Auf meinem PC habe ich auch die eDrive Funktionalität mit einer Samsung 840 Evo am laufen. Meiner Mitbewohnerin habe ich auch eine Installation auf ihrem Laptop mit eDrive eingerichtet.
Also:
- Voraussetzungen: Ein PC oder Laptop, in dem eine eDrive-fähige Platte steckt (z.B. eben die 840 Evo mit neuester Firmware, aber wohl auch die Samsung 840 Pro mit neuester Firmware oder wohl auch die Crucial M500(?)), außerdem ein TPM-Modul (v.1.2) sowie ein BIOS, was UEFI unterstützt und sich in den UEFI-only Modus mit abgeschaltetem CSM stellen lässt.
Dann:
- mit dem Samsung Magician die eDrive-Funktionalität "aktivieren" (ready to enable). Dafür ist vermutlich ein bereits installiertes Windows nötig. Bei nicht-Samsung-Platten ist dies eventuell nicht nötig?
- eventuell TPM-Modul überprüfen. Dieses muss aktiviert sein (eine Sache, die ich letztens beim Laptop meiner Mitbewohnerin vergessen hatte). Und es kann nicht schaden, dass einmal zu leeren. Das geht meist im BIOS oder auch unter Windows mit "tpm.msc" und dann auf "TPM löschen" gehen.
- Secure Erase der SSD durchführen. Geht mit einem USB-Stick oder einer DVD, die mit dem Magician dafür erstellt wird, aber UEFI muss dafür aus sein bzw. im Legacy Mode gebootet werden. Zum Löschen muss man im laufenden Betrieb die SSD einmal aus und wieder einstecken (nur Strom oder Strom+Daten ist egal). Wenn das nicht geht, nimmt man andere Möglichkeiten. Es geht wohl mit einer Linux-Live-CD und dem Tutorial:
http://www.heise.de/ct/hotline/SSD-komplett-loeschen-1427587.html Alternativ geht halt wohl auch Parted Magic, wenn man es per ISO bootet oder irgendwo hab ich auch mal gelesen, dass die gparted-CD das auch kann, die man ja kostenlos im Netz downloaden kann. Keine Ahnung, wie dort dann das vorgehen ist. Aber für diese Lösungen muss man die SSD wohl nicht im laufenden Betrieb ausbauen.
- dann BIOS unbedingt auf UEFI only stellen und CSM abschalten. Also alle Legacy-Features deaktivieren. Mein PC hat anfangs gemeckert, dass eine PCIe-Netzwerkkarte dann nicht zum Booten initialisiert werden kann. Nach einem BIOS-Update konnte ich dieser aber PXE abgewöhnen und dann war auch die Fehlermeldung weg.
- Windows 8 installieren, dabei Windows die Partitionierung übernehmen lassen (wichtig! Sonst fehlen die spezielle 300MB-Partition für Bitlocker sowie die 100MB EFI-Partition). Also im entsprechenden Punkt im Setup einfach die nicht initialisierte/leere SSD anklicken und keine Partition anlegen, einfach auf Weiter klicken, dann legt Windows alles selbst an. Bei Bedarf kann man später die Windows-Partition ohne Probleme wieder verkleinern und weitere Partitionen dahinter anlegen oder für Over-Provisioning Platz frei lassen. Aber erstmal Windows die Verwaltung übernehmen lassen.
- Nach der Installation kann man den Magician wieder installieren und öffnen. Beim eDrive-Feature sollte nun bereits "aktiviert" stehen.
- "gpedit.msc" ("Editor für lokale Gruppenrichtlinien") öffnen und in folgenden Schlüssel wechseln: Richtlinien für Lokaler Computer | Computerkonfiguration | Administrative Vorlagen | Windows-Komponenten | BitLocker-Laufwerksverschlüsselung | Betriebssystemlaufwerke.
- Den Schlüssel "Zusätzliche Authentifizierung beim Start anfordern" öffnen (Achtung, genau hinschauen, es gibt einen sehr ähnliche klingenden weiteren Schlüssel) und auf "Aktiviert" stellen. Unten ggf. alle Werte auf "zulassen" stellen, falls nicht schon standardmäßig gesetzt. Mit OK schließen.
- "Erweiterte PINs für Systemstart zulassen" öffnen und ebenfalls auf "Aktiviert" setzen, mit OK schließen.
- Explorer öffnen und Rechtsklick auf das Systemlaufwerk machen, "Bitlocker aktivieren" wählen.
- Ab hier weiß ich es nicht mehr exakt aus dem Kopf und kann es gerade nicht nachschauen, aber ich meine, man wählt nun die Entsperrvariante (Kennwort bzw. ich meine, es wird hier "PIN" genannt, auch wenn durch die Einstellungen in gpedit.msc nun auch Passwörter möglich sein sollten, die nicht nur aus Zahlen bestehen, was eine PIN implizieren würde), vergibt das Kennwort und klickt sich weiter durch.
- Die Frage, ob nur der benutzte Bereich oder alles verschlüsselt werden soll, sollte NICHT kommen. Ansonsten ist irgendwas schief gegangen und eDrive nicht aktiv. Wer möchte, kann den angebotenen Test, ob das ganze alles kompatibel ist, noch einmal vorher ausführen. Das sollte aber eigentlich alles direkt klappen und man kann den Test auch überspringen. Einmal hatte ich auch, dass der Test im ersten Versuch fehlschlug. Im zweiten klappte dann aber alles.
- Den "Wiederherstellungsschlüssel" sollte man irgendwo sichern. Auf dem gleichen Systemlaufwerk funktioniert nicht! Also auf einen externen (verschlüsselten?) USB Stick speichern oder ausdrucken und guuuuuut weglegen. Besser irgendwo sicher verstauen und/oder den Zettel sicher zerstören. Den Schlüssel braucht man, wenn mal etwas schief geht oder man die Platte in einen anderen Rechner legt oder das TPM-Modul z.B. gelöscht wurde, fehlt oder kaputtgegangen ist.
- Fertig, BitLocker sollte nun aktiv sein und die hardwareseitige Verschlüsselung nutzen, die keine Performance kostet. Dass es aktiv ist, erkennt man an dem Schlosssymbol, was jetzt das Laufwerk im Explorer ziert. Dass die Hardwareverschlüsselung aktiv ist, erkennt man unter anderem daran, dass eben keine Abfrage beim Anlegen kam, welchen Bereich man verschlüsseln möchte (alles oder nur belegtes).
WICHTIG:
Nun können natürlich alle Treiber installiert werden, aber es darf NICHT der Intel RST (IRST, Intel Rapid Storage Technology) installiert werden. Weder der Treiber alleine ("F6 Treiberdiskette"), noch das ganze Softwarepaket!!! Im besten Fall ist eDrive dann nicht mehr aktiv, meist endet das aber in Bluescreens oder nicht mehr bootenden Systemen. Die Systemwiederherstellung ist dabei auch nicht immer hilfreich, das System zurückzusetzen. Abgesicherter Modus geht dann natürlich auch nicht mehr.
Nach aktuellem Stand kommt der Treiber nicht automatisch per Windows Update/Microsoft Update und wird auch nicht zwingend gebraucht - auch wenn er vielleicht ein paar wenige % Geschwindigkeitszuwach bringt. Nicht drum kümmern, weglassen.
Ich weiß nicht, ob Lenovo den Treiber per System Update anbietet. Falls dem so ist: Unbedingt ein Auge drauf haben und das Update nie einspielen!