Herrentorte
Member
- Registriert
- 28 Aug. 2009
- Beiträge
- 617
Guten Abend, Gemeinde! Vor einigen Wochen hab ich ein Review versprochen. Et voilà!
Eins gleich vorab: Mein Lieblings-ThinkPad ist das T23. Mein Traumauto der W124 von Mercedes. Obwohl selbst nur 29 jahre alt, habe ich also einen Hang zu Klassikern.
Das sollte ich wohl vorausschicken, wenn ich im Folgenden das Nokia E51 vorstelle.

Die Entscheidungsfindung: Was brauchte ich?
Meiner Erfahrung nach hängt die individuelle Bewertung von Handymodellen stark vom persönlichen Nutzungsverhalten ab und kann entsprechend stark variieren. Ich bin mit Mobiltelefonen stets sehr klassisch bzw. konservativ umgegangen: Ich telefoniere viel, schreibe SMS und nutze zuweilen die Kamera (da diese Cams mit "richtigen" Fotoapparaten bekanntlich nichts zu tun haben, ist es eher Handyfotografie als Kunstform
).
Meine persönliche Modellhistorie: Nokia 3330, 6230, dann ein Abstecher zum Samsung D900, dann über 3 Jahre ein 6300. Für dieses war jetzt ein Nachfolger fällig. Was wollte ich also?
Einen Candybar mit hochwertiger Haptik, am besten mit Metallbody, eine gute Verarbeitung, die den Jackeninnentaschen-Einsatz jahrelang wegsteckt ohne zu klappern oder zu knarzen, eine Menüführung, die ich seit 10 Jahren mit ihrer evolutionären Entwicklung zu schätzen lernte, und einen möglichst guten Organizer!
Zusammmengefasst: viel Alltag, eine Messerspitze Business-Funktionen in einem robusten , aber eleganten Gehäuse.
Dank eurer Kaufberatung, für die ich mich auf diesem Weg bedanken möchte, landete ich beim Nokia E51.
Der Preis
für das 6300 zahlte ich im Sommer 2008 ca. 160 €. Das E51 wird bei ebay zur Zeit füt 75 bis 150 € feilgeboten. Neugeräte im eigentlichen Sinne gibt es nicht mehr, dafür aber generalüberholte Geräte. Bei einem solchen schlug ich für 75 € zu.
Haptik, Gehäuse
Das Gerät ist, in einem Wort, das schönste Handy, welches ich je hatte. Das Gehäsuse ist optisch vollendet und liegt mit seiner Metall-Rückseite exzelent und perfekt ausbalabnciert in der Hand. Unter dem Akku prangt der Vermerk: Made in Finland, wohliger Schauder! Das ist offenbar noch echte europäische Wertarbeit. Einzige marginale Einschränkung der Äshtetik: Der Rahmen der Vorderseite und die Akkuabdeckung sind aus poliertem Metall, welches Fingerabdrücke derart anzieht, dass die Spurensicherer beim "Tatort" in ihren weißen Anzügen euphorisch werden würden.


Wie dem auch sei: Über die Tastatur des E51 sind schon Hymnen gesungen wurden, hier gibt es nichts hinzuzufügen. Tatsächlich ist es die beste Handytastatur, die ich je in dem Fingern hatte: präziser Druckpunkt, kein Knarren und durch die erhabene Oberfläche sind auch die kleineren Tasten bestens für mich, der ich relativ große Hände habe, zu bedienen.
Das Gerät ist in 3 Farbkombinationen erhältlich: Schwarz mit einem poliertem Rahmen in Alu, in Bronze (offizielle Bezeichnung: Rose) oder komplett in schwarz. Ein solches "all black" habe ich mir zugelegt.
Zur Bedienung
Das Handy hat eine klassische 9er-Tastatur und ein paar ergänzende Tasten: Eine Push-To-Talk-Taste an der linken Außenkante und eine Laut/Leise/Mikro-aus-Wippe an der linken. Genial sind hier, wie bei jedem Produkt, die scheinbar unspektakulären Kleinigkeiten: Eine Löschtaste unter der zentralen Navigationstaste ermöglicht - nun ja, eben das Löschen von Zeichen, Kalendereiträgen und ähnlichem. Das klingt banal, aber sich nicht durch Menüs wühlen oder Funktionstasten bemühen zu müssen, ist manchmal Gold wert.
Besonders angenehm ist weiter, dass sich die Hotkeys fast völlig frei belegen lassen. So konnte ich das Gerät recht einfach und nachhaltig personalisieren.

(Hier mal der Klassiker-Vergleich: 6230 und E51.)
Funktionen
Hier halte ich mich knapp, da jedes Datenblatt im Netz Auskunft gibt:
Das E51 ermöglicht den Internetzugang per UMTS und per W-LAN, es eignet sich zum Empfang und Verschicken von Mails. Das nutze ich aber nicht, da ich immer einen Rechner parat habe. Außerdem stelle ich es mir nicht prickelnd vor, Mails in eine 9er-Tastatur zu meißeln.
Es kann als Navi genutzt werden, was aber einen extra GPS-Empfänger verlangt, der per Bluetooth an das Gerät gekoppelt wird. Einige Nutzer hier im Forum machen das und sind damit zufrieden. Da ich aber ohnehin ein Navi hab, ist diese Funktion im E51 für mich nicht attraktiv, wenn ich dann ja doch ein - wenn auch kleines- Extra-Gerät mitnehmen muss. Der Nachfolger E52 nebenbei hat den GPS-Empfänger bereits intus.
Die Kamera mit ihren 2 Megapixeln ist übrigens eine der schlechteren Handy-Kameras, die mir bislang untergekommen sind. Selbst für den kleinen Schnappschuss zwischendurch ist die Bildqualität sehr mäßig, über den Farben liegt fast immer ein diffuser Grauschleier. Auch lässt sich der Auslöser-Sound nicht deaktivieren. Wie soll man da anständig Industriespionage betreiben?!
Ach ja - aus genau diesem Grund ist das E51 auch werksseitig ohne Cam erhältlich.
Alltagstauglichkeit
Ich habe mich an das Gerät sehr schnell gewöhnt. Besonders hervorzuheben ist der, gerade im Vergleich zu anderen Nokias, exzellente Empfang. Während ich mit meinen Vorgängergeräten in unserer Wohnung bisher immer massive Probleme hatte - Gespräche brachen oft einfach ab - habe ich mit dem E51 fast vollen Empfang! Manche Gimmiks haben mich auch schon entzückt: Ein Lichtsensor sorgt dafür, dass die Tastaturbeleuchtung nur bei Dunkelheit angeht, was den Akku zusätzlich schont.
Der Akku hält angenehm lange. Zwar musste ich ersteinmal einen neuen kaufen, weil der mitgelieferte kurz vor dem Exitus stand, aber der Ersatz überzeugt: Bei mäßiger Belastung (Telefonieren, Schreiben, Fotos) hält er 5-6 Tage durch und lässt sich angenehm schnell (in ca 2 h) laden.
Was vermisse ich?
Dieses Kapitel ist das kürzeste, denn wie schon angedeutet gibt es für mich am Gerät so gut wie nichts auszusetzen.
Ein kleiner Nachteil ist die Geburtstags - bzw. Jahrestags-Funktion im Timer. Im N 6300 konnte praktisch idiotensicher Name oder Anlass und Jahr des betreffenden Ereignisses eingegeben werden. Pünktlich kam dann die Erinnerung: "Hochzeitstag: 3", "Geburtstag Helge: 52" oder was auch immer. Solche Eingaben sind im Symbian-Organizer möglich, aber etwas umständlicher. Das sind aber Peanuts im Vergleich zum einzigen echten Manko für mich: Die Kollegen in Finland haben tatsächlich vergessen, einen Timer einzubauen! Soweit ich weiß, hatte schon zur Jahrtausendwende jedes 08/15-Gerät eine Eieruhr intus - im E51 sucht man sie vergeblich.
Fazit
Schon bei der Kaufentscheidung merkte ich, dass hier viele beste Erfahrungen mit bzw. Erinnerungen an das Gerät haben. Formulierungen wie "gutes, altes, Symbian-Schätzchen" sprechen für sich; ich kann sie jetzt nachvollziehen!
Für den modernen Performer, der ein Smartphone mit Touchscreen und vollumfänglicher Rechenleistung will, ist das Gerät ein Fossil aus einer vergangenen Zeit. Wer aber schlichtweg ein richtig gutes Mobiltelefon will, welches alles Nötige kann, robust ist und dazu noch richtig schick aussieht, für den ist es die allererste Wahl!
Schon über den Nachfolger E52 liest man, dass er in puncto Verarbeitungsqualität spürbar abgebaut habe. Da ich nie eins in der Hand hatte, wären hier Erfahrungen interessant.
Für uns im TP-Forum fällt die Entscheidung aber sowieso leicht: das E51 gibt es nämlich in "ganz schwarz"!

Kurz-Bewertung

Exzellente Verarbeitung
Sehr guter Empfang

anständige Akku-Laufzeit
Gewicht, Maße, Haptik

Einige Timer-Funktionen, Menü z.T. gewöhnungsbedürftig
:cursing:
Dass es nicht mehr produziert wird!
Eins gleich vorab: Mein Lieblings-ThinkPad ist das T23. Mein Traumauto der W124 von Mercedes. Obwohl selbst nur 29 jahre alt, habe ich also einen Hang zu Klassikern.
Das sollte ich wohl vorausschicken, wenn ich im Folgenden das Nokia E51 vorstelle.

Die Entscheidungsfindung: Was brauchte ich?
Meiner Erfahrung nach hängt die individuelle Bewertung von Handymodellen stark vom persönlichen Nutzungsverhalten ab und kann entsprechend stark variieren. Ich bin mit Mobiltelefonen stets sehr klassisch bzw. konservativ umgegangen: Ich telefoniere viel, schreibe SMS und nutze zuweilen die Kamera (da diese Cams mit "richtigen" Fotoapparaten bekanntlich nichts zu tun haben, ist es eher Handyfotografie als Kunstform
Meine persönliche Modellhistorie: Nokia 3330, 6230, dann ein Abstecher zum Samsung D900, dann über 3 Jahre ein 6300. Für dieses war jetzt ein Nachfolger fällig. Was wollte ich also?
Einen Candybar mit hochwertiger Haptik, am besten mit Metallbody, eine gute Verarbeitung, die den Jackeninnentaschen-Einsatz jahrelang wegsteckt ohne zu klappern oder zu knarzen, eine Menüführung, die ich seit 10 Jahren mit ihrer evolutionären Entwicklung zu schätzen lernte, und einen möglichst guten Organizer!
Zusammmengefasst: viel Alltag, eine Messerspitze Business-Funktionen in einem robusten , aber eleganten Gehäuse.
Dank eurer Kaufberatung, für die ich mich auf diesem Weg bedanken möchte, landete ich beim Nokia E51.
Der Preis
für das 6300 zahlte ich im Sommer 2008 ca. 160 €. Das E51 wird bei ebay zur Zeit füt 75 bis 150 € feilgeboten. Neugeräte im eigentlichen Sinne gibt es nicht mehr, dafür aber generalüberholte Geräte. Bei einem solchen schlug ich für 75 € zu.
Haptik, Gehäuse
Das Gerät ist, in einem Wort, das schönste Handy, welches ich je hatte. Das Gehäsuse ist optisch vollendet und liegt mit seiner Metall-Rückseite exzelent und perfekt ausbalabnciert in der Hand. Unter dem Akku prangt der Vermerk: Made in Finland, wohliger Schauder! Das ist offenbar noch echte europäische Wertarbeit. Einzige marginale Einschränkung der Äshtetik: Der Rahmen der Vorderseite und die Akkuabdeckung sind aus poliertem Metall, welches Fingerabdrücke derart anzieht, dass die Spurensicherer beim "Tatort" in ihren weißen Anzügen euphorisch werden würden.


Wie dem auch sei: Über die Tastatur des E51 sind schon Hymnen gesungen wurden, hier gibt es nichts hinzuzufügen. Tatsächlich ist es die beste Handytastatur, die ich je in dem Fingern hatte: präziser Druckpunkt, kein Knarren und durch die erhabene Oberfläche sind auch die kleineren Tasten bestens für mich, der ich relativ große Hände habe, zu bedienen.
Das Gerät ist in 3 Farbkombinationen erhältlich: Schwarz mit einem poliertem Rahmen in Alu, in Bronze (offizielle Bezeichnung: Rose) oder komplett in schwarz. Ein solches "all black" habe ich mir zugelegt.
Zur Bedienung
Das Handy hat eine klassische 9er-Tastatur und ein paar ergänzende Tasten: Eine Push-To-Talk-Taste an der linken Außenkante und eine Laut/Leise/Mikro-aus-Wippe an der linken. Genial sind hier, wie bei jedem Produkt, die scheinbar unspektakulären Kleinigkeiten: Eine Löschtaste unter der zentralen Navigationstaste ermöglicht - nun ja, eben das Löschen von Zeichen, Kalendereiträgen und ähnlichem. Das klingt banal, aber sich nicht durch Menüs wühlen oder Funktionstasten bemühen zu müssen, ist manchmal Gold wert.
Besonders angenehm ist weiter, dass sich die Hotkeys fast völlig frei belegen lassen. So konnte ich das Gerät recht einfach und nachhaltig personalisieren.

(Hier mal der Klassiker-Vergleich: 6230 und E51.)
Funktionen
Hier halte ich mich knapp, da jedes Datenblatt im Netz Auskunft gibt:
Das E51 ermöglicht den Internetzugang per UMTS und per W-LAN, es eignet sich zum Empfang und Verschicken von Mails. Das nutze ich aber nicht, da ich immer einen Rechner parat habe. Außerdem stelle ich es mir nicht prickelnd vor, Mails in eine 9er-Tastatur zu meißeln.
Es kann als Navi genutzt werden, was aber einen extra GPS-Empfänger verlangt, der per Bluetooth an das Gerät gekoppelt wird. Einige Nutzer hier im Forum machen das und sind damit zufrieden. Da ich aber ohnehin ein Navi hab, ist diese Funktion im E51 für mich nicht attraktiv, wenn ich dann ja doch ein - wenn auch kleines- Extra-Gerät mitnehmen muss. Der Nachfolger E52 nebenbei hat den GPS-Empfänger bereits intus.
Die Kamera mit ihren 2 Megapixeln ist übrigens eine der schlechteren Handy-Kameras, die mir bislang untergekommen sind. Selbst für den kleinen Schnappschuss zwischendurch ist die Bildqualität sehr mäßig, über den Farben liegt fast immer ein diffuser Grauschleier. Auch lässt sich der Auslöser-Sound nicht deaktivieren. Wie soll man da anständig Industriespionage betreiben?!
Alltagstauglichkeit
Ich habe mich an das Gerät sehr schnell gewöhnt. Besonders hervorzuheben ist der, gerade im Vergleich zu anderen Nokias, exzellente Empfang. Während ich mit meinen Vorgängergeräten in unserer Wohnung bisher immer massive Probleme hatte - Gespräche brachen oft einfach ab - habe ich mit dem E51 fast vollen Empfang! Manche Gimmiks haben mich auch schon entzückt: Ein Lichtsensor sorgt dafür, dass die Tastaturbeleuchtung nur bei Dunkelheit angeht, was den Akku zusätzlich schont.
Der Akku hält angenehm lange. Zwar musste ich ersteinmal einen neuen kaufen, weil der mitgelieferte kurz vor dem Exitus stand, aber der Ersatz überzeugt: Bei mäßiger Belastung (Telefonieren, Schreiben, Fotos) hält er 5-6 Tage durch und lässt sich angenehm schnell (in ca 2 h) laden.
Was vermisse ich?
Dieses Kapitel ist das kürzeste, denn wie schon angedeutet gibt es für mich am Gerät so gut wie nichts auszusetzen.
Ein kleiner Nachteil ist die Geburtstags - bzw. Jahrestags-Funktion im Timer. Im N 6300 konnte praktisch idiotensicher Name oder Anlass und Jahr des betreffenden Ereignisses eingegeben werden. Pünktlich kam dann die Erinnerung: "Hochzeitstag: 3", "Geburtstag Helge: 52" oder was auch immer. Solche Eingaben sind im Symbian-Organizer möglich, aber etwas umständlicher. Das sind aber Peanuts im Vergleich zum einzigen echten Manko für mich: Die Kollegen in Finland haben tatsächlich vergessen, einen Timer einzubauen! Soweit ich weiß, hatte schon zur Jahrtausendwende jedes 08/15-Gerät eine Eieruhr intus - im E51 sucht man sie vergeblich.
Fazit
Schon bei der Kaufentscheidung merkte ich, dass hier viele beste Erfahrungen mit bzw. Erinnerungen an das Gerät haben. Formulierungen wie "gutes, altes, Symbian-Schätzchen" sprechen für sich; ich kann sie jetzt nachvollziehen!
Für den modernen Performer, der ein Smartphone mit Touchscreen und vollumfänglicher Rechenleistung will, ist das Gerät ein Fossil aus einer vergangenen Zeit. Wer aber schlichtweg ein richtig gutes Mobiltelefon will, welches alles Nötige kann, robust ist und dazu noch richtig schick aussieht, für den ist es die allererste Wahl!
Für uns im TP-Forum fällt die Entscheidung aber sowieso leicht: das E51 gibt es nämlich in "ganz schwarz"!

Kurz-Bewertung
Exzellente Verarbeitung
Sehr guter Empfang
anständige Akku-Laufzeit
Gewicht, Maße, Haptik
Einige Timer-Funktionen, Menü z.T. gewöhnungsbedürftig
:cursing:
Dass es nicht mehr produziert wird!
Zuletzt bearbeitet:






