Ist diese Kleinanzeigen-Situation eine bekannte Betrugsmasche oder unbedenklich?

Ich kaufe kaum was bei Kleinanzeigen oder ebay von privat, würde mich also als unbedarft bezeichnen.

Allerdings würde ich bei der Story auch eher um Verständnis bitten, dass man sich entweder 'in echt' trifft und Ware und Bargeld tauscht oder es eben rückabwickelt.
 
Mein Bauchgefühl sagt mir, dass man da vielleicht das ganze rückabwickeln sollte.
Ich bin auch oft "anonym" unterwegs, doch bei Verkaufsplattformen sollte doch ein Bezug zum Namen da sein und nicht nur ein falscher Name/Pseudonym.
 
Als Begründung hieß es, dass der richtige Name aus Datenschutzgründen nicht online geteilt werde.
Verständlich. Es gibt überhaupt keinen Grund, meinen (echten) Klarnamen auf einem Kleinanzeigenportal zu veröffentlichen. Gebraucht wird der nur für die Überweisung und möglicherweise für die Lieferung der Ware.

Weiter schrieb die Person sinngemäß, dass ich mich ja mit IT auskennen würde und mir den Rest denken könne. Wie man darauf kommt, dass ich mich mit IT auskenne, ist mir allerdings ein Rätsel :).
Vielleicht daher?:
Da ich ursprünglich von einer Abholung ausgegangen war, habe ich vor dem Verkauf noch zusätzliche Tests durchgeführt (SSD, RAM, Pixeltest, Akkuzustand usw.) und ihm alle Ergebnisse mit Screenshots und Fotos geschickt.
Sowas kriegt Oma Erna nicht selbstständig hin.

Anschließend schrieb die Person noch, dass sie Cybersecurity studiere.
Ob das stimmt oder nicht sei mal dahingestellt, aber allein, der Umstand, das das Wort "Cybersecurity" gefallen ist zeigt, dass du es hier mit jemandem zu tun hast der sich mit dem Thema (auf welchem Level, und mit welcher Motivation auch immer) beschäftigt.
Das erklärt dann auch, warum noch keine Ausweiskopie geschickt wurde, denn sowas macht jemand der sich mit dem Thema beschäftigt nur aus triftigem Grund.
 
Im Nachhinein hätte ich wohl auf mein Bauchgefühl hören sollen.

Zum Glück ist der Laptop noch nicht versendet worden. Die SEPA-Überweisung ist zwar eingegangen, aber nachdem ich die Antwort auf meine Rückfrage erhalten habe, habe ich beschlossen, den Verkauf nicht durchzuführen.

Was ich nicht nachvollziehen kann: Wenn jemand per SEPA überweist, ist spätestens zu diesem Zeitpunkt ohnehin ein Name im Zahlungsverkehr sichtbar, unabhängig davon, ob das der Käufer selbst ist oder ein Familienmitglied bzw. eine andere Person. Mir ging es auch gar nicht darum, dass zwingend alles auf dieselbe Person laufen muss. Ich wollte lediglich verstehen, wie die Kombination aus Kleinanzeigen-Profil, Kontoinhaber und Lieferadresse zustande kommt.

Die erhaltene Antwort hat mich allerdings nicht überzeugt. Statt einer nachvollziehbaren Erklärung wurde auf Datenschutz verwiesen und sinngemäß geschrieben, ich würde mich ja mit IT auskennen und könne mir den Rest denken. Das hat mein ungutes Gefühl eher verstärkt als beseitigt.

Ich werde den Laptop daher nicht versenden und meine Bank bitten, den Betrag an dieselbe IBAN, von der die Überweisung eingegangen ist, zurückzuüberweisen. Im Verwendungszweck werde ich vermerken, dass der Kaufvertrag aufgrund ungeklärter Identitätsangaben nicht zustande gekommen ist bzw. von mir rückabgewickelt wird.

Lieber verzichte ich auf den Verkauf, als mich später mit einem möglichen Dreiecksbetrug oder anderen Problemen herumzuschlagen.
 
Der Spruch, das "könne man sich doch denken", ist halt klassisch manipulativ. Wer sowas sagt, will erbetene Informationen nicht herausgeben, sondern versucht stattdessen, die andere Seite durch die zusätzliche Schmeichelei, sie würde sich ja "mit IT auskennen" in einer Art Komplizenschaft zu vereinnahmen. Und wer würde in so einer Konstellation dann gerne eingestehen, dass man sich das Ganze eben nicht denken kann bzw. denken will.

Der Spruch wird ja nicht umsonst gerne auch in Schwurbelkontexten verwendet.
 
Eine getätigte Überweisung zurückholen oder den Betrag zurückfordern (siehe oben: Dreiecksbetrug) sind zwei Paar Stiefel.
Wenn einem der überwiesene Betrag nicht zusteht, ist man der Gelackmeierte.
 
Verschiedene Namen sind jetzt so ungewöhnlich nicht, hab ich öfters wenn jemand von einem Paypal-Account was überweist. Bei Konten... naja. Ich verkaufe aber auch eher alte Elektronik, da sind die Leute ehrlich.
 
Ich werde den Laptop daher nicht versenden und meine Bank bitten, den Betrag an dieselbe IBAN, von der die Überweisung eingegangen ist, zurückzuüberweisen. Im Verwendungszweck werde ich vermerken, dass der Kaufvertrag aufgrund ungeklärter Identitätsangaben nicht zustande gekommen ist bzw. von mir rückabgewickelt wird.

Lieber verzichte ich auf den Verkauf, als mich später mit einem möglichen Dreiecksbetrug oder anderen Problemen herumzuschlagen.
Genau so würde ich es auch machen (Du siehst ja die breite Zustimmung per (y) ). Nachdem eine ähnliche Betrugsmasche polizeibekannt ist, würde ich den Vorgang einfach mal bei der nächsten Polizeiwache vorlegen. Ob evtl. usw. ..... (kein Anzeige, nur als Info, weil mit der Rücküberweisung bei Dir nichts mehr anbrennt.) Die können das locker überprüfen und dann Ablage P oder den Staatsanwalt einschalten.

Prima, daß Du das hier gepostet hast. Mir war diese Masche neu.
 
Es kommt ja im Grunde kein rechtsgültiger Vertrag zustande, wenn ein Fake-Name benutzt wird, so zumindest mein Rechtsverständnis.
 
(...) Zum Glück ist der Laptop noch nicht versendet worden. Die SEPA-Überweisung ist zwar eingegangen, aber nachdem ich die Antwort auf meine Rückfrage erhalten habe, habe ich beschlossen, den Verkauf nicht durchzuführen. (...)
Wird meiner Meinung nach die bessere Entscheidung sein (im Vergleich zu einem Versand und der weiteren Vertragsdurchführung). Ich jedenfalls hätte keine Lust irgendwann einen Brief von der Polizei oder Staatsanwaltschaft im Briefkasten vorzufinden, in welchem ich mich zu irgendetwas äußern soll und hierbei als Beschuldigter oder auch nur als Zeuge geführt werde. So etwas kostet nur Lebenszeit und wäre ein unnötiges Ärgernis.
 
Mich wundert,dass noch keine ungefragte Ausweiskopie mitgeschickt wurde.
Bei mir stapeln die Dinger sich aufgrund einer Auto-Verkaufsanzeige.
Das kenne ich auch...

Vor ca. zwei Jahren hab ich erstmals ein Auto über eine bekannte Plattform angeboten. Was da an unseriösen Angeboten, kam, unglaublich. Da war alles dabei, was es da auf dem "Markt" so gibt. Im Frühjahr musste ich wieder ein Auto so anbieten, aber da war ich schlauer und hab in dem Inserat sofort dazugeschrieben: "Ich kenne alle Maschen, unredlich an mein Auto oder Geld kommen zu wollen, versuchen Sie es gar nicht erst. Letzte Verhandlungen & Kaufvertrag sowie Übergabe ausschließlich persönlich vor Ort, Bezahlung cash in der Bankfiliale gleich nebenan." Das hat tatsächlich geholfen.
 
Wenn es ein Dreiecksbetrug ist, dann wird / wurde doch parallel das gleiche Teil auch angeboten. Kannst du da nicht recherchieren und einfach mal schauen.....
 
Wenn es ein Dreiecksbetrug ist, dann wird / wurde doch parallel das gleiche Teil auch angeboten. Kannst du da nicht recherchieren und einfach mal schauen.....
Das habe ich mir auch überlegt. Das Problem ist nur: Dafür müsste ich wissen, welches Laptop vom Betrüger parallel angeboten wurde. Ohne diese Information ist eine Recherche praktisch unmöglich.

Ich befürchte außerdem, dass die entsprechende Anzeige inzwischen ohnehin gelöscht wurde. Das Geld ist bereits bei mir eingegangen, somit dürfte der eigentliche Käufer bzw. das Opfer seine Zahlung bereits geleistet haben.

Ich war vorsorglich auch bei der örtlichen Polizeiwache. Eine Strafanzeige gegen Unbekannt wollte man allerdings nicht aufnehmen, da bislang kein Schaden entstanden ist. Immerhin habe ich ein Aktenzeichen erhalten. Ich hoffe, dass daraus zumindest hervorgeht, dass ich mich frühzeitig an die Polizei gewandt habe.

Zusätzlich habe ich bei meiner Bank nachgefragt. Eine bereits gutgeschriebene SEPA-Überweisung kann die Bank wohl nicht einfach wieder zurückabwickeln, wie es früher teilweise möglich war.
 
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