Falsches Laufwerk "gewiped"...

jdoehner

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9 März 2014
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Guten Abend,
mir ist leider ein fataler Fehler unterlaufen. Ich habe versehentlich eine Festplatte mit wichtigen, sehr wichtigen Dateien (Hausarbeiten für die Uni) gelöscht. Zwar habe ich noch ein Backup, aber das ist über einen Monat alt.

Ich habe das Programm "Diskwipe" auf den falschen Datenträger zur Löschung angesetzt. Allerdings habe ich den Datenträger nur einmal mit Nullen überschreiben lassen. Von daher mache ich mir noch berechtigte Hoffnungen, mit der richtigen Vorgehensweise einen Großteil der (wichtigen) Daten retten zu können. Ich habe mittlerweile ein Image von der Festplatte erstellt, um den Schaden nicht zu vergrößern.


Daher die Fragen: Welches Tool könnte ihr mir empfehlen? Wie komme ich wieder an meine Dateien?

Verzweifelte Grüße
Jan
 
Einmal mit Nullen überschreiben reicht, um die Rettung unmöglich zu machen. - Selbst professionelle Datenrettungs-Dienstleister dürften da ihre Schwierigkeiten haben.

Tut mir leid, dies so schreiben zu müssen.
 
Finger weg wenn Dir die Daten wichtig sind!

Man kann unter Umständen, mit einem Quentchen Glück, hier noch etwas reißen.
Jedoch nur, wenn nach dem Wipe kein weiterer Schreibvorgang stattgefunden hat.

Wende dich an Kroll Ontrack (http://www.krollontrack.de/datenrettung/anfrage-datenrettung/) und lasse die Platte für ca. 100€ prüfen, dann hast Du schonmal eine Aussage.
Je mehr du dran rumbastelst, desto teurer wirds.

Einmal mit Nullen überschreiben reicht, um die Rettung unmöglich zu machen. - Selbst professionelle Datenrettungs-Dienstleister dürften da ihre Schwierigkeiten haben.

Tut mir leid, dies so schreiben zu müssen.
Das trifft nicht bei allen Platten zu. Ich kann bisher kein Schema erkennen, aber wir hatten kürzlich eine firmeninterne Platte erfolgreich wiederhergestellt bekommen (von einem bereits genannten Unternehmen) nachdem diese unfreiwillig eine Runde mit der DBAN gedreht hat.
 
Hey. Vielen Dank für Eure schnellen Antworten.

Das macht mir irgendwie Hoffnung zu lesen, dass die Daten noch nicht verloren sind.

Aber der Preis ist durchaus ein Problem. Alleine 100 Euro nur damit die mir sagen können, ob eine Rettung möglich ist oder nicht, empfinde ich schon als recht dreist.

Worauf kommt es denn bei der Platte an? Bei der betreffenden Platte handelt es sich um eine Samsung 840.

Viele Grüße
Jan
 
bei einer SSD ist wohl essig, da diese ja nicht "magnetisch" die inhalte/zustände speichern.
mit ontrack habe ich auf HDDs schon daten zurückgeholt, die umformatiert wurde einmal ein linux und danach ein windows installiert wurde,
nochmal unformatiert wurde und fast vollgeschrieben wurde als multimedia HDD.
es liesen sich immer noch bis auf 3% alle uhrsprünglichen daten wiederherstellen.
grund jede magnetische ladung hinterlässt einen "fingerprint" die sich von jedem vorgehenden oder im nachhinein überschreiben unterscheiden,
da setzt ontrack mit eine ausgeklühgelten algorythmus an.
 
bei einer ssd ist nicht der gesamte speicherplatz vom os ansprechbar. daher kann auch nicht alles überschrieben werden. im reservierten speicherbereich können sich noch reste von daten befinden, wenn die ssd mit nullen überschrieben wurde. ein datenretter könnte daher vielleicht noch fetzen retten. wenn die ssd jedoch nciht überschrieben, sondern per secure erase gelöscht wurde (dauert sekunden statt minuten), sind alle daten weg. es würde mich überraschen, wenn ein datenretter da noch was rekontruiert bekommt.

wie hast du denn die daten genau gelöscht?

dreist finde ich es nicht, was die für die diagnose verlangen. jeder fall ist individuell und erfordert einen gewissen zeitaufwand durch einen fachmann. ichwürde es eher als fair bezeichnen.
 
Meine Meinung:

Bei einer HDD ist es so:
Wenn Daten mit SHIFT+Delete "gelöscht" werden, dann werden die nur aus dem Inhaltsverzeichnis der HDD gelöscht, nicht von der HDD selber.
Datenwiederherstellung auch für private möglich, wenn nichts überschrieben wurde.

Wenn die HDD über so einen Bereich neue Daten schreibt, dann wird einfach drübergeschrieben.

SSD:
Wenn Daten mit SHIFT+Delete "gelöscht" werden, dann werden die nur aus dem Inhaltsverzeichnis der SSD gelöscht, nicht von der SSD selber.
Wenn eine SSD über so einen Bereich neue Daten schreiben möchte, dann muss dieser Bereich zuerst gelöscht werden, erst dann kann geschrieben werden.
Dieses vorhergehende löschen dauert etwas, daher wird das im Hintergrund gemacht, wenn der User es nicht merkt und die SSD nix zu tun hat.
Wenn die SSD doch ausgelastet wäre, dann wird einfach woanders hingeschrieben, geht ja - es gibt auf SSDs eingentlich keine Fragmentierung.

Nun ist dieses automatische Löschen aber meines Wissens nicht aufzuhalten.
Heißt für mich: Wenn eine SSD am Strom ist, werden Daten "gelöscht".

Meine Meinung:
SSDs sind für Forensik und Datenwiederherstellung eine Katastrophe.
(Forensik: Die Polizei kann nicht beweisen, dass der Inhalt bei der SSD vor der Forensik derselbe wie nach der Forensik ist - Beweise würden geändert werden)
 
Hallo Jan:

Das Wiederherstellen der SSD betrachte ich leider auch als nicht mehr möglich. Dein Backup gut hüten, auch wenn es schon älter ist.
Eine persönliche Anmerkung zu OnTrack: Die Kosten bei einer Wiederherstellung von OnTrack sind nicht billig - aber preiswert (im Sinne des Wortes). Ich hatte selbst vor vielen Jahren einen Fall, bei dem die Alternative (damals noch) DM 4.000 oder 4 Wochen Projektausfall war (Backups waren zwar vorhanden, aber durchweg kaputt). Ich entschied mich damals für Alternative 1. Seit dieser Zeit habe ich eine sehr hohe Meinung vom Können dieser Kollegen (auch wenn mich die Kosten damals kurz vor den Nervenzusammenbruch getrieben haben).
Vielleicht noch ein Tipp: Sichere ggf. für Dich wichtige Daten notfalls in einer Cloud oder, wenn Dein Postfach groß genug ist, schicke Dir periodisch Mails mit Deinen Daten. Sofern es sich um nicht sicherheitsrelevante Daten handelt, ein aus meiner Sicht guter Weg.

Ich drücke Dir aber die Daumen, dass Du "irgendwie" möglichst viele Deiner Daten wiederherstellen kannst (vielleicht hast Du noch einige Daten in Deinen gesendeten Mails).

Grüße, Ingolf
 
Noch eine Anlaufadresse: CONVAR (http://www.datenretter.de). Die machen es allerdings auch nicht umsonst.

UND: Bei einer SSD - noch dazu erfolgreich mit einem extra dafür vorgesehenen Datenvernichtungsprogramm wie DiskWipe behandelt - mache ich Dir kaum Hoffnungen.

Nach meiner Erfahrung würde ich jedoch wirklich abwägen, wieviel Dir die verlorenen Daten wert sind. Um allzu günstige Datenrettungs- oder -Diagnoseangebote würde ich nach schmerzlichen Erfahrungen einen großen Bogen machen. CONVAR konnte mir letztens die Daten von einer Magnetfestplatte mit Controller-Defekt komplett zurückholen. Hat allerdings auch einen guten Tausender gekostet.

WENN Dir der Aufwand, auf dem 1 Monat alten Backup aufzusetzen und nachzuarbeiten, nicht mindestens 1.200 - 1.500 Euro Wert ist, dann gib die Daten lieber gleich verloren. Ansonsten wende Dich ohne weitere eigene Experimente an ein renommiertes Datenrettungslabor. Meistens kann man Dir in einem telefonischen Erstkontakt schon mal eine Erfolgseinschätzung liefern.
 
Sorry Jan,

keine Chance mehr für eine Wiederherstellung wegen der Überschreibung mit Nullen (einmal reicht völlig aus).

LG Uwe
 
Vielen Dank für Eure zahlreichen Antworten. Das war es wohl mit diesen beiden Hausarbeiten. Ende März ist Abgabe, theoretisch noch zu schaffen. Es war ja bereits alles einmal verschriftlich. Dennoch werde ich viele Quellen neu heraus suchen müssen.

Ein paar Teile schlummerten tatsächlich noch in meiner Mailbox. Aber das ist alles noch unbearbeitet. Zukünftig werde ich meine Daten nur noch in der Cloud sichern!

Ich danke Euch. Guten Start in die neue Woche!
 
Wenn Du etwas zum Beispiel in der Dropbox ablegst und dann aus versehen die Datei löscht, ist sie in der Dropbox natürlich auch weg.
Dropbox unterstützt Revisionen und m.W. auch das Wiederherstellen von gelöschten Daten (in gewissem Umfang).

Aber man sollte sich nicht NUR auf die Cloud verlassen.
Wichtige Daten gehören mehrfach gesichert.
 
Dropbox unterstützt Revisionen und m.W. auch das Wiederherstellen von gelöschten Daten
Richtig:
Auf Dropbox.com einloggen, am linken Rand auf "Ereignisse" klicken, das "Löschereignis" suchen, Dateinamen der gelöschten Datei ankicken, Revision auswählen und auf "Wiederherstellen" klicken.

Nach meiner Beobachtung kann man gelöschte Dateien einen Monat lang noch zurück holen.
 
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