Hallo zusammen,
letzte Woche ist mein neues X230 angekommen und ich würde euch gerne meine Eindrücke schildern und das Gerät vor allem auch mit meinem alten T61 (14,1 wide) vergleichen, welches immerhin schon mehr als fünf Jahre auf dem Buckel hat.
Bei der Auswahl des neuen Notebooks kamen einige Geräte in die Auswahl, da sich mein Nutzerprofil innerhalb der letzten geändert hat sollte es auf jeden Fall etwas Kompakteres werden. Das T61 habe ich in Verbindung mit der Docking Station mehrere Jahre zu 90% als Desktop-Ersatz genutzt. Aufgrund der fortschreitenden Technik und der gestiegenen Anforderungen bin ich dann im letzten Jahr wieder auf einen Desktop PC umgestiegen. Das T61 habe ich dann hauptsächlich auf der Couch oder unterwegs benutzt, wobei ich aufgrund der Maße und des Gewichtes oftmals lieber mein iPad genommen und dementsprechend auch die Beschränkungen in Kauf genommen habe. Also stand für mich fest es sollte ein kleines und kompaktes Gerät für den mobilen Gebrauch werden.
Da ich mit dem T61 immer zufrieden war (später noch mehr dazu) kamen natürlich auch wieder ThinkPads in die Auswahl, unter anderem das X1 Carbon, das X230 und auch die neuen T431s und X230s, sowie das MacBook Air (13 Zoll) von Apple. Ich kann noch auf die Studentenrabatte zugreifen, bei Lenovo gibt es da ja attraktive Angebote. Mir war vor allem die Möglichkeit des Akkuwechsels wichtig, nicht weil ich gerne einen Zweiten mitnehme aber ich hatte in der Vergangenheit irgendwie immer Pech mit den Dingern. Mir sind bei zwei Akkus Zellen kaputt gegangen und da war ich froh, dass ich einfach einen Neuen bestellen konnte. Hat vielleicht auch mit der Pflege des Akkus zu tun, wobei ich da eigentlich aufgepasst hatte (Schwellenwerte beim Laden usw.).
Damit waren viele Geräte schon aus dem Rennen. Wenn man jetzt noch andere Aspekte wie z.B. Aufrüstbarkeit oder die Display Qualität betrachtet passte das X230 für mich immer besser. Als technikinteressierter Mensch weiß ich natürlich, dass Haswell bald vor der Tür steht. Diese Überlegungen sind natürlich irgendwie ein Teufelskreis, schließlich kommt ja jedes Jahr neue Hardware. Die Grafikleistung stand bzw. steht für mich nicht im Vordergrund, für solche Aufgaben habe ich den Desktop PC. Die HD4000 ist somit vollkommen ausreichend und schon ein deutlicher Performance Sprung verglichen mit der alten NVIDIA NVS 140m. Als das X230 dann auch noch bei ok1.de im Angebot war, konnte ich nicht mehr widerstehen. Hier schon mal einen herzlichen Dank an das ok1-Team für den tollen Service!
Eine Sache vorweg: Aufgrund vieler Berichte zur schlechteren Verarbeitungsqualität in den letzten Jahren hatte ich etwas Bauchschmerzen, zum Glück kann ich das im Fall des X230 nicht bestätigen, ganz im Gegenteil…
Das T61
Mein T61 – und damit mein erstes ThinkPad - habe ich 2008 gekauft, angetrieben von einem Core 2 Duo T8300 mit 2,4 GHz und der besagten NVIDIA Quadro NVS 140m. Damals sollte auf jeden Fall Counterstrike Source flüssig laufen, die Intel Grafik war somit vom Tisch. Mit Windows Vista und 3 GB RAM ging das ThinkPad Abenteuer also los. Als erster Flaschenhals stellte sich ziemlich schnell die 160GB Festplatte heraus, eine lahme Krücke mit 5.400 Umdrehungen (Hersteller weiß ich gar nicht mehr). Die wurde dann ziemlich schnell gegen eine Scorpio Black von WD ausgetauscht. Die meiste Zeit lief das Notebook in der Docking Station und es lief problemlos.
Eine erste Verjüngungskur gab es mit der SSD, einer X-25M von Intel. Leider ein Fluch und ein Segen zugleich. Das Notebook fühlte sich an wie neu bzw. sogar besser, leider gewöhnt man sich aber sehr schnell an die Geschwindigkeit und entwickelt eine gewisse Abneigung gegen konventionelle Festplatten, zumindest für das Betriebssystem. Wegen der relativ geringen Kapazität kam die alte Festplatte als Datengrab mit einem Adapter in den Wechselschacht. Dank modifiziertem BIOS konnte sich die SSD am SATA Anschluss auch voll entfalten. War schön in den Benchmarks, in der Praxis habe ich den Unterschied aber nicht bemerkt. Beim Umstieg auf Windows 7 (64 Bit) kam dann auch noch neuer RAM ins Gerät, zweimal 2GB.
Tja und dann gab es ja den tollen NVIDIA Bug, leider gehörte mein Modell auch zu der betroffenen Charge. Ich hatte beim Kauf sowieso 3 Jahre Vor-Ort Service mitgekauft und habe den dann kurz vor Ablauf auf 5 Jahre erweitert aufgrund dieser Problematik. Zum Glück, 3 Wochen nach Ablauf der 3-Jahres Garantie hat es mich erwischt. Aber der Austausch lief unproblematisch, einen Tag später hatte ich ein neues Mainboard und das Notebook lief wieder. Ein Jahr später musste ich den Service nochmal wegen einem lauten Lüfter in Anspruch nehmen, lief aber auch unproblematisch und seither ist wieder Ruhe.
Ansonsten gibt es keine Probleme, nur zwei Alterserscheinungen. Das Display ist nicht mehr so hell wie früher und die Scharniere haben etwas Spiel, wobei sich das noch in Grenzen hält da es ja hauptsächlich zugeklappt in der Docking Station war.
Das X230
Ich habe mich für das X230 2325 CN3 entschieden:
Intel Core i5-3320M mit HD4000, 4GB Ram, IPS Display, 500 GB Festplatte und 6 Zellen Akku.
Die Festplatte habe ich gegen eine Samsung 840 Pro SSD und den Arbeitsspeicher gegen ein Kingston HyperX 8GB Kit getauscht. Der Einbau war extrem simpel, der Zugang zum Arbeitsspeicher ist durch eine separate Klappe auf der Unterseite möglich. Ein Vorteil im Vergleich zum T61, hier waren die RAM Slots unter der Tastatur. Der Zugang zur Festplatte ist identisch, die Halterungen und Gummileisten auch.
In dem kleinen Karton waren neben dem Notebook selbst nur noch das kleine 65 Watt Netzteil und eine Kurzanleitung. Damals beim T61 war zumindest noch eine gedruckte Version des Handbuches und Aufsätze für den TrackPoint dabei.
Gehäuse und Verarbeitungsqualität
Ich hatte das X230 vorher noch nicht in der Hand und war dementsprechend gespannt. Es ist wirklich ein sehr kompaktes und leichtes Gerät. Von der Verarbeitung bin ich wirklich begeistert, sie ist besser als beim T61. Nichts knarzt oder knackt, vor allem der Tastaturbereich mit der separaten Think Vantage Leiste ist beim T61 eine Schwachstelle. Hier hat die neue Tastatur definitiv Vorteile, einzig die kleinen Sondertasten für die Lautstärkeregelung und der Power Button haben minimales Spiel. Der Akku sitzt bombenfest und wird jetzt mit zwei Schiebern festgehalten, beim T61 war es nur einer. Ich habe natürlich auch mal auf die Handballenauflage im Bereich des Express Card Schachtes gedrückt und an der Stelle kann das dünne Material eingedrückt werden, aber ich wüsste jetzt nicht warum ich das regelmäßig machen sollte.
Der Displaydeckel ist nicht aus demselben Material wie der Rest des Gehäuses. Es fühlt sich sehr wertig und kühler an, ist aber leider anfällig für Fingerabdrücke. Der einzige Nachteil zum T61 ist die Stabilität des Displays, durch die geringere Dicke kann man den Deckel in der Mitte ganz leicht eindrücken. Wenn man es provoziert sieht man leichte Störungen im Bild. Hier ist das T61 also im Vorteil. Die Scharniere sind bombenfest und mit einer Hand kann man das Display nicht öffnen. Die Verschlusshaken vermisse ich bisher nicht, die letzten Millimeter fällt der Deckel von alleine zu. Ich hoffe die Scharniere sind etwas langlebiger und haben weniger Probleme mit dem leichteren Deckel, am Anfang hatten die Scharniere im T61 auch kein Spiel.
Insgesamt ist es, wie zu erwarten, deutlich mobiler mit der Größe und dem Gewicht. Mit den beiden Akkus (9 Zellen + Ultrabay) wiegt das T61 2,8 kg, dagegen sind die 1,48 kg beim X230 eine richtige Wohltat. Dass es im Vergleich zu anderen Ultrabooks und auch dem MacBook Air deutlich dicker ist stört mich persönlich überhaupt nicht.


Performance
Die Installation von Windows 7 über den USB Stick lief problemlos. Über das System Update habe ich dann die benötigten Treiber installiert. Der einzige Treiber der nicht funktionieren möchte ist der Intel Wireless Display Treiber, er meldet dass mein System nicht unterstützt wird. Hier habe ich bislang keine Lösung gefunden, theoretisch sollte der 3320M das ja unterstützen.
Der Bootvorgang dauert nur 20 Sekunden, beim T61 sind es immerhin 40 Sekunden mit der X-25M.
Hier sind einige Benchmark Ergebnisse, die CPU nutzt den vollen Turbo Takt mit maximal 3,3 GHz.



Ich war auch interessiert wie sich die HD4000 so schlägt, also habe ich mal BioShock Infinite angeschmissen. Mit einer Auflösung von 1,280x720 und alles auf Niedrig liefert der integrierte Benchmark folgende Ergebnisse: Min. FPS: 16.61; Max. FPS: 77,41; Durchschnitt: 39.31. Ist also durchaus einigermaßen spielbar. Zu den synthetischen Benchmarks gibt es ja genug Ergebnisse im Netz.
So jetzt komme ich leider zu einem negativen Aspekt, dem Lüfter. Ohne Lüftersteuerung springt der sehr früh an und hinzukommt, dass er auf Stufe 1 mit 3000 U/min dreht. Wenn es relativ ruhig ist hört man das schon. Ich habe dann PFControl installiert und die Temperaturschwellen etwas höher gesetzt. Jetzt ist prinzipiell Ruhe, aber bei hoher Last dreht der kleine Lüfter dann trotzdem auf. Wenn man den Lüfter manuell auf die maximale Stufe 4 setzt (6400 U/min) kann man in Konkurrenz zu einem Fön treten. Glücklicherweise ist mir das noch nicht im Betrieb passiert. Gerade nach den guten Reviews hab ich mir in dem Bereich doch mehr versprochen.
Tastatur und Touchpad
Die neue Tastatur gefällt mir prinzipiell ganz gut, nur einige kleine Dinge stören mich. Aber der Reihe nach: Vom Schreibgefühl gefällt mir die Tastatur besser, der Anschlag ist etwas weicher und auch leiser. Das neue Layout macht auch einen sehr aufgeräumten Eindruck, nur vermisse ich die Vor- und Zurück Taste neben den Pfeiltasten, Bild Auf und Ab benutze ich nie. Die Position der Entfernen- und Druck- Taste gefällt mir dagegen gut. Die Oberfläche der Tasten ist schon sehr glatt, hier ist das T61 im Vorteil.
Das mit Abstand beste Feature ist aber die Tastaturbeleuchtung. Besonders in dunkleren Umgebungen will ich das nicht mehr vermissen. Stufe 1 reicht mir dabei in den meisten Fällen. Das Thinklight ist beim X230 deutlich heller als beim T61. Die Lichteffekte beim Power Button (grün im Betrieb, grünes Pulsieren im Standby) und der Mute Tasten sind ganz praktisch. Man kann sofort sehen ob es lautlos ist, das ist sehr angenehm.

Das Touchpad benutze ich überhaupt nicht und ich habe es auch sofort deaktiviert. Der TrackPoint funktioniert wie gewohnt, die Tasten sind angenehm fest aber etwas laut. Die Tasten beim T61 sind etwas wackeliger, möglicherweise ist das auch eine Alterserscheinung, ich weiß nicht mehr wie es am Anfang war.
Display
Das IPS Display ist wirklich eine tolle Sache. Am Wochenende war ich im Bus unterwegs und musste den Bildschirm leicht nach vorne kippen. Trotzdem war es kein Problem, beim T61 hätte das ganz anders ausgesehen. Farben sind super und Videos machen wirklich Spaß auf dem Gerät. Vergleiche zwischen dem IPS Panel und TN Panels gibt es ja wie Sand am Meer, daher spare ich mir hier Bilder.
Die Helligkeit reicht auch aus wenn die Sonne scheint, der Sprung zwischen Stufe 14 und 15 könnte aber etwas kleiner sein. Mit der Auflösung bin ich bei der Größe auch zufrieden, ich mag es nicht wenn es zu fein ist. Ich habe sowieso nicht allzu gute Erfahrungen mit der Windows Skalierung gemacht und deshalb vermisse ich auch keine Full-HD Auflösung. Der Bildschirm vom T61 ist in allen Bereichen unterlegen, auch von den Farben her. Es wirkt als wäre ein leichter Grauschleier über dem Bild. Hochqualitative Bildschirme sollten für jedes ThinkPad ein Muss sein…

Lautsprecher
Naja, hier habe ich nicht viel erwartet und daher wurde ich auch nicht enttäuscht. Standardmäßig sind sie genauso schlecht und leise wie beim T61, je nach Situation sogar schlechter da sie nach unten abstrahlen. Mit der Dolby Software wird die Lautstärke allerding stark angehoben, es reicht also locker um Bekannten mal etwas zu zeigen. Ich persönlich streame Musik an einen Lautsprecher oder benutze Kopfhörer, da ist die Qualität gut. In diesem Fall deaktiviere ich die Dolby Software auch wieder, die voreingestellten Profile verfälschen den Sound doch sehr deutlich.
Akkulaufzeit
Ahh endlich, kein C4-Fiepen mehr...
Mit dem T61 und den beiden Akkus (9-cell und Ultrabay) komme ich auf 4-5 Stunden Laufzeit. Das ist kein Idle Wert sondern beim normalen Arbeiten (Internet, Word, Outlook usw.). Der Verbrauch lag meist zwischen 17 und 25 Watt.
Das X230 hat den 6 Zellen Akku mit 62 Wh Kapazität. Ich nutze das Profil „Optimierte Stromquelle“ und komme da auf Werte zwischen 6 und 15 Watt bei voller Helligkeit (WLAN immer an). Ich konnte keinen deutlichen Mehrverbrauch der Tastaturbeleuchtung feststellen. Beim normalen Arbeiten (auch wieder Word, Outlook, Internet usw.) pendelt sich der Verbrauch in der Regel bei 8-9 Watt ein. Der Akku unterstütz kein Rapid Charge, trotzdem lädt er schneller als beim T61. Das 65 Watt Netzteil ist schön kompakt und leicht, wird aber sehr warm beim Laden. Mit einem 90 Watt Netzteil geht es nochmal schneller, genaue Messwerte habe ich dafür aber nicht.
Falls es Fragen oder Anmerkungen gibt immer raus damit!
Gruß
Andreas
letzte Woche ist mein neues X230 angekommen und ich würde euch gerne meine Eindrücke schildern und das Gerät vor allem auch mit meinem alten T61 (14,1 wide) vergleichen, welches immerhin schon mehr als fünf Jahre auf dem Buckel hat.
Bei der Auswahl des neuen Notebooks kamen einige Geräte in die Auswahl, da sich mein Nutzerprofil innerhalb der letzten geändert hat sollte es auf jeden Fall etwas Kompakteres werden. Das T61 habe ich in Verbindung mit der Docking Station mehrere Jahre zu 90% als Desktop-Ersatz genutzt. Aufgrund der fortschreitenden Technik und der gestiegenen Anforderungen bin ich dann im letzten Jahr wieder auf einen Desktop PC umgestiegen. Das T61 habe ich dann hauptsächlich auf der Couch oder unterwegs benutzt, wobei ich aufgrund der Maße und des Gewichtes oftmals lieber mein iPad genommen und dementsprechend auch die Beschränkungen in Kauf genommen habe. Also stand für mich fest es sollte ein kleines und kompaktes Gerät für den mobilen Gebrauch werden.
Da ich mit dem T61 immer zufrieden war (später noch mehr dazu) kamen natürlich auch wieder ThinkPads in die Auswahl, unter anderem das X1 Carbon, das X230 und auch die neuen T431s und X230s, sowie das MacBook Air (13 Zoll) von Apple. Ich kann noch auf die Studentenrabatte zugreifen, bei Lenovo gibt es da ja attraktive Angebote. Mir war vor allem die Möglichkeit des Akkuwechsels wichtig, nicht weil ich gerne einen Zweiten mitnehme aber ich hatte in der Vergangenheit irgendwie immer Pech mit den Dingern. Mir sind bei zwei Akkus Zellen kaputt gegangen und da war ich froh, dass ich einfach einen Neuen bestellen konnte. Hat vielleicht auch mit der Pflege des Akkus zu tun, wobei ich da eigentlich aufgepasst hatte (Schwellenwerte beim Laden usw.).
Damit waren viele Geräte schon aus dem Rennen. Wenn man jetzt noch andere Aspekte wie z.B. Aufrüstbarkeit oder die Display Qualität betrachtet passte das X230 für mich immer besser. Als technikinteressierter Mensch weiß ich natürlich, dass Haswell bald vor der Tür steht. Diese Überlegungen sind natürlich irgendwie ein Teufelskreis, schließlich kommt ja jedes Jahr neue Hardware. Die Grafikleistung stand bzw. steht für mich nicht im Vordergrund, für solche Aufgaben habe ich den Desktop PC. Die HD4000 ist somit vollkommen ausreichend und schon ein deutlicher Performance Sprung verglichen mit der alten NVIDIA NVS 140m. Als das X230 dann auch noch bei ok1.de im Angebot war, konnte ich nicht mehr widerstehen. Hier schon mal einen herzlichen Dank an das ok1-Team für den tollen Service!
Eine Sache vorweg: Aufgrund vieler Berichte zur schlechteren Verarbeitungsqualität in den letzten Jahren hatte ich etwas Bauchschmerzen, zum Glück kann ich das im Fall des X230 nicht bestätigen, ganz im Gegenteil…
Das T61
Mein T61 – und damit mein erstes ThinkPad - habe ich 2008 gekauft, angetrieben von einem Core 2 Duo T8300 mit 2,4 GHz und der besagten NVIDIA Quadro NVS 140m. Damals sollte auf jeden Fall Counterstrike Source flüssig laufen, die Intel Grafik war somit vom Tisch. Mit Windows Vista und 3 GB RAM ging das ThinkPad Abenteuer also los. Als erster Flaschenhals stellte sich ziemlich schnell die 160GB Festplatte heraus, eine lahme Krücke mit 5.400 Umdrehungen (Hersteller weiß ich gar nicht mehr). Die wurde dann ziemlich schnell gegen eine Scorpio Black von WD ausgetauscht. Die meiste Zeit lief das Notebook in der Docking Station und es lief problemlos.
Eine erste Verjüngungskur gab es mit der SSD, einer X-25M von Intel. Leider ein Fluch und ein Segen zugleich. Das Notebook fühlte sich an wie neu bzw. sogar besser, leider gewöhnt man sich aber sehr schnell an die Geschwindigkeit und entwickelt eine gewisse Abneigung gegen konventionelle Festplatten, zumindest für das Betriebssystem. Wegen der relativ geringen Kapazität kam die alte Festplatte als Datengrab mit einem Adapter in den Wechselschacht. Dank modifiziertem BIOS konnte sich die SSD am SATA Anschluss auch voll entfalten. War schön in den Benchmarks, in der Praxis habe ich den Unterschied aber nicht bemerkt. Beim Umstieg auf Windows 7 (64 Bit) kam dann auch noch neuer RAM ins Gerät, zweimal 2GB.
Tja und dann gab es ja den tollen NVIDIA Bug, leider gehörte mein Modell auch zu der betroffenen Charge. Ich hatte beim Kauf sowieso 3 Jahre Vor-Ort Service mitgekauft und habe den dann kurz vor Ablauf auf 5 Jahre erweitert aufgrund dieser Problematik. Zum Glück, 3 Wochen nach Ablauf der 3-Jahres Garantie hat es mich erwischt. Aber der Austausch lief unproblematisch, einen Tag später hatte ich ein neues Mainboard und das Notebook lief wieder. Ein Jahr später musste ich den Service nochmal wegen einem lauten Lüfter in Anspruch nehmen, lief aber auch unproblematisch und seither ist wieder Ruhe.
Ansonsten gibt es keine Probleme, nur zwei Alterserscheinungen. Das Display ist nicht mehr so hell wie früher und die Scharniere haben etwas Spiel, wobei sich das noch in Grenzen hält da es ja hauptsächlich zugeklappt in der Docking Station war.
Das X230
Ich habe mich für das X230 2325 CN3 entschieden:
Intel Core i5-3320M mit HD4000, 4GB Ram, IPS Display, 500 GB Festplatte und 6 Zellen Akku.
Die Festplatte habe ich gegen eine Samsung 840 Pro SSD und den Arbeitsspeicher gegen ein Kingston HyperX 8GB Kit getauscht. Der Einbau war extrem simpel, der Zugang zum Arbeitsspeicher ist durch eine separate Klappe auf der Unterseite möglich. Ein Vorteil im Vergleich zum T61, hier waren die RAM Slots unter der Tastatur. Der Zugang zur Festplatte ist identisch, die Halterungen und Gummileisten auch.
In dem kleinen Karton waren neben dem Notebook selbst nur noch das kleine 65 Watt Netzteil und eine Kurzanleitung. Damals beim T61 war zumindest noch eine gedruckte Version des Handbuches und Aufsätze für den TrackPoint dabei.
Gehäuse und Verarbeitungsqualität
Ich hatte das X230 vorher noch nicht in der Hand und war dementsprechend gespannt. Es ist wirklich ein sehr kompaktes und leichtes Gerät. Von der Verarbeitung bin ich wirklich begeistert, sie ist besser als beim T61. Nichts knarzt oder knackt, vor allem der Tastaturbereich mit der separaten Think Vantage Leiste ist beim T61 eine Schwachstelle. Hier hat die neue Tastatur definitiv Vorteile, einzig die kleinen Sondertasten für die Lautstärkeregelung und der Power Button haben minimales Spiel. Der Akku sitzt bombenfest und wird jetzt mit zwei Schiebern festgehalten, beim T61 war es nur einer. Ich habe natürlich auch mal auf die Handballenauflage im Bereich des Express Card Schachtes gedrückt und an der Stelle kann das dünne Material eingedrückt werden, aber ich wüsste jetzt nicht warum ich das regelmäßig machen sollte.
Der Displaydeckel ist nicht aus demselben Material wie der Rest des Gehäuses. Es fühlt sich sehr wertig und kühler an, ist aber leider anfällig für Fingerabdrücke. Der einzige Nachteil zum T61 ist die Stabilität des Displays, durch die geringere Dicke kann man den Deckel in der Mitte ganz leicht eindrücken. Wenn man es provoziert sieht man leichte Störungen im Bild. Hier ist das T61 also im Vorteil. Die Scharniere sind bombenfest und mit einer Hand kann man das Display nicht öffnen. Die Verschlusshaken vermisse ich bisher nicht, die letzten Millimeter fällt der Deckel von alleine zu. Ich hoffe die Scharniere sind etwas langlebiger und haben weniger Probleme mit dem leichteren Deckel, am Anfang hatten die Scharniere im T61 auch kein Spiel.
Insgesamt ist es, wie zu erwarten, deutlich mobiler mit der Größe und dem Gewicht. Mit den beiden Akkus (9 Zellen + Ultrabay) wiegt das T61 2,8 kg, dagegen sind die 1,48 kg beim X230 eine richtige Wohltat. Dass es im Vergleich zu anderen Ultrabooks und auch dem MacBook Air deutlich dicker ist stört mich persönlich überhaupt nicht.


Performance
Die Installation von Windows 7 über den USB Stick lief problemlos. Über das System Update habe ich dann die benötigten Treiber installiert. Der einzige Treiber der nicht funktionieren möchte ist der Intel Wireless Display Treiber, er meldet dass mein System nicht unterstützt wird. Hier habe ich bislang keine Lösung gefunden, theoretisch sollte der 3320M das ja unterstützen.
Der Bootvorgang dauert nur 20 Sekunden, beim T61 sind es immerhin 40 Sekunden mit der X-25M.
Hier sind einige Benchmark Ergebnisse, die CPU nutzt den vollen Turbo Takt mit maximal 3,3 GHz.



Ich war auch interessiert wie sich die HD4000 so schlägt, also habe ich mal BioShock Infinite angeschmissen. Mit einer Auflösung von 1,280x720 und alles auf Niedrig liefert der integrierte Benchmark folgende Ergebnisse: Min. FPS: 16.61; Max. FPS: 77,41; Durchschnitt: 39.31. Ist also durchaus einigermaßen spielbar. Zu den synthetischen Benchmarks gibt es ja genug Ergebnisse im Netz.
So jetzt komme ich leider zu einem negativen Aspekt, dem Lüfter. Ohne Lüftersteuerung springt der sehr früh an und hinzukommt, dass er auf Stufe 1 mit 3000 U/min dreht. Wenn es relativ ruhig ist hört man das schon. Ich habe dann PFControl installiert und die Temperaturschwellen etwas höher gesetzt. Jetzt ist prinzipiell Ruhe, aber bei hoher Last dreht der kleine Lüfter dann trotzdem auf. Wenn man den Lüfter manuell auf die maximale Stufe 4 setzt (6400 U/min) kann man in Konkurrenz zu einem Fön treten. Glücklicherweise ist mir das noch nicht im Betrieb passiert. Gerade nach den guten Reviews hab ich mir in dem Bereich doch mehr versprochen.
Tastatur und Touchpad
Die neue Tastatur gefällt mir prinzipiell ganz gut, nur einige kleine Dinge stören mich. Aber der Reihe nach: Vom Schreibgefühl gefällt mir die Tastatur besser, der Anschlag ist etwas weicher und auch leiser. Das neue Layout macht auch einen sehr aufgeräumten Eindruck, nur vermisse ich die Vor- und Zurück Taste neben den Pfeiltasten, Bild Auf und Ab benutze ich nie. Die Position der Entfernen- und Druck- Taste gefällt mir dagegen gut. Die Oberfläche der Tasten ist schon sehr glatt, hier ist das T61 im Vorteil.
Das mit Abstand beste Feature ist aber die Tastaturbeleuchtung. Besonders in dunkleren Umgebungen will ich das nicht mehr vermissen. Stufe 1 reicht mir dabei in den meisten Fällen. Das Thinklight ist beim X230 deutlich heller als beim T61. Die Lichteffekte beim Power Button (grün im Betrieb, grünes Pulsieren im Standby) und der Mute Tasten sind ganz praktisch. Man kann sofort sehen ob es lautlos ist, das ist sehr angenehm.

Das Touchpad benutze ich überhaupt nicht und ich habe es auch sofort deaktiviert. Der TrackPoint funktioniert wie gewohnt, die Tasten sind angenehm fest aber etwas laut. Die Tasten beim T61 sind etwas wackeliger, möglicherweise ist das auch eine Alterserscheinung, ich weiß nicht mehr wie es am Anfang war.
Display
Das IPS Display ist wirklich eine tolle Sache. Am Wochenende war ich im Bus unterwegs und musste den Bildschirm leicht nach vorne kippen. Trotzdem war es kein Problem, beim T61 hätte das ganz anders ausgesehen. Farben sind super und Videos machen wirklich Spaß auf dem Gerät. Vergleiche zwischen dem IPS Panel und TN Panels gibt es ja wie Sand am Meer, daher spare ich mir hier Bilder.
Die Helligkeit reicht auch aus wenn die Sonne scheint, der Sprung zwischen Stufe 14 und 15 könnte aber etwas kleiner sein. Mit der Auflösung bin ich bei der Größe auch zufrieden, ich mag es nicht wenn es zu fein ist. Ich habe sowieso nicht allzu gute Erfahrungen mit der Windows Skalierung gemacht und deshalb vermisse ich auch keine Full-HD Auflösung. Der Bildschirm vom T61 ist in allen Bereichen unterlegen, auch von den Farben her. Es wirkt als wäre ein leichter Grauschleier über dem Bild. Hochqualitative Bildschirme sollten für jedes ThinkPad ein Muss sein…

Lautsprecher
Naja, hier habe ich nicht viel erwartet und daher wurde ich auch nicht enttäuscht. Standardmäßig sind sie genauso schlecht und leise wie beim T61, je nach Situation sogar schlechter da sie nach unten abstrahlen. Mit der Dolby Software wird die Lautstärke allerding stark angehoben, es reicht also locker um Bekannten mal etwas zu zeigen. Ich persönlich streame Musik an einen Lautsprecher oder benutze Kopfhörer, da ist die Qualität gut. In diesem Fall deaktiviere ich die Dolby Software auch wieder, die voreingestellten Profile verfälschen den Sound doch sehr deutlich.
Akkulaufzeit
Ahh endlich, kein C4-Fiepen mehr...
Mit dem T61 und den beiden Akkus (9-cell und Ultrabay) komme ich auf 4-5 Stunden Laufzeit. Das ist kein Idle Wert sondern beim normalen Arbeiten (Internet, Word, Outlook usw.). Der Verbrauch lag meist zwischen 17 und 25 Watt.
Das X230 hat den 6 Zellen Akku mit 62 Wh Kapazität. Ich nutze das Profil „Optimierte Stromquelle“ und komme da auf Werte zwischen 6 und 15 Watt bei voller Helligkeit (WLAN immer an). Ich konnte keinen deutlichen Mehrverbrauch der Tastaturbeleuchtung feststellen. Beim normalen Arbeiten (auch wieder Word, Outlook, Internet usw.) pendelt sich der Verbrauch in der Regel bei 8-9 Watt ein. Der Akku unterstütz kein Rapid Charge, trotzdem lädt er schneller als beim T61. Das 65 Watt Netzteil ist schön kompakt und leicht, wird aber sehr warm beim Laden. Mit einem 90 Watt Netzteil geht es nochmal schneller, genaue Messwerte habe ich dafür aber nicht.
Falls es Fragen oder Anmerkungen gibt immer raus damit!
Gruß
Andreas
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