Mr. Natural
Thinkspotter
- Registriert
- 23 Juni 2006
- Beiträge
- 5.101
Moin auch,
ich hatte gerade Besuch von einem langjährigen Kollegen aus diesem Forum hier aus der Gegend, der gesundheitlich ziemlich angeschlagen ist. Ich hatte einige Jahre nichts von ihm gehört, aber im Sommer kam er mit dem Wunsch nach zwei neuen Rechnern für sich und seine Frau auf mich zu, weil seine überalterten Kisten nicht Win11-tauglich sind.
Er erzählte mir, dass er eines Tages im Garten einfach umgefallen sei und sich dabei ziemlich dolle den Kopf angehauen habe. Seitdem habe er immer wieder Gedächtnislücken und Komplettaussetzer. Arbeiten könne er seither nicht mehr. Ich hab ihm zwei Maschinen verkauft und er hat sie bei mir abgeholt.
Vor ein paar Wochen erreichte mich jedoch ein Hilferuf von seiner Frau, die mir schrieb, dass sich der Zustand des Kollegen weiter verschlechtert habe und die Rechner immer noch unangetastet in der Ecke stünden. Sie fragte mich, ob ich die Installation übernehmen könne. Das mache ich natürlich, aber mehr als ein nacktes Windows mit einigen sinnvollen Voreinstellungen installieren kann ich auch nicht, denn - wie das so ist - die individuelle Konfiguration und Einbindung in die Umgebung ist eine ganz andere Tasse Tee. Zudem war der Kollege ein Leben lang Admin bei einer Bank und hat demnach seine Rechner und seine Umgebung ziemlich speziell und sagen wir mal etwas altertümlich eingerichtet (z.B. Mails alle per POP3 auf dem Rechner, Passwort weiß er nicht mehr). Passwort-Manager oder Ähnliches gibt's natürlich auch nicht...
Und das bringt mich zu meinem Thema: Eben haben die beiden die Rechner vorbeigebracht und der Kollege steht als reine Hülle vor mir - ist anwesend und weiß, wer ich bin, guckt aber komplett durch mich durch.
Jetzt stehen die beiden ziemlich dumm da, denn sie fragt mich, ob ich seine Mails auf den neuen Rechner übertragen kann, aber er kann sich nicht mal mehr erinnern, welches Mailprogramm er genutzt hat und sie hat von der Sache rein gar keine Ahnung. Viel Hoffnung habe ich ihr nicht gemacht.
Das war ziemlich heftig anzusehen und bringt mich natürlich direkt zu meiner eigenen Situation hier, die im Grunde ganz ähnlich gestrickt ist. Ich manage hier alles, was auch nur entfernt mit Technik zu tun hat. Das sind über Jahre gewachsene, höchst individuelle Strukturen und bei mir hängt ja auch noch meine berufliche Existenz dran. Ich bin technik-affin und Onliner durch und durch. Meine Frau hingegen hält sich bewusst analog, hat schon auf sichere Passwörter, geschweige denn technische Exkurse keine Lust.
Ich komme aber nun auch langsam in das Alter, in dem ich mir über sowas Gedanken machen sollte, denn wenn ich mir vorstelle, dass mich ein ähnlicher Schlag träfe, dann würde meine Frau unglaublich alt aussehen.
Daher hier endlich meine Frage an die Community: Wie wappnet man sich in einer solchen Konstellation und organisiert seinen digitalen Nachlass? Da ist es ja nicht damit getan, das Master-Passwort vom Passwort-Manager auf einen Zettel zu schreiben... Das würde erstens die Sache selbst kompromittieren und viel zu kurz greifen...
Nachdenkliche Grüße
Matt
ich hatte gerade Besuch von einem langjährigen Kollegen aus diesem Forum hier aus der Gegend, der gesundheitlich ziemlich angeschlagen ist. Ich hatte einige Jahre nichts von ihm gehört, aber im Sommer kam er mit dem Wunsch nach zwei neuen Rechnern für sich und seine Frau auf mich zu, weil seine überalterten Kisten nicht Win11-tauglich sind.
Er erzählte mir, dass er eines Tages im Garten einfach umgefallen sei und sich dabei ziemlich dolle den Kopf angehauen habe. Seitdem habe er immer wieder Gedächtnislücken und Komplettaussetzer. Arbeiten könne er seither nicht mehr. Ich hab ihm zwei Maschinen verkauft und er hat sie bei mir abgeholt.
Vor ein paar Wochen erreichte mich jedoch ein Hilferuf von seiner Frau, die mir schrieb, dass sich der Zustand des Kollegen weiter verschlechtert habe und die Rechner immer noch unangetastet in der Ecke stünden. Sie fragte mich, ob ich die Installation übernehmen könne. Das mache ich natürlich, aber mehr als ein nacktes Windows mit einigen sinnvollen Voreinstellungen installieren kann ich auch nicht, denn - wie das so ist - die individuelle Konfiguration und Einbindung in die Umgebung ist eine ganz andere Tasse Tee. Zudem war der Kollege ein Leben lang Admin bei einer Bank und hat demnach seine Rechner und seine Umgebung ziemlich speziell und sagen wir mal etwas altertümlich eingerichtet (z.B. Mails alle per POP3 auf dem Rechner, Passwort weiß er nicht mehr). Passwort-Manager oder Ähnliches gibt's natürlich auch nicht...
Und das bringt mich zu meinem Thema: Eben haben die beiden die Rechner vorbeigebracht und der Kollege steht als reine Hülle vor mir - ist anwesend und weiß, wer ich bin, guckt aber komplett durch mich durch.
Jetzt stehen die beiden ziemlich dumm da, denn sie fragt mich, ob ich seine Mails auf den neuen Rechner übertragen kann, aber er kann sich nicht mal mehr erinnern, welches Mailprogramm er genutzt hat und sie hat von der Sache rein gar keine Ahnung. Viel Hoffnung habe ich ihr nicht gemacht.
Das war ziemlich heftig anzusehen und bringt mich natürlich direkt zu meiner eigenen Situation hier, die im Grunde ganz ähnlich gestrickt ist. Ich manage hier alles, was auch nur entfernt mit Technik zu tun hat. Das sind über Jahre gewachsene, höchst individuelle Strukturen und bei mir hängt ja auch noch meine berufliche Existenz dran. Ich bin technik-affin und Onliner durch und durch. Meine Frau hingegen hält sich bewusst analog, hat schon auf sichere Passwörter, geschweige denn technische Exkurse keine Lust.
Ich komme aber nun auch langsam in das Alter, in dem ich mir über sowas Gedanken machen sollte, denn wenn ich mir vorstelle, dass mich ein ähnlicher Schlag träfe, dann würde meine Frau unglaublich alt aussehen.
Daher hier endlich meine Frage an die Community: Wie wappnet man sich in einer solchen Konstellation und organisiert seinen digitalen Nachlass? Da ist es ja nicht damit getan, das Master-Passwort vom Passwort-Manager auf einen Zettel zu schreiben... Das würde erstens die Sache selbst kompromittieren und viel zu kurz greifen...
Nachdenkliche Grüße
Matt
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