@3flamme : Bist Du sicher, dass Du weisst, was ein VPN überhaupt ist? Vielleicht mal den Wikipedia-Artikel oder eine andere Erklärung dazu durchlesen.
Genau das glaube ich auch... Seit diese ganzen windigen VPN-Provider Werbung schalten wie sonst was, insbesondere die ganzen YouTube-Sponsorings, glauben sehr viele Leute, dass sie ein VPN brauchen und/oder es ihnen Vorteile bringt. Aber erstens haben davon die wenigsten verstanden, was ein VPN eigentlich ist und zweitens brauchen es die wenigsten davon.
Meist kann man Anfragen wie "brauche ich ein VPN" bzw. "ist ein VPN wichtig für mich" mit "Nein, wenn du dir diese Frage schon stellst, brauchst du es nicht" beantworten. Entweder du brauchst ein VPN, dann stellst du dir die Frage aber nicht. Oder du brauchst keines. So zumindest kann man es fast immer pauschalisieren. Fast.
VPN verschleiert halt nicht wirklich was. Die Daten sammelt dann auch nur jemand anderes (der VPN-Anbieter statt dem Internetprovider bzw. der VPN-Anbieter zusätzlich z.B. zu den Websitebetreibern). Die zusätzliche (vermeintliche) "Sicherheit" durch solche Provider erkauft man sich mit neuen Angriffsvektoren.
Sofern man also das "PN" in "VPN" nicht braucht (Zugriff auf ein privates Netz, z.B. das Heimnetz oder ein Firmennetz) braucht man nur sehr selten ein VPN. Auch die Punkte aus dem Blog von Kuketz sind da nur begrenzte Indizien, denn für die meisten der Punkte, die dort als "nützlich" genannt werden, gibt es bessere Lösungen als ein VPN:
Ein vertrauenswürdiges VPN kann in folgenden Fällen nützlich sein:
- Verbesserung der Sicherheit in unsicheren/nicht vertrauenswürdigen öffentlichen Netzwerken (Cafés, Züge etc.) durch Prävention von Man-in-the-Middle-Angriffen
Das ist einer der wenigen validen Punkte. Vorausgesetzt, die Kommunikation selbst wäre sonst nicht abgesichert. Also kein HTTPs usw. Ansonsten bringt es auch wenig/nix hier. Bzw. umgekehrt gesehen: Dafür ist eigentlich nicht VPN da, sondern TLS, wie es bei HTTPS und Co. benutzt wird.
- Umgehung von Zensur oder geografischen Sperren (Geoblocking) von Websites und Inhalten
Kommt natürlich drauf an, wo der VPN-Anbieter ausleitet und wie das Geoblocking implementiert ist. VPN bietet da pauschal keinen Vorteil. Kann aber durchaus eine Lösung sein. Für den normalen Alltag im Netz ist das aber natürlich gar keine Problemstellung.
- Verschlüsselung der Kommunikation, damit der Internet- oder Mobilfunkanbieter die Online-Aktivitäten nicht überwachen oder aufzeichnen kann
Erstens verschiebt sich das nur. Jetzt zeichnet der VPN-Anbieter auf statt dem Internetanbieter. Und zweitens kann die Gegenstelle (Website-Betreiber, Werbeanbieter) das ganze trotzdem genau so aufzeichnen, für den ist es egal ob es nun über VPN kommt oder nicht.
- Verschlüsselung der DNS-Anfragen, damit der Internet- oder Mobilfunkbetreiber die besuchten Domains nicht protokollieren kann
Dafür ist DoT (DNS over TLS) da, nicht VPN. Lässt sich inzwischen auch in der Fritz!Box konfigurieren, ansonsten hilft ein eigener DNS-Resolver/-Forwarder zu Hause (vermutlich z.B. PiHole oder AdGuard, aber nie getestet).
- Verstecken/Maskieren der IP-Adresse vor den besuchten Websites und Servern
Und das soll was genau bringen? Wenn man da wirklich was erreichen will, dann nimmt man TOR. Nicht VPN.
- Getunnelte Verbindung nach Hause und/oder zum Arbeitgeber, um auf Dienste zuzugreifen, die nicht direkt über das Internet erreichbar sind
Genau, *das* ist der Grund für ein VPN. Das ist ja eben auch genau das, woher der Name VPN kommt - virtuelles privates netz, man ist virtuell mit dem privaten (Heim-/Firmen-)Netz verbunden.