[quote='StephanCDI',index.php?page=Thread&postID=503791#post503791]:thumbup: @ Dilbert.
Genau das ist meine Rede. Hintergrund ist, wer's denn nachlesen (oder nachrechnen) will, in der Wärmelehre besagter unterschiedlicher Wärmeausdehnungskoeffizent der beiden verbundenen Materialien.
Dabei ist nicht die unterschiedliche Ausdehnung bei Temperaturänderung das Problem, sondern, dass das Material mit steigenden Durchgängen immer mehr ermüdet.
Diese Erscheinung kennt jeder, der schon mal einen Blumendraht so lange von einer Seite auf die andere gebogen hat, bis er bricht.
In der Industrie und im Ingenieurbau ist man sich deses Ermüdungsverhaltens sehr wohl bewusst. Eisenbahnbrücken werden z.T. dahingehend bemessen,
dass ein Schwerlastzug x-mal über die Brücke fahren darf, bevor die Teile so ermüdet sind, dass sie ausgetauscht werden müssen.
Es gibt eigene DIN-Regelungen, die das Ermüdungsverhalten von Baustählen unterschiedlicher Duktilitäten im Stahlbeton behandeln.
Im Stahlbau ist die Berücksichtigung von Temperaturänderungen und der daraus entstehenden Spannungen im Stahl an der Tagesordnung.
Insofern darf der Temperatureinfluss nicht unterschätzt werden, gerade, wenn es um viele Änderungszyklen geht.
Dass die Chips übrigens immer an den Ecken zuerst ermüden, hängt mit der Formel für die Längenänderung unter Temperatureinfluss zusammen, die da heißt:
Delta l = alpha * l_null * teta sprich:
"Längenänderung = Ausdehnungskoeffizent (materialspezifisch) mal Anfangslänge mal die Temperatur
Diese Formel gilt im eindimensionalen Raum, behandelt also nur eine Länge.
Im zweidimensionalen Raum (vereinfacht die Fläche eines Chips), hätte man also zwei Längenänderungen -> eine in x-Richtung und eine in Y-Richtung.
In Kombination ergibt sich eine Resultierende (ähnlich der Resultierenden in der Vektorrechnung), die in Richtung der maximalen Änderung vom Nullpunkt aus, also
in das gegenüberliegende Eck des Chips zeigt. Jeder Rand des Chips dehnt sich für sich gesehen aus und die Ecke bekommt, salopp gesagt, am meißten der beiden kombinierten
Längenänderungen ab.
Jetzt wären eigentlich ein paar Daten interessant. Die Temperaturänderung kann man evtl. überschlagen. Schwieriger wird's mit dem Ausdehnungskoeffizenten des Chips.
Dann bräuchten wir noch den Bemessungswert des möglichen Bauteilwiderstands auf der Pin-Seite bzw. der Verlötung und könnten so berechnen, ob eine grenzwertige Belastung
wahrscheinlich ist, oder nicht. :thumbup:
In diesem Sinne, geh' ich jetzt heian. Gute Nacht beisammen.
LG Stephan[/quote]Hallo StephanCDI,
Deine Ausführungen sind korrekt, ich wollte in diesem Forum jedoch nicht so tief gehen, da ich das Publikum nicht gut kenne. Man langweilt sonst zu sehr.
Ein schönes Analogon zum Flexing Problem ist ein mit bunter Gummifarbe bedrucktes T-shirt bzw. Sweater!
Beim Kauf meines Sweaters im Hard-Rock-Café war alles prima.
Nach ein paar Wochen in Amiland plagte mich dann doch die dort grassierende "Krankheit" nach zu vielen Besuchen in besagtem Café, wo es eigentlich keinen Café gab, sondern grosszügige Zuwendungen in Form von Spare-Ribs mit French Fries und Chicken-Wings.
Der Sweater lag eng an (man ist ja figurbetont) und begann zu spannen, da mein Eigenvolumen zunahm.
Da das aufgedruckte Emblem nur begrenzt dehnfähig war, gab es nach einigen Wochen die ersten Flexing-Probleme. Sprich, das Emblem bekam hässliche Risse.
Moral der G`schicht: man kaufe einen größeren Sweater der immer passt, z.B. XXL
Womit wir dann bei der Default-Size bei den Amis angelangt wären.