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- 2 Aug. 2009
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Hi,
dies soll ein kleiner Bericht meiner Erfahrungen mit dem S10e sein, vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen.
Das Netbook
Vor ein paar Tagen fand ich bei NBWN das Netbook meiner Träume: Ideapad S10e, 512 MB RAM mit 4GB Onboard-Flash, freier 2,5"-Harddisk-Schacht (wichtig!) und Linux, 210 Euro. Ziemlich günstig, und ich hatte ja noch 1GB RAM, diverse 2,5"-HDDs und Windows XP herumliegen...
Geordert und tags drauf bekommen! Nach dem Auspacken habe ich zuallererst das Linux angeschaut. Na ja, toll, ich bin mit meinem Windows-Zeug eh so verwachsen, dass es nicht in Frage kam, das zu behalten. Also: Platte eingebaut, externes CD-Laufwerk drangehängt und versucht Windows zu installieren.
OS not found
Das war nicht so einfach. Mein externes Laufwerk bestand in der Konfiguration: Netbook - USB-Adapter auf IDE - CD-ROM-Laufwerk im Desktop-PC. Leider schaltet Lenovos Ideapad seinen USB-Port, wenn er nicht angesprochen wird, im Pre-Betriebssystem-Status nach ca. 7 Sekunden ab. Das soll wohl Strom sparen. Leider ist das ziemlich genau die Zeit, die das Netbook braucht, um zur Bootdevice-Auswahl zu gelangen. Das heißt: wenn ich den USB-Port angesteckt hatte und dann das Netbook startete, war das CD-Laufwerk genau dann "abgeschaltet", wenn die Frage nach dem Bootlaufwerk kam. Ich habe es dann hingekriegt, mit einer Versuch-Erfolg-Quote von ca. 5:1, den USB-Stecker immer erst einige Sekunden nach dem Start einzustecken, sodass ich den Zeitpunkt NACH der Laufwerkerkennung und VOR der Stromabschaltung erwischt habe. Wenn es einmal erkannt war, lief es dann auch rund.
Der nächste Flop war, dass die Installations-CD meine Festplatte nicht akzeptierte (eine stinknormale SATA 160GB im Compatible Mode, kann man und muss man im BIOS einstellen). Da kam dann, wenn ich eine Partition (erstellen ging aber!) formatieren wollte, immer eine Meldung der Kategorie: die Festplatte kann nicht formatiert werden und ist eventuell kaputt. Aha.
Ich habe dann eine SSD eingebaut, die ich bisher in meinem T60 laufen hatte (und vorher natürlich alles weggesichert...).
Die Festplatte war natürlich nicht kaputt, bei der SSD kam dieselbe Meldung. Aber nach einer Integration von SP3 in die Installations-CD klappte es plötzlich (Tipp aus irgendeinem Internetforum). Fragt mich nicht...
RAM
Windows XP mit 512 MB RAM ist eher schlapp. Noch dazu war ja eine SSD drin, sodass eine RAMDisk sowieso fällig gewesen wäre (zur Erhöhung der Lebensdauer der SSD). Also: 1 GB RAM reingesteckt. Diese Upgrades sind übrigens kinderleicht gewesen, Festplatten- und RAM-Schacht sind völlig problemlos bedienbar, HDD-Case braucht man nicht, da ist so wenig Platz, dass ein bisschen Schaumgummi oder auch gefaltete Küchenrolle hinter der Festplatte alles bombenfest sichern kann. Mit 1,5 GB RAM lief dann alles wunderbar rund und eine 256-MB-RAMDisk war auch kein Problem.
Die interne SSD
Ich habe übrigens auch mal versucht, Windows auf der internen SSD mit den 4GB zu installieren. Das geht völlig problemlos, dauerte aber ca. 2 Stunden (!!) und erinnerte mich zu diesem Zeitpunkt sehr an die SSD des Acer Aspire One 110L, das ich damals auch mit WinXP versehen wollte (dort war die SSD auch todsterbenslahm). Entsprechend mies war auch Windows unterwegs - ein Klick auf den Startbutton ließ mich 5-10 Sekunden warten, bis etwas aufploppte. Crystal DiskMark hat dann auch Werte ausgespuckt, die etwa mit einem normalen USB-Stick konkurrieren können, d.h. der Flashspeicher im Ideapad (zumindest in der Linuxvariante) ist echt daneben. Ich habe die 4GB nun als Sicherungspartition für mein Acronis-Backup in Gebrauch, die Wiederherstellung von ca. 3GB Betriebssystem dauert etwa 10 Minuten von dieser Partition, das funktioniert zumindest flüssig.
Glossy gone wild
Das Display am S10e ist bekanntlich glossy und das ist eher bedauerlich. Ich finde nichtmal die Spiegelung meiner selbst so schlimm (das sollte einen eher manchmal nachdenklich machen, wenn man sich beim Reboot um 22 Uhr in der Unibibliothek mal kurz in die verstörten, müden Augen gucken kann...), mich stört eher, dass man Staub und co "doppelt" (=stärker) sieht und mir das Display dauernd dreckig vorkam. Also habe ich eine Schutzfolie von Vikuti geordert (gibt es im passenden Schnitt), kostete stolze 25 Euro inkl. Versand, aber gut, dafür war das Netbook günstig... Leider ist diese Folie, die eigentlich ganz genau zugeschnitten sein soll, minimal schief ausgeschnitten und somit ca. einen halben Millimeter zu kurz (in der Horizontalen) - da ich rechts angesetzt habe, ist nun unten links ein ganz schmaler "Streifen", wo man die Kante der Folie erkennen kann. Das ist zwar ärgerlich, aber fällt nicht auf, wenn man nicht gerade genau hinguckt. Dafür ist der Matt-Effekt wirklich erstklassig, die Displayoptik steht nun meinem T60 in nichts nach (bis auf die Größe).
Lüfter Issue
Wie man allenthalben lesen kann, soll der Ideapad-CPU-Lüfter die Hölle sein, zu oft anspringen, zu schnell wieder ausgehen, und zu laut sein. Stimmt alles genau. Darum habe ich auch schnell nach Lüftersteuerungen gesucht. Es gibt drei verschiedene: S10Fan, S10FanControl und eine NHC-ACPI-Erweiterung. S10Fan ist das einzige Tool, das halbwegs funktioniert hat (die anderen haben dafür bei anderen Leuten funktioniert...). Andere Leute haben es hinbekommen, den Lüfter durch Aufkleben einer größeren Kupferplatinen-Kühlplatte auf die CPU überflüssig zu machen; Dell beweist ja schon seit einer Weile, dass man Intel Atom problemlos vollpassiv betreiben kann; hier könnte Lenovo sich dringend (!) ein Scheibchen abschneiden. Hätte ich ein Netbook mit vollpassiver Kühlung und 2,5"-Schacht gefunden, hätte ich mit Sicherheit nicht zum Ideapad gegriffen.
Jedenfalls: mit S10Fan und einem BIOS Update habe ich es hinbekommen, dass das Netbook zumindest im Standardbetrieb (Surfen, Office...) ohne Lüfter-Schnappatmung läuft. Spielen kann man mit Atom sowieso nix, das äußerste, was ich spiele, ist Defcon und das läuft gerade so, dann ist aber der Lüfter auch im Dauereinsatz. Aber beim Spielen oder Youtube-Schauen hat man sowieso meistens Ohrstöpsel auf den Ohren - da ist es dann auch egal, ob der Lüfter rauscht.
Leider lässt sich die CPU des Ideapad nicht vernünftig regulieren/manuell takten/undervolten. RMClock erkennt den atom überhaupt nicht, CrystalCPUID kann zwar theoretisch undervolten und untertakten, es klappt aber praktisch nur manchmal (die Bedingungen sind mir unerfindlich). Undervolten geht aber praktisch eh nicht, denn jedes 0,02V weniger hat sofort Fehler in Sp2004 produziert (haben die den Atom irgendwie gegen Undervolten geschützt?
). Außerdem: wer will schon einen Atom untertakten - da kann man gleich zum 486er greifen. Insofern bleibt man derzeit gezwungenermaßen bei der automatischen Taktung durch das BIOS.
Fertig
Man könnte noch etliche weitere Mankos aufzählen, wie zum Beispiel das unpraktische Touchpad, auf dem man beim Druck auf die Leertaste dauernd versehentlich klickt, die extreme Verwechselbarkeit von RShift und Enter, die unnötige Breite von LShift, die zum Verstecken der spitzen Klammern hinter einer Fn-Shift-Kombination geführt hat (vor allem für Programmierer bestimmt eine große Freude), die extrem schlecht klingenden Lautsprecher, die auch noch den Dreck magisch anziehen... aber letztlich sind das Punkte, die bei einem Netbook vermutlich sowieso immer in Kauf genommen werden müssen. Unter dem Strich hab ich trotzdem mittlerweile großen Spaß an dem Ding, und werde vermutlich über kurz oder lang von meinem mir viel zu schweren T60 Abschied nehmen.
Vielleicht nützt der Thread ja dem ein oder anderen mal!
Gruß,
- elarei
dies soll ein kleiner Bericht meiner Erfahrungen mit dem S10e sein, vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen.
Das Netbook
Vor ein paar Tagen fand ich bei NBWN das Netbook meiner Träume: Ideapad S10e, 512 MB RAM mit 4GB Onboard-Flash, freier 2,5"-Harddisk-Schacht (wichtig!) und Linux, 210 Euro. Ziemlich günstig, und ich hatte ja noch 1GB RAM, diverse 2,5"-HDDs und Windows XP herumliegen...
Geordert und tags drauf bekommen! Nach dem Auspacken habe ich zuallererst das Linux angeschaut. Na ja, toll, ich bin mit meinem Windows-Zeug eh so verwachsen, dass es nicht in Frage kam, das zu behalten. Also: Platte eingebaut, externes CD-Laufwerk drangehängt und versucht Windows zu installieren.
OS not found
Das war nicht so einfach. Mein externes Laufwerk bestand in der Konfiguration: Netbook - USB-Adapter auf IDE - CD-ROM-Laufwerk im Desktop-PC. Leider schaltet Lenovos Ideapad seinen USB-Port, wenn er nicht angesprochen wird, im Pre-Betriebssystem-Status nach ca. 7 Sekunden ab. Das soll wohl Strom sparen. Leider ist das ziemlich genau die Zeit, die das Netbook braucht, um zur Bootdevice-Auswahl zu gelangen. Das heißt: wenn ich den USB-Port angesteckt hatte und dann das Netbook startete, war das CD-Laufwerk genau dann "abgeschaltet", wenn die Frage nach dem Bootlaufwerk kam. Ich habe es dann hingekriegt, mit einer Versuch-Erfolg-Quote von ca. 5:1, den USB-Stecker immer erst einige Sekunden nach dem Start einzustecken, sodass ich den Zeitpunkt NACH der Laufwerkerkennung und VOR der Stromabschaltung erwischt habe. Wenn es einmal erkannt war, lief es dann auch rund.
Der nächste Flop war, dass die Installations-CD meine Festplatte nicht akzeptierte (eine stinknormale SATA 160GB im Compatible Mode, kann man und muss man im BIOS einstellen). Da kam dann, wenn ich eine Partition (erstellen ging aber!) formatieren wollte, immer eine Meldung der Kategorie: die Festplatte kann nicht formatiert werden und ist eventuell kaputt. Aha.
Die Festplatte war natürlich nicht kaputt, bei der SSD kam dieselbe Meldung. Aber nach einer Integration von SP3 in die Installations-CD klappte es plötzlich (Tipp aus irgendeinem Internetforum). Fragt mich nicht...
RAM
Windows XP mit 512 MB RAM ist eher schlapp. Noch dazu war ja eine SSD drin, sodass eine RAMDisk sowieso fällig gewesen wäre (zur Erhöhung der Lebensdauer der SSD). Also: 1 GB RAM reingesteckt. Diese Upgrades sind übrigens kinderleicht gewesen, Festplatten- und RAM-Schacht sind völlig problemlos bedienbar, HDD-Case braucht man nicht, da ist so wenig Platz, dass ein bisschen Schaumgummi oder auch gefaltete Küchenrolle hinter der Festplatte alles bombenfest sichern kann. Mit 1,5 GB RAM lief dann alles wunderbar rund und eine 256-MB-RAMDisk war auch kein Problem.
Die interne SSD
Ich habe übrigens auch mal versucht, Windows auf der internen SSD mit den 4GB zu installieren. Das geht völlig problemlos, dauerte aber ca. 2 Stunden (!!) und erinnerte mich zu diesem Zeitpunkt sehr an die SSD des Acer Aspire One 110L, das ich damals auch mit WinXP versehen wollte (dort war die SSD auch todsterbenslahm). Entsprechend mies war auch Windows unterwegs - ein Klick auf den Startbutton ließ mich 5-10 Sekunden warten, bis etwas aufploppte. Crystal DiskMark hat dann auch Werte ausgespuckt, die etwa mit einem normalen USB-Stick konkurrieren können, d.h. der Flashspeicher im Ideapad (zumindest in der Linuxvariante) ist echt daneben. Ich habe die 4GB nun als Sicherungspartition für mein Acronis-Backup in Gebrauch, die Wiederherstellung von ca. 3GB Betriebssystem dauert etwa 10 Minuten von dieser Partition, das funktioniert zumindest flüssig.
Glossy gone wild
Das Display am S10e ist bekanntlich glossy und das ist eher bedauerlich. Ich finde nichtmal die Spiegelung meiner selbst so schlimm (das sollte einen eher manchmal nachdenklich machen, wenn man sich beim Reboot um 22 Uhr in der Unibibliothek mal kurz in die verstörten, müden Augen gucken kann...), mich stört eher, dass man Staub und co "doppelt" (=stärker) sieht und mir das Display dauernd dreckig vorkam. Also habe ich eine Schutzfolie von Vikuti geordert (gibt es im passenden Schnitt), kostete stolze 25 Euro inkl. Versand, aber gut, dafür war das Netbook günstig... Leider ist diese Folie, die eigentlich ganz genau zugeschnitten sein soll, minimal schief ausgeschnitten und somit ca. einen halben Millimeter zu kurz (in der Horizontalen) - da ich rechts angesetzt habe, ist nun unten links ein ganz schmaler "Streifen", wo man die Kante der Folie erkennen kann. Das ist zwar ärgerlich, aber fällt nicht auf, wenn man nicht gerade genau hinguckt. Dafür ist der Matt-Effekt wirklich erstklassig, die Displayoptik steht nun meinem T60 in nichts nach (bis auf die Größe).
Lüfter Issue
Wie man allenthalben lesen kann, soll der Ideapad-CPU-Lüfter die Hölle sein, zu oft anspringen, zu schnell wieder ausgehen, und zu laut sein. Stimmt alles genau. Darum habe ich auch schnell nach Lüftersteuerungen gesucht. Es gibt drei verschiedene: S10Fan, S10FanControl und eine NHC-ACPI-Erweiterung. S10Fan ist das einzige Tool, das halbwegs funktioniert hat (die anderen haben dafür bei anderen Leuten funktioniert...). Andere Leute haben es hinbekommen, den Lüfter durch Aufkleben einer größeren Kupferplatinen-Kühlplatte auf die CPU überflüssig zu machen; Dell beweist ja schon seit einer Weile, dass man Intel Atom problemlos vollpassiv betreiben kann; hier könnte Lenovo sich dringend (!) ein Scheibchen abschneiden. Hätte ich ein Netbook mit vollpassiver Kühlung und 2,5"-Schacht gefunden, hätte ich mit Sicherheit nicht zum Ideapad gegriffen.
Jedenfalls: mit S10Fan und einem BIOS Update habe ich es hinbekommen, dass das Netbook zumindest im Standardbetrieb (Surfen, Office...) ohne Lüfter-Schnappatmung läuft. Spielen kann man mit Atom sowieso nix, das äußerste, was ich spiele, ist Defcon und das läuft gerade so, dann ist aber der Lüfter auch im Dauereinsatz. Aber beim Spielen oder Youtube-Schauen hat man sowieso meistens Ohrstöpsel auf den Ohren - da ist es dann auch egal, ob der Lüfter rauscht.
Leider lässt sich die CPU des Ideapad nicht vernünftig regulieren/manuell takten/undervolten. RMClock erkennt den atom überhaupt nicht, CrystalCPUID kann zwar theoretisch undervolten und untertakten, es klappt aber praktisch nur manchmal (die Bedingungen sind mir unerfindlich). Undervolten geht aber praktisch eh nicht, denn jedes 0,02V weniger hat sofort Fehler in Sp2004 produziert (haben die den Atom irgendwie gegen Undervolten geschützt?
Fertig
Man könnte noch etliche weitere Mankos aufzählen, wie zum Beispiel das unpraktische Touchpad, auf dem man beim Druck auf die Leertaste dauernd versehentlich klickt, die extreme Verwechselbarkeit von RShift und Enter, die unnötige Breite von LShift, die zum Verstecken der spitzen Klammern hinter einer Fn-Shift-Kombination geführt hat (vor allem für Programmierer bestimmt eine große Freude), die extrem schlecht klingenden Lautsprecher, die auch noch den Dreck magisch anziehen... aber letztlich sind das Punkte, die bei einem Netbook vermutlich sowieso immer in Kauf genommen werden müssen. Unter dem Strich hab ich trotzdem mittlerweile großen Spaß an dem Ding, und werde vermutlich über kurz oder lang von meinem mir viel zu schweren T60 Abschied nehmen.
Vielleicht nützt der Thread ja dem ein oder anderen mal!
Gruß,
- elarei






