Flüssigmetall, das Allheilmittel? Nö! (Langzeiterfahrung mit älteren Thinkpads)

Megalodon

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Hallöchen liebe Forengemeinde,

ich glaube viele kennen das hier im Forum, experimentieren, modden, aus einfachen Arbeitstieren werden Liebhaberstücke.
Zumindest geht es mir so.
Gerad die T*20 und T*30 Generation, das sind Notebook mit denen ich einfach gerne hantiere.
Aufgerüstet mit einem FHD oder WQHD Display, dazu den Dualcore durch einen Quad ersetzt,
Da die 35W Quads teurer in der Beschaffung sind, greift man (bzw. ich) auch gerne zu den vollwertigen 45W Quads.
Doch dass alles in einem T420 oder einem T430, da kommt das Kühlsystem schnell an die Grenze, wenn man nicht irgendwie eine Grenze zieht, oder ins Extreme abdriftet.
Da, wo es dort etwas verbessern gibt, habe ich mich gerne damit beschäftigt und auseinandergesetzt, wie man die Leistung möglichst lange, möglichst hoch hält.
Wenn wenn man in diesem Punkt zu gewissen Kompromissen bereit ist, führt kein Weg an Flüssigmetal, bzw. Liquid Metal (im weiteren Text ab bezeichnet als "LM") vorbei.
Also, T530, T430, T420, alle mit einem Quad, alle mit LM versorgt und betrieben, über niedrige Temperaturen gefreut. Alles super.
Da aber LM mit dem Kupfer reagiert, muss in gewissen Abständen LM neu aufgetragen werden, sonst eskalieren die Temperaturen.
Auch kein Problem, um dies im Auge zu behalten, Excel-Tabelle angelegt, mit den ver. Notebook, wann verschiedene TIMs benutzt/aufgetragen wurde, bzw. ein repasting statt gefunden hat.
Und wenn es mir nicht zu lästig war, auch die Temperatur notiert, mit Lüfterdrezahl etc.
Mit Blick von heute, hätte es ausführlicher sein können, aber im Nachhinein.....

Ja, bis hier hin etwas viel Bla bla, nun ein paar erste Zahlen.

Notebook: T530 mit einem Quadcore.

15.01.2020 MX-4 aufgetragen, nach 5 Minuten unter Vollast, 86°C
14.06.2020 nach 3 Minuten unter Vollast, 90-95°C
19.06.2021 nach 4 Minuten unter Vollast 94°C
01.09.2021 Conductonaut (habe da wohl keine Stresstest gemacht, wie gesagt Liste könnte vollständiger sein)
12.11.2021 nach 7 Minuten unter Volllast 78°C, Lüfter 5200 U/min
13.05.2022 Repasting mit Condustonaut
14.11.2022 Repasting mit Condustonaut
11.10.2024 Repasting mit Condustonaut
04.07.2025 Repasting mit Condustonaut
09.01.2026 Repasting mit Condustonaut

Über die Jahre kam mir der Verdacht, dass das T530, trotzdem erneutem Auftagen des LM, die Temperaturen immer höher wurden. Zuletzt habe ich sogar den Turboboost komplett deaktiviert, unter anderem weil ich das T530 auch zunehmen in der Dock genutzt habe, und in dieser Konstellation es definitiv nicht die beste kühlen bekommt.
Trotzdem war ich unsicher, was hier vor sich geht.
Man darf sich auch mal gut und gerne vor Augen führen, dass das LM mit dem Kupfer, an diesem Punkt, bereits knappe 5 Jahre Zeit hatte, irgendwelche lustigen (oder auch weniger lustige) Verbindungen einzugehen, die sich möglicher Weise auf die Kühlung auswirken, aber wie lässt sich das feststellen?

Also musste ein neuer Lüfter her, um das zu testen, denn das reagierte Kupfer mit dem LM bietet dafür nicht die beste Ausgangsbasis, das ist meine Meinung!
Hinzu kommt meine nicht perfekt geführte Excel-Tabelle, wo ich die letzten Jahre konsequent keine Temperaturen eingetragen haben, bzw. keinen Stresstest gemacht habe, weil LM über jeden Zweifel erhaben ist.
Das war zumindest mein Glaube, nicht nur meine persönliche Auffassung.

Gestern kam der neue (gebrauchte) Lüfter.
Heute schnell das T530 angeschmissen, Updates durch laufen lassen.
Kurzer Stresstest
Gute 10 min laufen lassen, deaktivierte Turboboost, Leistungsaufnahme der CPU pendel zwischen 28-31W
Konstante 2,8GHz (i7-3840QM).
Lüfter dreht mit stolzen 6400 U/min bei einer Temperatur von etwa 90°C
Ok, im Zimmer herrschen unangenehme 29°C aber seht selbst:
Bildschirmfoto vom 2026-08-15 21-47-24.png

Da ich mit PTMs mittlerweile gute Erfahrung gemacht, was die Temperaturen angeht (besser als typische WLPs), aber noch keine Langzeiterfahrung von mehreren Jahren habe, habe ich mich dennoch für ein PTM entschieden.
Auch wenn die Leistung von frisch aufgetragener LM besser ist.

Schön das PTM auf den CPU gefummelt, Lüfter drauf, Stresstest an.
gleiche Bedingungen wie oben, kein Turboboost, Leistungsaufnahme zwischen 28-31W, konstante 2,8GHz
seht selbst:
Bildschirmfoto vom 2026-08-15 21-42-58.pngBildschirmfoto vom 2026-08-15 21-49-05.png

Nach etwa 17 Minuten hatte ich keine Lust mehr, noch weiter zu warten, denn es hat mich dazu gedrängt, das hier zu schreiben.
Aber statt die 90°C sind es nur noch ca.75°C und der Lüfter dreht auch nur noch bei etwa 3500 U/min

Da stellt sich mir die Frage: was leistet LM wirklich?
Vor allem auf dauer?

Nach diesem Ergebnis werde ich wohl meinen ganzen Fuhrpack, die momentan mit LM betrieben werden, wohl auf PTM umrüsten.
Vielleicht mache ich vorher auch noch ein paar mehr Stresstests mit dem T530 ;)


Fazit:
Für mich persönlich ist LM damit erstmal gestorben.
Auf jeden Fall, wenn es um den direkten Kontakt mit Kupfer geht.
Wie es sich auf vernickelten Oberflächen verhält weiß ich nicht.

Nun geht es daran Langzeiterfahrungen mit dem PTM zu sammeln.


PS: sofern Interesse besteht, kann ich auch die Erfahrungen mit dem T430 und dem T420 schildern, wenn ich diese aufs PTM umrüste

Edit:
Nachdem ich die Erfahrung mit euch geteilt habe, da konnte ich nicht anders, als das T530 dem nächsten Stresstest auszusetzen.
Diesmal die vollen 45W (sofern sich die CPU diese auch genehmigt, keine Drosselung.
Was soll ich sagen, maximal 89°C Lüfter bei 4830 U/min, bei noch immer 29°C im Zimmer.
Bildschirmfoto vom 2026-08-15 23-03-09.png

Ich werde ein immer größerer Freund vom PTM :cool:
 
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Die 0,5°C sind fiktiv!
Ich habe die letzten 20 Jahre keine Excellisten mit Temperaturdiagrammen oder stundenlangen Versuchsaufbauten durchgeführt.

Aber ich kann sagen, dass ein 20 Jahre altes TP nicht nur durch neue WLP 10° kühler läuft.
Das Thema Flexing kommt ja nicht von nichts.
Wenn LM der heilige Gral wäre, müssten ja alle Geräte das haben.
Es gibt dafür gute Gründe, warum die Hersteller darauf ab Werk verzichten.

Für das Thema Grafikkarte treffen die o.g. Aussagen auch zu.
Größere Kühler, mehr Lüfter oder gleich WaKü und man erreicht schneller und effizenter bessere Temperaturen.

Das L15 Gen 1 läuft aber nicht 24/7 im Boostmodus oder muss irgendwas rendern o.ä.
Dafür jedes Jahr einmal aufschrauben und LM erneuern wäre mir viel zu viel Arbeit.

Für ein normales Office/Web/Media Gerät würde ich den Aufwand nicht betreiben.

Wenn es um Tuning, Benchmark, Highscores u.ä. geht, dann führt da auch kein Weg daran vorbei das letzte Grad zu finden.

Um bei dem Golfvergleich zu bleiben.
Wenn man aus einem Golf 1 die Leistung eines Golf 8 R rauskitzeln möchte, muss man unverhältnis viel Geld und Arbeit investieren oder man kauft gleich ein Golf 8 R.

Ja, ich weiß, dass es TPs ab Werk mit LM gibt.
Diesen steht aber ein absurder Kaufpreis gegenüber.

Wers braucht have fun...
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Aber ich kann sagen, dass ein 20 Jahre altes TP nicht nur durch neue WLP 10° kühler läuft.
Ich auch nicht, denn ich habe bei dem jetzt bald 20 Jahre altem T61 bereits nach wenigen Jahren die Wärmeleitpaste getauscht, damit es kühler und ruhiger läuft ;-)
ist denn sichergestellt, dass die Werkspaste noch vorhanden war? Mir fällt dies schwer zu glauben, aufgrund eigener Erfahrungen, dass dort kein Unterschied feststellbar ist.

Wenn LM der heilige Gral wäre, müssten ja alle Geräte das haben.
Es gibt dafür gute Gründe, warum die Hersteller darauf ab Werk verzichten.
Kostet Geld und Entwicklungsaufwand, macht die Wartungskosten z.B. bei Hardwareaustausch auf Garantie teurer, keine Frage, würde ich als Hersteller auch darauf verzichten, wenn man es nicht anständig mit einpreisen kann.
Das ist halt keine Massenware, die man mit einem vorgefertigten Wärmeleitkaugummi aufbringen kann, wie sonst.

Das L15 Gen 1 läuft aber nicht 24/7 im Boostmodus oder muss irgendwas rendern o.ä.
24/7 läuft es nicht, aber regelmäßig im Boostmodus, bei jedem Start, Herunterfahren, Programmstart, Updates, beim Laden mehrerer Tabs, daher kommt die Schwuppzidität des Geräts, ohne Boost läuft es träge.
Windows Update und Office nutzen nur einen Kern ;-)

Dafür jedes Jahr einmal aufschrauben und LM erneuern wäre mir viel zu viel Arbeit.
Wäre mir auch zu viel Arbeit, wenn es bei mir so wäre.
Hier kann ich aber keinen Vergleich zu den dicken alten Kühlern der Tx20/30er Reihe ziehen.

Wenn man aus einem Golf 1 die Leistung eines Golf 8 R rauskitzeln möchte, muss man unverhältnis viel Geld und Arbeit investieren oder man kauft gleich ein Golf 8 R.
Wenn wir da bei der thermischen Leistung bleiben bei den ThinkPads, ist das z.B. mit DUAL IDA und PINMOD, wie beim T61 ganz leicht möglich ;-)


So, genug abgedriftet @Megalodon danke für deine Eindrücke, diese finde ich sehr wertvoll, danke, dass du dich daran getraut hast, dieser Input hat mir bisher im Forum gefehlt, ich kannte nur meine Seite. Das hilft mir das Thema Flüssigmetall differenzierter zu sehen, zudem PTM7950 mittlerweile auch Einzug gehalten hat.

Dennoch bekommt das T14s Gen 1 AMD bald noch Flüssigmetall, der Aufwand von unter 30 Minuten im Vergleich zu dem Ergebnis sind es mir wert, vielleicht mache ich ja auch mal schlechte Erfahrungen, dann bin ich natürlich so transparent und gebe es zu.
 
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Bei nem Golf 1 wird der Luftwiderstand schier unüberwindbar.
Mit dem Motor vom 8R wäre er viel schneller von Null auf 50, Hundert schon langsamer und Vmax viel niedriger.

Ich hab echte Langzeiterfahrungen bis über 10 Jahre und nie hat sich die Kühlleistung mit der Zeit verschlechtert, trotz Trocknung der Paste.
Dann sollte der nun auch fest klebende Kühlkörper aber nie mehr bewegt werden. Wenn es seitlich Spiel gibt gleiten die ja anfangs auf der Paste.

Ganz moderne und teure Pasten könnten aber anders sein und müssen evtl regelmäßig getauscht werden. Nicht so Sachen wie Arctic Silver bis glaub 5 oder die Paste zu meinem Noctua Kühler vor 8 Jahren.
 
Es gibt Hersteller die schon vor ca. 6 Jahren Desktop-Komponenten in Laptops verbaut haben. (Mit sehr hoher Hitzeentwicklung)
Lösung: Große Kühlkörper mit viel Fläche und aus Kupfer.
Dazu 2 performante Lüfter.

Die WLP ist da also der am wenigsten entscheidene Faktor.

Man könnnte auch jedes Jahr mit NoName WLP das erneuern und würde wieder ca. 5 Grad oder so finden.
Das Thema Alterung wird jetzt nicht um Faktor 3 oder 5 besser, wenn man dafür teure Marken-WLP benutzt.

Wer also lange Freude haben möchte, muss dafür um so öfter erneuern.
Mit was, ist da schon fast egal. (Siehe Internet mit Vergleich Ketchup, WLP usw)

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@Spread wie groß ist denn die Kühlfläche/DIE Fläche dieser Desktop CPU und wieviel Watt pro mm² kommt da raus?
So lange die Dinger nicht geköpft sind, hängt da noch der Heatspreader drauf, der eine deutlich größere Kühlfläche haben wir im Vergleich zur Laptop CPU.
Und klar, die Hitze muss abgeführt werden, das geht irgendwann nur noch durch Heatpipes, thermische Masse und den Abtransport.

Übrigens.. im ersten Video ist die CPU auf 65 Watt TDP gedeckelt, das macht eine H-CPU im ThinkPad auch, locker..

Das Schenker XMG hat auch "nur" 125 Watt TDP auf der CPU. Auch nicht deutlich viel mehr Verlustleistung.


und jetzt rechne mal die Verlustleistung pro mm² runter, das ist nur ein Bruchteil dessen, was z.B: bei einem i7-11800H als Hotspot vorhanden ist und somit ist eine gute Hitzeabfuhr zwischen CPU und Kühlkörper essentiell wichtiger!
 
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@Spread wie groß ist denn die Kühlfläche/DIE Fläche dieser Desktop CPU und wieviel Watt pro mm² kommt da raus?
Kann ich nicht auswendig sagen.
Bitte selbst im Inet dazu recherchieren oder Ki befragen.

Solange der Preisunterschied zwischen einer 'guten und günstigen' Paste und PTM7950 derart eklatant ist, wird die Paste das Mittel der Wahl bleiben. Wenn es ein Freak so empfindet, dass die Paste nach einem Jahr nichts mehr taugt, kann er diese bei heutigen Geräten sehr schnell und einfach wechseln.

Aufgrund des Angreifens des Kupferkühlers durch Flüssigmetall, werde ich mein T430 mit 45W 4 Kerner bei Gelegenheit einmal mit PTM7950 ausstatten und das Flüssigmetall versuchen mit Scharber und Politur irgendwie zu entfernen. Leider kann man Flüssigmetall eben nicht dauerhaft verwenden, so lautet die die Quintessenz aus dem Nachbarstrang. Für uns Liebhaber geht dabei nicht nur darum, die ultimative Kühlleistung unter seltenen Extrembedingungen zu erhalten, sondern schlichtweg darum zusammen, mit dem Gerät alt zu werden.

Es gibt zu dem Thema schon einige Beiträge im Forum und im Inet die das behandelt haben.

Ich selbst habe mit 10 Jahre alter verschlossener Arctic Silver 5 WLP auch keine anderen Ergebnisse erziehlt, wie mit frischer NoName WLP.
Altert unverbrauchte Wärmeleitpaste?

11 WLP im Vergleich

Wie warm darf ein Athlon64 X2 4200 werden
Schon vor Jahrzenten hat man sich damit beschäftigt.
Wenn eine CPU über 70°C hat, geht die nicht sofort defekt.
Man kann mit Untervolten und anderen Maßnahmen viel günstiger die 5 Grad weniger erreichen.

Temperaturen im PC-Gehäuse
In einem Laptop wird auf Grund der kompakten Bauweise alles noch viel schneller warm.
Deswegen kommt es dort viel schneller zu thermischen Problemen.
Die Wärme kann halt nicht schnell genug abgeführt werden.

Die die T*20 und T*30 Generation sind halt keine Overclockingmaschienen.
Wer da irgendwelche Leistungswunder erwartet, sollte seine Zeit und das Geld in modernere TPs investieren.

Wer einfach nur Spaß am basteln und testen hat, kann natürlich unendlich viel Geld und Zeit auf sein Hobby werfen.
 
Dass die CPUs davon nicht (mehr) kaputt gehen, sollte klar sein. Vielmehr geht es darum, dass die Taktraten signifikant höher sind, wenn CPUs kühler bleiben.
 
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