Aus gegebenem Anlass: Strategien für den digitalen Nachlass

Mr. Natural

Thinkspotter
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23 Juni 2006
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Moin auch,

ich hatte gerade Besuch von einem langjährigen Kollegen aus diesem Forum hier aus der Gegend, der gesundheitlich ziemlich angeschlagen ist. Ich hatte einige Jahre nichts von ihm gehört, aber im Sommer kam er mit dem Wunsch nach zwei neuen Rechnern für sich und seine Frau auf mich zu, weil seine überalterten Kisten nicht Win11-tauglich sind.

Er erzählte mir, dass er eines Tages im Garten einfach umgefallen sei und sich dabei ziemlich dolle den Kopf angehauen habe. Seitdem habe er immer wieder Gedächtnislücken und Komplettaussetzer. Arbeiten könne er seither nicht mehr. Ich hab ihm zwei Maschinen verkauft und er hat sie bei mir abgeholt.

Vor ein paar Wochen erreichte mich jedoch ein Hilferuf von seiner Frau, die mir schrieb, dass sich der Zustand des Kollegen weiter verschlechtert habe und die Rechner immer noch unangetastet in der Ecke stünden. Sie fragte mich, ob ich die Installation übernehmen könne. Das mache ich natürlich, aber mehr als ein nacktes Windows mit einigen sinnvollen Voreinstellungen installieren kann ich auch nicht, denn - wie das so ist - die individuelle Konfiguration und Einbindung in die Umgebung ist eine ganz andere Tasse Tee. Zudem war der Kollege ein Leben lang Admin bei einer Bank und hat demnach seine Rechner und seine Umgebung ziemlich speziell und sagen wir mal etwas altertümlich eingerichtet (z.B. Mails alle per POP3 auf dem Rechner, Passwort weiß er nicht mehr). Passwort-Manager oder Ähnliches gibt's natürlich auch nicht...

Und das bringt mich zu meinem Thema: Eben haben die beiden die Rechner vorbeigebracht und der Kollege steht als reine Hülle vor mir - ist anwesend und weiß, wer ich bin, guckt aber komplett durch mich durch.

Jetzt stehen die beiden ziemlich dumm da, denn sie fragt mich, ob ich seine Mails auf den neuen Rechner übertragen kann, aber er kann sich nicht mal mehr erinnern, welches Mailprogramm er genutzt hat und sie hat von der Sache rein gar keine Ahnung. Viel Hoffnung habe ich ihr nicht gemacht.

Das war ziemlich heftig anzusehen und bringt mich natürlich direkt zu meiner eigenen Situation hier, die im Grunde ganz ähnlich gestrickt ist. Ich manage hier alles, was auch nur entfernt mit Technik zu tun hat. Das sind über Jahre gewachsene, höchst individuelle Strukturen und bei mir hängt ja auch noch meine berufliche Existenz dran. Ich bin technik-affin und Onliner durch und durch. Meine Frau hingegen hält sich bewusst analog, hat schon auf sichere Passwörter, geschweige denn technische Exkurse keine Lust.

Ich komme aber nun auch langsam in das Alter, in dem ich mir über sowas Gedanken machen sollte, denn wenn ich mir vorstelle, dass mich ein ähnlicher Schlag träfe, dann würde meine Frau unglaublich alt aussehen.

Daher hier endlich meine Frage an die Community: Wie wappnet man sich in einer solchen Konstellation und organisiert seinen digitalen Nachlass? Da ist es ja nicht damit getan, das Master-Passwort vom Passwort-Manager auf einen Zettel zu schreiben... Das würde erstens die Sache selbst kompromittieren und viel zu kurz greifen...


Nachdenkliche Grüße
Matt
 
Zuletzt bearbeitet:
Meine Frau kennt meine Passwortstrategie. Kennt also meine grundliegenden Passwörter und kann sich daraus alle anderen ableiten, wenn das nötig sein sollte.

Bzgl. der 'Datenrettung'... Hast du Zugriff auf sie alten Maschinen und weißt was für Software z. B. Mail genutzt wurde? Ich traue dir technisch viel zu, biete aber trotzdem an da bei Bedarf Mal drüber zu PNen. Ich musste erst vor ein paar wenigen Jahren die Laptops meines Schwiegervaters in der Richtung behandeln um rauszufinden was da nach seinem Tod alles an Abos und Kram zu kündigen ist bzw. an Verträgen existiert.
 
Hast du Zugriff auf sie alten Maschinen und weißt was für Software z. B. Mail genutzt wurde? Ich traue dir technisch viel zu, biete aber trotzdem an da bei Bedarf Mal drüber zu PNen.

Das ist nett... Die alten Maschinen sind vorhanden und ich könnte sicher Zugriff drauf bekommen. Konkrete Infos habe ich aber nicht... Ich selber kann das nicht leisten, aber ich gebe dein Angebot gern weiter an seine Frau und übernehme die Logistik.
 
Nein. Sorry. Nicht für wildfremde.
Da fühle ich mich nicht wohl mit. Nach so einer Forensik-Session liegt dir das innerste der digitalen Identität des anderen offen und du müsstest nur hinschauen wollen - nein, will ich nicht aber das ist für beide kein angenehmes Gefühl das die Möglichkeit besteht.
Dann spende ich lieber ein Gofundme, damit sie ein Datenrettungsunternehmen beauftragen können.
 
Moin auch,

ich hatte gerade Besuch von einem langjährigen Kollegen aus diesem Forum hier aus der Gegend, der gesundheitlich ziemlich angeschlagen ist. Ich hatte einige Jahre nichts von ihm gehört, aber im Sommer kam er mit dem Wunsch nach zwei neuen Rechnern für sich und seine Frau auf mich zu, weil seine überalterten Kisten nicht Win11-tauglich sind.

Er erzählte mir, dass er eines Tages im Garten einfach umgefallen sei und sich dabei ziemlich dolle den Kopf angehauen habe. Seitdem habe er immer wieder Gedächtnislücken und Komplettaussetzer. Arbeiten könne er seitdem nicht mehr. Ich hab ihm zwei Maschinen verkauft und er hat sie bei mir abgeholt.

Vor ein paar Wochen erreichte jedoch mich ein Hilferuf von seiner Frau, die mir schrieb, dass sich der Zustand des Kollegen weiter verschlechtert habe und die Rechner immer noch unangetastet in der Ecke stünden. Sie fragte mich, ob ich die Installation übernehmen könne. Das mache ich natürlich, aber mehr als ein nacktes Windows mit einigen sinnvollen Voreinstellungen installieren kann ich auch nicht, denn - wie das so ist - die individuelle Konfiguration und Einbindung in die Umgebung ist eine ganz andere Tasse Tee. Zudem war der Kollege ein Leben lang Admin bei einer Bank und hat demnach seine Rechner und seine Umgebung ziemlich speziell und sagen wir mal etwas altertümlich eingerichtet (z.B. Mails alle per POP3 auf dem Rechner, Passwort weiß er nicht mehr). Passwort-Manager oder Ähnliches gibt's natürlich auch nicht...

Und das bringt mich zu meinem Thema: Eben haben die beiden die Rechner vorbeigebracht und der Kollege steht als reine Hülle vor mir - ist anwesend und weiß, wer ich bin, guckt aber komplett durch mich durch.

Jetzt stehen die beiden ziemlich dumm da, denn sie fragt mich, ob ich seine Mails auf den neuen Rechner übertragen kann, aber er kann sich nicht mal mehr erinnern, welches Mailprogramm er genutzt hat und sie hat von der Sache rein gar keine Ahnung. Viel Hoffnung habe ich ihr nicht gemacht.

Das war ziemlich heftig anzusehen und bringt mich natürlich direkt zu meiner eigenen Situation hier, die im Grunde ganz ähnlich gestrickt ist. Ich manage hier alles, was auch nur entfernt mit Technik zu tun hat. Das sind über Jahre gewachsene, höchst individuelle Strukturen und bei mir hängt ja auch noch meine berufliche Existenz dran. Ich bin technik-affin und Onliner durch und durch. Meine Frau hingegen hält sich bewusst analog, hat schon auf sichere Passwörter, geschweige denn technische Exkurse keine Lust.

Ich komme ich aber nun auch langsam ist das Alter, in dem ich mir über sowas Gedanken machen sollte und wenn ich mir vorstelle, dass mich ein ähnlicher Schlag träfe, dann würde meine Frau unglaublich alt aussehen.

Daher hier endlich meine Frage an die Community: Wie wappnet man sich in einer solchen Konstellation und organisiert seinen digitalen Nachlass? Da ist es ja nicht damit getan, das Master-Passwort vom Passwort-Manager auf einen Zettel zu schreiben... Das würde erstens die Sache selbst kompromittieren und viel zu kurz greifen...


Nachdenkliche Grüße
Matt
Genau diese Frage hab ich mir die letzte Zeit auch immer mehr gestellt, nein, nicht weil ich den Eindruck haben, dass es gesundheitlich bei mir bald "so weit" sein könnte, sondern einfach, weil mich meine ganzen Online-Konten nachdenklich machen. Ich habe große Teile meines "Erbes" ausschließlich digital vorliegen. Ich wickle grade selber einen Nachlass als Erbe hab und dort liegt alles fein säuberlich in Papierordnern vor. Bei mir ist das eben nicht (mehr) der Fall. Ich stelle mir die Frage, was ist, wenn ich mal nen Unfall hätte, z. B. mit dem Rennrad, und dann meine Frau vor meinem "digitalen Erbe" stehen würde. Ich muss mich die nächste Zeit da auch mal drum kümmern.....
 
Genau diese Frage hab ich mir die letzte Zeit auch immer mehr gestellt.
Da schließe ich mich an - ein aktuelles Thema, dem ich mich auf Grund des aufgekommenen Nachwuchses langsam mal widmen muss. Ich nutze bereits einen Passwortmanager und eine Übersicht über bestehende Konten und Verträge (Mails, Streamingabos, Versicherungen, Banken, ...) erstelle ich derzeit.

Nur in welchem Format ich das zugänglich mache, muss ich mir noch überlegen. Für mich selbst natürlich am liebsten digital (wobei das Fallstricke im Bereich Verfügbarkeit und Vertraulichkeit mit sich bringt), aber Zielgruppe der Maßnahme bin ja eben nicht ich, sondern meine bessere Hälfte. Wenn ich mit den Überlegungen und Umsetzungen weiter bin, gebe ich Bescheid und lese bis dahin gespannt mit.
 
Moin auch,

ich hatte gerade Besuch von einem langjährigen Kollegen aus diesem Forum hier aus der Gegend, der gesundheitlich ziemlich angeschlagen ist. Ich hatte einige Jahre nichts von ihm gehört, aber im Sommer kam er mit dem Wunsch nach zwei neuen Rechnern für sich und seine Frau auf mich zu, weil seine überalterten Kisten nicht Win11-tauglich sind.

Er erzählte mir, dass er eines Tages im Garten einfach umgefallen sei und sich dabei ziemlich dolle den Kopf angehauen habe. Seitdem habe er immer wieder Gedächtnislücken und Komplettaussetzer. Arbeiten könne er seitdem nicht mehr. Ich hab ihm zwei Maschinen verkauft und er hat sie bei mir abgeholt.

Vor ein paar Wochen erreichte jedoch mich ein Hilferuf von seiner Frau, die mir schrieb, dass sich der Zustand des Kollegen weiter verschlechtert habe und die Rechner immer noch unangetastet in der Ecke stünden. Sie fragte mich, ob ich die Installation übernehmen könne. Das mache ich natürlich, aber mehr als ein nacktes Windows mit einigen sinnvollen Voreinstellungen installieren kann ich auch nicht, denn - wie das so ist - die individuelle Konfiguration und Einbindung in die Umgebung ist eine ganz andere Tasse Tee. Zudem war der Kollege ein Leben lang Admin bei einer Bank und hat demnach seine Rechner und seine Umgebung ziemlich speziell und sagen wir mal etwas altertümlich eingerichtet (z.B. Mails alle per POP3 auf dem Rechner, Passwort weiß er nicht mehr). Passwort-Manager oder Ähnliches gibt's natürlich auch nicht...

Und das bringt mich zu meinem Thema: Eben haben die beiden die Rechner vorbeigebracht und der Kollege steht als reine Hülle vor mir - ist anwesend und weiß, wer ich bin, guckt aber komplett durch mich durch.

Jetzt stehen die beiden ziemlich dumm da, denn sie fragt mich, ob ich seine Mails auf den neuen Rechner übertragen kann, aber er kann sich nicht mal mehr erinnern, welches Mailprogramm er genutzt hat und sie hat von der Sache rein gar keine Ahnung. Viel Hoffnung habe ich ihr nicht gemacht.

Das war ziemlich heftig anzusehen und bringt mich natürlich direkt zu meiner eigenen Situation hier, die im Grunde ganz ähnlich gestrickt ist. Ich manage hier alles, was auch nur entfernt mit Technik zu tun hat. Das sind über Jahre gewachsene, höchst individuelle Strukturen und bei mir hängt ja auch noch meine berufliche Existenz dran. Ich bin technik-affin und Onliner durch und durch. Meine Frau hingegen hält sich bewusst analog, hat schon auf sichere Passwörter, geschweige denn technische Exkurse keine Lust.

Ich komme ich aber nun auch langsam ist das Alter, in dem ich mir über sowas Gedanken machen sollte und wenn ich mir vorstelle, dass mich ein ähnlicher Schlag träfe, dann würde meine Frau unglaublich alt aussehen.

Daher hier endlich meine Frage an die Community: Wie wappnet man sich in einer solchen Konstellation und organisiert seinen digitalen Nachlass? Da ist es ja nicht damit getan, das Master-Passwort vom Passwort-Manager auf einen Zettel zu schreiben... Das würde erstens die Sache selbst kompromittieren und viel zu kurz greifen...


Nachdenkliche Grüße
Matt

Ich habe folgenden Plan in meinen Notizen, der aber noch nicht umgesetzt ist. Ich glaube aber, dass man damit schonmal ne ganze Menge abdecken kann, auch wenns realtiv simpel ist.

Externe Festplatte mit folgender Struktur im Bankschließfach, zu dem meine Partnerin und meine Mama "postmortalen" Zugang haben. Das kann man im Mietvertrag zum Schließfach so regeln
1. Editordatei mit Login zur 2-Faktor Authentifizierung, falls diese in Schritt 2 benötigt wird und Anleitung, wie man über den Browser auf den Kram Zugriff hat
2. Editordatei mit allen möglichen Passwörtern und Zugängen
3. Auflistung mit Verträgen machen einschl. PDF Scans
4. Und weil Mama und meine Parnerin nicht so ganz im Thema sind, noch ein extra Ordner, in dem ein spezielles Thema wirklich haarklein erklärt wird, wie man (in diesem Fall an den Kryptokram) kommt. Das kann ja dann sonst was Spezielles sein, was in diesem Ordner erklärt wird.

Zusätzlich ein Schreiben im Bankschließfach in dem ich bestätige, dass erst meine Partnerin und wenn die ebenfalls beispielsweise verunglückt ist, dann meine Mama dazu berechtigt sind, den digitalen Nachlass zu verwalten.
 
Auch beim Bankschließfach und ähnlichen Aufbewahrungshilfen gilt: Backups machen und in die Nachlassstrategie einbinden!
Denn wie ein ebenfalls "aktueller Anlass" gezeigt hat, sind auch Bankschließfächer nicht gegen (Daten)Verlust immun, und im Gegensatz zum Omas Goldkette lassen sich digitale Zugänge redundant sichern.

Man könnte z.B. die doppelt verschlüsselte Passwort-DB an mehrere (hoffentlich) Vertrauenswürdige weitergeben (z.B. Erbberechtigter + Notar). Jeder kriegt ein Passwort. Um die DB zu entschlüsseln sind beide nötig.
Dabei sollte man darauf achten, dass nicht beide Passwörter in die Hände von Personen mit gleichen Agendas kommen. Es sollte also z.B. ein "Hinterbliebenenpasswort" und ein "Notarpasswort" geben, welches dann jeweils mehrere Personen aus der jeweiligen Gruppe erhalten können.
(Das ist aber natürlich nur so lange sicher, wie die Ehefrau nicht mit dem Notar anbandelt. ;) )
 
Traurig sowas zu hören, aber irgendwann ist es bei jedem soweit.
Reaktiv ist so eine Operation halt aufwändig. Ungünstig ist, dass die Arbeitslast mit so einem Krempel genau dann kommt wenn man sich keine Zeit dafür nehmen will und anderes eigentlich wichtiger ist.
Proaktiv würde ich eine schlanke Lösung suchen. Ich glaube das wichtigste ist, die Übersicht über die IT bzw. Daten- und Geldströme zu dokumentieren. Ziel ist aus meiner Sicht nicht, dass ein wenig technikaffiner Partner morgen alles übernehmen kann. Ziel sollte sein, dass ein wenig technikaffiner Partner weiß, welche Systeme die zentralen sind und nicht danach suchen muss und ein grobes Verständnis hat, was er suchen muss. Ob die zentralen Zugänge dann beim Notar liegen (wo sie schlecht aktualisiert werden können) oder als analoger Zettel zwischen alten Lieberbriefen, ist vermutlich egal. Genauere Anleitungen für Kryptozeug sind vermutlich auch hilfreich. Bei "modernen" IT-Usern müssten eigentlich alle Zugänge aus 2 3 Konten (Google, Apple) abgeleitet werden können. Vieles andere wie der Zugang zu diesem Forum oder alte Fotos/Musik verlieren dann schnell an Bedeutung und es bleibt dann doch nicht so viel übrig.
Für die Unternehmer aus dem Forum: eine kleine Backup/Resilienzstrategie schaden vermutlich auch nicht^^
 
Uff, das ist echt ein komplexes und nicht so einfaches Thema.
Meine Frau und ich haben alle relevanten Unterlagen digital auf einer externen Festplatte und in der Cloud und auch parallel auf den Thinkpads.
Jeder hat Bitwarden mit eigenen Daten, aber die wichtigsten Informationen sind redundant in beiden Accounts.
Einzig das Masterpasswort kennt sie nicht bzw. vergisst sie immer 🤦
Vielleicht sollte sie das mal ändern 😁
 
interessantes und schwieriges thema..
vor allem wenn ich bedenke, wie of ich passwörter zu den verschiedenstenen
seiten/speichern in letzter zeit wieder geändert habe....:(

die passwort geschütze liste , die ich vor kurzem meinem bruder gegeben habe
ist schon seit wochen nicht mehr aktuell.
am besten wäre es da wohl eine datei in der cloud zu speichern,
die man möglichst aktuell hält (back up)
allerdings fühle ich mich damit auch nicht wirklich wohl das irgendwo hochzuladen.
dann doch wohl eher auf platte mit passwort geschützt..
??
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Einzig das Masterpasswort kennt sie nicht bzw. vergisst sie immer 🤦
pfff.. überbewertet...;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ob die zentralen Zugänge dann beim Notar liegen (wo sie schlecht aktualisiert werden können)
Stimmt natürlich. Eigentlich würde es reichen, dem Notar (und nur diesem!) eines der Passwörter zu geben. Die eigentliche DB, bzw. die Info, wo sie zu finden ist, inklusive des anderen Passworts bekommen mindestens zwei Angehörige. Die haben dann sofort Zugriff auf die aktuelle DB, müssen vorher aber zum Notar, zwecks des ersten Passworts.
 
Stimmt natürlich. Eigentlich würde es reichen, dem Notar (und nur diesem!) eines der Passwörter zu geben. Die eigentliche DB, bzw. die Info, wo sie zu finden ist, inklusive des anderen Passworts bekommen mindestens zwei Angehörige. Die haben dann sofort Zugriff auf die aktuelle DB, müssen vorher aber zum Notar, zwecks des ersten Passworts.
Falls der Notar eine gute IT hat, ober liegt das dann ausgedruckt in einem Ordner? Das macht es komplizierter, aber nicht sicherer...


Es gibt verschiedene Stile, wie man die private Krypto aufbaut:
Herzstück sollte ein Passwortmanager sein, idealerweise mit einem langen Masterpasswort, ggf. noch mit extra Firlefanz wie einer zusätzlichen Datei die zum Öffnen benötigt wird.

Für Passwortmanager gibt es verschiedene Möglichkeiten. Mit Keepass habe ich alles selber in der Hand und kann mir aussuchen wie ich den Passwortcontainer speichere. Bei Anbietern wie Lastpass ist der Passwortcontainer bei denen in der Cloud gespeichert. Laspass ist dann natürlich ein hübsches Ziel, weil dort viele Passwörter liegen und ich glaube die hatten auch schonmal einen Vorfall. Mit Bitwaren kann ich alles selber hosten, muss mich dann aber um meinen Server kümmern. Also nehmen wir mal Keepass, das hat auch die IT bei meinem Arbeitgeber, das sollten Profis sein.

Wo speichert man die Datei? Lokal/Offline ist am "sichersten", eine Synchronisation auf mehrere Endgeräte ist dann aber aufwändig und man muss sich um die Backups vollständig selber kümmern. In der eigenen Cloud (selbst gehostet oder auf einem VServer) erscheint sicher, aber man muss sich um seine eigene Cloud inkl. Backups kümmern. Kann/will man das und kriegt man das besser konfiguriert als ein Cloudanbieter? In einer fremden Cloud erscheint kritisch, aber ist es das wirklich? Wenn es ein Angreifer schafft bei Google und Konsorten einzusteigen, dann knackt er auch meinen PW-Container vermute ich. Und wenn ich IT dumm bediene ist dagegen alles hackbar. Vielleicht sollte man sich aber nicht ausschließlich auf eine externe Cloud verlassen und noch lokale Backups haben, falls man mal ausgesperrt wird.

Am Ende ist es eine Abwägung zwischen Einfachheit und Sicherheit, die jeder selber treffen muss. Wichtig zu beachten: extra Firlefanz muss nicht zwingend zu mehr Sicherheit führen sondern kann auch mehr Angriffsfläche bedeuten und die Sicherheit insgesamt reduzieren. Das naivste wäre natürlich alles in den Google oder Apple PW-Manager zu packen, aber will man das?

Wer sich mit dem Thema so beschäftigt wie hier beschrieben ist schon weit. Auch die Krypto Community ist sich an einigen Stellen nicht einig, was jetzt mehr Sicherheit bringt und am Ende sollte man eine Lösung nehmen, die man versteht und der man somit vertraut.

Aus meiner Sicht ausreichend sicher ist: Keepass mit sauberem Passwort bei einem Cloudanbieter gesichert, synchronisiert auf mehrere Endgeräte und mit lokalen Backups. Ist die Krypto-Wallet 7-stellig braucht man aber vielleicht etwas mehr.
 
Falls der Notar eine gute IT hat, ober liegt das dann ausgedruckt in einem Ordner?
Idealerweise speichert er das Passwort in seinem Passwort-Manager. Alternativ kann er es aber auch auf Papier in seinen Safe legen (welcher natürlich Backups hat).

Aus meiner Sicht ausreichend sicher ist: Keepass mit sauberem Passwort bei einem Cloudanbieter gesichert, synchronisiert auf mehrere Endgeräte und mit lokalen Backups.
Und wie sicherst du die Wallet dann gegen Zugriffe deiner Erben zu deinen Lebzeiten?
 
Idealerweise speichert er das Passwort in seinem Passwort-Manager. Alternativ kann er es aber auch auf Papier in seinen Safe legen (welcher natürlich Backups hat).

Und wie sicherst du die Wallet dann gegen Zugriffe deiner Erben zu deinen Lebzeiten?
Bei der Story mit dem Notar gibt das einen Ringschluss. Wenn der Notar seine IT nicht im Griff hat oder der Safe abbrennt wird daraus ein Versicherungsfall. Dann rufst du die abgemachte Summe auf und klagst dich durch die Instanzen. Das dauert dann ewig und am Ende bekommst du Geld. Ich halte das für unpraktikabel. Der monetäre Wert für den Zugriff auf irgendein E-Mail-Postfach wird gering sein, aber im Kontext eines digitalen Nachlasses ist es halt wichtig um Dinge regeln zu können, das ist ja genau das, was dich belastet. Ich würde von so Notar Konstruktionen die Finger lassen. Am Ende wollen die Geld verdienen und sind erstmal nicht vom Fach. Wenns schief geht haben Notare ein Interesse, dass es rechtskonform gelöst wird und nicht, dass deine IT läuft und Zugriffe funktionieren.

Na die Erben bekommen entweder den Passwort-Container oder das Passwort oder eine Anleitung wie sie an so Dinge kommen und nicht den vollständigen Zugriff. Wollen dich Erben bescheißen geht das immer, das soll hier nicht abgesichert werden. Es soll abgesichert werden, dass die IT und relevante Daten- und Geldströme auch dann funktionieren, wenn der zentrale Akteur unerwartet ausfällt. Das klassische Pendant ist der Aktenschrank in dem bestehende Informationen waren und der Briefträger, der neue Informationen brachte. Mit genug Zeit kann sich in sowas auch ein desinteressierter Partner/Nachkomme einarbeiten. Bei verschlüsselten Daten und digitalen Konten wird es halt unübersichtlich und benötigt eine andere Aufbereitung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei der Story mit dem Notar gibt das einen Ringschluss. Wenn der Notar seine IT nicht im Griff hat oder der Safe abbrennt wird daraus ein Versicherungsfall. Dann rufst du die abgemachte Summe auf und klagst dich durch die Instanzen.
Was ich alles schon mit Notaren (und Anwälten......) erlebt habe......also meine Strategie wäre - ohne konkret werden zu können zum jetzigen Zeitpunkt - so wenig wie möglich externe Instanzen zu involvieren.
 
Bei der Story mit dem Notar gibt das einen Ringschluss. Wenn der Notar seine IT nicht im Griff hat oder der Safe abbrennt wird daraus ein Versicherungsfall.
Genau deshalb schrieb ich das:
Alternativ kann er es aber auch auf Papier in seinen Safe legen (welcher natürlich Backups hat).
Der Notar selbst muss natürlich in deine Backupstrategie eingebunden sein, entweder indem du dich vergewisserst, dass er seine IT im Griff hat, bzw. ein funktionierendes Backupkonzept für Dokumente in seinem analogen Safe hat, oder indem du das selbst regelst, und einfach das Passwort bei mehreren Notaren hinterlegst.

Dann rufst du die abgemachte Summe auf und klagst dich durch die Instanzen. Das dauert dann ewig und am Ende bekommst du Geld. Ich halte das für unpraktikabel.
Geld ist dabei für gewöhnlich dass geringste Übel. Wirklich weh tut der Verlust nicht-monetärer Werte (z.B. die 10-Jährige Brieffreundschaft deiner Eltern, die letztendlich zu deiner Entstehung geführt hat). Sowas kannst du nicht versichern. Daher musst du dem Verlust vorbeugen, durch ein funktionierendes Backup-Konzept.

Ich würde von so Notar Konstruktionen die Finger lassen. Am Ende wollen die Geld verdienen
Natürlich wollen die Geld verdienen. Das ist genau der Grund warum ich sie einbeziehen würde, denn sie wollen nichts Anderes. Und ihre Fähigkeit Geld zu verdienen hängt von ihrem Leumund ab. Sie können sich also keine "Hidden Agenda" erlauben - anders als deine Erben, die vornerum scheißfreundlich zu dir sein können, hinter deinem Rücken aber nur "dein Bestes" wollen.

Na die Erben bekommen entweder den Passwort-Container oder das Passwort oder eine Anleitung wie sie an so Dinge kommen und nicht den vollständigen Zugriff.
Du wilst also den Container an Erben A geben und den Schlüssel an Erben B? Genau aus diesem Szenario stammte meine Frage: Wie stellst du sicher, das die beiden sich nicht vorzeitig gegen dich verbünden?
Hieraus entstammte auch der Gedanke, nicht alle nötigen Puzzleteile (Container und Passwort) an Akteure mit der gleichen Agenda zu verteilen. Die Einbeziehung eines Notars stellt das sicher.

Wollen dich Erben bescheißen geht das immer, das soll hier nicht abgesichert werden.
Nein, das geht nicht immer, sondern nur, wenn du unvorsichtig warst. Und doch, auch das soll hier abgesichert werden: Zugriff der Erben erst nach deinem Ableben. Andernfalls könntest du nämlich einfach die Passwortliste aus dem Container im Plaintext auf der Familienfeier verteilen.

Es soll abgesichert werden, dass die IT und relevante Daten- und Geldströme auch dann funktionieren, wenn der zentrale Akteur unerwartet ausfällt.
"Den zentralen Akteur" darf es prinzipbedingt nicht geben. Ein funktionierndes Backupkonzept hat keinen Single Point of Failure.
Daher müssen mehrere unabhängige Erben einen Teil des Puzzles bekommen, und ein anderer Akteur mit anderer Agenda (Notar) und überprüfbar funktionierenden Backup oder mehrere solcher Akteure den anderen Teil des Puzzles.
 
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