschaut: Sieht auch gut aus! (y) Vielen Dank auch für den Tipp. Eigentlich brauche ich keine Druckfunktion, aber "notfalls" kaufe ich die halt mit. Die Variante "Alter Scanner plus Raspberry" scheint mir aktuell am passendsten. :)

Gruß,

Kai
 

Mr Micawber

Member
Nicht lachen, aber evtl. mal eine Fax-Lösung in betracht gezogen? Es gibt ja Multifunktionsgeräte die das können, zumindest vor ein paar Jahren noch. Vorteil: kein PC-Nötig außer vielleicht bei der Einrichtung und Faxenmachen funktioniert auch über VoiP. An deinem Ende müßtest du das dann natürlich auch entsprechend einrichten. Wäre vielleicht eine Alternative.
 

Kai W.

Member
Themenstarter
Moin Mr Micawber,

guckstu Frage: Fax hatte ich als simpelste Lösung erdacht und installiert, aber Schwiegermutters Krankheit schießt mir da quer. :(

Deswegen: Die Bedienung muss noch einfacher werden. Ein Knopfdruck auf 'nem Scanner wäre da schon nicht schlecht. :)

Trotzdem vielen Dank & Gruß,

Kai
 

hgahse

Member
wir haben einen Officejet 8620… da sind leider einige „Knöpfe“ zu drücken für scantomail.
Also wenn Faxen über Kurzwahl nicht klappt, wird das schwierig!

Sonst funktio das aber einwandfrei und ohne PC.

Gruß, Helmut
 

Mr Micawber

Member
Genauso was wie hgahse meinte ich. Allerdings habe ich es gerade noch mal getestet und ich fürchte, nach dem was du schreibst, wäre es für deine Schwiegermutter wohl tatsächlich zu kompliziert.

So sieht der Fax-Kurzwahl-Ablauf auf einem HP OfficeJet 5510 aus:

1. auf Fax drücken
2. Kurzwahlknopf drücken (der fügt die voreingestellte Telefonnummer ein)
3. Auf die Displayfrage hin '1' drücken (= option "Faxen vom Glas" auswählen, '2' wäre Papiereinzug bei dem Gerät)
4. Auf den Schwarzweissknopf drücken
 

Kai W.

Member
Themenstarter
Ahoi ihr Lieben,

vielen Dank für eure Hinweise und Ideen, ich hoffe wirklich auf die Idee von IronEagle: Papier rein - Knöppchen drücken - das bekommt sie hin. Noch. Wenn nicht mehr, haben wir eh ein größeres Problem. :confused:

Aber: Viiieeelen Dank für den Input! (y)


Danke & Gruß,

Kai

P.S.: Flachbettscanner ist schon im Zulauf.
 

IronEagle

Active member
So, dann mal eine kurze Anleitung, ich setze voraus das man sich mit Linux auskennt, bei Detailfragen dann immer raus damit.

Eingesetzt habe ich nen Raspberry Pi 3 Model B Rev 1.2, einfach nehmen was man kriegen kann. Der Scanner ist ein CanoScan LiDe 300, es sollte im Prinzip aber auch jeder Scanner gehen der Buttons hat und von libsane (dem Scanner-Framework unter Linux) sowie scanbd unterstützt wird.

  1. Installieren von Raspberry OS (ehemals Raspbian), dazu gibt es genug Anleitungen, das brauchen wir hier nicht ausbreiten.
  2. Einen MTA (Mail Transfer Agent) installieren, so das der Raspberry eMails verschicken kann
  3. Die Magie macht scanbd
    • Anleitung z.B. hier: https://wiki.ubuntuusers.de/scanbd/
    • das Script was dann von scanbd beim Button-Press ausgelöst wird und die eigentliche Arbeit macht (scannen, umwandeln in PDF, Mailversand) habe ich angehängt
  4. Aufräumen :)
    • Das Verzeichnis /var/spool/fax ab und an löschen, damit die SD Karte nicht überläuft :)
    • ab und zu per cron aufrufen: find /var/spool/fax -name "*.pdf" -type f -mtime +30 -exec rm -f {} \;

Ich hoffe das hilft als Ansatz, ansonsten kurz nachfragen, und/oder nach "scan to email raspberry pi" googlen :) da gibt es dann viele Anleitungen die jeden Schritt im Detail erklären. Dann aber nur darauf achten eine Lösung mit scanbd zu erwischen, einige Anleitungen setzen Software ein die lange nicht mehr gepflegt wurde.
 

Anhänge

  • scan2email.script.txt
    855 Bytes · Aufrufe: 7

Quichote

Member
Moin Kai,

meine Erfahrung mit Demenz sind aus dem Zivildienst und daher eine Weile her, aber unter dieser Einschränkung erlaube ich mir eine Anmerkung:
Ich glaube nicht, dass eine technische Lösung zuverlässig hilft.

Demenz holt ja gerade altes Wissen nach vorn. Wenn Deine Schwiegermutter vor Demenz nicht technikaffin war, ist die Hürde für und Angst vor neue(r) Technik hoch, und wenn Fax mit drei Schritten und Anleitung nicht klappt, würde ich auch nicht darauf wetten, dass Scan mit einem Knopf zuverlässig klappt. Und zumindest leidlich zuverlässig muß es ja sein, wenn, sagen wir, ein skrupelloser Haustürverkäufer auftaucht und es gilt, Widerrufsfristen einzuhalten.

Weil Du nach anderen Ideen fragst: Vielleicht gibt es bei ihr in der Nähe einen Betreuungs-Verein? Auch da bin ich nicht wirklich auf dem aktuellen Stand, aber nach neuem Betreuungsrecht läßt sich der Umfang der Betreuung und entsprechender Rechte ja detailliert steuern. Vielleicht gibt es also einfach jemanden, der einmal die Woche vorbeigeht und die Post weiterleitet und kurz nach dem Rechten sieht?
Alternativ natürlich auch nicht ehrenamtlich, sondern durch einen Pflegeservice; mit Demenz sollte sie ja eine Stufe bekommen können.

Viele Grüße
Quichote
 

Mecki2312

Member
Wenn ihr mit der Schwiegermutter noch videomäßig per Skype, Zoom, WhatsApp etc. kommunizieren könnt, sie das beherrscht und das auch nicht angstbesetzt ist, wäre meine Idee, sie bei solchen Konferenzen einfach die etwa eingegangene Post vor die Kamera halten zu lassen. Erfahrungsgemäß sind 80% der Postsendungen irrelevant und so schnell und effizient auszusortieren. Für die wenigen verbleibenden relevanten könnte man ihr einfach ein paar fertig adressierte und frankierte Briefumschläge hinlegen, die sie dann in den Briefkasten trägt - wenn das noch geht.
 

Kai W.

Member
Themenstarter
Moinsen!

Erstmal vielen Dank an IronEagle für die detaillierte Info.

Dann auch vielen Dank an Quichote für den passenden Einwurf. Das mit der Scannerei probieren wir einfach mal aus. Klappt es: Super! Klappt auch das nicht (mehr): Doof, aber dann schauen wir nach weiteren Lösungen. Pflegestufe (2) ist vorhanden, tägliche Betreuung in Form von Caritas (morgens Medikamente stellen und abends die Einnahme kontrollieren) und Essen auf Rädern vorhanden. Außerdem haben wir sie zwei Tage in der Tagespflege plus einmal in der Woche eine Einkaufsbetreuung/Fahrdienst. Uns war wichtig, dass es ein sachkundiges Umfeld um Sie herum gibt.
Und: Eigentlich kümmert sie sich um nichts mehr selbst und ruft wegen jeder Geschichte an. Aber ausgerechnet so einem Stromanbieter-Fuzzi ist sie auf den Leim gegangen. Zum Glück hat sie es nicht vertuschen wollen und nachher zumindest Bescheid gegeben, aber naja: War dann genug Aufwand, den Kram zu widerrufen.

Danke natürlich auch an Mecki2312: So haben wir das eine Zeit lang gemacht, aber es kam, wie es kommen musste: Die Mobilität ist (zumindest aktuell) leider eingeschränkt.

Last but not least: Ebenfalls vielen Dank an StefanW. fürs Mitdenken.

Letzten Endes ist die angedachte Lösung keine große Investition, ich habe mal wieder was zu spielen und blöder wird man dadurch ja auch nicht.

Und um vorzugreifen: "Holt sie doch zu euch!" ist leider keine Option. Neben vielen anderen Argumenten spricht vor allen Dingen eines dagegen: Meine Frau hat eine höhere Pflegestufe, als ihre Mutter. Außerdem will sie nicht aus ihrem Haus. Verständlicherweise, denn in ihrer Situation ist jede Veränderung erstmal ein Horror! So toll das Ergebnis hinterher auch ist. Bestes Beispiel: Tagespflege. Da hat sie sich vorher angestellt, als wollten wir sie zum Schafott führen. Sofort nach dem ersten Termin war aber klar: Sie kennt da einen Haufen Leute und blüht da regelrecht auf! :)

Gruß,

Kai
 
  • thinkstore24.de
  • Preiswerte-IT - Gebrauchte Lenovo Notebooks kaufen
Oben