Hajowito und die Autobahn

Mornsgrans

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Hajowito steht seit ca. 14:30 auf der A45 bei Wetzlar im Stau. Die Autobahn ist seit diesem Zeitpunkt nach einem Unfall voll gesperrt. Alle, die zwischen Wetzlar Ost und der Unfallstelle stehen, werden weder informiert, noch ausgeleitet, wie es sonst bei längeren Vollsperrungen der Fall ist.
Ein schöner Abschluss eines zweiwöchigen Urlaubs.

Drücken wir ihm und seiner Frau mal die Daumen, dass es bald weitergeht und die danach die vier Stunden bis nach Hause störungsfrei schaffen.

Wäre er mit dem Zug gefahren, wäre er sicher in einen Streik bei der Bahn geraten :D


.
 
Hallo Hajowito :)

Kaum zu glauben, dass in der heutigen Zeit so etwas überhaupt noch möglich ist *staun*
Gerade in einer solchen Situation ziehen sich die Minuten erfahrungsgemäß wie Kaugummi..., - dass es da nach 7 (!!!) Stunden keinen Versorgungsplan für die im völligen Stillstand-Stau befindlichen Menschen gibt, bleibt für mich ein Rätsel.

Hoffentlich erreichst Du etwas mit Deiner Aktion :!:
Ich fände es interessant zu erfahren, was Du damit bewegst.
Halte uns doch bitte auf dem Laufenden.

Viele inter-nette Grüsse,
Andreas :)
 
Ich kenne diese Gegend und im Bereich dieser Anschlussstelle gibts häufig Unfälle, verursacht meistens von leichtsinnigen Autofahrern die dort unbegrenzt schnell fahren dürfen und dem leichten Gefälle, der eine Beschleunigung begünstigt, sowie dem Wechsel von 2 Spuren auf 3 Spuren, dazu eine Brückenkonstruktion, die Seitenwinde begünstigt. Da verlieren einige die Kontrolle über ihr Fahrzeug und landen auf dem Dach, in der Leitplanke, oder sonstwas.

Das man in dieser Situation nichts machte kann ich nachvollziehen. Diese Autobahn gilt bereits als chronisch stark überlastet und besonders dieser Abschnitt zählt zu den am stärksten belasteten. Das Umleitungssystem funktioniert in dieser Gegend nicht vernünftig und führt im Falle des Falls immer zu einem Verkehrskollaps in den Ortschaften um diese Autobahn herrum. Ich denke man wird die Autofahrer hinter dem Stau umgeleitet haben, es wird zum Verkehrskollaps gekommen sein und da bringt es gar nichts, auch noch die Leute aus dem Stau hinein zu pumpen. Die können dann im Endeffekt wirklich warten.

Die absolute Nichtversorgung der Autofahrer ist ein Witz, aber ist häufiger so. Ich stand auch schon öfter in extremen Staus, auch in kalten Winternächten usw. und es wurde immer im Radio von Einsatzkräften berichtet die eine Versorgung gewährleisten würden, nur ich hab die nie zu Gesicht bekommen. Eine Rückleitung auf einer Autobahn, also das man wendet und rückwärts zur nächsten Ausfahrtsmöglichkeit fährt habe ich auch schon erlebt, es ging dann aber auch nur leidlich vorran.

Daher sind Tips wie Decke, Nahrung, Getränke mitnehmen wirklich sinnvoll, wenn weitere Strecken anstehen, oder diese beruflich fahren muss.
 
hajowito,

die zuständige Polizei-Autobahnstation, der du Dein Unverständnis kundtun willst, dürfte der falsche Ansprechpartner sein. Leider ist es so, dass solche von Dir festgestellten Angelegenheiten nicht grundsätzlich bundeseinheitlich geregelt sind, die Mängel, die du festgestellt hast (und die dringend abgestellt werden müssen), sind aber grundsätzlich NICHT Aufgabe der Polizeibehörden.

Zitat:
"Irgendeinen Beamten werde ich doch wohl finden können, der mit einem
Megafon bewaffnet diesen Leuten zumindest alle Stunde mal eine
Information übermittelt. Das KANN kein unüberwindbares Problem
darstellen. Eine Stufe besser wäre es, wenn dieser Beamte sich sogar zu
den einzelnen Fahrzeugen begeben würde, um sich nach dem Befinden der
Insassen zu erkundigen. Dann könnte er sogar reagieren, falls irgendwo
Not am Mann ist."

Dies ist die primäre Aufgabe von Rettungsdiensten, das IST ein unüberwindbares Problem für die Autobahnpolizei. I.d.R. werden die Unfallmeldungen mit entsprechendem Ausmaß von der Polizei an die Rettungsleitstellen (Feuerwehren und Krankenwagen) weitergeleitet, die auch Maßnahmenkataloge für weiterführende Hilfeleistungen (Katastrophenschutz zB.) mit Alarmierungsplänen vorliegen haben. Ein Stab der Rettungsleitstelle koordiniert dann auch solche Hilfeleistungen. Personal, welches in ausreichender Zahl wie in Deiner Vorstellung, den Stau abläuft, um nach dem Befinden der Fahrzeuginsassen und ggfls. Hilfeleistungen weiterzuleiten, wird es meines Erachtens nicht geben: bei den Rettungsleitstellen und den Feuerwehren sind Freiwillige, die im "Notfall" verständigt, d.h. von ihrem Arbeitsplatz weg, werden. Eine "Vorratshaltung" für Rettungskräfte kann niemand leisten.

Gleichwohl muss, da gebe ich dir vollkommen Recht, in dem von dir geschilderten Fall, ein größer geschnürtes Hilfepaket in Anspruch genommen werden, als die Bergung und Rettung der Verunfallten und den Verkehr wieder zum Fließen zu bringen. Erkundige Dich am besten bei der örtlichen Rettungsleitstelle, die für diese Hilfsmaßnahmen zuständig ist, warum über Stunden keine übergreifenden Maßnahmen in Angriff genommen wurden. Ich hoffe, das Du Erfolg hast. Was ich fürchte, sach ich erstma nich ...

patnican
 
Danke patnican für diesen Hinweis. Natürlich weiß ich nicht, wie die bisherigen organisatorischen Regelungen für solche Extremsituationen aussehen. Klar ist aber wohl, dass da irgendwas "hakt". Wenn es tatsächlich so sein sollte, dass die Rettungsleitstellen und im Anschluss die Freiwilligen Feuerwehren oder andere Einrichtungen den "schwarzen Peter" haben, wenn es um die Versorgung von Stauopfern geht, dann hat die Erfahrung vom Wochenende gezeigt, dass das System entweder nicht funktioniert oder nicht ausreichend durchorganisiert ist. Denkbar auch, dass der zuständige Einsatzleiter der Bergungsmassnahmen vor Ort an der eigentlichen Unfallstelle die jeweilige Lage so falsch eingeschätzt hat, dass er die verbleibende Sperrungsdauer ständig nach oben korrigieren musste. Hätte er von Anfang an angegeben, dass die Sperrung mehr als 5 Stunden andauern würde, hätte ja die Rettungsleitstelle vielleicht laut so einem "Alarmplan" entsprechend reagiert. Aber wie gesagt: So lange ich nicht genau weiß, wie der organisatorische Ablauf bei einem solchen Unglück aussieht, kann ich mir leider kein vollständiges Bild machen. Und dieses Bild möchte und werde ich vervollständigen, um dann den Finger in die Wunde zu legen, denn es ist einfach nicht hinnehmbar, was da am Donnerstag einigen hundert Menschen widerfahren ist. Entweder es gibt einen Verantwortlichen, der einfach schlicht falsch reagiert hat, dann werden meine Drängeleien hoffentlich dazu führen, dass diese Person besser auf ihre Aufgaben vorbereitet wird. Oder aber es stellt sich heraus, dass es eigentlich gar niemanden gibt, der bei solchen Fällen das Kommando führt, in diesem Fall werde ich (und hoffentlich zukünftig noch andere) darauf drängen, dass dieses Vakuum schnellstmöglich gefüllt wird. Denn wenn sich niemand zuständig fühlt, passiert auch nichts. Das kennen wir alle nur zu gut.

Schreiben und Mails sind bereits in Vorbereitung. Ich werde diverse staatliche Stellen, politische Institutionen und Pressevertreter mit meinen Forderungen und Anregungen so lange nerven, bis ich eine Reaktion bekommen habe, die diese Titulierung auch verdient. Das bin ich nicht nur mir, sondern auch vielen anderen ehemals und zukünftig Betroffenen schuldig. Leider ist es oft so, dass man nach dem überstandenen Vorfall seinen Ärger schnell vergisst und zu faul ist, um die Sache weiterzuverfolgen. Dafür bin ich aber nicht gerade bekannt.

Bei Interesse kann ich die weitere Entwicklung gerne auch hier im Forum dokumentieren. Ist zwar nach meinem Verständnis nicht unbedingt die richtige Anlaufstelle, aber da der Thread jetzt ohnehin existiert und mit Sicherheit unter den Thinkpadbesitzern auch einige Kraftfahrzeugführer sind, von denen wieder einige viel Zeit auf Deutschlands Strassen verbringen, dürfte es durchaus Leute geben, die diese Problematik betrifft...

hajowito
 
Hajowito,

Interesse besteht, zumindest von meiner Seite. Deine Einlassung, dass eine mögliche ständige Erweiterung der Bergungsdauer zu der langen Wartezeit geführt hat, kann ich aus leidlicher Erfahrung voll und ganz nachvollziehen. Das bedeutet aber nicht, dass hunderte "im Regen stehen" müssen - gelinde gesagt. Da wir aber alle schon mal grundsätzlich nicht genau wissen, was überhaupt vorgefallen ist (handelt es sich dabei um diesen Vorfall? http://www.rhein-main.net/sixcms/detail.php/rmn01.c.5532658.de/v2_rmn_news_article ), tappen wir aber im Dunkeln. Wenn ich mir den Artikel aber so durchlese, dann kann ich mir wiederum nicht vorstellen, dass nach dem ersten Eintreffen und Beurteilung der Lage die Rettungsleitstelle nicht entsprechende Maßnahmen eingeleitet hat.

Wie dem auch sei, grundsätzlich ist es zu allererst ein tragisches Unglück, dessen Begleitumstände aber professioneller gehandhabt werden können (müssen).

patnican
 
Ganz exakt, um den Unfall ging es. Wie bereits weiter oben angeführt, gilt mein Mitgefühl den direkt Betroffenen, insbesondere natürlich den Angehörigen der verstorbenen Frau sowie den Schwerverletzten.

Wenn man sich die Bilder des Unfalls aus dem Link ansieht, ist wohl auch dem bergungstechnischen Laien klar, dass eine solche Unfallstelle nicht nach zwei Stunden wieder in einem befahrbaren Zustand sein kann. Und ich kann auch versichern, dass ein Zugang zu dem Bereich unmittelbar hinter der Unfallstelle raltiv problemlos möglich war, die Fahrzeuge hatten ordnungsgemäß einen mittleren Streifen für Rettungs- und Bergungsfahrzeuge frei gelassen (der auch in erheblichem Maße genutzt wurde). ADAC, Feuerwehr, Samariter oder andere hätten definitiv ohne weiteres auch zu den "Opfern" hinter der Absperrung vordringen können. Das ist aber ebenso sicher nicht passiert. Da wir nur etwa 200 Meter hinter der Anschlussstelle standen, hätten wir auf jeden Fall jemanden sehen müssen, der sich um die Versorgung der im Stau Stehenden kümmert. Da hat etwas nicht funktioniert und es gilt in meinen Augen, den Fehler zu finden und auszumerzen.

hajowito
 
Es war ja mal in den Medien, dass in der Zukunft der "Stau" auf Polizeianordnung drehen darf (Ob LKWs weiß ich nicht) und von der Autobahn fahren (geleitet wird) darf.

Aber dass ist wohl nur die Theorie, denn die Praxis kann ich mir so vorstellen.
1.) Keiner hat am Anfang des Unfalls damit gerechnet, dass die Räumung der Unfallstelle so lange dauert. Hier wird auch der eigene Stau dran Schuld haben.
2.) Hilfe in der benötigten Größenordnung wäre gar nicht mehr - wegen Stau - durchgekommen.

Deshalb wäre es am gerechtesten den "Stau vor der Unfallstelle" raus zu leiden. Und danach wird der "Stau bis zur letzten Ausfahrt" die Ausfahrt gewährt. Das dauert zwar alles lange, aber Hilfe zu den "Stau-Opfern vor der Unfallstelle" ist schon fast Unmöglich. Aber dieses lohnt sich wirklich nur bei einem Stau ab 2-3 Stunden. Und das weiß vorher keiner.

Aber in der Praxis ist es einfach den "Stau vor der Unfallstelle" kurzzeitig als Parkplatz an zu sehen und zu versuchen, dass es nicht noch mehr Rück-Stau gibt. Dieses hilft auch den Opfern des Unfalls am meisten. Und wenn keiner damit gerechnet hat, dass es so lange dauert wäre dies auch am Effektivsten gewesen.

Gruß Flexibel
 
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