Ich antworte mir mal selbst...
Wow, vielen Dank für Deine Fleißaufgabe, wäre das nicht auch etwas für das WIKI?
Ausser denn hier würde nun mal ein Leitfaden erstellt werden, wie man denn eben dann auch eine solche LTS mit möglichst wenig oder sogar gar keinen Risiken nun auch für den vollen Zeitraum der LTS nutzen kann, das erschiene mir viel sinnvoller als alle nun wie und wo auch immer so gegebenen Hinweise was nun wie und auch wieder nicht....
Nochmals, ich bin Künstler und möchte einzig und alleine eine Linux Version nutzen können, die ich dann eben auch möglichst lange nutzen kann.
Von diesem Anliegen ausgehend mögen dann nun mal bitte einzig entsprechende Tipps gegeben werden.
Kann dich gut verstehen, hat auch etwas gedauert bis es bei mir bezüglich diesem Missverständnis KLICK gemacht hat.
Vielleicht ist es hilfreich hier kurz den Werdegang einer LTS zu beschreiben.
Canonical macht nichts anderes als einen Snapshot des gerade aktuellen Debian-Entwicklungsstandes zu kopieren. Diese Kopie erfolgt bei einer LTS aus Debian-Testing. Diese Kopie wird dann bei Bedarf noch um einige Pakete aktualisiert und dann mit den Ubuntu eigenen Patches versehen. Dabei landen dann die Pakete, welche Canonical für den LTS-Zeitraum supportet und unterstützt in main und restrictet, der Rest verbleibt in universe/multireverse und wird auf diesem Stand eingefroren. Dann wird noch ein Monat getestet und dann wird released.
Alle Pakete aus main und restricted werden für den LTS-Supportzeitraum aktuell gehalten oder sicherheitskritische Fehler werden gepatcht, der Rest bleibt gewöhnlich so wie er zum Zeitpunkt des Freezes war. Fertig.
Näheres dazu auch hier:
http://wiki.ubuntuusers.de/Long_Term_Support
Alle Bugs und Fehler, welche Pakete in diesen Bereichen betreffen, bleiben so wie sie sind.
Damit sind wir beim zweiten Missverständnis: Stabil bedeutet bei Distributionen oft nicht, dass keine Fehler mehr enthalten sind oder es zu keinen Abstürzen mehr kommt, sondern das sich die API nicht mehr ändert. Fehler werden für den Zeitraum des Support's eingefroren, man weiß dann halt, wo sich die verwendete Distri zickig verhält und kann für den eingesetzten Zeitraum einen Workaround basteln, welcher bis zum Wechsel des Releases immer funktioniert. Änderungen in Config-Dateien bleiben erhalten, da die Programmversionen sich nicht ändern etc.
Distributionen wie Mint und ElemtaryOS machen dann das gleiche was Canonical mit den Debian-Repo's macht, mit denen von Ubuntu. Es werden die Repos kopiert mit eigenem Kram gepatcht und als Mint ABC oder ElementaryOS XYZ released.
Debian geht hier einen Sonderweg, da hier eine viel größere Masse an Software für den Unterstützungszeitraum gepflegt wird, aber auch hier gibt es die Repo's contrib und nonfree welche keine Unterstützung erhalten.
Im Grunde ist es bei Ubuntu also so: Du hast für die gesamte Software, welche bei einer normalen Ubuntu-LTS-Standard-Installation auf deine Platte geschaufelt wird, volle 5 Jahre Support (Mögliche Ausnahmen siehe @hikarus's Post, weiter oben)
Sobald Du aber das Software-Center anschmeißt und von dort zusätzliche Pakete installierst, wird es bei aktivierten Repo's universe und multireverse bzgl. Sicherheit problematisch.
Eigentlich sind wir hier beim Problem Rolling-Release gegen feste Release-Zyklen.
Ein Rolling (wie z.B Arch oder Gentoo) hängt immer ganz nah am Upstream, also an den Entwicklern der jeweiligen Software. Sicherheitskritische Bugs werden von den Entwicklern selber repariert und landen kurze Zeit später in den Rolling-Distros. Sicherheitstechnisch ein Vorteil.
Leider sind diese Distros im oben genannten Sinn aber nicht stabil. Das heißt wie schon gesagt NICHT, das es ständig Abstürze gibt, im Gegenteil, die laufen oft besser als andere Distris da Treiber, Kernel etc. neuer und dort viele Fehler ausgemerzt sind, ABER die API's ändern sich, Config-Datein verändern ihre Inhalte, veraltete Programme werden entfernt und durch neue ersetzt.
Als Benutzer muss man dabei selbst ständig am Upstream hängen und sein System pflegen. Eine neue SAMBA-Version kann mal eben ein mühsam eingerichtetes Netzwerk eleminieren und muss dann neu eingerichtet werden.
Das passiert Dir in der Regel bei Distro's mit festen Releases nicht, dafür kann aber die Menge der
wirklich unterstützten Software erheblich kleiner sein.
Um diesem Problem aus dem Weg zu gehen, gibt es bei Ubuntu die PPA's. Auch wenn mich jetzt einige Leute steinigen. Den Einsatz ausgewählter, vertrauenwürdiger PPA's halte ich für durchaus akzeptabel. Hierdurch kann ich nämlich die potentielle Sicherheitslücke universe oder multireverse recht elegant umgehen, indem ich die Pakete, welche ich aus diesem Bereich nutze, tatsächlich aktuell halte.
Canonical kümmert sich bei den Sicherheitsaktualisierungen um den Standardkram wie Firefox, Thunderbird, Kernel, Xorg etc. und die Software welche ich wirklich benötige und nicht bei einer Standard-Installation dabei war muss ich selbst aktuell halten. Dies gelingt am einfachsten über ein vertrauenswürdiges PPA des jeweiligen Programms, oft gepflegt durch die Entwickler selber. Suchen muss ich das allerdings selber
Gruß
Gero