Bedeutung der Worte "unbegrenzt" und "Highspeed-Datenflat" im Reich der Telekom

electrochemist

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Hallo,

ich wollte hier kurz mal was über den unerbittlichen Werbekampf der Internet- und Telekommunikationsprovider um Kunden erzählen, der meiner Meinung nach hart an der Grenze der Legalität ist, und Eure Meinung dazu hören.

Jeder kennt ja wohl die Geschichten über die eigenwillige Interpretation des Wortes „Flat“ durch Provider. Es wurden ja in der Vergangenheit Leute aus Tarifen geschmissen, die eine „Flat“ über vernünftige Massen ausgenutzt haben. Obwohl streng genommen nicht korrekt, kann ich dies teilweise nachvollziehen. Wenn jemand 24 Stunden den Computer auf Saugen gestellt hat, ist das eine etwas übertriebene Nutzung. Der folgende Sachverhalt geht allerdings noch einen Schritt weiter und ich frage mich, ob in Deutschland wirklich jede Art von Werbung bzw. offensichtliche Irreführung, ja sogar dreistes Lügen erlaubt ist und ob das Wort „Verbraucherschutz“ überhaupt noch irgendeine Bedeutung hat. Ich habe mir kürzlich ein iphone 4 mit Complete Mobil L Vertrag gekauft. Dieser Tarif wird auf der T-Mobile Homepage mit „HSDPA-Nutzung unbegrenzt“ und mit „Highspeed-Datenflat“ beworben. Sicher, ganz winzig klein in der Fußnote steht was davon, dass nach 1 GB Volumen gedrosselt wird….und zwar auf eine Geschwindigkeit, die den mobilen Datentransfer nicht mehr praktikabel macht. Dann allerdings sind die „Highspeed-Datenflat „und die „unbegrenzte HSDPA-Nutzung“ einfach nur noch dreiste Lügen, denn ein Volumen von 1 GB, das man ganz locker mit normaler bis geringer Nutzung erreicht, ist exakt das Gegenteil von „unbegrenzt“. Das Ganze hat etwas von der Lebensmittelindustriemafia; dort darf man ja auch auf die Verpackung dick drauf schreiben, was immer einem beliebt, selbst die dreistes Lügen bleiben unbeanstandet, solange hinten in 0,00001 mm Schrift die (traurige) Wahrheit steht. Mir war selber war schon beim Kauf des iphone bewusst (nur vom Hörensagen), dass irgendeine Drosselung erfolgt; allerdings hatte ich noch irgendwas von 3 – 5 GB auf dem Schirm; das war auch glaube ich bei früheren iphone-Tarifen der Fall, aber bei einem Complete Mobil XL Vertrag zu einem Preis von 100 Euro/Monat nur 1 GB Volumen zu erlauben und das Ganze dann noch als „Flat“ zu bewerben ist eine Frechheit hoch 10. Habe mir gerade mal einen Spass erlaubt und die Telekomhotline zu dem Thema angerufen. Das, was mir die Frau erzählte, war – wie erwartet – zum schlapp lachen. Erst mal wusste sie gar nichts dazu zu sagen; sie stotterte, war nicht mal fähig ihre Gedanken in halbwegs verständlichen Sätzen zu formulieren. Dann sagte sie auf einmal, dass das auf der Homepage nicht stehen könnte und dass ich mich verlesen haben müsste. Ich sagte ihr, dass ich ihr gerne einen Screenshot schicken könne. Dann lenkte sie ein und meinte – Achtung, jetzt kommt der Gag des Jahres! – mit dem Wort „unbegrenzt“ sei die RÄUMLICH unbegrenzt mögliche Nutzung des mobilen Highspeed-Netzes gemeint!

Wie ist Eure Meinung zu dem Thema? Ich bin mir natürlich bewusst, dass man da nichts gegen tun kann. Ich werde mir jetzt eine „Highspeed-Option“ für 10 Euro / Monat dazu buchen. Da hat man dann 5 GB und sogar noch doppelte Geschwindigkeit (sofern örtliche verfügbar), was aber für mich sekundär ist. Mit den 5 GB kann man dann das iphone stressfrei benutzen, ohne ständig das Trafficvolumen im Hinterkopf zu haben, und man kann über Tethering das iphone als Modem nutzen und seinen DSL-Kram komplett abschaffen (was ich schon getan habe). Trotzdem: Ich finde es eine unglaubliche Frechheit, einen Vertrag mit mageren 1 GB Volumen als „Highspeed-Datenflat“ und „unbegrenzter HSDPA-Nutzung zu bewerben; ja selbst die kleineren Tarife mit nur 300 MB (da ruft man ein paar Google-Satellitenbilder ab, guckt ein bisschen youtube und das Thema ist durch……) werden so beworben.
 
Erinnert sich noch jemand die Zeiten, der DSL Voluminabegrenzungen? Also wie über mir gesagt hat: Ab ein paar GB draufzahlen?
Wenigstens hat sich das geändert.

Sprich: Klar wird bei UMTS gedrosselt, aber wenigstens muss man nicht draufzahlen. Und für Emails reicht auch GPRS:
Dann wäre da noch die Sache mit dem Netzausbau: Es gibt ja noch nicht mal fächendeckend HSDPA. Vod daher.

Ich denke es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Volumenbegrenzung aufgehoben wird. Bis dahin reichen mir 300MB sowieso.
 
Schnitzel2k8' schrieb:
@T42p: Entscheidend ist doch eher die Einwohner/Fläche und da ist Deutschland dichter besidelt

Dann werden es wohl die 50 Milliarden Euro sein, die die UMTS-Lizenzen damals in DE gekostet haben.
 
T42p' schrieb:
Dann werden es wohl die 50 Milliarden Euro gewesen sein, die die UMTS-Lizenzen damals in DE gekostet haben.
Jetzt ist es plötzlich ein neuer Grund. Mir scheint, daß Du halt daran glauben willst, daß den TK-Betreibern keine andere Wahl als Wucherpreise bleibt. Dabei ist das Gegenteil ja längst in der Praxis bewiesen.
 
T42p' schrieb:
Schnitzel2k8' schrieb:
@T42p: Entscheidend ist doch eher die Einwohner/Fläche und da ist Deutschland dichter besidelt

Dann werden es wohl die 50 Milliarden Euro sein, die die UMTS-Lizenzen damals in DE gekostet haben.

Da haben sich die Mobilfunkanbieter auch wirklich selbst ins Knie geschossen. Wen es interessiert: http://de.wikipedia.org/wiki/Versteigerung_der_UMTS-Lizenzen_in_Deutschland

Versteigert wurden insgesamt 12 Frequenzblöcke, wobei für die Lizenzerteilung ein erfolgreiches Gebot in mindestens zwei Blöcken erforderlich war. Maximal konnten einem Bieter drei Blöcke zugeteilt werden. Es waren also vier bis sechs Lizenzen möglich. Am 12. August 2000 stieg der Bieter debitel aus der Versteigerung aus. Die Höchstgebote lagen zu diesem Zeitpunkt bei knapp unter 63 Milliarden DM (32,2 Milliarden EUR). Die verbleibenden sechs Bieter hätten zu diesem Preis letztlich auch das Endresultat bekommen können. Gleichwohl boten verschiedene Firmen in den folgenden Tagen auf drei Frequenzblöcke, um damit die Zahl der späteren Lizenzinhaber von sechs auf fünf bzw. vier zu reduzieren. Erst am 18. August beschränkten sich alle Auktionsteilnehmer auf Gebote auf jeweils zwei Frequenzblöcke, wodurch die Versteigerung beendet wurde.
Zwei der Sechs Frequenzbänder sind jetzt wieder unbelegt :facepalm:
 
Bratwurst' schrieb:
Jetzt ist es plötzlich ein neuer Grund. Mir scheint, daß Du halt daran glauben willst, daß den TK-Betreibern keine andere Wahl als Wucherpreise bleibt.

Klar, 50 Milliarden Euro zahlt man mal eben aus der Portokasse.


Dabei ist das Gegenteil ja längst in der Praxis bewiesen.

Jetzt machst Du mich neugierig, erzähl mal.
 
Sers Alle zusammen!

Also eine kurze Anmerkung zu den UMTS Verträgen und "Flatrates" beim Rosa Rießen ;).

Es gibt auch Verträge ohne Volumenbegrenzung im Business Bereich.
Und nein, die kosten nicht so arg viel. Hab selber einen der kostet grob 30€/Monat.
War schon öfters im Monat über 30Gb, ohne Extrakosten oder Drosselung.
Allerdings muss man da schon nachharken, sonst kriegt man die auch nicht.
Man kann dann auch Portsperren und Ähnliches aufheben lassen.

Klar kann sich nicht jeder so einen Business Vertrag holen, wollte nur anmerken, dass es richtige "Flatrates" gibt.


Greez
WJH
 
T42p' schrieb:
Jetzt machst Du mich neugierig, erzähl mal.
Längst gemacht. Wenn Du meine Postings nicht liest, Dein Pech.

WJH' schrieb:
Es gibt auch Verträge ohne Volumenbegrenzung im Business Bereich.
Und nein, die kosten nicht so arg viel. Hab selber einen der kostet grob 30€/Monat.
Eine weiterer Beweis, daß es auch anders geht.
 
wo liegt das Problem - man bekommt mobiles internet unbegrenzt auch wenns nach nem GIG EDGE ist so ist das versprechen FLAT keine Lüge oder geht die SIm dann aus?

wie schon gesagt wer zur teledoof geht dem gehörts nicht anders

ich bin bei O2 bekomm handy plus notebook UMTS Flat für 22,50 im Monat und das reicht Unterwegs dicke zu hause hat man ja ne dicke Leitung - wo ich umzog und kein netz hatte es also aktivst nutzte reichte es gaaaaanz knapp den monat
 
Leute, hier sind 2 Punkte unter gegangen:

- Man ist wirklich ständig mit UMTS/HSDPA im Netz. Die Sticks stellen nicht nach x GB auf GPRS um. Es wird "nur" der Durchsatz runter geschraubt.

- Zu dem Spiel gehören immer 2. Wieso sollen die uns nicht verarschen? Solange dabei genug Gewinn für die Aktionäre raus kommt... ? Doch die Werbung setzt bei den meisten den Verstand doch eh aus. Otto-normal will halt das Versprechen des ultra-mega-geilen Produktes für lau. Und die Reklamationen und die schlechte Grundstimmung hat auf den Gewinn kaum Einfluss. Und wer sind die Aktionäre? Fragt mal im Bekanntenkreis wer Fond-Sparen, Anlagepapiere & Co hat...

Moral ist bei diesen Angeboten nicht Gegenstand der Diskussion. Die Moral spielt bei den wenigsten Einscheidungen eine Rolle. Wenn Moral im täglichen Leben wichtig wäre gäbe es keine billigen Südfrüchte im Supermarkt (ist es moralisch sein Essen durch Ausbeutung von armen Ländern in Monokulturen zu gewinnen?), keine 3-Tonnen-PKW (mal im Ernst, was ist an so einem Verbrauch von Rohmaterialien noch moralisch?), keine Fonds mit x % Gewinn garantiert* (ratet mal wo das Geld herkommt, falls es überhaupt kommt)(wofür der Stern steht kann man sich denken...), kein Foxconn (Hand hoch wenn jemand nichts von denen zuhause rum stehen hat), usw.

MfG,
 
pumpkin0' schrieb:
Doch die Werbung setzt bei den meisten den Verstand doch eh aus.
hehe, jo! Besonders drollig finde ich immer die Formulierung: "von bis zu..." z.B.: "surfen Sie mit Highspeed von bis zu 7,2 Mbit/sec..." Viele machen daraus eine Zusage von 7,2 Mbit/sec. Ich persönlich bin noch nie über 1,5 Mbit/sec gekommen. Daher reicht auch meine 1,8 Mbit Karte locker.

Natürlich darf man die Bosheit dieser absichtlich irreführenden Formulierungen nicht verleugnen.
 
Und weil die Telekom mir über den hauseigenen Reseller keine schnellere Leitung schalten will, hab ich trotz traumhafter Signalwerte nur 2Mbit per DSL.

Weil die Hausbesitzer mir nicht erlauben ein neues Koax-Kabel zu legen, habe ich keine Möglichkeit, günstig an 30+Mbit per Kabel zu kommen.

Weil es keine echten Flatrates für Privatleute gibt, komme ich auch nicht per Funk an brauchbares Internet. Mein Datenvolumen ist alleine mit den legalen 0815 Sachen mehr als 5GB/Monat :-)
Naja, ist auch gut so. Sonst würde wohl wirklich jeder das Netz bis an den Rand des Kollapses bringen.

Wie schon gesagt wurde: zu den "Anfangszeiten" von DSL gabs ja auch nur entweder Volumen- oder Zeittarife. (bei mir gabs dank Glasfaser eh nichts)
Unser Nachbarland war uns damals auch voraus. Und ich erinnere mich ans Gejammer der DSL Kunden, die selten ihre versprochene Geschwindigkeit erreichten oder öfter auch nur wenig über ISDN Geschwindigkeit hinauskamen.
Dann kamen die echten Flats.. sehr teuer natürlich :-)
Und nun ists spottbillig (über Kabel für unter 10€/Monat eine volle Internetflat. Wer hätte sowas je gedacht?)

Wie ich auch schon schrieb: es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir in Deutschland auch so weit sind.
Es werden echte Flats für Privatleute kommen, zu entsprechenden Preisen.
Die Preise werden fallen, die Infrastruktur wird besser. Irgendwann bekommt man überall min. 10Mbit/s per Funk zu brauchbaren Preisen.

Der Vergleich der Flächen Deutschlands und AT's sind wohl schon gerechtfertigt. Bevölkerungsdichte hin oder her: je mehr Fläche man abdecken muss, desto mehr muss geplant, gemessen, berechnet, getestet und verschaltet werden. Das dauert eben länger, ist fehleranfälliger und aufwändiger.

Und irgendwann ist es da. Ich beklage mich nicht mehr darüber, ich hab ja noch ein paar Jahre Zeit.
Bis dahin habe ich wohl auch ein WWAN fähiges TP, welches dann hoffentlich schon LTE unterstützt, bei welchem der Spaß von vorne beginnt.

Man sollte eigentlich froh sein, dass wir fast überall telefonieren und per GPRS ins Netz können, oder nicht?
 
buddabrod' schrieb:
Der Vergleich der Flächen Deutschlands und AT's sind wohl schon gerechtfertigt. Bevölkerungsdichte hin oder her: je mehr Fläche man abdecken muss, desto mehr muss geplant, gemessen, berechnet, getestet und verschaltet werden. Das dauert eben länger, ist fehleranfälliger und aufwändiger.

229 Einwohner/km^2 (D) vs 100Einwohner/km^2 (Ö) (laut Wikipedia) ist aber imho schon so ein großer Unterschied, daß das Argument mit der Fläche nicht mehr zieht. Im Gegenteil: Einige Kostenfaktoren werden sogar kleiner pro Anschluß je mehr Leute man hat.
 
Schnitzel2k8' schrieb:
buddabrod' schrieb:
Der Vergleich der Flächen Deutschlands und AT's sind wohl schon gerechtfertigt. Bevölkerungsdichte hin oder her: je mehr Fläche man abdecken muss, desto mehr muss geplant, gemessen, berechnet, getestet und verschaltet werden. Das dauert eben länger, ist fehleranfälliger und aufwändiger.

229 Einwohner/km^2 (D) vs 100Einwohner/km^2 (Ö) (laut Wikipedia) ist aber imho schon so ein großer Unterschied, daß das Argument mit der Fläche nicht mehr zieht. Im Gegenteil: Einige Kostenfaktoren werden sogar kleiner pro Anschluß je mehr Leute man hat.
Man müsste wissen, wie die Erschließungskosten pro Fläche sind. Erst dann kann man Bevölkerungsdichten mit einbeziehen. Wenn mit höherer abzudeckender Fläche der Aufwand linear ansteigt, ist das natürlich kein Argument. Ist aber unwahrscheinlich, da die Telekom als Beispiel hier sehr wahrscheinlich weniger Installateure/Installationsdienstleister pro Fläche hat. Außerdem ist das komplette Gebilde aufgrund der viel größeren zu vernetzenden Fläche natürlich auch entsprechend höher.

Es wurde wohl geschaut, dass es marketingträchtig fast überall Verfügbarkeit gibt, die Kapazitäten werden erst nachher ausgebaut. Wie bei DSL..

Lasse mich gerne korrigieren, ich nehme aber an, dass wir hier im Forum keinen haben, der was qualifiziertes dazu sagen kann (oder eher darf)..
 
Wie genau sich die Kosten verhalten wird wohl keiner sagen können, aber hochgradig nichtlinear wird es nicht sein. Ansonsten seh ich schwarz für die USA mit der ca. 27-fachen Fläche von Deutschland und nur 32 Einwohner/km^2

buddabrod' schrieb:
Wenn mit höherer abzudeckender Fläche der Aufwand linear ansteigt, ist das natürlich kein Argument. Ist aber unwahrscheinlich, da die Telekom als Beispiel hier sehr wahrscheinlich weniger Installateure/Installationsdienstleister pro Fläche hat.

Das treibt doch eher die Zeit als die Kosten in die Höhe.
 
Zeit = Kosten :-)

Man sieht ja, wie gut das Netz in den USA ist. Nicht einmal AT&T hat ein überall brauchbares Netz. Und da gehts alleine nur ums Telefonieren.
 
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