Großes Mikrofon-/Kamera-Problem - Bitte um Hilfe!

iYassin

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Ich habe Euch ja schon mehrmals für eine befreundete Videojournalistin um Hilfe gebeten - nun gibt es ein Problem mit sämtlichen Tonaufnahmen, bei dem ich überhaupt nicht weiterkomme. Und da hier ja auch einige von Euch Experten im Bereich Video/Ton sind, habe ich wieder eine Frage an Euch :)

Vorab - folgendes Equipment wurde benutzt:
- Kameras: Sony CX-690VE und Canon HF100, zusätzlich von mir zum Testen Canon EOS 70D
- Richtmikrofone: 2x Sennheiser E835 S (passiv) Interviewmikrofone mit 3m XLR-Klinke-Adapterkabel, zusätzlich von mir zum Testen Sennheiser MKE 400 (aktiv) Kamera-Richtmikrofon
- Ansteckmikrofon (Lavalier): 2x AKG CK 99 L mit AKG B29L Batteriespeisung und 3m XLR-Klinke-Adapterkabel

Bis vor kurzem hat sie mit der Sony-Kamera, dem älteren der Sennheiser-Mikrofone und den beiden AKG-Ansteckmikrofon gearbeitet. Die Mikrofone wurden immer direkt an den Mikrofoneingang der Kamera angeschlossen, die Kamera auf automatischer Pegelung und so klangen die Aufnahmen immer sehr gut und "rund" (damit meine ich "weder zu dumpf noch zu flach"). Die Ansteckmikros mussten an der Batteriespeisung bzw. beim Schneiden immer leicht hochgeregelt werden, um vom Pegel her wie beim Sennheiser-Mikrofon zu sein.

Vor einigen Tagen war dann während eines Interviews mit dem Sennheiser-Mikrofon ein merkwürdiges Verhalten zu beobachten: Einige Aufnahmen klangen normal, auf anderen war gar nichts zu hören und auf manchen nur lautes Krachen/Kratzen. Da das mit dem Kabel schon einmal aufgetreten war, hat sie ein neues Kabel gekauft. Damit sind das Kratzen sowie die komplett stummen Aufnahmen verschwunden, allerdings klingt die Tonaufnahme zumindest beim Anhören auf der Kamera nun überhaupt nicht mehr "rund", sondern eher flach - auch mit einem weiteren neuen Kabel sowie einem neuen E835 S-Mikrofon. Auch beim Abspielen auf einem iMac ist das Problem zu beobachten, sodass sie mich um Hilfe gebeten hat. Wir haben nun eine Testreihe durchgeführt (Aufnahmegerät vs. Mikrofon) - abgehört wurde jeweils an meinem PC, es sei denn, es ist anders (z.B. 70D: ... / PC: ...) vermerkt. Die Pegeleinstellung an den Videokameras stand auf automatisch, am PC und der 70D auf manuell. Getestet wurde, falls in dem Datensatz anwendbar, mit beiden E835 S-Mikrofonen und beiden Kabeln. Das Ergebnis sieht wie folgt aus:

[TABLE="width: 700"]
[TR]
[TD]Klangbild, Lautstärke
[/TD]
[TD]Sony CX690
[/TD]
[TD]Canon HF100
[/TD]
[TD]Canon EOS 70D
[/TD]
[TD]Dell T20 (interne Soundkarte)
[/TD]
[TD]Lenovo Ideapad S10e
[/TD]
[/TR]
[TR]
[TD]Sennheiser E835 S
[/TD]
[TD]Flach, etwas leise, mit Rauschen
*1
[/TD]
[TD]Nur Rauschen
[/TD]
[TD]70D: Nur Rauschen
PC: Flach, etwas leise
[/TD]
[TD]Rund, etwas leise
[/TD]
[TD]Fast nur Rauschen, extrem leise
[/TD]
[/TR]
[TR]
[TD]Sennheiser MKE 400
[/TD]
[TD]Rund, normal, mit leichtem Rauschen
[/TD]
[TD]n/a
[/TD]
[TD]70D: Rund, normal
PC: Rund, normal, mit leichtem Rauschen
[/TD]
[TD]Rund, normal
[/TD]
[TD]Rund, normal
[/TD]
[/TR]
[TR]
[TD]AKG CK 99 L / B 29 L
[/TD]
[TD]Sony: Rund, normal
PC: Etwas flach, normal
[/TD]
[TD]Etwas flach, normal
[/TD]
[TD]70D: Rund, normal
PC: Etwas flach, normal
[/TD]
[TD]Rund, normal
[/TD]
[TD]Rund, normal
[/TD]
[/TR]
[/TABLE]

*1: Beim Abspielen auf der Kamera ist der Unterschied im Klangbild zwischen "früher", als alles noch funktioneire und jetzt gravierend - leiser und als ob sämtliche Tiefen fehlen. Am PC sind mehr Tiefen da, aber normal ist es noch nicht.

Ich würde jetzt schlussfolgern:
- Das Sennheiser MKE 400 (mein Mikro) ist in Ordnung, rauscht eben ab und zu.
- Die XLR-Klinke-Kabel sind auch in Ordnung (denn mit dem AKG gibt es keine Probleme und die Lautstärke ist normal).
- Das AKG-Mikrofon ist in Ordnung, der Klang ist eben im Vergleich zu dem "großen" Interviewmikro etwas flacher.
- Die Canon HF100 und die 70D sind in Ordnung, da das Sennheiser-Problem mit beiden auftritt.
- Die PCs sind in Ordnung.

Bleiben die Sony-Kamera und die Sennheiser E835 S-Mikros als Verdächtige. Aber da stellen sich doch einige Fragen:
- Warum hört man am Ideapad und an der Canon HF100 mit den Sennheiser-Mikros nur Rauschen?
- Warum höre ich beim Abspielen an der 70D mit den Sennheiser-Mikros nur Rauschen (mit den anderen Mikros höre ich den Ton), obwohl am PC der Lautstärkeunterschied zum AKG/Sennheiser-Kameramikro recht klein ist?

Und das allerwichtigste: Woran kann es liegen, dass sich der Klang der Sennheiser-Mikros plötzlich so stark verändert hat? Ein Defekt wäre ja unwahrscheinlich, dann müssten entweder fünf Aufnahmegeräte oder zwei Mikrofone oder zwei Kabel den gleichen Defekt haben. Aber wenn es am Prinzip liegt (z.B. dass man so ein Mikro nicht direkt an so einer Kamera betreiben kann), warum ging es dann jahrelang?

Vielen vielen Dank schonmal für Eure Hilfe! :thumbsup:

Viele Grüße,

iYassin
 
Das E835S ist doch ein dynamisches Gesangsmikrofon; keine Ahnung warum man so etwas überhaupt an einer Kamera betreibt,
ausser die Kamera hat einen Mikrofonvorverstärker... Das klingt für mich alles sehr zusammengebastelt, wieso nimmt sie nicht ein
kleines (Mini-)Mischpult um den Ton einzuspeisen? Oder einfach das Kameramikrofon plus einen Batteriegetrieben Zoom H-1 oder H2N ?

Jakobus
 
Ich denke der Unterschied zwischen früher und jetzt ist in den neuen Kabeln zu suchen:
Sind diese länger/schlechter geschirmt/mit dünnerem Aderquerschnitt?
Da früher(trotz "Bastellösung") alles wie gewünscht funktionierte gibt's zur Lösung des Problems wohl nur 3 Wege:
a) Ein "vergleichbares", identisches oder bessseres Kabel(im vergleich zum Kaputten) kaufen
b) den Wackelkontakt im alten kabel suchen und beheben(kürzen/löten)
c) gleich auf ein Kameramikro umsteigen(hierbei unbedingt auf gute Kompatibilität zur Kamera achten, evtl. Erfahrungs-/Testberichte lesen)
 
Das E835S ist doch ein dynamisches Gesangsmikrofon; keine Ahnung warum man so etwas überhaupt an einer Kamera betreibt,
ausser die Kamera hat einen Mikrofonvorverstärker... Das klingt für mich alles sehr zusammengebastelt, wieso nimmt sie nicht ein
kleines (Mini-)Mischpult um den Ton einzuspeisen? Oder einfach das Kameramikrofon plus einen Batteriegetrieben Zoom H-1 oder H2N ?
Ganz einfach: Die Audioqualität ist (für den Preis) extrem gut und es braucht (zumindest war das bisher so) keine zusätzliche Hardware. :)
Mischpult ist leider keine Option, es geht ja darum, mit einer kompakten und somit mobilen Ausrüstung (Kamera, Mikro(s), Kabel, Stativ) auf Veranstaltungen gehen und dort dann Interviews führen zu können. Auch mit einem Zoom geht es ja eher um Musikaufnahme, oder?

Ich denke der Unterschied zwischen früher und jetzt ist in den neuen Kabeln zu suchen:
Sind diese länger/schlechter geschirmt/mit dünnerem Aderquerschnitt?
Da früher(trotz "Bastellösung") alles wie gewünscht funktionierte gibt's zur Lösung des Problems wohl nur 3 Wege:
a) Ein "vergleichbares", identisches oder bessseres Kabel(im vergleich zum Kaputten) kaufen
b) den Wackelkontakt im alten kabel suchen und beheben(kürzen/löten)
c) gleich auf ein Kameramikro umsteigen(hierbei unbedingt auf gute Kompatibilität zur Kamera achten, evtl. Erfahrungs-/Testberichte lesen)
Das Kabel ist leider schon im Müll, sodass Möglichkeit B wegfällt, aber wenn ich mich recht erinnere, war es dicker, ja. Hat jemand eine Empfehlung für ein hochwertiges XLR-Klinke-Kabel? Die Methode "das teuerste" zieht bei Audiokabeln ja wohl nicht, da es da keine Obergrenze gibt ;)

Kameramikro ist wohl auch nicht die ideale Variante, da man z.B. mit meinem Sennheiser-Kameramikro einfach zu weit weg wäre, um nicht auch noch die ganze Umgebung mit aufzunehmen. Die Qualität mit dem E835S ist in der Tat auch besser als mit dem MKE 400, finde ich.

Gibt es denn tragbare XLR-Mikro-Tonaufnahmegeräte?
 
Das zoom H-2 mit einem Windschutz versehen ist ein hervorragendes Reportagemikrofon.
Zum Synchronisieren lässt man das eingebaute Kameramikrofon mitlaufen.

Zurück zum Problem:
Wenn doch vorher (trotz dynamischen Mikro) alles gut funktioniert hatte;
Vielleicht hat die Kamera ja einen Vorverstärker eingebaut und der ist durch
irgendeine Fehlbedienung nun ausgeschaltet?


Edit:
Ich habe da einen Experten an der Hand, bei Bedarf geb ich Dir
seine Mailadresse per PN.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zum Fehler einkreisen unbedingt mal die Mikrofone an einen normalen Verstärker - mit den vorhandenen Kabeln - anschliesen und testen. Dann weiss man wenigstens, ob die Mikrofone bis einschliesslich Buchse/Kabel fehlerfrei sind.

Als nächstes würde ich einwandfreies Audio (oder gar einen Signalgenerator) über ein Mischpult in die Test-Cameras einspeisen und prüfen, was dann passiert. Man kann dabei das Original-Signal direkt über einen normalen Verstärker vergleichen. Die Aufnahme in der Kamera müsste einwandfrei sein.
Signal oder Prüftöne (Sinus) kann man notfalls auch mit dem PC erzeugen (Freeware audacity), auf CD brennen und über normalen CD-Player oder Stereo-Anlage wiedergeben bzw. in die Kamera einspeisen. Ja es gibt sogar Freeware-Programme mit Oszillograf-Funktion, die die Soundkarte in einem Test-PC ausnutzen. Dann könnte man vielleicht sogar optisch erkennen, welcher Art die aufgezeichneten Fehltöne sind.

Gibt es danach noch Unterschiede oder Rauschen, kann es ja nur noch am Kabel bzw. an den Anschlüssen liegen. Vielleicht ist ja auch nur die Abschirmung in den Kabelsteckern nicht mehr mit Masse verbunden. Daher jeden Draht im Kabel mal mit Ohmmeter durchmessen, Kombinationen nicht vergessen. Krachen könnte auch von einer durchgescheuerten einzelnen Litze herkommen, wenn mal kurzzeitig die Signalleitung Kontakt mit Masse bekommt (Kurzschluss). Oder es ist irgendwo ein Wackelkontakt an den Steckern/Buchsen.

Ich habe mir mal das thomann Kabel angesehen. Kurz: sowas würde ich NIE verwenden. XLR braucht eine sog. Phantomspannung von ca. 40 V. Die müsste ja die Kamera über Klinke liefern. Kann ich mir aber nicht vorstellen, da beim Einstecken einer Klinke immer Pole kurzgeschlossen werden. Das mag weder eine Kamera noch ein Mikrofon. Mit Phantomspeisung per Klinke zerstört man so zwangsläufig die beteiligten Geräte.
Vielleicht liefert die Kamera wegen so einem Defekt keine Phantomspeisung mehr? Nachlesen in den Spezifikationen der Kamera und nachmessen, ob die Volt da sind.

Ein paar Infos habe ich ausser bei wikipedia noch hier gefunden: http://www.delamar.de/faq/phantomspeisung-4088/
oder hier: http://www.radioforen.de/index.php?threads/technische-frage-phantomspeisung-xlr-kabel.32806/
 
Zuletzt bearbeitet:
XLR braucht eine sog. Phantomspannung von ca. 40 V
Nicht unbedingt, die von der Videojournalistin genutzten Gesangsmikrofone brauchen in der Regel keine Phantomspeisung und können deswegen auch an Klinke betrieben werden sowie an XLR-Mischpulten mit deaktivierter Phantomspeisung. Bei fast allen anderen Mikrofonen sieht das natürlich anders aus. Ich würde auch vorallem die Kabel checken, vielleicht ist am Miniklinkenstecker ein Pol verrutscht und das Kabel überträgt jetzt symmetrisch statt unsymmetrisch, das kann dann Erfahrungsgemäß dazu führen, dass es an einem Gerät geht und am anderen nicht.

Gibt es denn tragbare XLR-Mikro-Tonaufnahmegeräte?
Ja, zum Beispiel das Zoom H4N was grade im Videobereich extrem beliebt ist (Hat unten zwei auf wunsch auch Regelbare XLR-Eingänge).
 
Zuletzt bearbeitet:
XLR braucht eine sog. Phantomspannung von ca. 40 V.
Das ist so grundsätzlich falsch! Ich habe hier 5 unterschiedliche Gesangsmikrofone (und kenne noch deutlich mehr) die allesamt ohne Phantomspeisung auskommen (und auch ohne betrieben werden sollen)
Die übliche Phantomspeisung für Kondensatormikrofone liegt übrigends nicht bei 40V, sondern bei 48V+-4V(steht so auch im Wikipedia Artikel dazu ;) )

Die müsste ja die Kamera über Klinke liefern.
Woher soll die Kamera da was einspeisen? (selbst bei Mischpulten kann die Phantomspeisung zu/abgeschaltet werden, ich zumindest kenne keins, das die Phantomspeisung anhand der Kabel schaltet)

Vielleicht liefert die Kamera wegen so einem Defekt keine Phantomspeisung mehr?
Wenn eine Kamera auf die Miniklinke 48V Phantomspeisung auflegen würde, würde ich mir große Sorgen um die Betriebssicherheit dieser machen :eek:

über ein Mischpult in die Test-Cameras einspeisen
Das ist zwar grundsätzlich möglich, allerdings besteht dabei eine große Gefahr durch das bereits vorverstärkte Signal die Kamera zu beschädigen (=> wenn, dann weit runterregeln)


P.S: @mccs: schau dir mal den Unterschied zwichen Dynamischen und Kondensator Mikrofonen an! Dann wirst du schnell erkennen, wieviel Unfug und Halbwissen du in deinem Post geschrieben hast ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Rrrrrrröchtig Herr Supertux:

XLR-Kabel können Audiosignale mit und ohne Phantomspeisung transportieren.

Dynamische Mikrofone können mit Phantomspeisung nix anfangen, egal ob sie anliegt oder nicht.

Für Videokameras gibt es auch Kondensatormikrofone bei denen (statt einer Phantomspeisung) Batterien
für die Spannungsversorgung eingesetzt werden.

Vielleicht sollte iYassins Bekannte nach einem Zubehörmikrofon vom Kamerahersteller greifen (mit langem
Klinken- oder halt XLR-Kabel; sie will ja schliesslich keine Kammermusik damit aufnehmen.
 
Vielen Dank Euch allen erst einmal für Eure Antworten!

Ich habe das erstmal alles so weitergegeben und meine Bekannte darum gebeten, sich zu überlegen, ob sie lieber einige Kabel "ausprobiert" oder sich einen portablen Rekorder in der Preisklasse des Zoom H4N zulegt.

Bei dieser "Mikro-Bauweise" wird sie aber auf jeden Fall bleiben - das, was Sony zum Aufstecken anbietet, ist für das Filmen von Interviews nicht wirklich geeignet, da die z.B. zur Konzertaufnahme gedacht sind, und selbst mein (im Vergleich doppelt so teures) Sennheiser MKE 400-Kamera-Richtmikro liefert im Vergleich zum zweckentfremdeten Gesangsmikro (eigentlich sogar jetzt, aber auf jeden Fall "früher") für diese Anwendung ein schlechteres Ergebnis.

Testen dauert noch, kann ich erst in etwa zwei Wochen, wenn ich eine kurze Pause zwischen meinen Uniklausuren habe. Wird aber nachgeholt :)

Jakobus, dir noch danke für dein Angebot, ich melde mich per PN!
 
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