Hallo Thinkpad-Gemeinde,
da ich täglich mit dem Zug pendle und ich bei meinem Netbook (Samsung NC10) langsam an die Leistungsgrenzen gestossen bin, habe ich mich vor kurzem auf die Suche nach einer etwas leistungsfähigeren Alternative gemacht. Meine Hauptanforderungen waren (neben etwas mehr Leistung) XGA-Auflösung, geringes Gewicht und eine Akku-Laufzeit > 2,5 Stunden (+ das ganze zu einem Preis von < 400 Euro).
Nach etwas Recherche bin ich beim X61S gelandet und konnte über ebay-England ein extrem günstiges Exemplar in gutem Zustand ergattern. Den Stecker konnte ich mit einem Adapter vom Media-Markt (2,99 Euro) für deutsche Steckdosen passend machen - die englische Tastatur stört mich bisher nicht, da ich eh blind tippe.
Die Neuinstallation von XP Pro hat auch relativ reibungslos geklappt - ich habe lediglich ein verbliebenes, gelbes Ausrufezeichen im Gerätemanager, aber da finde ich auch noch raus, was dahintersteckt.
Mein X61s hat lediglich einen 1,4Ghz-Prozessor, aber das reicht mir aus, da ich nicht zocke oder so. An Erweiterungen hab ich bisher nur neue "Knubbel" für den Thinkpoint, einen originalen 8-Zellen-Akku und einen Nachbau 4-Zellen-Akku gekauft (dafür suche ich übrigens noch einen Spacer). Ein Ausbau des Speichers von 1 auf 2 oder 4 GB folgt in den nächsten Tagen noch. Bei der Festplatte werde ich erstmal bei der eingebauten 120er bleiben und evtl. im Frühjahr auf eine gleichgrosse SSD wechseln, falls diese bis dahin auf ca. 150 Euro fallen werden.
Nachdem ich die ersten Stunden mit dem Thinkpad gearbeitet habe, haben mich Geschwindigkeit, Tastatur, Thinkpoint und Verarbeitung positiv überrrascht.
Ernüchternd fand ich die Akkulaufzeit, Temperatur und damit Lautstärke + Häufigkeit des Lüfters. Die CPU-Temperatur ging bei mir relativ schnell auf über 60 Grad und dann liefer der Lüfter praktisch durchgehend auf Stuffe 2, wobei die Temperatur irgendwo bei 65 bis 68 Grad "hängen" blieb. Zudem übertrug der Lüfter seine Vibrationen an der Unterseite an das Gehäuse. Dies führte zu einem nervigen Brummen, das zwar weg war, wenn man das Thinkpad senkrecht hielt, aber arbeiten ist so halt nicht möglich. :thumbdown:
Nach etwas Forenrecherche habe ich das X61s gestern abend zerlegt um den Kühler + Lüfter zu reinigen und das Vibrieren zu beseitigen. Anhand einer Anleitung hier im Forum ging das Zerlegen leicht und ohne Probleme von sich (es war allerding nicht das erste Notebook, dass ich auseinandergebaut habe). Als ich den Kühler abnahm, musste ich festellen, dass auf meiner CPU kein Leitpad, sondern Silberpaste aufgetragen war, allerdings viel zu viel davon (fast 1 mm dick). Nachdem das Innenleben nicht so aussah, als hätte jemand vorher schon mal das Thinkpad zerlegt, kann ich mir das irgendwie nicht erklären wie die dahinkam, da ich dachte standardmässig wären immer Leitpads verkleb - aber egal. Die Leitpaste habe ich zum Großteil abgetragen und nur eine dünne Schicht übriggelassen, die ich gleichmässig verteilt habe.
Dann ging es weiter mit dem Lüfter, dessen Deckel ich nach Aufbiegen der 3 Haltenasen leicht abnehmen konnte. Hier hatte sich ein wenig Dreck angesammelt, den ich mit einem Pinsel und Druckluft zuleibe gerückt bin. Entgegen der Empfehlungen habe ich auch das Lüfterrad abgenommen und die Kontakte darunter mit Kontaktreiniger gesäubert und das Lager mit einem Tropfen Öl versorgt. Dann kam der Deckel wieder drauf und ich habe unter den Lüfter noch ein Stück Schaumstoff geklebt, damit keine Vibrationen mehr ans Gehäuse übertragen werden.
Nach dem Zusammenbau folgte dann der erste Testlauf: Dieser verlief absolut reibungslos, die Temperatur stieg nur mehr sehr langsam und so dauerte es jetzt über 15 Minuten, bis 55 Grad CPU-Temperatur erreicht wurden und der Lüfter ansprang. Dieser war jetzt kaum noch zu hören - keinerlei Vibrationen mehr. Mit PFControl habe ich den Lüfter nun so eingstellt, dass er bei 61 Grad anspringt und so lange kühlt, bis wieder 53 Grad erreicht sind. Das dauert ca. 30 Sekunden und dann ist wieder für ca. 5 Minuten ruhe - so habe ich mir das gewünscht! :thumbsup:
Da PFControl auch die verbrauchte Leistung (zumindest ca.) anzeigt, wollte ich mich nun mit den Stromverbrauch beschäftigen. Dieser lag im Idle bei ca. 18-19 Watt. (Ich muss dazusagen, dass ich die Bildschirmhelligkeit im BIOS aber auf "high" gestellt habe.)
Um etwas Strom zu sparen habe ich diese nun im Bios aber wieder auf normal gestellt und zudem die folgenden Geräte im BIOS deaktiviert:
-Security-Chip/Fingerprint-Reader
-Parallele & Serielle-Schnittstelle
-Bluetooth
Nach dem Neustart zeigte PFControl nur noch einen Verbrauch zwischen 8 und 10 Watt an und ich bin zufrieden zu Bett gegangen. Würde mir jederzeit wieder ein X61s zulegen - Interessierte mit Kaufabsicht sollten aber evtl. damit rechnen, dass einige Wartung an Hard- und Software notwendig sind, bis ein Gebrauchtgerät wieder zufriedenstellend läuft.
Dank an dieser Stelle an alle Benutzer, die hier so tolle Anleitungen geschriebenen haben. Als nächstes werde ich mich ein bisschen mit RMClock beschäftigen und versuchen, ob man den Prozessor noch ein bisserl undervolten kann.
Viele Grüße,
Werner
da ich täglich mit dem Zug pendle und ich bei meinem Netbook (Samsung NC10) langsam an die Leistungsgrenzen gestossen bin, habe ich mich vor kurzem auf die Suche nach einer etwas leistungsfähigeren Alternative gemacht. Meine Hauptanforderungen waren (neben etwas mehr Leistung) XGA-Auflösung, geringes Gewicht und eine Akku-Laufzeit > 2,5 Stunden (+ das ganze zu einem Preis von < 400 Euro).
Nach etwas Recherche bin ich beim X61S gelandet und konnte über ebay-England ein extrem günstiges Exemplar in gutem Zustand ergattern. Den Stecker konnte ich mit einem Adapter vom Media-Markt (2,99 Euro) für deutsche Steckdosen passend machen - die englische Tastatur stört mich bisher nicht, da ich eh blind tippe.
Die Neuinstallation von XP Pro hat auch relativ reibungslos geklappt - ich habe lediglich ein verbliebenes, gelbes Ausrufezeichen im Gerätemanager, aber da finde ich auch noch raus, was dahintersteckt.
Mein X61s hat lediglich einen 1,4Ghz-Prozessor, aber das reicht mir aus, da ich nicht zocke oder so. An Erweiterungen hab ich bisher nur neue "Knubbel" für den Thinkpoint, einen originalen 8-Zellen-Akku und einen Nachbau 4-Zellen-Akku gekauft (dafür suche ich übrigens noch einen Spacer). Ein Ausbau des Speichers von 1 auf 2 oder 4 GB folgt in den nächsten Tagen noch. Bei der Festplatte werde ich erstmal bei der eingebauten 120er bleiben und evtl. im Frühjahr auf eine gleichgrosse SSD wechseln, falls diese bis dahin auf ca. 150 Euro fallen werden.
Nachdem ich die ersten Stunden mit dem Thinkpad gearbeitet habe, haben mich Geschwindigkeit, Tastatur, Thinkpoint und Verarbeitung positiv überrrascht.
Ernüchternd fand ich die Akkulaufzeit, Temperatur und damit Lautstärke + Häufigkeit des Lüfters. Die CPU-Temperatur ging bei mir relativ schnell auf über 60 Grad und dann liefer der Lüfter praktisch durchgehend auf Stuffe 2, wobei die Temperatur irgendwo bei 65 bis 68 Grad "hängen" blieb. Zudem übertrug der Lüfter seine Vibrationen an der Unterseite an das Gehäuse. Dies führte zu einem nervigen Brummen, das zwar weg war, wenn man das Thinkpad senkrecht hielt, aber arbeiten ist so halt nicht möglich. :thumbdown:
Nach etwas Forenrecherche habe ich das X61s gestern abend zerlegt um den Kühler + Lüfter zu reinigen und das Vibrieren zu beseitigen. Anhand einer Anleitung hier im Forum ging das Zerlegen leicht und ohne Probleme von sich (es war allerding nicht das erste Notebook, dass ich auseinandergebaut habe). Als ich den Kühler abnahm, musste ich festellen, dass auf meiner CPU kein Leitpad, sondern Silberpaste aufgetragen war, allerdings viel zu viel davon (fast 1 mm dick). Nachdem das Innenleben nicht so aussah, als hätte jemand vorher schon mal das Thinkpad zerlegt, kann ich mir das irgendwie nicht erklären wie die dahinkam, da ich dachte standardmässig wären immer Leitpads verkleb - aber egal. Die Leitpaste habe ich zum Großteil abgetragen und nur eine dünne Schicht übriggelassen, die ich gleichmässig verteilt habe.
Dann ging es weiter mit dem Lüfter, dessen Deckel ich nach Aufbiegen der 3 Haltenasen leicht abnehmen konnte. Hier hatte sich ein wenig Dreck angesammelt, den ich mit einem Pinsel und Druckluft zuleibe gerückt bin. Entgegen der Empfehlungen habe ich auch das Lüfterrad abgenommen und die Kontakte darunter mit Kontaktreiniger gesäubert und das Lager mit einem Tropfen Öl versorgt. Dann kam der Deckel wieder drauf und ich habe unter den Lüfter noch ein Stück Schaumstoff geklebt, damit keine Vibrationen mehr ans Gehäuse übertragen werden.
Nach dem Zusammenbau folgte dann der erste Testlauf: Dieser verlief absolut reibungslos, die Temperatur stieg nur mehr sehr langsam und so dauerte es jetzt über 15 Minuten, bis 55 Grad CPU-Temperatur erreicht wurden und der Lüfter ansprang. Dieser war jetzt kaum noch zu hören - keinerlei Vibrationen mehr. Mit PFControl habe ich den Lüfter nun so eingstellt, dass er bei 61 Grad anspringt und so lange kühlt, bis wieder 53 Grad erreicht sind. Das dauert ca. 30 Sekunden und dann ist wieder für ca. 5 Minuten ruhe - so habe ich mir das gewünscht! :thumbsup:
Da PFControl auch die verbrauchte Leistung (zumindest ca.) anzeigt, wollte ich mich nun mit den Stromverbrauch beschäftigen. Dieser lag im Idle bei ca. 18-19 Watt. (Ich muss dazusagen, dass ich die Bildschirmhelligkeit im BIOS aber auf "high" gestellt habe.)
Um etwas Strom zu sparen habe ich diese nun im Bios aber wieder auf normal gestellt und zudem die folgenden Geräte im BIOS deaktiviert:
-Security-Chip/Fingerprint-Reader
-Parallele & Serielle-Schnittstelle
-Bluetooth
Nach dem Neustart zeigte PFControl nur noch einen Verbrauch zwischen 8 und 10 Watt an und ich bin zufrieden zu Bett gegangen. Würde mir jederzeit wieder ein X61s zulegen - Interessierte mit Kaufabsicht sollten aber evtl. damit rechnen, dass einige Wartung an Hard- und Software notwendig sind, bis ein Gebrauchtgerät wieder zufriedenstellend läuft.
Dank an dieser Stelle an alle Benutzer, die hier so tolle Anleitungen geschriebenen haben. Als nächstes werde ich mich ein bisschen mit RMClock beschäftigen und versuchen, ob man den Prozessor noch ein bisserl undervolten kann.
Viele Grüße,
Werner






