Linux T60: Geht ein Ubuntu-Update irgendwann in die Hose?

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Banause

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Hallo,

habe noch ein altes T60 (Intel Core 2, T5600, 1.83GHz, 3GB RAM) unter Ubuntu 18.04 LTS in Betrieb und bin mal wieder aufgefordert worden, auf die Version 20.04 LTS upzudaten. Was nicht verkehrt wäre, denn auf diversen Seiten hakelt es schon hier und da.

Nun gibt es zwei Stimmen: Die einen empfehlen immer ein Update, denn man muss sein System aktuell halten. Die anderen sagen, lass die Finger weg und sei froh, dass das alte Teil mit 18.01 sauber läuft. Du kannst nicht eine alte Gurke immer wieder updaten, irgendwann sitzt du vor einem BlueScreen und hast die Arschkarte.

Meine Frage wäre: Prüft Ubuntu, ob meine Hardware überhaupt das angebotene Update verträgt? Kann ich mich also darauf verlassen, dass das T60 nach dem Update noch zuverlässig funktioniert?

Dann: 20.04 LTS ist ja auch schon veraltet, ich werde also umgehend ein Update auf 22.04 LTS und dann auf 24.04 LTS angeboten bekommen. Wie weit kann man das mit dem alten T60 ungestraft treiben?

Viele Grüße vom Banausen
 
Moin,

Ubuntu, heute mit Snap, ist nicht optimal für ein T60. Man kann das Ubuntu natürlich hochziehen, es funktioniert auch grundsätzlich. Du mußt heute aber immer damit rechnen, dass neue Softwareversionen nicht gegenüber solch alter Hardware getestet wird, und dann die ein oder andere Komponente ein wenig Anpassung benötigt. Für ein T60 empfiehlt sich aber ein schlankeres System, mit sehr schlankem Desktop und auch kein Snap OS.

Mach am besten eine Sicherung, am einfachsten mit rescuecilla. Probiere erst dann, eine Version auf 22.04 zu überspringen. Sollte hierbei etwas klemmen, kannst Du die Sicherung einfach zurückspielen und wir schauen noch einmal.
 
Meine Frage wäre: Prüft Ubuntu, ob meine Hardware überhaupt das angebotene Update verträgt? Kann ich mich also darauf verlassen, dass das T60 nach dem Update noch zuverlässig funktioniert?
die Frage erübrigt sich da du mit dem alten System kein Upgrade mehr machen kannst.
Andere Frage - ist das Gerät 64-bit fähig oder laufen da nur 32-bit Systeme drauf?
 
Dann: 20.04 LTS ist ja auch schon veraltet, ich werde also umgehend ein Update auf 22.04 LTS und dann auf 24.04 LTS angeboten bekommen.
Wenn Du in den Ferien (z.B. gerade in Berlin) nichts Anderes zu tun hast...

Wie weit kann man das mit dem alten T60 ungestraft treiben?
Aktuelle Version von Ubuntu als Live-DVD runterladen und testen. Dann Backup und Restore...

Andere Frage - ist das Gerät 64-bit fähig oder laufen da nur 32-bit Systeme drauf?
 
Unabhängig was für ein Betriebssystem man verwendet, sollte man IMMER auf ein aktuelles bzw. noch mit Updates versorgtes System setzen. Die Aussage "wenn's läuft mach lieber nix" ist Quatsch, spätestens wenn es produktiv und im Netzwerk eingesetzt wird.
Bei einem Upgrade (in deinem Fall würde ich gleich eine Neuinstallation von 24.04 bzw. bald 26.04 planen) kann natürlich immer mal etwas schiefgehen, es gibt i.d.R. aber immer eine Lösung dafür. Du solltest dir aber bewusst sein, dass dein T60 jetzt langsam aber sicher auf die 20 Jahre zu geht und dementsprechend limitiert ist (Stichwort RAM, CPU). Ein aktuelles System verlangt eben auch etwas mehr an Leistung als ein deutlich älteres, dein T60 wird also sicher nicht schneller.
Wie schon empfohlen, würde ich auf einem T60 auch etwas schlankeres als ein Ubuntu einsetzen, aber das ist dir überlassen. Dein T60 hat zur Zeit kein Problem mit allen aktuellen Systemen, da schon ein 64bit Core2Duo verbaut ist, testen kannst du immer mit einem Live-System deiner Wahl.
 
Andere Frage - ist das Gerät 64-bit fähig oder laufen da nur 32-bit Systeme drauf?
Das ist die entscheidende Frage.
Wenn du einen Core2Duo hast, dann ist der 64bit-fähig und darauf laufen prinzipiell (fast) alle aktuellen Distributionen. Ist es ein Core(1)Duo, dann kann der nur 32bit, und da wird es mit der Auswahl eng. Ubuntu läuft darauf nicht mehr.

Die nächste Frage ist der RAM. Aktuelle Software braucht verhältnismäßig viel davon, auch unter Linux, und insbesondere Ubuntu mit Snap ist da besonders schlimm.
Ich betreibe noch ein Notebook mit T7600 und 3GB RAM, es entspricht also etwa einem T60 im Maximalausbau. Darauf läuft das aktuelle Debian mit Xfce im Grunde noch sehr gut. Nur muss ich den RAM im Auge behalten, und man muss damit leben können, dass die CPU etwas länger braucht, z.B. beim Entschlüsseln des Datenträgers oder beim Aufruf fetter Websites.

So oder so, das Betreiben veralteter Software ohne Sicherheitsaktualisierungen in einem öffentlichen Netz ist keine Option. Du gefährdest damit nicht nur dich, sondern auch andere, wenn dein Gerät infiziert wird, und dann seinerseits Angriffe auf Andere fährt.

Ich würde eine Distribution ohne Snaps, Appimages, Flatpaks, Docker, oder was einem sonst noch an Container-Lösungen einfällt, empfehlen. Darauf dann ein mehr oder weniger schlanker Desktop, wie LXDE, Mate oder Xfce (in absteigender Reihenfolge).
 
Ja gut, also wenn die 64-bit gehen, dann wäre meine Empfehlung eine Neuinstallation eines aktuellen Debian 13 trixie mit LXQT als Oberfläche - hab das selber auf einem alten R500 mit 4GB Ram am laufen und ja, ist jetzt keine moderne Rennmaschine aber man kann es nutzen.
 
Joa - sagen wir mal so: Gehen tät´s schon, aber schön wird es nicht;-)

Und sei es nur, weil die Grafik selbst im Browser mit aktuellen Anwendungen und dem ganzen Gezappel schlicht überfordert ist. Eine schlankere Distri nebst Desktop-Umgebung wie MX-Linux, Bunsenlabs o.ä. mit LXDE, XFCE oder so schiebt das vielleicht noch etwas, aber mehr als eine bessere Schreibmaschine kommt da nicht mehr dabei heraus.
 
Hmmm, claro, ein "flotter Feger" wird das nicht werden, egal was man da drauf packt. Der Klassiker für so alte Schätzchen ist ja eigentlich AntiX - aber letztendlich, wenn ich etwas, was auf Debian basiert installieren möchte, dann kann man auch gleich Debian nehmen (ist zumindest meine Sicht der Dinge). ;)

Was LXDE anbelangt - ich war bisher der Meinung, dass das ein "totes Pferd" ist, sprich, schon seit ein paar Jahren nicht mehr weiter entwickelt wird - hat sich da irgend was getan, wird das doch noch gepflegt?
 
wenn ich etwas, was auf Debian basiert installieren möchte, dann kann man auch gleich Debian nehmen (ist zumindest meine Sicht der Dinge). ;)
Genau so sieht's aus!
Die meisten "schlanken" Distributionen basieren eh auf Debian und setzen darauf irgendeinen mehr oder weniger schlanken Desktop auf. Im Vergleich zu Ubuntu ist das dann schlank, was auch keine Kunst ist. Aber im Vergleich zu einer Debian-Minimalinstallation mit dem entsprechenden Desktop ist es meist immer noch fett, hauptsächlich, weil ein eigenes Artwork mitgebracht wird, und irgendwelche Softtware vorinstalliert ist, die der Distributor zwar ganz toll findet, für die meisten User aber eher nutzlos ist.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Was LXDE anbelangt - ich war bisher der Meinung, dass das ein "totes Pferd" ist, sprich, schon seit ein paar Jahren nicht mehr weiter entwickelt wird - hat sich da irgend was getan, wird das doch noch gepflegt?
Weiterentwickelt wird es vermutlich nicht mehr, aber eine gewisse Pflege gibt es noch.
Das letzte Release ist knapp ein Jahr alt, und vor zwei Monaten wurden im Upstream-git noch kleine Änderungen gemacht.

Ich denke, der Knackpunkt wird die Abhängigkeit von Gtk2 sein. So lange das noch in den Distributionen mitgeschleppt wird, wird auch LXDE noch Upstream gewartet. Aber eine Umstellung auf ein neueres Gtk-Toolkit wird es wohl eher nicht geben. Genau dafür war ja der Wechsel zu Qt mit LXQt gedacht.
Insofern hätte ich wahrscheinlich eher LXQt als LXDE empfehlen sollen, aber auch wenn ich es mir mal angeschaut habe, so habe ich mit LXQt eigentlich keine Erfahrung, während ich in LXDE (vor geraumer Zeit) mal ziemlich tief eingetaucht war, und es immer noch auf einem System betreibe.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was LXDE anbelangt - ich war bisher der Meinung, dass das ein "totes Pferd" ist, sprich, schon seit ein paar Jahren nicht mehr weiter entwickelt wird - hat sich da irgend was getan, wird das doch noch gepflegt?

Da war ich wieder hinterher und habe das falsch bezeichnet. Inzwischen setzt das ja auf Qt auf und ist das von Dir erwähnte LXQt.
 
Die neuere Ubuntu macht es auch nicht langsamer. Browsing vorher und nachher wird gleichermaßen zäh sein.

Dass ein Update irgendwann in die Hose geht ist leider ein Risiko, ist mir mit Debian mit armhf Plattform erst neulich passiert.

Abgesehen davon sollten dir keine Nachteile entstehen. Mach ein Backup vorher.
 
Ich war immer der Meinung dass sowas wie Openbox oder Fluxbox mit am ressourcenschonendsten auf alter HW laufen.
 
Richtig. Man braucht hierfür aber ein wenig technisches Verständnis und möglichst auch eine rc.xml mit dem erforderlichen Inhalt. Sonst hat man zwar ein Bild mit Maus, aber mehr auch nicht. Man kann sogar problemlos den XServer weglassen und auf labwc umstellen, das beachtlich kompatibel zu Openbox ist. Aber ohne Kenntnisse für die rc.xml gibt das alles nur Frust.
 
Ich hatte die letzten Jahre auf LMDE gesetzt.

Was beim T60 passieren könnte, ist ein mögliches Support-Ende der Intel Grafik.
 
Noch läuft die Intel Grafik problemlos. Es ist eher der Chromium Browser, der auf den alten Geräten nicht mehr mit Hardwarebeschleunigung funktioniert. Schaltet man diese dann ab, läuft auch der Chromium noch außerhalb Videos flüssig. Der Firefox dagegen funktioniert mit diesem Gerät ohnehin nur ohne Hardwareunterstützung, und läuft hier auch sonst wie der berühmte Sack Nüsse.
 
Mein X41, welches noch älter ist als das T60, läuft auch noch ohne Probleme, solange man auf Firefox und co. verzichtet. Mangels 64bit-CPU ist für das Kleine aber bei Debian 12 Schluss, aber auch das bekommt ja noch einige Zeit Updates.
 
Mangels 64bit-CPU ist für das Kleine aber bei Debian 12 Schluss, aber auch das bekommt ja noch einige Zeit Updates.
Debian-Releases laufen auch auf dem Kernel des Vorgänger-Releases, und das i386-Userland ist unter Trixie noch weitgehend intakt. Du könntest also mit dem Bookworm-Kernel auch das Trixie-Userland betreiben. Das Gleiche hat z.B. @rumbero mit seiner i386-WM-Live-Variante gemacht. [1]
Im Grunde brauchst du nur ein dist-upgrade machen. Du kriegst dann halt keinen neuen Kernel, aber sonst ein vollständiges Trixie.

Einen neueren i686-Kernel könntest du dir später bei Bedarf auch aus einer externen Quelle holen, oder notfalls selbst bauen. Wie lange das Debian-Userland nach Trixie noch in i386 (sinnvoll) verfügbar bleibt, ist freilich fraglich. Im Grunde wird es schon jetzt nur noch für Wine und chroots gepflegt. Und mit WoW64 wird der Bedarf dafür noch geringer.


[1] https://thinkpad-forum.de/threads/window-maker-live-linux-distro.242029/
 
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