Kommenden Sonntag 16:30 auf 3Sat geht es in "Neues" u.a. auch darum, wie weit die NSA mit MS an der Entwicklung von Vista mitgearbeitet hat.
Abei mal der Text von der Homepage von 3Sat.
Ein Klick und schon ist man drin in der Internet-Wunderwelt. Surfen, telefonieren, mailen und chatten. Der Spaß scheint grenzenlos. Freiheit pur. Doch Vorsicht: Unbeobachtet ist der User oft nicht. Ein Schnüffelprogramm könnte eingeschleust worden sein. Dieser so genannte Sniffer (aus dem englischen: "to sniff" für schüffeln, riechen) klinkt sich in den Datenverkehr eines Netzwerkes ein. Passives Mithören von einem anderen Rechner? Privates Geflüster zweier Chatter belauschen oder hin und her geschickte Fotos anschauen? Mit einem Sniffer eine leichte Übung.
Doch was ist das gefährliche an diesen Sniffern? "Die Gefahr bei den Sniffern besteht eigentlich darin, dass der normale User gar nicht mitbekommt, dass jemand mit ihm im selben Netz Daten mitsnifft. Also die Gefahr ist eigentlich nur die Heimlichkeit", sagt Constanze Kurz vom Chaos Computer Club Berlin.
Laut Washington Post habe die NSA ein rotes und ein blaues Team gebildet. Das rote Team sollte sich in Vista einhacken, das blaue Team sollte den Einbruch abwehren. Alles für die Sicherheit und alles nur Gerüchte?
Vor Sniffern darf man sich nie sicher fühlen. Sie agieren passiv im Hintergrund und hinterlassen keine Spuren. Um sich einigermaßen zu schützen, sollte man eine sichere Netzwerk-Topologie verwenden, wichtigen Datenverkehr verschlüsseln und immer mit wachem Blick das Internet nutzen.
Fast 70 Prozent der Deutschen besitzen einen Internetzugang. Doch zu sorglos sind die meisten Nutzer. Schnell so die Verbindung sein. Die Themen Datenspionage bzw. - sicherheit werden beim Surfen einfach vergessen.
Dabei ist technisch Einiges möglich: Der ganze Computer kann ferngesteuert werden. Die Maus bewegt sich wie von Zauberhand gesteuert, das CD-Laufwerk springt von allein auf, per Computermikrofon kann jedes Gespräch im Raum belauscht, E-Mailverkehr mitgeschnitten und Internettelefonate abgehört werden. Passwörter und Firewalls bieten hier kaum Schutz. Noch weniger Sicherheit besteht, wenn das Nervensystem des Computers ? das Betriebssystem selbst die Datenspionage übernimmt. Dem Softwarekonzern Microsoft wird schon seit Jahren vorgeworfen, zusammen mit der National Security Agency, versteckte Abhörmöglichkeiten in sein Betriebssystem eingebaut zu haben. Diese Gerüchte flammen seit dem Erscheinen von Windows Vista erneut wieder auf. Das Stichwort: Backdoors oder Hintertüren.
Thomas Baumgärtner, Pressesprecher bei Microsoft sagt: "Bei der Entwicklung haben wir nicht mit externen Partnern oder Behörden zusammengearbeitet, sondern Vista ist bei uns in den eigenen Labors entstanden. Wir haben allerdings auf dem Gebiet eines Sicherheitsleitfadens mit verschiedenen Behörden gearbeitet, die überlicherweise mit sensiblen Daten umgehen. Die haben da sehr gute Erfahrungen mit."
Aus der Kooperation mit der NSA bei der Erstellung des "Windows Vista Security Guide" macht Microsoft keinen Hehl. Zu Beginn des fast hundert Seiten starken Guides bedankt sich Microsoft für die Hilfe der NSA-Experten bei der Anfertigung des Sicherheitsleitfaden. Windows Vista sollte sicherer gegen äußere Angriffe gemacht werden.
Wie sicher Windows Vista wirklich ist, wird sich erst zeigen, wenn das Programm breiter am Markt ist und einige Fremdangriffe überstanden hat. Aber nicht nur Microsoft sieht sich in der Kritik. Auch Apple und Linux-Lieferant Novell wird die Zusammenarbeit mit der NSA vorgeworfen. Wirklich bestätigt ist jedoch nichts. Beweise und Gegenbeweise fehlen.
Doch auch Positives ist von Software-Riesen Microsoft im Bereich Datenschutz zu hören: In Deutschland hat Microsoft diesen Februar ein Datenschutz-Gütesiegel vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein für die Produkte Microsoft Update Service 6.0 und Windows Server Update Service 2.0 bekommen. Dieses System soll Computer, die mit dem Betriebssystem Windows XP oder Windows Server ausgestattet sind, einfach und effizient mit aktuellen Updates versorgen und so sicherer machen.
Datensammlung der besonderen Art wird Google vorgeworfen. Das Werkzeug: Gmail, der kostenlose Emaildienst von Google. Alle ein- und ausgehenden Mails bei Gmail sollen angeblich nach bestimmten Keywords durchforstet werden. Der Grund: Das Platzieren inhaltsbasierter Anzeigen neben den Emails. Aber Google könnte mit diesen Daten auch eine Datenbank mit detaillierten Nutzerprofilen anlegen. Auch hier gilt: Beweise gibt es nicht.
Heimliche Treffen zwischen Agenten. Irgendwo im Nirgendwo. Nachts. Bei der Übergabe wichtiger Dokumente. So funktioniert Spionage in Hollywood. Die Realität ist viel komplexer.
Nach Angaben von Staatsschützern tummeln sich im Netz allerlei Kriminelle und Terroristen. Das BKA will dagegen Online-Durchsuchungen von Privatrechnern durchführen dürfen. Heimlich, still und leise. Der User bekommt von der Dauerüberwachung des Rechners nichts mit. Ein "Bundestrojaner" wird auf den Computer eingeschleust.
"Es gibt kein einbruchssicheres Haus und insofern ist auch jeder Computer in gewisser Weise gefährdet, sich so einen Trojaner einzufangen. Der normale User wird sich wahrscheinlich überhaupt nicht wehren können", sagt Constanze Kurz vom Chaos Computer Club.
"Der Bundesgerichtshof hat jüngst entschieden, dass Online-Hacking unzulässig ist. Schlicht und ergreifend, weil es dafür im geltenden Recht keine Ermächtigungsgrundlage gibt", sagt Rechtsanwältin Heide Sandkuhl.
Einige Politiker und Staatsschützer verlangen nun eine gesetzliche Grundlage für Online-Durchsuchungen. Doch noch nie war der Bürger transparenter als heute. Erfassung von Daten, Überwachung von Personen via Computer. Wird der gläserne Mensch bald Realität?
Abei mal der Text von der Homepage von 3Sat.
Ein Klick und schon ist man drin in der Internet-Wunderwelt. Surfen, telefonieren, mailen und chatten. Der Spaß scheint grenzenlos. Freiheit pur. Doch Vorsicht: Unbeobachtet ist der User oft nicht. Ein Schnüffelprogramm könnte eingeschleust worden sein. Dieser so genannte Sniffer (aus dem englischen: "to sniff" für schüffeln, riechen) klinkt sich in den Datenverkehr eines Netzwerkes ein. Passives Mithören von einem anderen Rechner? Privates Geflüster zweier Chatter belauschen oder hin und her geschickte Fotos anschauen? Mit einem Sniffer eine leichte Übung.
Doch was ist das gefährliche an diesen Sniffern? "Die Gefahr bei den Sniffern besteht eigentlich darin, dass der normale User gar nicht mitbekommt, dass jemand mit ihm im selben Netz Daten mitsnifft. Also die Gefahr ist eigentlich nur die Heimlichkeit", sagt Constanze Kurz vom Chaos Computer Club Berlin.
Laut Washington Post habe die NSA ein rotes und ein blaues Team gebildet. Das rote Team sollte sich in Vista einhacken, das blaue Team sollte den Einbruch abwehren. Alles für die Sicherheit und alles nur Gerüchte?
Vor Sniffern darf man sich nie sicher fühlen. Sie agieren passiv im Hintergrund und hinterlassen keine Spuren. Um sich einigermaßen zu schützen, sollte man eine sichere Netzwerk-Topologie verwenden, wichtigen Datenverkehr verschlüsseln und immer mit wachem Blick das Internet nutzen.
Fast 70 Prozent der Deutschen besitzen einen Internetzugang. Doch zu sorglos sind die meisten Nutzer. Schnell so die Verbindung sein. Die Themen Datenspionage bzw. - sicherheit werden beim Surfen einfach vergessen.
Dabei ist technisch Einiges möglich: Der ganze Computer kann ferngesteuert werden. Die Maus bewegt sich wie von Zauberhand gesteuert, das CD-Laufwerk springt von allein auf, per Computermikrofon kann jedes Gespräch im Raum belauscht, E-Mailverkehr mitgeschnitten und Internettelefonate abgehört werden. Passwörter und Firewalls bieten hier kaum Schutz. Noch weniger Sicherheit besteht, wenn das Nervensystem des Computers ? das Betriebssystem selbst die Datenspionage übernimmt. Dem Softwarekonzern Microsoft wird schon seit Jahren vorgeworfen, zusammen mit der National Security Agency, versteckte Abhörmöglichkeiten in sein Betriebssystem eingebaut zu haben. Diese Gerüchte flammen seit dem Erscheinen von Windows Vista erneut wieder auf. Das Stichwort: Backdoors oder Hintertüren.
Thomas Baumgärtner, Pressesprecher bei Microsoft sagt: "Bei der Entwicklung haben wir nicht mit externen Partnern oder Behörden zusammengearbeitet, sondern Vista ist bei uns in den eigenen Labors entstanden. Wir haben allerdings auf dem Gebiet eines Sicherheitsleitfadens mit verschiedenen Behörden gearbeitet, die überlicherweise mit sensiblen Daten umgehen. Die haben da sehr gute Erfahrungen mit."
Aus der Kooperation mit der NSA bei der Erstellung des "Windows Vista Security Guide" macht Microsoft keinen Hehl. Zu Beginn des fast hundert Seiten starken Guides bedankt sich Microsoft für die Hilfe der NSA-Experten bei der Anfertigung des Sicherheitsleitfaden. Windows Vista sollte sicherer gegen äußere Angriffe gemacht werden.
Wie sicher Windows Vista wirklich ist, wird sich erst zeigen, wenn das Programm breiter am Markt ist und einige Fremdangriffe überstanden hat. Aber nicht nur Microsoft sieht sich in der Kritik. Auch Apple und Linux-Lieferant Novell wird die Zusammenarbeit mit der NSA vorgeworfen. Wirklich bestätigt ist jedoch nichts. Beweise und Gegenbeweise fehlen.
Doch auch Positives ist von Software-Riesen Microsoft im Bereich Datenschutz zu hören: In Deutschland hat Microsoft diesen Februar ein Datenschutz-Gütesiegel vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein für die Produkte Microsoft Update Service 6.0 und Windows Server Update Service 2.0 bekommen. Dieses System soll Computer, die mit dem Betriebssystem Windows XP oder Windows Server ausgestattet sind, einfach und effizient mit aktuellen Updates versorgen und so sicherer machen.
Datensammlung der besonderen Art wird Google vorgeworfen. Das Werkzeug: Gmail, der kostenlose Emaildienst von Google. Alle ein- und ausgehenden Mails bei Gmail sollen angeblich nach bestimmten Keywords durchforstet werden. Der Grund: Das Platzieren inhaltsbasierter Anzeigen neben den Emails. Aber Google könnte mit diesen Daten auch eine Datenbank mit detaillierten Nutzerprofilen anlegen. Auch hier gilt: Beweise gibt es nicht.
Heimliche Treffen zwischen Agenten. Irgendwo im Nirgendwo. Nachts. Bei der Übergabe wichtiger Dokumente. So funktioniert Spionage in Hollywood. Die Realität ist viel komplexer.
Nach Angaben von Staatsschützern tummeln sich im Netz allerlei Kriminelle und Terroristen. Das BKA will dagegen Online-Durchsuchungen von Privatrechnern durchführen dürfen. Heimlich, still und leise. Der User bekommt von der Dauerüberwachung des Rechners nichts mit. Ein "Bundestrojaner" wird auf den Computer eingeschleust.
"Es gibt kein einbruchssicheres Haus und insofern ist auch jeder Computer in gewisser Weise gefährdet, sich so einen Trojaner einzufangen. Der normale User wird sich wahrscheinlich überhaupt nicht wehren können", sagt Constanze Kurz vom Chaos Computer Club.
"Der Bundesgerichtshof hat jüngst entschieden, dass Online-Hacking unzulässig ist. Schlicht und ergreifend, weil es dafür im geltenden Recht keine Ermächtigungsgrundlage gibt", sagt Rechtsanwältin Heide Sandkuhl.
Einige Politiker und Staatsschützer verlangen nun eine gesetzliche Grundlage für Online-Durchsuchungen. Doch noch nie war der Bürger transparenter als heute. Erfassung von Daten, Überwachung von Personen via Computer. Wird der gläserne Mensch bald Realität?






