Linux auf nicht dafür vorgesehenen Geräten

MattDorian

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Hallo,

nach langer Überlegung bin ich nun an dem Punkt angelangt, mal etwas neues zu wagen. Ich würde gerne den Versuch starten, ein Debian/Kubuntu/whatever auf meinem TPT1 nativ (ohne Bugdroid) zu installieren.

Da es sowas noch nicht für dieses Gerät gibt, kann das nur 2 Gründe haben:
1. Kein Bedarf für Entwickler (dafür kann ich mindestens 1000 Gründe nennen ;) )
2. Zu kompliziert

Da ich allerdings ab und gerne auch mal produktiv und ohne Reboots nach Plan (im 10-Minuten-Takt, das muss nicht sein) arbeite, muss sich was ändern.
Demzufolge will ich dieses Projekt jetzt in Angriff nehmen, und brauche allgemeinen Input von euch.

Was denkt ihr, müsste wichtig sein um ein Linux nativ aufs TPT1 zu quetschen?

Habe mir schon mal ein paar Gedanken gemacht, die hier folgen (bitte korrigieren, wenn ich total daneben liege):

1. Hardware
Sollte kein Problem darstellen, die HW ist nicht unbedingt stark exotisch und sollte keine größeren Zickereien auslösen.

2. Treiber
Da die HW ja in Ordnung ist, dürften die Multi-Treiber von Linux-Distris weitesgehend passen, zumindest in der Theorie sollte es so sein.

3. Android wegklatschen
Es gibt da eine interessante App, die es erlaubt ein Linux seiner Wahl (najaaaa, was die Wahl angeht kann man sich gleich wieder heftig streiten) parallel zu Bugdroid laufen zu lassen. Also sollte man über dieses Linux genug Berechtigungen für einen derartigen Austausch bekommen.

4. Bootloader
Nach Möglichkeit müsste man ja nur den Bootloader von Android nach Installation eines Linux auf einer anderen Partition überschreiben, am besten wäre da wohl Grub.

Das sind meine bisherigen Ansätze, was haltet ihr davon?

Ich würde bei Beginn meiner Arbeit einen Thread eröffnen, um das Geschehen in regelmäßigen Abständen zu dokumentieren. Besteht von euch Interesse, ein bisschen eurer Gehirnkapazität mit auf dieses Projekt zu lenken, und quasi aus der Ferne mitzuwirken? :)
 
Zuletzt bearbeitet:
2. Nein, Úberhaupt nicht. Treiber werden evtl. sehr schwierig. Du hast hier eine völlig andere CPU Architektur (ARM)

3. Die startet wahrscheinlich ein Linux als Gast zum Android Kernel, ist also kein "richtiges" OS

4. Bootloader und Flashen sind große Herausforderungen. Gerade im Android Markt wird hir gern alles signiert, versperrt und verdongelt. Und auf ARM Maschinen gibt es kein traditionelles BIOS/UEFI, das einfach mal den MBR eines Datenträgers anfährt und den dortigen Code startet. Das ist alles sehr viel komplexer.
 
Die Treiber könnte man doch aber in dem Fall aus Android extrahieren, oder?

Allerdings könnte man diese Gastsession ja trotzdem nutzen, um mit Rootrechten den Bootloader zumindest abzugreifen und zu verändern, oder irre ich?

Also müsste man erstmal schauen, dass der Loader offen ist und den quasi modifizieren, anstatt den einfach auszutauschen...
 
die ARM-Architektur sollte bei Debian kein Problem sein, dafür gibt es doch angepasste Versionen auf der Website.
 
@MattDorian
Bei den Fragen, die du stellst, rate ich dir von so einem Projekt ab. Du bist der Meinung, dass du nur ein paar kleine Teile austauschen musst und der Installer den Rest erledigt. Weißt du, wie du auf deinem PC einen passenden Kernel kompilierst (für ARM)? Hast du die nötige Konfiguration? Weißt du, wie das Booten bei diesem speziellen Gerät funktioniert (nein, es gibt kein BIOS)? Wie willst du die Treiber aus dem Android extrahieren? Was, wenn sie im Kernel einkompiliert sind? Hast du die Möglichkeit, bei einem defekten Bootloader über Hardwaredebugging das Gerät zu retten?
 
dass der Installer den Rest erledigt, ist ja auch nicht so. ich weiß jetzt schon, dass mir das einige Zeit in der Kommandozeile bescheren wird. Das Kompilieren eines Kernels ist mir grundsätzlich geläufig, allerdings wird das in dem Fall auch von einem fachkundigerem Menschli ausgeführt. :)
mir ist bewusst, dass auf einem Tablet weder BIOS noch der UEFI-Albtraum vorhanden sind, und dass es sich um eine riskante und aufwendige Arbeit handelt, da ich im Falle eines Fehlers die berühmt-berüchtigte A****karte ziehe.
Was die Treiber-Sache angeht, habe ich noch keine Lösung. Ich befinde mich im Stadium der Ideenfindung und hatte gehofft, das mir hier jemand zumindest einen Tipp auf den Weg geben kann. Ja, ich bin kein Fachmann, aber ich bin auch nicht der typische Mac-User. ;)
Ich weiß beispielsweise, dass für die Dual- bzw. Triple-Boots auf dem HP-Touchpad für Ubuntu Touch gleichmaßen Treiber aus dem verfügbaren Cyanogen-Mod und der WebOS-Version benutzt wurden. Demzufolge sollte es bei diesem Vorhaben eigentlich auch einen Weg geben.
Wenn die Treiber im Kernel einkompiliert sind, dann wird es zugegebenermaßen verdammt schwierig, weil mir der ach so hilfsbereite Lenovo-Support garantiert nicht die Dateien per Dropbox-Link zukommen lassen wird.
Die Möglichkeit des Hardware-Debuggings könnte ich bei mir in der Firma durchführen lassen, wenn alles schief geht. Auch wenn ich hoffe, dass ich für dieses Projekt nicht die IT-Abteilung eines großen deutschen Telekommunikationskonzern belasten muss.
 
was spricht dagegen den android-kernel weiter zu benutzen und "nur" das userland auszutauschen? viele treiber liegen nur in binärform vor. wenn du dir den kernel selber baust, fehlen dir hinterher diese module und du kannst viele komponenten nicht benutzen. da der androidkernel nichts anderes als ein linux mit patches ist, kannst du dir eine menge aufwand sparen. im prinzip läuft das dann darauf hinaus, dass du debian o.ä. parallel zu android laufen hast oder anders betrachtet hast du dann ein debian mit dalvik-vm und dem übrigen android zeugs. je nah modell kannst du möglicherweise vieles davon im anschluss entsorgen.
dieser ansatz verspricht den größten erfolg.
 
Danke für den Tipp, yatpu. Ich denke, dass ist wohl der elegantere Weg. Zumindest ein Weg, womit ich das Ding erstmal ohne Einschränkungen nutzen kann. :)
 
Vielleicht hilft Dir dieser Link weiter: Debian in einer chroot-Umgebung, Zugriff mittels VNC.Ist nicht perfekt, aber zumindest ein Anfang.http://whiteboard.ping.se/Android/DebianEine native Installation scheitert meines Wissens bisher an der teilweise fehlenden Treibern und vor allem an den proprietären Bootloadern.Hier ein Beispiel für eine native Installation auf einem Galaxy S2, dessen Bootloader durch u-boot ersetzt wurde:http://www.youtube.com/watch?v=VHl8PytVt50
 
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