Selbstbau-Akku - Laden/Entladen funktioniert, aber keine Kommunikation

sysfs

Member
Themenstarter
Registriert
27 Mai 2025
Beiträge
14
Ich verschiebe mein Problem mal in diesen Thread hier, um den anderen nicht so vollzumüllen :)

Was bisher geschah (hoffentlich nerft das jetzt nicht alle Beteiligten mit Benachrichtigungen):

Orange schnell blinken: Akku defekt
Orange langsam blinken: Akku wird geladen

Bei blockierten Akkus: ?

Hm interessant. Weißt Du zufälligerweise, wann der EC eine Batterie als Defekt einstuft?

Die Schutzschaltung im Akku entscheidet wann sie dicht macht. Der EC kann nur feststellen, dass kein Strom mehr rein- oder rausgeht.
Ok lass mich meine Situation erklären:
Ich habe für mein W530 (1vyrain: whitelist entfernt) eine eigene Batterie mit frischem BQ40z50 gebaut und konfiguriert (Informationen hierzu folgen, wenn alles funktioniert und ausgiebig getestet ist). Entladen geht via das Thinkpad, Laden geht via Labornetzteil (nach Nachmessen stellt sich heraus, dass das Laden via das Thinkpad auch funktioniert). PEC ist eingeschaltet und die SMBus Herstellerinfos von einer funktionierenden Batterie kopiert. Pinout des Batterieanschlusses ist auch korrekt. Gleicher SMBus v1.1 Standard wie der charge controller im Thinkpad. Standard Kommunikationsgeschwindigkeit. BMS und Kommunikation damit via TI Adapter funktionieren. In BE2Works ausgelesen sind meine funktionierende und eigene Batterie abgesehen von Kapazitäten fast identisch.

Batterie wird in Linux erkannt (in dmesg erkennbar), es kommen aber keine Informationen an. Sämtliche SMBus-abrufbaren Informationen sind einfach leer (alle Zeilen in /sys/class/power_supply/BAT0/uevent enden nach dem =. Beim Einstecken der Batterie blinkt es erst langsam orange, dann schnell orange, dann einmal grün und hört dann auf. Das externe Ladegerät blinkt permanent schnell orange.

Bin ehrlich gesagt von den Ideen her am Ende. Hab mal versucht die Kommunikation mit einem Logic analyzer auszulesen, aber Sigrok kann damit nichts anfangen. Das ist aber gleich mit einer funktionierenden Batterie. Kommunikation mit meiner Batterie scheint zumindest visuell ähnlich.

Wird ein Akku 55* oder Nachbau-Akku geladen, wenn man ihn im ausgeschalteten Zustand an einem T430 anschließt? Wenn nicht, hieße es, dass der zuständige Baustein auf dem Systemboard auch im ausgeschalteten Zustand des Rechners mit Strom versorgt wird, um die "falschen" Akkus zu erkennen und blockieren.
Auf meinem W530 zumindest passiert das alles schon im ausgeschalteten Zustand, sobald man das Ladekabel anschließt.

Da das Basteln an Akkus eine gefährliche Sache ist, glaube ich nicht, dass einer der aktiven Forenmitglieder sich eingehend mit dem Thema auseinander gesetzt hat. Das wäre eher ein Thema für microcontroller- o.ä. Foren.
Ich habe mir wirklich alle Mühe gegeben, das Akkupack so sicher wie möglich zu gestalten. Ich habe mir dritte und vierte Meinungen von Leuten eingeholt, die auf dem englischsprachigen Discord server selber Akkus mit neuen Zellen ausstatten. Alles ist doppelt und dreifach isoliert und gegen Vibrationen geschützt.
Ich glaube kaum, dass mir das Microcontroller Forum hier viel helfen kann, nachdem es ja doch ein sehr TP-Software spezifisches Problem ist. Die Hardware geht ja augenscheinlich einwandfrei.

Beim Blick in die Schematic scheint es, als enden Die SMBus Datenleitungen alle im EC, also kann ich mir nur vorstellen, dass der irgendein Problem hat.

-----

Habe oben der Klarheit halber noch ein paar Dinge ergänzt.

Edit: es stellt sich heraus, dass windows auch nichts erkennt. Also doch ein hardware Problem? Ich muss mir wohl doch mal einen salae knockoff besorgen...
Edit2: Es hilft, wenn den Gnd-Pin vom Logic Analyzer auch anschließt(y)
Kann endlich Daten sehen. Sieht eigentlich recht glücklich aus. Hm...
Edit3: Habe mir einen besseren logic analyzer besorgt. Die Kommunikation hängt irgendwann, weil der EC für einen weiteren Verifizierungssschritt ein nicht-existentes Register abfragt. Das wurde leider nicht vom EC Patch entfernt.
Edit4: Übersetzung via MCU geht. Also muss der eben die Kommunikation filtern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hast du ein paar Bilder von deinem Akku-Selbstbau-Projekt? Funktioniert mittlerweile alles wie es soll? ich hab auch schon daran gedacht das es schade ist nur die Standardakkupacks verwenden zu können. Ein modifiziertes bzw. 3D-Druck Akkupack mit Federn und Klappe zum öffnen, in welches man einfach gescheite 18650er Lithiumionenakkus einlegen kann wären (zumindest laut meiner Theorie) eine sehr schöne und praktische Alternative. Gerade auf Reisen und wenn’s aufs Gewicht und Packmaß ankommt. Zumal ich täglich auch mehrere andere Geräte wie Hochleistungstaschenlampen mit dem gleichen Zellentyp verwende.
 
@TanChan

Bilder habe ich schon, aber ich möchte niemandem hier falsche Hoffnungen machen, bis es nicht fertig ist :)

Ich bin momentan mitten in der Klausurphase also passiert gerade nichts. In ca. drei Wochen werde ich mich wieder dem Akku widmen. Es fehlt eigentlich nicht mehr viel; Das Board ist denke ich in der letzten Revision.

Ein etwas größeres Problem ist aber noch aufgetaucht - der EC Batterie-Patch funktioniert scheinbar nicht. Es wäre natürlich schön, einfach den Auth-Mechanismus auf dem neuen Akku zu implementieren. Ich hatte deshalb mal versucht, den 51F51 BMS Chip zu disassemblen, aber die scheinen da neben dem r8c spec in ihrem Silicon eigene Entry-points oder so definiert zu haben oder ein Teil ist verschlüsselt, also bin ich da irgendwann mit dem code einfach nicht mehr weiter gekommen. Falls da jemand Lust hat, kann ich gerne mal mein bisheriges Disassembly reinschicken :)
 
Hast du ein paar Bilder von deinem Akku-Selbstbau-Projekt?
Habe das ganze heute endlich abgeschlossen. Hier sind diverse Bilder:

20260220_145050.jpg20260220_145037.jpg20260220_140601.jpg20260111_181211.jpg

Werde wahrscheinlich demnächst mal einen Blog-Post schreiben, wo ich auf alles detailliert eingehe :)

Habe aber auch schon reichlich Pläne für die Zukunft. Das BMS ist definitiv so schon komplett nutzbar, ich möchte es aber noch flexibler und universaler gestalten, nachdem es ja scheinbar keine BMSe für DIY Projekte gibt, die Sicherheitsfeatures und ordentliche Konfigurationsmöglichkeiten bieten.
 
Ich bin da jetzt fachlicher Laie und hab den Background nicht, aber wie ist denn das rechtlich mit der Versicherung, wenn dir dein Selbstbauprojekt um die Ohren fliegt?
 
Ich bin da jetzt fachlicher Laie und hab den Background nicht, aber wie ist denn das rechtlich mit der Versicherung, wenn dir dein Selbstbauprojekt um die Ohren fliegt?
Rechtlich gibts da sicherlich nichts geschenkt. Der Grund, warum ich das überhaupt mache sind die diversen Sicherheitsmechanismen des BQ. Der kann alles, von Temperatur über Spannung und Kurzschluss bis zu Erkennung von Kaputten FETs.

Richtig konfiguriert macht der BQ das Pack so sicher wie eine handelsübliche Batterie, sofern man sich beim Akkuaufbau reichlich Gedanken über Vibration, doppelte Isolierung, etc. macht.
 
Sehr interessantes Projekt! (y)
Ein paar Fragen dazu:

1. Wenn ich das auf dem einen Foto richtig deute, dann kannst du jetzt auch Akkuwerte unter Linux auslesen. Was war der entscheidende Schritt dazu?
2. Was passiert, wenn du einen oder mehrere Parallelstränge abkoppelst? Kommen die ECs (im Akku/Thinkpad) damit klar (ggf. nach Kalibrierung), oder wird das dann als komplett neuer Akku behandelt?
3. Wenn ich das richtig sehe, dann hast du 6x3 Akkus parallel geschaltet, was doppelt so viel ist, wie der originale 9-Zellen-Akku. Ich nehme an, damit kommt das BMS zurecht, sonst hättest du es nicht so gebaut. Hast du eine Vorstellung davon, wie weit das skalierbar ist?
4. Was ist dein Anwendungsfall für dieses Akkupack, bzw. was war deine Motivation für das Projekt?
 
kannst du jetzt auch Akkuwerte unter Linux auslesen. Was war der entscheidende Schritt dazu?
Ich hatte mir dann einen Logic analyzer gekauft und gesehen, dass etwas mit der Kommunikation nicht gestimmt hat. PECs hatte ich glaube ich irgendwie versehentlich abgeschnitten, der Passthrough war also kaputt. Meine commit history hat für den code leider nur einen einzigen Commit also keine Ahnung, was ich dann verändert hatte.

wenn du einen oder mehrere Parallelstränge abkoppelst
Was meinst Du damit? Noch mehr Akkuzellen parallel? Für den EC verändert sich ja nur der Kapazitätswert - so gesehen ist es dem egal. Falls der Wert zu groß würde, kann man den aber auch über den MCU falsche Werte weitergeben, das ist ja für den BQ egal.

Hast du eine Vorstellung davon, wie weit das skalierbar ist?
Nachdem man ja alle Werte für das Laptop faken kann ist das ja quasi endlos skalierbar. Ab einer bestimmten Kapazität müsste dann ein neuer BQ her, aber sonst ist das wahrscheinlich endlos skalierbar. Bis zur Gewichtsgrenze halt ;)

Ich liebe mein W530. Das Laptop ist alles, was ich mir jemals erhofft hatte. Solides Laptop, sieht geil aus, und bietet viele Möglichkeiten für Mods, nachdem ja Schematics und reichlich Platz verfügbar sind. Mein Hauptproblem war, dass mein Akku wirklich nicht mehr der beste ist. Für mein Studium brauche ich aber gescheite Akkulaufzeiten. Ich hatte überlegt mit Recelling anzufangen, nachdem das im englischsprachigen Thinkpad Discord server ja durch einige Leute dort höchst erfolgreich gemacht wird. Beim Versuch, meinen einen echten Lenovo Akku zu öffen habe ich das Plastik leider irreperabel beschädigt, konnte den Akku oder dessen BMS also so nicht mehr nutzen.

Ich hatte mir deshalb mal für viel Geld aus GB einen "new old stock" Akku besorgt, der dann aber leider doch ein Fake war, was ich leider zu spät bemerkt hatte. Man hat generell also nur die Option bewusst fake Akkus zu kaufen.

Das Problem ist bei denen nur, dass die BMSe billigst hergestellt und schlecht konfiguriert sind. Die Zellen halten also nicht wirklich lange, sind oft eh schon von schlechter Qualität und es fehlen oft signifikante Sicherheitsfeatures. Deshalb habe ich mich entschlossen meinen eigenen Akku zu bauen, der allen meinen Erwartungen an Sicherheit, Haltbarkeit und Zellqualität entspricht.
 
Was meinst Du damit? Noch mehr Akkuzellen parallel?
Ich meine generell variable Akkkuzellen, rein aus Neugier. Ich bin nicht vom Fach und bisher kenne ich nur Berichte zu Fertigakkus (Original oder Nachbau), habe also keine wirkliche Vorstellung davon, wie viel vom Verhalten des Akkus im EC einprogrammiert ist (Kapazitätserkennung, (Ent)Ladeverhalten, etc.) und wie viel die angeschlossenen Zellen "Live" beeinflussen.
Insofern ist das durchaus erhellend:
Für den EC verändert sich ja nur der Kapazitätswert - so gesehen ist es dem egal. Falls der Wert zu groß würde, kann man den aber auch über den MCU falsche Werte weitergeben, das ist ja für den BQ egal.
Danke!

Für mein Studium brauche ich aber gescheite Akkulaufzeiten.
Akkulaufzeit geht ja meist einher mit Mobilität. Das gibt ja dein Selbstbaupack vermutlich nur bedingt her. Den Laptop damit herumzutragen dürfte jedenfalls rein mechanisch Einiges an Sorgfalt erfordern, kann ich mir vorstellen.
Ich würde vermuten, dein Akkupack ist in erster Linie etwas für stationären Betrieb ohne Netzstrom, und da frage ich mich halt, wo dieses Szenario auftritt.
 
Lob wem Lob gebührt. Alle Achtung. Ich selbst denke dass es echt nal einen Durchbruch geben muss, für gute Refurbished Akkus damit man nicht bei jedem zweiten Classic Thinkpad die Sorge mitschleppen muss, ob er jemals außerhalb der Steckdose leben kann
 
Ich selbst denke dass es echt nal einen Durchbruch geben muss, für gute Refurbished Akkus damit man nicht bei jedem zweiten Classic Thinkpad die Sorge mitschleppen muss, ob er jemals außerhalb der Steckdose leben kann
Einer der Receller auf dem TP Discord Server hat letztens mal Kingsener Batterien aufgemacht. Die verwenden allem Anschein nach (zumindest zum Teil) originale Lenovo BMSe und verkaufen die mit neuen Zellen. Ob die Zellen gut sind, ist eine andere Frage, aber sicherheitstechnisch ist das wohl noch das beste, was man momentan bekommen kann. Nur ist man in Sachen Kapazität deshalb leider noch sehr an das Original gebunden. Schade, dass die BMSe überwiegend undokumentiert und nicht anderweitig zu kaufen sind :/
 
Habe das ganze heute endlich abgeschlossen. Hier sind diverse Bilder:
Sehr geil danke für Bilder und die Aktualisierung zum Stand deines Projektes! Gefällt mir sehr gut wie du das umgesetzt hast! ;)
Werde wahrscheinlich demnächst mal einen Blog-Post schreiben, wo ich auf alles detailliert eingehe :)
Sehr schön bitte tu das. Ich bin gespannt.
Habe aber auch schon reichlich Pläne für die Zukunft. Das BMS ist definitiv so schon komplett nutzbar, ich möchte es aber noch flexibler und universaler gestalten, nachdem es ja scheinbar keine BMSe für DIY Projekte gibt, die Sicherheitsfeatures und ordentliche Konfigurationsmöglichkeiten bieten.
Schön das du es weiterentwickelst und die Entwicklung dokumentierst. Wird bestimmt was ordentliches.
 
Die verwenden allem Anschein nach (zumindest zum Teil) originale Lenovo BMSe und verkaufen die mit neuen Zellen.
Das ist der Grund, warum sich die Nachbau-Akkus als Lenovo-Akku melden, jedoch teilweise mit "Fantasiedaten". So versuchen die Hersteller, die Akku-Blacklist zu umgehen, oft mit Erfolg, nur die Haltbarkeit der Akkuzellen lässt oft zu wünschen übrig.

Da kann es vorkommen, dass einmal auf 0% zu entladen zum "Akku-Tod" führt, obwohl die Zellspannung noch oberhalb der kritischen Entladung liegt, weil es vorkommen kann, dass eine minderwertige Akkuzelle nach unten "ausbricht" und so den gesamten Akku unbrauchbar macht, weil die Elektronik diesen als defekt deaktiviert.
Genau das bestätigt Deine Aussage:
Ob die Zellen gut sind, ist eine andere Frage,

Ein interessantes Projekt, das Du oben vorgestellt hast (y) aber man muss da schon einige Kenntnisse besitzen, um "gefahrlos" derartige Arbeiten durchführen zu können. - Ein Fehler, und man erlebt ein vorgezogenes Silvester-Feuerwerk. - Daher nicht für Jedermann zur Nachahmung empfohlen!
 
Hab mich ja auch mal ein wenig mit li-akkus für das mrx-5 auseinandergesetzt.... Auf jeden Fall Hut ab vor der bisherigen Leistung!
Ich denke sowas braucht es vermehrt, je älter unsere schönen TPs werden...
 
20260111_181211-jpg.210509

Das Projekt ist der Hammer. Aber ich würde schon gerne mal die Gesichter sehen, wenn man mit so einem Selbstbauakku an der Sicherheitskontrolle im Flughafen aufschlägt.
 
Das Projekt ist der Hammer. Aber ich würde schon gerne mal die Gesichter sehen, wenn man mit so einem Selbstbauakku an der Sicherheitskontrolle im Flughafen aufschlägt.
Soweit ich weiß ist das Kapazitätslimit für Akkus in Flugzeugen bei 100Wh. Mit fast 200Wh wären die bestimmt reichlich verdutzt ;) An sich werden die so einen Akku aber bestimmt fast wie eine Bombe behandeln.
Fun-Fact am Rande: Laptop-Akku-Hersteller "drosseln" künstlich die Kapazität in den BMS-Einstellungen, um unter 100Wh zu bleiben. Hat auch den Vorteil, dass die Zellen weniger beansprucht werden, und dadurch auch länger halten.
 
Mit fast 200Wh wären die bestimmt reichlich verdutzt
Nö, wandert sofort in den Müll oder Du kannst umkehren. Die halten sich strikt an die Beförderungsvorschriften. - Auch ein als Selbstbau erkannter Akku geringerer Kapazität dürfte nicht zugelassen sein.
 
  • ok1.de
  • IT Refresh - IT Teile & mehr
  • thinkstore24.de
  • Preiswerte-IT - Gebrauchte Lenovo Notebooks kaufen
  • ok2.de - Notebook Computer Server

Werbung

Zurück
Oben