Welche Tabellenkalkulation für Businessprojekt?

pelouse

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Hallo!

Für ein zunächst privates Projekt habe ich eine "Excel" Tabelle mit verschiedenen Makros gebaut. Letztendlich ist es eine Planungssoftware für meine Frau. Jetzt sind wir am überlegen, ob man die "Software" verkaufen und nebenbei Geld verdienen kann. Zielbranche wäre der soziale Bereich. Die Software soll eine 80/20 Lösung sein, möglichst clean und einfach in der Bedienung, dafür vielleicht nur mit 80-90% Funktionalität, die man sich wünschen könnte. Außerdem sollte die Software in jeglichem IT-Ökosystem ohne Anpassungen laufen, damit auf fachlicher Leitungsebene entschieden werden kann und kein IT Projekt draus wird. Es soll ein einfaches Werkzeug sein um seine Woche planen zu können, mehr erstmal nicht.

Bisher verwende ich Google Sheets, das läuft im Browser. Die Dokumentation der API ist super und ich konnte alles was gewünscht war relativ einfach realisieren. So finde ich das ganz gut. Bedenken habe ich, weil es halt Google ist und die "Kunden" das vielleicht nicht gut finden. Stichwort wäre z.B. DSGVO oder eine generelle Abneigung gegenüber amerikanischen Konzernen.

Also habe ich mich nach Alternativen zu Google umgeschaut.
Zum einen finde ich da Excel, das erscheint mir aber als äquivalent zu Google. Wer Bedenken bei einem Unterbau von Google hat, hat das vermutlich auch bei einem Unterbau von Excel. Ziel wäre hier die Cloud-Variante zu verwenden und keine lokale Installation von Excel. Außerdem habe ich mich noch nicht damit beschäftigt, wie ich das Scripting von Excel beherrsche.
An Open Source Alternativen finde ich Onlyoffice und Libreoffice/Colaboraonline.
Mit Onlyoffice komme ich gar nicht klar. Die Dokumentation der API ist schlecht und ich finde nix. Das ging mit Google deutlich einfacher. Der Ansatz ist eigentlich verworfen. Libreoffice/Colaboaraonline habe ich noch nicht versucht, das kommt als nächstes dran.

Bei Google und Microsoft wäre ich auf die Accounts der Unternehmen angewiesen. Weiß jemand, welche Accounts man hier braucht? Bisher verwende ich meinen privaten Google Account und teile das Dokument. Wenn ich damit Geld verdiene würde ich zumindest einen extra Account machen. Muss das ein Business Account sein für den ich bezahle? Und wenn ich das Dokument teile, brauchen die "Kunden" dann auch einen Business Account?
Die Open Source Alternativen wären da flexibler in der Handhabung. Hier würde ich mir irgendwo eine Nextcloud für Unternehmen einrichten und die Dokumente teilen. Ggf. könnte man das auch selber Hosten falls es größer wird oder gefordert ist.

Gibt es Meinungen dazu, wie ich am besten Vorgehe? Die Wahl der Plattform erscheint mir kritisch für den (langfristigen) Erfolg, weil es eine Weiche stellt.

Danke für hilfreichen Input!
 

Philipp Beitz

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Frag doch mal in deiner nächstgrößeren Stadt Abteilung Unternehmsgründungen / Wirtschaft. Die haben Kontakte bzw. könnten auch fördern bzw. auch sagen, ob das alles so sinnhaft ist wie du es dir vorstellst.
Viel Erfolg :)
 

kingduevel

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Ich kann nicht viel beitragen, finde das Projekt aber interessant. Jedoch ein paar Fragen:

Muss oder soll in diesem Projekt gleichzeitig mit mehreren Benutzern gearbeitet werden? Oder gibt es einen Nutzer mit Schreibrechten und alle anderen haben nur Leserechte?

Wenn ich das richtig lese besteht das Projekt ausschließlich aus ein oder mehreren Dateien und nicht aus Datenbanken oder ähnlichem. Möchtest du dann lieber diese Dateien verkaufen (vermutlich mit Gefahr der unerlaubten Weitergabe durch die Kunden) oder lieber eine Dienstleistung, wo diese Dateien auf deiner eigenen Cloud liegen?

Ansonsten kenne ich nicht die spezifischen Unterschiede der einzelnen Programme/Anbieter. Aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kannst du ja davon ausgehen, dass fast alle Unternehmen Excel auf ihren Rechnern haben (womit man neben xlsx ja auch andere Formate verwenden könnte), bei "Google" und "Cloud" jedoch erstmal vorsichtig sein dürften...
 

pelouse

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Die Datei ist so zu bedienen: Ich habe Schreibrechte und bin für die grundlegende Funktionalität verantwortlich, welche Zellen haben welche Formeln, wie muss man die Tabelle bedienen, welche Makros gibt es etc. Der Nutzer hat Schreibrechte und kann mit dem Tool planen, Werte von Zellen verändern. Nur Leserechte funktioniert nicht für die Bedienung.

Das Projekt besteht aus einer Datei mit Makro, mehr ist es erstmal nicht. Nur die Datei zu verkaufen, drüber muss ich nachdenken. In der Cloud könnte ich auch Zugriff haben, das wäre vielleicht nicht schlecht. Aber nur die Datei zu verkaufen hat auch Vorteile. Dass alle "Kunden" Excel haben, darauf würde ich nicht wetten. Teilweise haben die gerade mal Computer und da nur schlechte, vielleicht auch kein Internet (dann wäre nur die Datei zu verkaufen die einzige Möglichkeit). Es geht halt um den sozialen Bereich...
 

MartinMenke

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Du solltest bei allem auch auf den Datenschutz bezüglich persönlicher Daten achten. Sozialer Bereich klingt für mich danach. Das ist sicher eine Baustelle, wo du die Daten einzelner Kunden streng getrennt halten musst. Und die Datenschutzbeauftragten deiner Kunden werden sicher auch ein Wort mitreden wollen.
 

niggel99

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Vorschlag: Baue das Google Sheet so um, dass es auch als exportiere XLSX-Datei (Exceltabelle) funktioniert.

Verkaufe dann die Excel Tabelle als Vorlage und überlasse es den Käufern, ob sie diese mit Ihrem Google Konto, Office365 Konto oder z.B. Ihrem lokal installierten Excel verwenden.
 

kingduevel

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Verkaufe dann die Excel Tabelle als Vorlage und überlasse es den Käufern, ob sie diese mit Ihrem Google Konto, Office365 Konto oder z.B. Ihrem lokal installierten Excel verwenden.
Ich denke auch, dass das mit Abstand der einfachste Weg mit den wenigsten Problemen ist. Allen voran und mit großen Ausrufungszeichen sind die Anstrengungen im Bereich Datenschutz nicht zu verachten, wenn der Kunde diese wirklich einhalten möchte (wozu er ja auch verpflichtet ist).

Eventuell kannst du ja trotzdem so eine Art des heutzutage bei Verkäufern geliebten und Kunden gehassten "Abo-Modell" implementieren. Beispiel:
  • Der Kunde erhält für eine einmalige Zahlung die Datei und eine persönliche Einführung von dir.
  • Wohin er die Datei legt und wie die Zugriffe sind, ist seine Sache.
  • Zudem erhält er ein Jahr lang technischen Telefon-Support und Updates.
  • Und dann könnte er sich im nächsten Jahr für die nächste Hauptversion entscheiden, die er als Bestandskunde vergünstigt erhält.
  • Das alles natürlich mit sauberer Möglichkeit seine vorhandenen Daten zu exportieren/importieren, wenn er die neue Version erhält.
Ich habe früher mal in der Firma ein paar Fußball-Meisterschaften mit einer (kostenlosen) Excel-Datei von Hexceler betreut. Einfach eine krasse Sache in Excel mit perfekten Einstellmöglichkeiten, Import/Export der Tippdateien, neue Programmversionen etc. Einfach mega und so hatte ich Excel vorher noch nie gesehen!
 

pelouse

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Vielen Dank für die Denkanstöße. Eine Datei zu verkaufen, mit welcher der Kunde machen kann was er will ist vermutlich das einfachste. Dann kann ich mir das aus der Softwareseite mal ansehen, was es da zu tun bzw. beachten gibt. Idealerweise ist die Datei universell einsetzbar und nicht auf eine exakte Version von irgendwas angewiesen.

Die Preisfindung ist ein anderes interessantes Thema. Da kommt es drauf an, was man draus machen will. Für ein Geschäft nebenbei reichen x€ für die Datei. Will man langfristig damit Geld verdienen wäre ein Abo-Modell attraktiver.
 

niggel99

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Auch mit einem Excel File ließe sich ein Abomodell umsetzen, indem du z.B. Updates und neue Features nur für 1 Jahr lieferst/lizenzierst.
 

horatio

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..., indem du z.B. Updates und neue Features nur für 1 Jahr lieferst/lizenzierst.
Upates werden ohnehin fällig, denn du vertreibst ein Produkt, bei dem du eine Gewährleistung eingehst.
Mit diesem Jahr ist die Beweislastumkehr auf 1 Jahr gestiegen, somit bist du erstmal in der Pflicht der Nachbesserung.

Daneben: Hast du dir schon Gedanken zu Haftungsfragen gemacht, was passiert bei Datenverlust oder Schäden?
Da du Excel als "Laufzeitumgebung" hast und darin deine Makros laufen, ist es schwierig im Streitfall die Ursache abzugrenzen.

Das sind Aspekte, die weit über die reine Erstellung einer Software hinausgehen, aber einem hintenrum - je nach gewählter Rechtsform der Unternehmung - sehr viel Ärger machen können.
 

elchmartin

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Upates werden ohnehin fällig, denn du vertreibst ein Produkt, bei dem du eine Gewährleistung eingehst.
Mit diesem Jahr ist die Beweislastumkehr auf 1 Jahr gestiegen, somit bist du erstmal in der Pflicht der Nachbesserung.

Daneben: Hast du dir schon Gedanken zu Haftungsfragen gemacht, was passiert bei Datenverlust oder Schäden?
Kommt ja auch stark drauf an, ob er b2c oder b2b verkauft.
b2b kann man ziemlich viel aus der Haftung nehmen....
 

pelouse

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Die rechtlichen Aspekte stehen an, das habe ich auf dem Schirm. Konkret habe ich mich damit noch nicht beschäftigt. Hier gilt aber wies, es geht um den sozialen Bereich. In Streitfragen gibt man halt nach oder bessert nach, das wäre ok. Rechtliche Auseinandersetzungen erwarte ich, dafür ist der Teil, der hier in meinem coolen Tool abgedeckt wird einfach zu klein. Aber danke für die Hinweise, das ist natürlich erfolgskritisch!
 

niggel99

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Ich bin gespannt, wie es weitergeht! Hast du schon eine Idee, wie du das File vertreiben willst - eigene Website, ein Dienst wie z.B. gumroad.com?
 
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