Flüssigmetall, das Allheilmittel? Nö! (Langzeiterfahrung mit älteren Thinkpads)

Megalodon

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Hallöchen liebe Forengemeinde,

ich glaube viele kennen das hier im Forum, experimentieren, modden, aus einfachen Arbeitstieren werden Liebhaberstücke.
Zumindest geht es mir so.
Gerad die T*20 und T*30 Generation, das sind Notebook mit denen ich einfach gerne hantiere.
Aufgerüstet mit einem FHD oder WQHD Display, dazu den Dualcore durch einen Quad ersetzt,
Da die 35W Quads teurer in der Beschaffung sind, greift man (bzw. ich) auch gerne zu den vollwertigen 45W Quads.
Doch dass alles in einem T420 oder einem T430, da kommt das Kühlsystem schnell an die Grenze, wenn man nicht irgendwie eine Grenze zieht, oder ins Extreme abdriftet.
Da, wo es dort etwas verbessern gibt, habe ich mich gerne damit beschäftigt und auseinandergesetzt, wie man die Leistung möglichst lange, möglichst hoch hält.
Wenn wenn man in diesem Punkt zu gewissen Kompromissen bereit ist, führt kein Weg an Flüssigmetal, bzw. Liquid Metal (im weiteren Text ab bezeichnet als "LM") vorbei.
Also, T530, T430, T420, alle mit einem Quad, alle mit LM versorgt und betrieben, über niedrige Temperaturen gefreut. Alles super.
Da aber LM mit dem Kupfer reagiert, muss in gewissen Abständen LM neu aufgetragen werden, sonst eskalieren die Temperaturen.
Auch kein Problem, um dies im Auge zu behalten, Excel-Tabelle angelegt, mit den ver. Notebook, wann verschiedene TIMs benutzt/aufgetragen wurde, bzw. ein repasting statt gefunden hat.
Und wenn es mir nicht zu lästig war, auch die Temperatur notiert, mit Lüfterdrezahl etc.
Mit Blick von heute, hätte es ausführlicher sein können, aber im Nachhinein.....

Ja, bis hier hin etwas viel Bla bla, nun ein paar erste Zahlen.

Notebook: T530 mit einem Quadcore.

15.01.2020 MX-4 aufgetragen, nach 5 Minuten unter Vollast, 86°C
14.06.2020 nach 3 Minuten unter Vollast, 90-95°C
19.06.2021 nach 4 Minuten unter Vollast 94°C
01.09.2021 Conductonaut (habe da wohl keine Stresstest gemacht, wie gesagt Liste könnte vollständiger sein)
12.11.2021 nach 7 Minuten unter Volllast 78°C, Lüfter 5200 U/min
13.05.2022 Repasting mit Condustonaut
14.11.2022 Repasting mit Condustonaut
11.10.2024 Repasting mit Condustonaut
04.07.2025 Repasting mit Condustonaut
09.01.2026 Repasting mit Condustonaut

Über die Jahre kam mir der Verdacht, dass das T530, trotzdem erneutem Auftagen des LM, die Temperaturen immer höher wurden. Zuletzt habe ich sogar den Turboboost komplett deaktiviert, unter anderem weil ich das T530 auch zunehmen in der Dock genutzt habe, und in dieser Konstellation es definitiv nicht die beste kühlen bekommt.
Trotzdem war ich unsicher, was hier vor sich geht.
Man darf sich auch mal gut und gerne vor Augen führen, dass das LM mit dem Kupfer, an diesem Punkt, bereits knappe 5 Jahre Zeit hatte, irgendwelche lustigen (oder auch weniger lustige) Verbindungen einzugehen, die sich möglicher Weise auf die Kühlung auswirken, aber wie lässt sich das feststellen?

Also musste ein neuer Lüfter her, um das zu testen, denn das reagierte Kupfer mit dem LM bietet dafür nicht die beste Ausgangsbasis, das ist meine Meinung!
Hinzu kommt meine nicht perfekt geführte Excel-Tabelle, wo ich die letzten Jahre konsequent keine Temperaturen eingetragen haben, bzw. keinen Stresstest gemacht habe, weil LM über jeden Zweifel erhaben ist.
Das war zumindest mein Glaube, nicht nur meine persönliche Auffassung.

Gestern kam der neue (gebrauchte) Lüfter.
Heute schnell das T530 angeschmissen, Updates durch laufen lassen.
Kurzer Stresstest
Gute 10 min laufen lassen, deaktivierte Turboboost, Leistungsaufnahme der CPU pendel zwischen 28-31W
Konstante 2,8GHz (i7-3840QM).
Lüfter dreht mit stolzen 6400 U/min bei einer Temperatur von etwa 90°C
Ok, im Zimmer herrschen unangenehme 29°C aber seht selbst:
Bildschirmfoto vom 2026-08-15 21-47-24.png

Da ich mit PTMs mittlerweile gute Erfahrung gemacht, was die Temperaturen angeht (besser als typische WLPs), aber noch keine Langzeiterfahrung von mehreren Jahren habe, habe ich mich dennoch für ein PTM entschieden.
Auch wenn die Leistung von frisch aufgetragener LM besser ist.

Schön das PTM auf den CPU gefummelt, Lüfter drauf, Stresstest an.
gleiche Bedingungen wie oben, kein Turboboost, Leistungsaufnahme zwischen 28-31W, konstante 2,8GHz
seht selbst:
Bildschirmfoto vom 2026-08-15 21-42-58.pngBildschirmfoto vom 2026-08-15 21-49-05.png

Nach etwa 17 Minuten hatte ich keine Lust mehr, noch weiter zu warten, denn es hat mich dazu gedrängt, das hier zu schreiben.
Aber statt die 90°C sind es nur noch ca.75°C und der Lüfter dreht auch nur noch bei etwa 3500 U/min

Da stellt sich mir die Frage: was leistet LM wirklich?
Vor allem auf dauer?

Nach diesem Ergebnis werde ich wohl meinen ganzen Fuhrpack, die momentan mit LM betrieben werden, wohl auf PTM umrüsten.
Vielleicht mache ich vorher auch noch ein paar mehr Stresstests mit dem T530 ;)


Fazit:
Für mich persönlich ist LM damit erstmal gestorben.
Auf jeden Fall, wenn es um den direkten Kontakt mit Kupfer geht.
Wie es sich auf vernickelten Oberflächen verhält weiß ich nicht.

Nun geht es daran Langzeiterfahrungen mit dem PTM zu sammeln.


PS: sofern Interesse besteht, kann ich auch die Erfahrungen mit dem T430 und dem T420 schildern, wenn ich diese aufs PTM umrüste

Edit:
Nachdem ich die Erfahrung mit euch geteilt habe, da konnte ich nicht anders, als das T530 dem nächsten Stresstest auszusetzen.
Diesmal die vollen 45W (sofern sich die CPU diese auch genehmigt, keine Drosselung.
Was soll ich sagen, maximal 89°C Lüfter bei 4830 U/min, bei noch immer 29°C im Zimmer.
Bildschirmfoto vom 2026-08-15 23-03-09.png

Ich werde ein immer größerer Freund vom PTM :cool:
 
Zuletzt bearbeitet:
Auch beachten, bei kleinem Fertigungsprozess mit neueren Prozessoren springt die Temperatur auch schnell hoch und runter, weil die Wärmeableitung der CPU selber zu träge ist um das komplett zu kompensieren.
 
Der Punkt mit dem Lüfter, ist mir auch in de Kopf gekommen, der neue Lüfter, den ich im T530 verbaut habe, ist ein Delta Lüfter, vorher war ein anderer, die hat eine andere Kurve mit Drehzahl, etc.
Ist mir leider zu spät aufgefallen, aber das macht zu 100% einen Unterschied.
Der Delta-Lüfter hat sein Maximum wohl bei 4800 U/min, während der andere Lüfter bis 6200 U/min gedreht hat.

Ich bin absolut bei Dir, FM ist echt super, da kann normale WLP und auch ein PTM nicht mithalten.
Aber wenn sich jetzt wirklich auch bei den anderen Notebooks von mir zeigt, dass die Leistung über die Jahre unter die Leistung von guter WLP sinkt, ist die Langzeitstabilität leider nicht vorhanden und da dann gleich die ganze Kühlereinheit getauscht werden muss....

Die WLP ist da also der am wenigsten entscheidene Faktor.

Man könnnte auch jedes Jahr mit NoName WLP das erneuern und würde wieder ca. 5 Grad oder so finden.
Das Thema Alterung wird jetzt nicht um Faktor 3 oder 5 besser, wenn man dafür teure Marken-WLP benutzt.

Wer also lange Freude haben möchte, muss dafür um so öfter erneuern.
Mit was, ist da schon fast egal. (Siehe Internet mit Vergleich Ketchup, WLP usw)
Aber so zu tun, als wären alle herkömmlichen Pasten gleichwertig (und im Grunde nicht besser als Ketchup) ist dann doch sehr vereinfachend. Das wird der deutlich sichtbaren Entwicklung der im Handel erhältlichen WLPs nicht gerecht.

... Und man muss auch nicht die neueste Thermal Grizzly "Pro" kaufen, wenn eine Arctic MX-7 ebenfalls super abschneidet und scheinbar doppelt so gut Wärme weiterleitet wie die Kryonaut, die noch vor wenigen Jahren als guter Standard galt.
Mit Ketchup würde ich es auch nicht probieren wollen.
Aber bei Preisen von

NoName 0,15€ pro Gramm (es wird bestimmt noch günstigere Angebote geben)
MX-7 0,86€ pro Gramm
TG 2,66€ bzw. 8,02€ pro Gramm

fählt mir die Entscheidung sehr leicht.

Es geht nicht um Dauerlast, es geht um thermische Verlustleistung bei Lastspitzen und/oder Dauerlast.

Wenn du eine Lastspitze hast z.B. beim Starten eines größeren Programmes (GIMP, Office, Spiele) oder Installation, dann entsteht Last. Gerne auch mal 100% CPU Last für einige Sekunden oder Minuten.

In dem Moment entsteht sehr viel Hitze am Prozessor, diese Hitze muss - über Kontaktfläche bzw. die Wärmeleitpaste - abgeführt werden zum Kühler.

Der Kühler an sich hat eine thermische Masse, d.h. je massiver er ist, desto mehr Hitze kann er speichern, die schlussendlich über die Kühlfinnen und den Lüfter abgegeben werden.

Bei kurzer Last // Lastspitzen hast du - zum Beispiel - gerade mal 10% der Kühlmasse des Kühlers erhitzt, nebenher läuft der Lüfter und führt schon Wärme ab. Dabei ist der Kühler noch nicht im Ansatz komplett durcherhitzt und ggfls. so heiss wie die CPU.

Wichtig ist allerdings, dass die Hitze von der Wärmequelle (also dem Prozessor) sauber abgeführt wird bis zum Kühler, tut sie das nicht, springt die Temperatur schnell hoch, obwohl der Kühler noch kalt ist.

Bei Dauerlast wiederum hast du dauerhaft eine Hitzequelle, mit der Zeit wird auch der thermisch trägste Kühlkörper immer wärmer, ist dann entsprechend irgendwann auch heiss, nahezu genau so heiss wie die CPU bei optimaler Kühlleistung.

Nimmst du dann die Last von der CPU, z.B. wenn dein Benchmark, Rendering oder die 328964658 Windows Updates durch sind, fällt die Hitze nicht einfach ab von der CPU, da der Kühler noch heiss ist und die Hitze noch abtransportiert werden muss.
Die Lastspitze ist nur von kurzer Dauer und die CPU geht ins throtteling.
Benchmarks, Renderings und 1 Milion Windows-Updates laufen bei mir auch nicht darauf gleichzeitig.
Also ist das nur für Freaks wirklich interessant.
 
Zuletzt bearbeitet:
Je nach Größe der CPU bzw. Heatspreader von ca. 1 bis 2 Gramm.
Ich kann also 5 mal mit NoName erneuern im Vergleich zu MX7 oder 17 mal im Vergleich zu TG.
Wie schon erwähnt, erneuer ich lieber öfter und habe dafür "frische/gute" WLP als das ich jedes Jahr "teure" WLP kaufe oder noch teuerere LM und diese noch mehr Arbeit bedeuten.
 
Die Lastspitze ist nur von kurzer Dauer und die CPU geht ins trotteling.
Benchmarks, Renderings und 1 Milion Windows-Updates laufen bei mir auch nicht drauf.
Also ist das nur für Freaks wirklich interessant.
Jap, die Freaks, die ein reaktionsschnelles Betriebssystem haben wollen.
Die Freaks, die bei der Updateinstallation noch was arbeiten wollen an dem Gerät, was vielleicht vor 20-25 Jahren nicht möglich war mit den damaligen Geräten.
Die Freaks, die vielleicht mal Videotelefonie machen.

Immerhin hast du dich damit ziemlich selbst disqualifiziert, mal wieder.

Ich verstehe deinen Ansatz, unnötige Kosten zu sparen total und kann ich nachvollziehen, würde ich auch machen.
(Ich habe einen 160x80mm PTM7950 Flatschen von AliExpress für wenige Euros hier, womit ich zufrieden bin, das reicht ewig).

Sämtliche technisch absolut falsche und z.T. auf das Argument völlig unpassende Begründungen und Annahmen gehören leider nicht dazu.
 
Jap, die Freaks, die ein reaktionsschnelles Betriebssystem haben wollen.
Die Freaks, die bei der Updateinstallation noch was arbeiten wollen an dem Gerät, was vielleicht vor 20-25 Jahren nicht möglich war mit den damaligen Geräten.
Die Freaks, die vielleicht mal Videotelefonie machen.
Jetzt übertreib mal nicht.
Es gibt Zeugen, die bestätigen können, daß all das auch ohne LM oder PTM möglich ist.

Aber klar, wenn man unter Dauerlast die letzten MHz rausquälen will, dann mag man mit LM/PTM besser fahren.

Je nach Alltag jedoch mag das aber unwichtig sein.
Mein X280 zeigt gerade 36° an, ohne Lüfter und ohne fancy Schmiermittel. Ist halt keine Last drauf.
Mit Dienst-Lappi mache ich stundenlange VKs. Da ist auch stinknormale WLP drin. Ist der jemals stehengeblieben? Nein.

Spread wird das ähnlich sehen.

Damit wir uns nicht mißverstehen: Deine Theorie kann ich nachvollziehen. Sie ist nur nicht für jedermanns Alltag relevant.
Oder was übersehe ich da?
 
Mir geht es nicht um Dauerlast und die letzten 20% Leistung (für 80% Aufwand).

Oft reicht aber schon ein One Core Boost, wie er beim alltäglichen Arbeiten häufiger vorkommt, dass die CPU kurzzeitig throttlet, das wirkt sich auf die Reaktion des Gesamtsystems aus, weil eben oft die gesamte CPU dann drosselt, auch die Kerne, die nicht überhitzen.

Spread hat ja selbst geschrieben, dass dabei die CPU ins throttling geht, wenn sie es nicht muss, wenn gescheite WLP, PTM, FM, whatever aufgetragen ist, dann wirkt sich das positiv im Alltag aus.
Hatte das halt bei einigen Geräten, dass eben diese One Core Boosts mindestens zu einem komischen Lüfterverhalten (wie gerade beim T14s) führen oder zu kompletten thermal Throttlings und kurzen Rucklern und eine Verbesserung der Kühlung hat dem oft gut Abhilfe geschaffen.
Natürlich mal mehr, mal weniger. Richtig bescheiden waren da die X1 Yoga Gen 8 (mit einer wahnsinnigen Serienstreuung und Verschleiß nach weniger als einem Jahr Laufzeit).

Von Szenarien wie Videorendering, Benchmarking und maximale Leistung über alle Kerne rede ich hier nicht.
 
Ich glaube zwischen mir und Herr Moehre liegen ein paar Missverstänisse vor.

Bitte das Wort "Freak" nicht falsch verstehen. (ich will damit niemanden persönlich angreifen)
Am besten ersetzt es die Wörter PowerUser oder Nerd.

Ich selbst hantiere halt auch aus Hobbygründen mit 20 Jahre alten Geräten umher.
Dort noch das letzte MHz rauszukitzeln hat zwar seinen Reitz, geht aber halt oft auf die Lebenszeit der Geräte.
Für den Täglichen Bedarf sind diese aber mehr als ungeeignet.
Daher kommt es mir da nicht auf das letzte Prozent Leistung an.

Wie o.g sind die T*20 und T*30 Generation halt keine Overclockingmaschienen.
Die Kühler und Lüfter haben halt auch noch ordentlich Optimierungspotential.
Wer daran Spaß hat, soll sich mit seinen WLP/WP/LM darann austoben.
Beseitigt ein 2x-Coolingpipe-Upgrade die i7-Hitze-Throttling Probleme des T480?

Die T14s Gen1 und T15g Gen 2 richten sich an eine ganz andere Kundschaft.
Wer viel rendert, VKs, CAD, Games und andere Performencehungrige Anwendungen hat, hat halt ganz andere Ansprüche als ein 0815 Büromensch.

Wenn bei der Excellliste es mal 10sec länger dauert, weil die CPU throttelt ist das kein Beinbruch.
Windowsupdates können auch im hintergrund laufen oder man legt diese auf den Feierabend oder stößt diese an, wann es eben passt.

PTM7950 Flatschen von AliExpress
Da wäre ich auch vorsichtig:
Linus Tech Tips PTM7950 im Test – Original, OEM-Ware oder Fake?
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin,
beim Ausgangsbeispiel ging es um Vierkerner in einem T420/T430, also historischer Technik, die gemäß Wissensstand vis vor Kurzem nur mit Flüssigmetall zu bändigen ist. Ob diese Prozessoren bei Überhitzung zum Selbstschutz heruntertackten wüßte ich jetzt nicht.

Auf jeden Fall schafft Flüssigmetall eine sehr gute Hitzeableitung bei einem solchen T430. Jetzt greife ich aber auch einmal den unseligen Autovergleich auf und lese, daß mit PTM ein T430 mit Quadcore ebenfalls sicher zu betreiben ist. Das wäre doch ein sensationeller neuer "Reifen", wie es ihn in der Vergangenheit nicht gab. Dieser "Reifen" würde zudem auch nicht schnell abnutzen und auch keine leidige Verbindung mit der Felge eingehen. Wer würde also noch den "Reifen" montieren, dessen Abrieb/Alterung beträchtlich ist und der mit der Felge reagiert und warum?
 
Moin,
beim Ausgangsbeispiel ging es um Vierkerner in einem T420/T430, also historischer Technik, die gemäß Wissensstand vis vor Kurzem nur mit Flüssigmetall zu bändigen ist. Ob diese Prozessoren bei Überhitzung zum Selbstschutz heruntertackten wüßte ich jetzt nicht.
Die SandyBridge CPUs (2 und 4 Kerner) in den T420 unterstützen alle "Thermal-Monitoring-Technologien schützen das Prozessorpaket und das System über Temperaturverwaltungsfunktionen vor temperaturbedingten Ausfällen. Ein digitaler Temperatursensor auf dem Chip erkennt die Temperatur des Kerns, und die Temperaturverwaltungsfunktionen senken bei Bedarf den Energieverbrauch des Pakets und damit die Temperatur, um die Grenzwerte für den normalen Betrieb einzuhalten."
 
Eigentlich hatte ich die Dinge zum PTM extra in diesem anderen Thread gepostet: https://thinkpad-forum.de/threads/h...nt-wärmeleitpads-statt-wärmeleitpaste.247462/ , da es hier ja eher um Liquid Metal geht/ging. Jetzt vermischen sich die Themen aber doch immer mehr. Soll ich die beiden Threads einfach mal zusammenfügen, damit wir nicht an zwei Stellen über ähnliches reden?

Ansonsten noch meine 2 Cent:
- Ich habe jahrelang (man könnte schon fast jahrzent(e)lang) Arctic Silver 5 genutzt. Nicht, weil es die beste Wärmeleitpaste aller Zeiten wäre. Sondern weil sie absolute solide abschneidet, sich dabei hervorragend auftragen lässt und vor allem auch extrem langzeitstabil ist. Selbst eine Tube, die bald ein Jahrzehnt auf dem Buckel hat, kann man heute noch verarbeiten. Das geht bei vielen anderen Pasten nicht. Oder man weiß es noch nicht, weil es sie noch gar nicht so lange gibt.
- Vor gar nicht so langer Zeit habe ich mir gedacht, ich könnte doch mal auf eine modernere Paste umsteigen. Habe mir dafür eine Riesentube Noctua NT-H2 gekauft und dachte, die nehme ich für das nächste Jahrzehnt. Aber ich finde, dass sie viel anstrengender aufzutragen ist als die alte Arctic Silver 5. Die weichere Konsistenz ist zwar positiv, eine möglichst dünne Schicht zu erzeugen, aber negativ, weil man beim Verteilen gerne auch mal "Löcher reinkratzt", so dass sie eben nicht mehr gleichmäßig ist. Dann lieber gleichmäßig als das letzte Quäntchen der Schichtdicke zu optimieren aber hinterher Löcher bzw. keinen Kontakt an manchen Stellen zu haben. Oder sonst bleibt halt nur zu viel nehmen und es mit dem Kühler platt quetschen und so verteilen.
- Deswegen ist mein Ziel bei der Benutzung von PCMs bzw. PTM7950 nicht, das letzte bisschen Kühlleistung rauszuquetschen (das schafft meine Noctua NT-H2 vermutlich auch ausreichend) oder die Langzeitstabilität zu verbessern (da ist die Arcic Silver 5 wohl kaum zu schlagen, die Noctua NT-H2 dürfte da aber auch gut sein), sondern den ganzen Prozess zu optimieren. Ich bekomme (hoffentlich - mein PTM7950-Pad ist noch nicht da) einen Kompromiss aus allen Ansprüchen. Ich bekomme eine hervorragende Wärmeleitfähigkeit wie bei modernen Pasten (ähnlich oder besser als NT-H2) in Kombination mit total einfachem auftragen (einfacher als Silver 5 und viel einfacher als NT-H2) und enormer Langzeitstabilität (vermutlich auch ähnlich oder besser als Silver 5). Also nur Vorteile. Einziger Nachteil ist der Preis. Mit dem Preis erkaufe ich mir aber eben den Komfort.
 
Möchte mich hier auch nochmal zu Wort melden.
Mitterweile habe ich das T420 und das T430 auch nochmal einem kleinen Stresstest unterzogen.
Da haben mich die Ergebnisse etwas überrascht
Hier das T420 mit einem i7-2860QM
Bildschirmfoto vom 2026-08-22 00-15-22.png

Das T420 läuft seit dem 04.02.2020 mit LM und ich muss sagen, dass mich gerade nach dem T530, die Ergebnisse, bzw. den Temperaturen hier überraschat haben.
Hier habe ich nicht das Bedürfnis, von LM zu wechseln.
Das T420 werde ich auf jeden Fall (erstmal) weiter so betreiben und beobachten, wo da die Reise hingeht.
Ich habe mir auch mal das LM angeschaut, was auch noch immer einen guten flüssigen Eindruck gemacht hat.
Da bin ich mal gespannt, ob, und was sich hier noch tut!


Und hier einmal das T430
Bildschirmfoto vom 2026-08-22 00-33-56.png
Trotz geringerer TDP hat das T430 eher Probleme mit dem Quad
Was aber auch daran liegen kann (wahrscheinlich auch wird) dass der Die des i7-3720QM wesenlich kleiner ist, als der des i7-2860QM. Halt auch genau die Generation, wo Intel von 32nm auf 22nm gewechselt hat.

Aber auch hier sehe ich momentan keinen Anlass vom LM zu wechseln.
Diese Temperaturen werden ohne LM wahrscheinlich nur schwer erreichbar sein.




Was ich sonst noch gerne zur Diskussion beitragen möchte, ich finde es interessant, wie leidenschaftlich hier Positionen vertreten werden, wo ich gerne mehr Fakten diese Aussagen hätte, statt einfach nur durch hören sagen, oder Meinung!

Immer wieder begegnet man hier im Forum, dass wenn sich hier ein User mit einem zu heißes Notebook meldet, dass einige schreiben, dass ein wechselt der WLP nichts bringen würde, aber wenn dieser User schließlich doch die WLP gewechselt hat, die CPU schnell 15°C kälter unterwegs ist.

Ich einigen Punkten kann ich mich cucos Beitrag anschließen, vor allem, dass die AS5 eine gute Paste ist, erst recht, mit einer sehr guten Langzeitstabilität.

Doch trotzdem hat sich gerade in den letzten 10 Jahren bei den CPUs viel getan, was das Powermanagement angeht.
Wo ein i5-2520M noch entspannt mit 35W TDP und etwa 43W 28 sek. Turboboost unterwegs war, ist Intel in den letzten Jahren teilweise komplett eskaliert was das angeht, von jenseits der 50W und aufwärts (wenn auch nur kurzfristig).
Dazu noch immer dünnere Notebooks, was das Kühlsystem weiter herausgefordert hat.

Was die Diskussion WLP vs PTM angeht, da geht es für mich bei weitem nicht nur um die effektive Kühleistung.
Es geht auch um die Langzeitstabilität, bzw. um die Zyklenzahl, die ein TIM leisten kann.
Gerade die Seite Igorslab leistet in diesem Bereich sehr gut Arbeit und liefert sehr interessante und tief gehende Artikel in diesem Bereich.
Da sich eine WLP beim erwärmen an Volumen zunimmt, kommt es über die Zeit zum Pump out, und schlechte Pasten können damit nicht umgehen, währen gute Pasten damit sehr gut umgehen können.
Zum Pump out hier ein Artikel dazu.
Auf der letzten Seite des Artikels sind dazu noch interessante Grafiken.
Dass wenn einzelne Pasten zwischen 30°C und 100°C eine über 100%ige Zunahme am Volumen haben, ich denke, dass das klar ist, dass das nicht ohne Folgen bleibt, für die Langzeitstabilität dieser WLP.
Gerade in diesem Punkt spielt PTM seine Stärke aus, das PTM wesentlich geringer zum Pump out neigt.

Ebenfalls sehr interessant dazu, ist der Artikel über die Vorstellung des TTV10, wo es eben genau darum geht, herauszufinden, wie viele Zyklen eine Paste übersteht.
Auf der vorletzten Seite schreibt er sinngemäß. dass eine WLP schon min 2500 Zyklen errreichen sollte.
Wie er selbst aber schreibt, gibt es Pasten, die teils nur einige Hundert Zyklen schaffen, bevor die ausreißen.
Zum Honeywell PTM 7950 schreibt er, dass das etwa 30.000 bis 40.000 schafft, was mal eben locker das 12-fache ist, was er als Mindestziel einer WLP ansetzt. Darin liegt für mich ein großer Vorteil des PTM.
Wenn ich damit wirklich nur ca. alle 5 Jahre, oder noch später, das PTM welchen muss, um damit Temperatur mäßig überhaupt nicht zu eskalieren, ist das für mich ein Gewinn!
Bei der Leistung heutiger CPUs, ist die Leistung nicht immer der wichtigste Faktor, zumindest je nach Anforderung.

Ein weiterer Punkt.
heutige CPUs drosseln sehr gut und schnell herunter, wenn Ihnen zu warum wird.
Ich glaube die meisten Nutzer bekommen davon nichts mit, wenn die CPU ihre Leistung um 20-30% reduzieren.
Um wahrzunehmen, wenn eine WLP degradiert, da bin ich Meinung, dass man schon die Lüfterdrehzahl, Temperatur und den Takt im Auge behalten muss.

Um auch dafür mal Beispiele zu liefern.
L14 Gen2, hier Artic MX4, die bei der Aufnahme des Fotos 4,5 Monate im Betrieb war.
Bildschirmfoto vom 2026-08-22 01-35-54.png

Man kann hier den Pump out Effekt schon gut erkennen.
Das L14 ist nicht übermäßig heiß geworden, hat aber messbar an Kühlleistung verloren.
Genau das zeigt Foto.
Die WLP ist noch flüssig, aber es gibt bereits immer größer werdende Bereiche des Dies, wo nicht mehr genügend WLP vorhanden ist, die die Kühlung negativ beeinflusst.

Gleiches Notebook, 6 Monate später:Bildschirmfoto vom 2026-08-22 01-40-26.png
Diesmal ist es nicht die Arctic MX4, sondern jetzt ist es die Noctua NT-H2 nah 6 Monten.
Auch hier wieder, der Pump out Effekt ist gut zu erkennen, und es gibt bereits Bereiche auf der CPU, die von der WLP gar nicht mehr bedeckt sind.
Auch war der Effekt messbar, wirklich spürbar bei der Nutzung, nicht wirklich!
Seit 5 Monaten läuft das L14 Gen2 jetzt auf PTM, bis jetzt alles super.
Aber vielleicht sollte ich mal aus Spaß an der Freud, trotzdem die Lage des PTM begutachten ;).
Aber wenn ich mir die Temperaturen und die Leistung des L14 momentan zur Gemüte führe, sehe ich dafür kein Bedarf, weil sich das Ganze noch absolut im Rahmen bewegt!
85°C, bei 28W Dauerhaften Last und 3,1GHz
Damit bewegt sich das L14 Gen2 mit 5 Monate altem PTM genau dort, wo sich es auch einer frisch aufgetragenen WLP bewegt.
Mir reicht das zu wissen, dass das PTM noch immer, so wie gewünscht, seine Arbeit verrichtet.


In diesem Sinne
 
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