[vista / xp] Angst vor vista begründet?

vorsommer

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Hallo zusammen,

ich möchte mir mein erstes Notebook zulegen und nicht zuletzt Ihr seit schuld ;), dass es ein ThinkPad werden soll.

Nun bin ich "softcore" Anwender und habe keine Lust Betatester zu werden. Die Kiste soll einfach funktionieren!
Kann ich mich auf vista einlassen, oder soll ich lieber mit XP auf Nummer Sicher gehen?
Ich kann die viele Kritik an vista nicht richtig einordnen. Laufen alte Programme welche für XP gemacht sind unter Umständen nicht mehr unter vista?
Oder betrifft das nur alte Hardware für welchen es keine Treiber unter vista gibt (das würde ja bei einem neuen Notebook welches nicht umgebaut wird eher nicht stören)?

Gruß vorsommer
 
Ich denke mal, die Frage ob Vista oder XP lässt sich nicht pauschal beantworten.

Als Otto-Normal-Anwender fährst du mit beiden Systemen nicht schlecht. (Über weitere Alternativen lass ich mich jetzt nicht aus...)

Ich denke mal für XP spricht:
+ einigermaßen Performant
+ mittlerweile mit SP2 recht stabil
+ gute Treiberunterstützung
+ für fast jedes Problem unter XP wirst du im Internet irgend einen Lösungsvorschlag finden

Negativ an XP ist:
- Support wird definitiv schlechter werden (d.h. nach und nach wird es wohl nur noch für große Sicherheitslücken Patches geben)
- Eventuell wird es in Zukunft Programme geben, die ausdrücklich Vista verlangen, und auf XP nicht mehr laufen, da der Sprung von XP zu Vista doch zu einigen größeren Veränderungen unter der Oberfläche geführt hat

Für Vista spricht:
+ Neuer und wird somit mit Updates und wichtigen Patches sicherlich länger unterstützt als XP
+ bunter und schöner (wobei man hier geteilter Meinung sein kann, ob dies positiv ist ;) )
+ evtl. wird es in Zukunft teilweise Hardware geben, die nur nuch Vista, aber keine XP-Treiber mehr hat
+ Sicherheitskonzept des Systems ist von der Theorie her besser als unter XP (ob es auch praktisch besser ist, wird die Zukunft zeigen)

Negativ an Vista ist:
- teilweise (noch) schlechte Treiberunterstützung für vor allem ältere Geräte
- Mache Programme laufen (noch) nicht richtig bzw. gar nicht auf Vista. Hier muss jeder selbst entscheiden bzw. nachforschen, ob "wichtige" Programme, die man täglich braucht auf Vista vernüntig laufen
- Etwas Hardwarehungriger

-> Eine allgemeingültige Antwort ob XP oder Vista gibt es nicht.
Der definitiv beste Ansatz (im Windowsumfeld) ist imho für den Hausgebrauch XP plus Vista in der Hinterhand, um in ca. einem halben Jahr bis Jahr umzusteigen. 8)
 
Kleine Korrektur meines Vorredners:

- Support wird definitiv schlechter werden (d.h. nach und nach wird es wohl nur noch für große Sicherheitslücken Patches geben)
da keine neuen Funktionen mehr eingebaut werden, und das Gro an Sachen ("echte" Bugs, z.B. in den APIs etc. hat MS noch nie wirklich behoben) bereits behoben ist, ist das auch nicht mehr unbedingt nötig.

[/quote]+ Neuer und wird somit mit Updates und wichtigen Patches sicherlich länger unterstützt als XP[/quote]
Siehe oben. Du unterliegst hier einem Denkfehler:

Wichtig ist nicht, bis zu welchem Jahr welches System upgedated wird, sondern wieviele der gefundenen Fehler prozentual behoben wurden. Bei Vista müssen viele noch gefunden werden, bei XP sind die meisten bereits behoben.
Was zählt ist der insgesamte Supportzeitraum, und der ist bei Vista kürzer angesetzt als bei Windows XP. Also eher ein Negativpunkt für Vista.


+ Sicherheitskonzept des Systems ist von der Theorie her besser als unter XP (ob es auch praktisch besser ist, wird die Zukunft zeigen)
Aber auch nur das, was uns das Marketing verklickern wollte. Die Praxis zeigt, dass das Sicherheitskonzept kaum anders und vor allem total sinnlos ist.

Ich hab die "Benutzerkontensteuerung" ganz schnell abgeschalten, weil sie selbst einfachste Arbeitsabläufe, wie das Löschen einer Verknüpfung auf dem Desktop um den Faktor 2 bis 3 verzögert hat. Kostet nur Zeit.

Die Nachfragedialoge sind eher verwirrend und überladen als nützlich.

Dazu kommt, dass alles wahnsinnig grafisch umgesetzt wurde. Beispiel:
Unter Windows XP Pro (mit klassischer Oberfläche im Win2k Stil) dauert das Löschen einer Desktopverknüpfung wenige Sekunden.
Ich markiere die Verknüpfung und drücke [UMSCHALT]+[ENTF] (das Teil muss ganz weg, im Papierkorb schimmelts nur). Die Sicherheitsnachfrage ob ich die Datei wirklich löschen will popt im selben Moment auf. Kurzer Druck auf [ENTER] und die Sache ist gegessen.

Unter Windows Vista Bussines (ebenfalls klassische Oberfläche, Aero abgeschalten!!) dauert dasselbe Spiel locker ne halbe Minute.
Wieder Verknüpfung markieren und [UMSCHALT]+[ENTF]. Erste Abfrage: Wollen Sie die Verknüpfung wirklich löschen, das Programm wird dadurch nicht deinstalliert, blablabla...
Zweite Abfrage: Benutzerkontensteuerung, diese Aktion benötigt ihre Zustimmung, blablabla....
Wenn ich nach zwei Abfragen endlich den Löschvorgang starten konnte, popt ne jenseits graphische Statusanzeige auf: "Zeit zum löschen der Datei wird berechnet". Die steht dann da locker 5sec auf "0%" bis sie kurz mit 100% aufblinkt und verschwindet. DANN ist endlich die Verknüpfung gelöscht.#

Ne, also für so einen Dreck ist mir meine Zeit zu schade.


Abschließend zum Sicherheitssystem: Die Benutzerkontensteuerung ist nicht mehr als ein nerviges Wächterprogramm für alle möglichen Aktionen, wie man es bereits von Registry/Autostartwächtern her kennt. Und ich wette, dass sie genauso auch von Malware umgangen/abgeschalten werden kann.

Im Systemkern wurde kaum was verbessert. Das "Große Neuschreiben" des ganzen Kerns, wie jahrelang propagiert, blieb aus: es sind nachweislich noch Bugs aus Windows98 vorhanden. Vom (zweifelhaften, siehe TCPA) TPM-Support mal abgesehen, der für Kennwörter und Laufwerksverschlüsselung wirklich noch sinnvoll erscheint.

Die Windowsfirewall sowie der Windowsdefender bringen zwar etwas mehr Sicherheit als unter WindowsXP, sind aber letzten Endes auch nur "installierte" Programme, die nicht im Systemkern verankert sind, und so wie jedes 3rd Party Tool arbeiten. D.h. dass sie auch hackbar/deaktivierbar sind.

Ein neues Sicherheitsloch hat MS auch gleich eingebaut: Aliasing von Systemverzeichnissen wie "Programme" "Benutzer" etc...
Heißen auf der Festplatte eigentlich "Program Files" und "User" (in allen Vista Versionen), werden aber vom Browser aliased. Ich denke es ist eine Frage der Zeit, wann Malware diese Aliasfunktionen (auch für Dateien) ausnutzt.


+Mache Programme laufen (noch) nicht richtig bzw. gar nicht auf Vista. Hier muss jeder selbst entscheiden bzw. nachforschen, ob "wichtige" Programme, die man täglich braucht auf Vista vernüntig laufen
Joa, bei mir ne ganze Menge.

-Etwas Hardwarehungriger

GRAVIEREND hardwarehungriger:

Vista Business läuft bei mir gefühlt langsamer auf meinem Core2Duo lappy als XP Pro SP2 auf nem Ahtlon XP 2200+.

Systemdaten zum Vergleich:

Notebook:
Vista Business
Core2Duo T7300 (2*2000Mhz, 800Mhz FSB)
2*1GB RAM DDR2-667
NVidia Quadro 140M, PCI-X
120GB HDD, 8MB Cache, 5400UPM, SATA2
fühlt sich meist träge an (Arbeit im Windows Explorer etc.), auch wenn ich Tastatur/Moni/Maus extern verwende

Desktop:
XP Pro SP2
Athlon XP 2200+ (1*1866Mhz, 266Mhz FSB)
2*512MB RAM DDR-400 (Dual Channel)
ATI Radeon 9500Pro, 128MB, AGP8
250GB HDD, SATA1, 16MB Cache, 7200UPM
fühlt sich eher flüssig an

Ich schiebe hier mal ganz klar Vista die Schuld in die Schuhe. Deckt sich auch mit den Erfahrungen in Sachen Hardwarehunger bisher:
Win98->Win2k->WinXP ... Tendenz steigend.
 
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