Transportwege bei Lenovo.de CTO Bestellung@ökologischer Fingerabdruck:

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thickpad

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Ein kürzlich bei Lenovo.de bestelltes CTO (Configure to Order) T14 Gen5 wurde/wird innerhalb von vierTagen aus China direkt von der Fabrik in Hefei über das Drehkreuz Jebel Ali über Köln wo ja UPS massiv sitzt ausgeliefert (Morgen avisiert) via UPS Ankunft in Bayern. Verrückt, war mir nicht bewusst das die das so schnell durchschießen können.

Das sind:
  1. Hefei → Shanghai (LKW/Bahn): ca. 450 km
  2. Shanghai → Dubai (Flug): ca. 6.450 km
  3. Dubai → Köln (Flug): ca. 5.000 km
  4. Köln → München (LKW/Flug): ca. 500 km
  • Gesamte Reisestrecke: ca. 12.400 Kilometer

Die kluge KI sagt das waren jetzt im Transport 24 bis 30 kg CO2 für das kleine T14 (man berechnet wohl pro Kg Fracht mit etwa 500-900g CO2 pro 1000km. Gerechnet wurden 3kg (Gerät+Verpackung x 12.000km x 0.7kg (Mittelwert CO2 v.O.).

Das war dann jetzt ungefähr so viel CO2 wie eine durchschnittliche Buche in 2.5 Jahren aus der Luft filtert.

Verrückt wollt ich mal teilen die Betrachtung ob das so gut ist?

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Hier treffen leider die wirtschaftliche und die ökologische Realität aufeinander. Auf der einen Seite gehört das zum Werteversprechen von Lenovo und der Marken ThinkPad, dass wenn ich für einen vierstelligen Betrag einen Businesslaptop kaufe, darauf nicht 4-6 Wochen warten muss, auf der anderen Seite ist deine Rechnung ein gutes Beispiel dafür, welche Auswirkungen eine globalisierte Welt hat.

Das Problem: eine Lösung dafür finden. Du wirst ja deine Gründe gehabt haben ein CTO Gerät und keines von der Stange zu kaufen (die werden mit Sicherheit über den Seeweg transportiert). Wirst du das für deine Firma brauchen, dann ist es unmöglich so lange, wie der Seeweg dauern würde, darauf zu warten.

Also wie könnte man bei deinem Bedürfnis nach einem solchen Gerät eine vertretbare Lieferzeit ohne Luftfracht erreichen? Ein europäisches ThinkPad Werk wäre natürlich eine Möglichkeit, wird Lenovo aufgrund der hohen (Lohn-)Kosten aber wohl kaum in Betracht ziehen.

Effizientere Flugzeuge wären die andere Alternative. Hier stehen wir aber noch ganz am Anfang was alternative Antriebe angeht und ziemlich am Ende, was konventionelle Antriebsmöglichkeiten betrifft.

Bleibt zuletzt noch der politische Weg, der eigentlich nur darin liegen kann Möglichkeit A durch Anreize oder Zwang zu bewirken oder solche "unnötigen" Lieferungen per Luftfracht zu verbieten. Beides wird mit Sicherheit nicht passieren, da hier wiederum andere Interessen und Probleme aufeinander prallen. Manche würden jetzt vielleicht auf den CO2 Preis verweisen, der das ja durch den Markt regeln soll. Naja, ich denke Lenovo wird kein großes Problem haben diese Mehrkosten für alle, die ein CTO Gerät brauchen, auf den Preis aufzuschlagen.

Kurzgesagt: es ist wichtig und gut, was du aufgezeigt hast. Denn Awareness ist der erste Schritt überhaupt die Problematik zu verstehen. Aber genau darin liegt auch der Hase im Pfeffer. Ökonomie und Ökologie unter einen Hut zu bringen.

Und ich fürchte eine Diskussion darüber würde hier auch schnell ins politische abdriften. Nichts desto trotz danke, dass du dir die Mühe gemacht hast das einmal aufzuzeigen. Denn alle, die nicht zwingend ein CTO Gerät brauchen, sondern denen vielleicht auch eines von der Stange reichen würde, haben in der Tat einen gewissen (kleinen) Impact. Und am allerbesten ist sowieso gebrauchte Geräte hier in Forum zu kaufen. Sowohl für den Geldbeutel als auch für die Umwelt :)
 

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Wenn man weg von CTO will, würde das bedeuten, daß eine größere Auswahl von Standardgeräten vorgehalten werden muss, was auch wiederum einen vergrößerten ökologischen Fußabdruck bedeuten würde - für alle Geräte. Zwar nicht so sehr wie bei CTO, aber trotzdem hätte es einen Einfluss.
Eine stärker regionalisierte Fertigung wäre schön, aber der Preisanstieg durch deutlich höhere Lohnkosten würde abschrecken und das Logistiknetzwerk würde auch wieder ökologische Nackenhaare aufstellen.
 
Du wirst ja deine Gründe gehabt haben ein CTO Gerät und keines von der Stange zu kaufen (die werden mit Sicherheit über den Seeweg transportiert). Wirst du das für deine Firma brauchen, dann ist es unmöglich so lange, wie der Seeweg dauern würde, darauf zu warten.
Prinzipiell spräche nichts dagegen, auch CTO-Geräte per Schiff zu liefern. Man muss dem Kunden nur den Grund erklären (Kosten, sowohl finanziell als auch ökologisch), und ihm dann die Wahl lassen.

Effizientere Flugzeuge wären die andere Alternative.
Nein, sind sie nicht. Flugzeuge sind im Vergleich zu Bahn und Schiff prinzipiell ineffizient, was das Verhältnis Energieaufwand zu Transportstrecke und -masse angeht. Daran ändern auch Effizienzsteigerungen wenig.
Anders als Züge oder Schiffe sind Flugzeuge schwerer als das Medium in dem sie sich bewegen. D.h., sie müssen zusätzliche Energie für den dynamischen Auftrieb aufwenden. Und um das tun zu können, müssen sie sich auch noch recht schnell durch ihr Transportmedium bewegen, was viel Reibung erzeugt.

Theoretisch wäre es denkbar, dass wir einen Punkt erreichen, an dem uns diese Ineffizienz egal sein kann, weil wir nachhaltig so viel Energie erzeugen können, dass wir einen Großteil davon wiederum sinnlos verballern können, ohne dass es der Umwelt schadet. Wenn wir diesen Punkt erreicht haben, dann können wir auch über ökologisch sinnvollen Flugbetrieb reden.
Aktuell sind wir davon weit entfernt. Immerhin hat aber Übergangskanzler Merz kürzlich erklärt, dass er innerhalb von 20-30 Jahren die heutigen regenerativen Energiequellen durch Fusionsenergie ersetzt haben will. Ich nehme an, er hat heimlich nach Feierabend einen funktionsfähigen Prototypen aus einem Kosmos-Baukasten im Keller des Kanzleramts aufgebaut, mit dem er seit dem kürzlichen Stromausfall halb Berlin versorgt. Anders würde jedenfalls kein klar denkender Mensch zu so einer Aussage kommen.
 
Ich hab wochenlang gedacht, daß mein TP mit dem Schiff käme, es war ja auch von glaub 6 Wochen die Rede, wovon es dann 3 Wochen auf See gewesen wäre. Kam dann aber per Airfreight und mit wechselnden und immer späteren Terminangaben(in Tagen) und am Schluß doch fast pünktlich.
 
Ich verkaufe das Service-Zeug ja nicht... Aber ich bekomme durchaus eine ganze Menge Maschinen mit dem Kleber drauf.
 
Ein Teil der Lösung wird sein, die Geräte einfach länger zu nutzen. Man muss nicht alle drei Jahre ein neues Gerät kaufen. Ich mache den Irrsinn schon lange nicht mehr mit. Was ich hier habe, bleibt in Benutzung. Den letzten Lappi, den ich so 2023 entsorgt hatte, war so von 2010. War ein hp. Unsere Firmenlappis sind auch von der Sorte, aber die darf man schon wegwerfen, wenn der Akku platt ist - das wäre mal ein geeignetes Opfer für Regulierung in der EU. Verschleißteile müssen von Laien austauschbar sein.
 
Verschleißteile müssen von Laien austauschbar sein.
Meinst du so, wie es mal, war bevor Apple alle Affen in einen Käfig gesperrt hat und von aussen mit Bananen gewedelt hat.

Erst mal ist es wichtig, dass nicht so viele unterschiedliche Ladegeräte gibt. Das ist ja nun fast geschafft und die Hersteller legen erst gar keine mehr bei.
Dann, so in 2-3 Dekaden, denken wir mal wieder über Wechsel Akkus nach. Wichtiger ist doch jetzt erst mal dass kein Gerät kaputt geht, sollte es mal in die Klospülung, die Badewanne oder gar in die Nordsee fallen.
 
Hat bislang kein Kunde interessiert. Wie siehts bei euren aus ? :)
Ich habe keine Kunden, aber mich interessierts auch nicht. Aber statistisch bin ich natürlich insignifikant.
Mir ist aber bewußt, daß es für manche Leute eine quasi-religiöser Aspekt ist, denn:
Man kann sich aber auch freikaufen davon und bekommt dann einen hübschen grünen Aufkleber auf sein Palmrest geklebt :rolleyes:
Die Katholische Kirche hat aus dem Freikaufen früher auch ein einträgliches Businessmodell gemacht. ;)
 
Der war gut.

Wer sich um das bißchen CO2 vom Transport gedanken macht, sollte schleunigst den Kauf neuer Produkte einstellen.
oder weniger ausatmen, am besten gar nicht.

Spaß beiseite, ich schreibe ökologische Nachhaltigkeit selbst sehr groß, aber die Lösung suche ich nicht bei profitorientierten Akteuren. Das ist schlichtweh ein eklatanter Interessenskonflikt. Denn unternehmensseitige Milchmädchenrechnungen die mit Siegel und leeren Versprechen jonglieren ist nur wieder eine Form das Gewissen der Käufer bein Kauf zu besänftigen und sich selbst grünzuwaschen. Solange das nicht 100% trandparent und nach gesetzlicher Maßgabe abläuft ist das nicht auditierbar und auch nicht diskussionswürdig.
zum TS sei gesagt: wenn du das CTO Gerät brauchst und planst lange genug zu nutzen, ist das mMn die einzige Rechtfertigung die du brauchst. Alles andere ist Selbstgeißelung und davon hat die Natur auch nichts
 
Unsere Firmenlappis sind auch von der Sorte, aber die darf man schon wegwerfen, wenn der Akku platt ist - das wäre mal ein geeignetes Opfer für Regulierung in der EU. Verschleißteile müssen von Laien austauschbar sein.
Das ist doch geregelt: §4 ElektroGesetz
 
Das ist doch geregelt: §4 ElektroGesetz
Interessiert bloß nicht. Ich würde den Akku dieser neuen Lappis nicht als "für mich wechselbar" bezeichnen. Dazu muss man dann schon herumschrauben, und das ist vielen Kunden einfach zu viel. Dann wird weggeworfen.
 
Interessiert bloß nicht.
Ich weiß. Der Verweis auf den Artikel war als Hinweis gemeint, dass ein Ruf nach stärkerer gesetzlicher Regelung (Legislative) nicht immer sinnvoll ist, wenn das eigentliche Problem in der mangelnden Umsetzung (Exekutive) liegt.
 
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