2. An alle Linux-Nutzer: Wie kamt Ihr zu Linux (Uni, Job, privates Interesse, Bekannte, Zeitschriften)? Von Anfang an, von Windows umgestiegen, warum?
Mein erster 486er-PC, den ich 1994 als flexiblere Schreibmaschine für das geisteswissenschaftliche Studium anschaffte, wurde noch mit einem MS-DOS und
Windows for Workgroups 3.11 ausgeliefert und war noch gaaaanz weit von dem entfernt, was man heutzutage gemeinhin unter einem Windows-PC versteht. Das war zwar Anfangs eine hübsche Spielerei, aber nicht viel mehr als eine Textverarbeitungsmaschine zweifelhafter Stabilität, so dass ich hellhörig wurde, als ich zum ersten Mal von Linux hörte.
Ein Physiker-Kommilitone empfahl mir ("Du suchst LaTeX? Unter Linux ist einfach schon alles dabei, was man braucht!") die parallele Installation von Linux. Nachdem ich es aufspielte und zu nutzen begann, war das parallel vorhandene Windows ganz schnell Geschichte, da es bezüglich Stabilität und Vielseitigkeit beim damaligen Stand der technischen Entwicklung einfach nicht mal ansatzweise gegen Linux anstinken konnte.
Erst mit Win7 hatte Windows viele Jahre später zu Linux aufgeholt und wies endlich eine vergleichsweise brauchbare Speicherverwaltung und Stabilität auf. Bei allem Respekt vor dieser späten technischen Leistung war meine Nutzweise zu diesem Zeitpunkt allerdings schon viel zu sehr durch die vielfältigen Möglichkeiten von Linux geprägt, als dass ich noch umzusatteln gewillt gewesen wäre.
Auf der Arbeit nutze ich selbstverständlich zwar auch Windows als betriebliche Arbeitsgrundlage zum Starten meiner Putty-Instanzen, aber das ist halt einfach nur der Standard-Desktop für den ganzen umständlichen Office-Krempel, den ich im Übrigen privat selbst als Libreoffice und Konsorten nie nutz(t)e. Ein Office ist für mich eigentlich auch nur ein träger doc/xls/ppt-Dateibetrachter. Für das Verfassen von Texten nutze ich auch unter Windows lieber Emacs und vim.
Aus der Sicht eines PC-Normalverbrauchers dürfte das alles vermutlich ziemlich schräg erscheinen. Aber solange ich damit so gut klar komme wie bisher, ist das für mich schon in Ordnung so.