Die räumlich getrennte Aufbewahrung von Backups ist sicher eine feine Sache, aber, wie wir an der Diskussion sehen, auch mit teils erheblichem Aufwand verbunden. Neben den zum Teil erheblichen Kosten halte ich Bankschließfächer für wenig praktikabel, zumindest wenn man seine Daten halbwegs aktuell haben will. Das sollte ja auch so sein, wenn wir von Backups reden. Ich mag nicht so recht daran glauben, dass jemand regelmäßig zu den Schalterzeiten zur Bank geht, sein Sicherungsmedium abholt, es aktualisiert und wieder zurück bringt. In ein Bankschließfach gehören eher wertvolle Dinge (Schmuck,...), die man nicht regelmäßig in Gebrauch hat, oder vornehmlich wichtige Dokumente/Verträge, die im Original vorliegen müssen. Wenn ich den Grundgedanken auf digitale Daten übertrage, verbleiben nur sehr wenige Dateien bzw. eine kleine Datenmenge. Wenn ich die mit einem guten Passwort sichere, spricht für mich nichts gegen das Speichern bei einem (oder zwei) Cloudanbietern.
Für alles andere sollte die häusliche Aufbewahrung ausreichend seien. Bis vor kurzen hat es dem normalem Leben entsprochen, wenn Kontoauszüge, Lohnabrechnungen. normale Versicherungsverträge, Fotoalben oder Negative und vieles mehr ganz normal zuhause aufbewahrt worden sind. Wenn man diese Dokumente heute mit einer guten Backup-Strategie entsprechend sichert, sollte man bis auf wenige und zugleich statistisch eher seltene Ausnahmefälle gut aufgestellt sein, nach meiner Auffassung zumindest. Für den Fall der Fälle, diese Daten komplett zu verlieren ist sicher schmerzhaft, aber bei Leibe nicht existenzgefährdend. Bzw. was wirklich existenzgefährdend ist, das gehört wirklich in ein Schließfach oder anderwärtig gesichert.
Und nochmal meine Meinung: Ein In-House-Backup, das regelmäßig mit einer guten Strategie möglichst automatisiert abläuft, bietet wesentlich besseren Schutz vor dem viel wahrscheinlicheren Datenverlust durch einen Hardware-Schaden, als ein unregelmäßiges Backup mit Medien aus dem Schließfach oder bei Freunden/Verwandten. Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, sind wir viel zu bequem, um diese Variante konsequent durchzuziehen, mal abgesehen vom Nervfaktor bei den Verwandten, wenn man 2x in der Woche vorbei kommt, nur um sein Backup zu aktualisieren.
Alternativ könnet man noch in Erwägung ziehen einen Wandtresor oder zumindest einen gut verankerten Möbeltresor, je nach Gegebenheit, zu installieren. Der schützt zumindest vor schneller Mitnahme durch Einbrecher und ist im geringen Maße auch feuerfest.
Auf der anderen Seite verstehe ich die Abneigung gegen eine große Cloud-Lösung, bis auf evtl. die laufenden Kosten, auch nicht so richtig. Wie man generell eine guten Backup-Strategie gegen Datenverlust haben sollte, gehört zu einer Cloud bei einem Dienstleiser eben auch eine gute Verschlüsselung seiner Daten. Die eher theoretische Möglichkeit, dass diese geknackt und feindselig verschlüsselt wird, ist ein Restrisiko, so wie mein Bankschließfach ausgeraubt werden kann oder das Haus meiner Verwandten abbrennt oder durch Einbrecher dort ausgeräumt wird. Damkit ist zunächst nichts verloren, weil es ja nur das räumlich getrennte Backup meiner Daten ist.
Grüße Thomas