Warum sollte die Wärmeleitpaste erneuert werden?
Wärmeleitpaste funktioniert nur, wenn sie ein möglichst homogener Film ist. Einmal soll die Paste gut wärmeleitend sein um die Temperatur von der CPU auf den Kühlkörper zu übertragen, andererseits muß sie eine entsprechende, leicht zähflüssige Konsistenz haben, um Unregelmäßigkeiten der Metalloberfläche von CPU und Kühlkörper auszugleichen, damit die Wärme optimal abgeleitet wird. Ist die Wärmeleitpaste vertrocknet, zu dünn oder zu dick*, funktioniert das natürlich nicht und die CPU (bzw. GPU) wird heißer. Ich habe sonst immer die Arctic Silver 5 benutzt, die ist gut, weil sie einen hohen Silberanteil hat. Sie ist aber elektrisch leitfähig (was für mich nie ein Problem war), und klebrig wie der Teufel. Da braucht man mehrere Reinigungsgänge mit Isopropylalkohol, um die von CPU und Kühler (und den Fingern) wieder abzubekommen. Wenn mal jemand eine Person haßt, braucht er ihm nur eine Tube Arctic Silver 5 in die Jackentasche schmieren. Die Jacke kann er wegwerfen

Die Arctic MX-4 ist der Nachfolger, ist wesentlich homogener, klebt nicht so und ist auch nicht elektrisch leitfähig.
*Bei zu dick aufgetragener Paste kann es passieren, daß sie an den Rändern hervorquillt. Dann wird die Wärme nur bis dort abgeleitet und gelangt möglichweise nicht zum Kühlkörper. Im Idealfall sollte die Wärmeleitpaste nur die CPU (bzw. bei älteren CPU's wie dem Athlon XP nur den Die) in einer dünnen Schicht bedecken. Die Dicke ergibt sich zwar durch den Andruck des Kühlkörpers auf den Prozessor, aber es hängt auch davon ab wie die Paste aufgetragen wird. Eine Universallösung gibt es glaube ich nicht, kann man nur durch Ausprobieren feststellen. Ich mache auf meinen Desktop-CPU's immer einen etwa erbsengroßen Klecks in die Mitte und ein paar kleine Punkte drum rum. Den Lüfter beim Aufsetzen etwas drehen, damit sich die Paste verteilt. Gelegentlich mußte ich den Lüfter ja auch mal wieder runternehmen, z.B. wenn sich was verkantet hat, und die Ergebnisse sahen immer gut aus, ein schöner homogener Film, besonders mit der Arctic MX-4. Im Betrieb mit einem Scythe Big Shuriken mit einem Sharkoon Silent Eagle 1500 als Ersatzlüfter bleibe ich bei meinen Desktop-CPUs selbst bei Übertaktung immer unter 60°. Und die Opterons laufen ja noch mit 1,275 Volt (eigentlich mehr), die heutigen CPU's kommen ja mit geringeren Spannungen aus.
Zu den ganzen Eisbeutelgeschichten fällt mir natürlich wieder ein Comic von Rockus ein...
Überhitzende Grafikkarten hatte ich noch nicht, obwohl meine alle nur passiv gekühlt sind. Ich hatte nur mal eine aus der Rauch rauskam, weil ich sie verkantet in den Slot gesteckt hatte
