Thema Apple und Pixelfehler, da gibts entsprechende Richtlinien, siehe hier
http://www.apfeltalk.de/forum/content/1375-applepixel.html
Das bedeutet das im ganz ganz ganz dummen Fall ein Display mit 15 Pixelfehlern durch den Kunden zu tolerieren ist und keinen Mangel im Sinne der Garantie darstellt. Soviel zu was kauft Lenovo für Panel ein, alle kochen nur mit Wasser. Und Pixelfehler sind herstellungsbedingt und nach wie vor durch keinen Hersteller auszuschliessen.
Bei Pixelfehlertests richten wir uns an meinem Arbeitsplatz nach den allgemeinen Masstäben am Markt. Wir prüfen auch explizit nur auf helle Pixelfehler, wobei es auch bei dunklen eine gewisse Grauzone gibt, in der wir die Geräte nach Möglichkeit trotzdem aussieben.
Interessant finde ich wie hier über Händler gedacht wird teilweise. Logisch muss man Herstellersiegel brechen um so einen Test überhaupt machen zu können. Wir versiegeln die Tüten anschliessend nach Prüfung mit einem eigenen Siegellabel wieder. Höchst spannend finde ich da die Vermutungen wie: wenn der Händler das aufmacht kann der mir ja irgendwelchen Blödsinn unterschieben. da wird die Branche ja schon ein Stück weit kriminalisiert. Vom Händler eures Vertrauens kann man da jedenfalls nur so halb sprechen...
Die Frage ob ein Händler einen bestellten Test überhaupt durchführt, wenn man ihn kauft oder sich im Zweifel sonst einfach herausredet ist auch sehr vorsichtig zu geniessen finde ich. Das geht ganz klar in dieselbe Richtung.
Ein anderer Punkt der auch kaum jemandem bewusst ist: Ein Pixelfehlertest senkt allgemein die Wahrscheinlichkeit ein DOA (Dead on Arrrival) Gerät zu erwischen. Da öffnen Leute deren tägliches Brot technische Computerarbeiten durchzuführen die Kartons, nehmen das Notebook in die Hand und schalten es ein um ihre Diagnose durchzuführen. Dabei kann auch schon so manches defekte Gerät ausgesiebt werden und landet nie beim Kunden, der damit dann den Ärger hätte.
Auf die Frage was Händler mit solchen Geräten machen die im Test durchfallen kann man auch Antworten finden. In dem Bereich der mal vorkommt kann er das Gerät nämlich allgemein nicht zurückgeben/reklamieren, sondern braucht einen anderen Weg damit umzugehen. Obwohl ein Gerät mit einem Pixelfehler also herstellererklärt in einwandfreiem Zustand ist und es damit rechtlich lauter wäre, es ungekennzeichnet als normale Neuware zu verkaufen, sehen die meisten Händler davon ab.
Wir entscheiden da auch jedesmal neu, was wir tun. Manchmal spielt man seinen Händlerstatus aus und drückt das Gerät trotzdem durch eine Herstellerreparatur, manchmal lässt man das Panel kostenpflichtig austauschen, manchmal landet es entsprechend gekennzeichnet im Verkauf zum reduzierten Preis. Und obwohls keiner hier glauben mögen wird: manchen Institutionen deren Einkäufer anrufen und auch manchen Endkunden sind einzelne Pixelfehler schlichtweg egal. Besonders wenn diese zum Rand liegen und ein Kunden ansonsten eine Wartezeit auf eine Lieferung hätte siegt da auch gern mal die Ungeduld.
Ein letzter Punkt den ich auch zum wiederholten male hier im Forum anspreche: Allgemein ist Ware, die durch einen Kunden retourniert wurde nicht immer und automatisch mangelhaft, sie kann sich trotzdem in neuwertigem Zustand befinden oder wieder in diesen wieder gebracht worden sein. Freilich ist es ein legitimer Anspruch einen als neu erworbenen Artikel in neuwertigem Zustand zu erhalten. Aber das muss nicht zwangsweise damit einhergehen das ein solches Label ungebrochen ist.
Der Knackpunkt ist: Diese pauschale Verteufelung gräbt vor allem den kleinen Händlern das Wasser ab: Geräte die keine Massenware sind ( z.B. die wirklich teuren Maschinen ) können nichtmal im Laden unter den garantierten Argusaugen des Händlers angesehen werden, weil die Ware bei dieser Herangehensweise quasi unverkäuflich und ein immenser Verlustbringer wäre. Der Händler selbst kann sich auch keinen Eindruck von dem verschaffen was er da verkauft, was ihn zum Fachtheoretiker abschreibt. Ein Kunde der das hochgehaltene Anschauungsrecht nach Fernabsatzgeschäft in Anspruch nimmt das hier auch immer wieder hervorgehoben wird, wird somit egal wie er mit der Ware umgeht seinen Händler finanziell an die Wand nageln.
Überlegt euch hier im Zweifel einfach mal wirklich die Ware anzusehen und genau hinzuschauen. Ist irgendetwas nicht in Ordnung sollte man hier klar als Kunde mit dem Händler in Kontakt treten damit man eine Lösung in eurem Interesse findet. Ist alles in Ordnung macht es manchmal Sinn das gelten zu lassen, die nächsten Jahre wird man eher mit dem Gerät als mit dem Beutel der drum herum war arbeiten
Grüz!
Hibbelharry