Auf dem Fremdrechner arbeiten, ohne viel Persönliches preiszugeben

petsch

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Hallo,

ich bitte vorab zu entschuldigen, dass es soviel Text geworden ist, passiert nicht wieder - aber ich will das Thema komplett schildern.

meine Frage betrifft weniger den Thinkpad, als die Tatsache, inwieweit es möglich ist, auf einem Fremdrechner (der ja durchaus ein Thinkpad sein kann :]) mit einem System vom USB-Stick zu arbeiten und dabei auf dem Fremdrechner so wenig wie möglich von sich selbst zu belassen.

Meine Theorie ist die, dass man auf entsprechend großen USB-Sticks portable Anwendungen installieren kann, deren Temp-Dateien oder Cookies dann nicht mehr auf dem Fremd/Gast-Rechner abgelegt werden, sondern auf dem USB-Stick.

Meine Situation kurz: 1. Das Surfen während der Arbeitszeit oder während des Unterrichts ist erlaubt und wird vom Institut durch Zuschalten oder Abschalten des DHCP-Servers gesteuert. 2. Alle Benutzer sind mit eingeschränkten Rechten auf ihren Rechnern und können die Cookies im Internet-Explorer nicht mehr löschen, ebenso die Temps - der Rechner verweigert dies mit dem Hinweis auf die fehlenden Rechte 3. Schreibt man mit dem auf dem Rechner installierten MS Office irgendwas Privates, dann kann man den Text sich zwar auf einen Stick speichern, aber die Wiederherstellungsdateien werden aber Verzeichnis von MS Office unter Anwendungsdateien C:\Dokumente und Einstellungen\benutzer23\Anwendungsdaten\Microsoft\Word findet man die wiederherstellungsdateien des Textes mehr oder weniger vollständig, aber reproduzierbar. Auch das konnte ich nicht mehr löschen - wieder fehlen mir die Rechte, sagt das Gerät. Mich kotzte das ziemlich an, denn das Schreiben an den Rentenversicherer meiner Mutter war vom Inhalt her wirklich sehr privat

Also griff ich zu der USB-Stick-Lösung und glaubte damit etwas sicherer zu sein, denn mit geht es zwar nicht drum zu verbergen dass ich gesurft oder was Privates geschrieben habe, aber es geht m.E. niemanden etwas an WAS ich geschrieben habe, oder wessen Seite ich aufgerufen habe

zum Beispiel, bei mir sieht das auf einem 4GB-Stick so aus
Das Start-Menue
http://www.pegtop.net/start/index.htm
starter beim einstecken des Sticks von selbst und man kann dann damit arbeiten
7 Tools für den USB-Stick
http://www.zum.de/wiki/index.php/Tools_für_den_USB-Stick
Surfen, ohne spuren auf dem Gastrechner zu hinterlassen
http://opera-usb.com/operausb.htm
das komplette Office auf dem USB-Stick, MS-Office-kompatibel (Word und Excel ausreichend) Powerpoint mit paar Einschränkungen - besonders wenn man viele automatische Funktionen einbaut.
Ohne diskussionswert ist Base, Base ist mit Access absolut nicht kompatibel
http://www.ooo-portal.de/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=381
Da mir Opera fast zu gross ist, hole ich meine Mail spartanisch mit foxmail
http://www.foxmail4u.goracer.de/download/

Die Pfade z.B. im Opera und im OpenOffice-portable habe ich so eingestellt, dass die Cookies und Temps, bzw. die Wiederherstellungs-Temporarys innerhalb der Verzeichnisbäume der beiden Anwendungen auf dem USB-Stick abgelegt werden und nicht auf dem Rechner selbst.

Ich habe auf dem Rechner im Institut alles genau nachgesehen - in Eigene Einstellungen/~ etc. in den versteckten Dateien und Cookies wurde nichts abgelegt, was ich über den USB-Stick "ersurfte" oder schrieb. Die Wiederherstellungsdateien aus dem OO-Writer waren ebenfalls im Verzeichnis USB-Stick:\OpenOfficePortable\temp\svof.tmp hinterlegt, ebenso die erarbeiteten Dateien selbst, nicht mehr im Ordner ~/Eigene Dateien auf dem Rechner, sondern wie eingestellt im Ordner USB-Stick:\OpenOfficePortable\myoffice.

Und jetzt heißt es auf einmal, alles Blödsinn, es ist trotzdem alles nachweisbar, was Sie getan haben
Dem entgegen steht nämlich jetzt die Behauptung eines der Admins, nichts könne man ihm verbergen, dass die Daten, die auf dem USB-Stick bewegt worden sind, die WebSites, die mit Opera aufgerufen wurden (obwohl Opera auf dem Gastrechner nicht installiert ist) - all das wäre problemlos nach dem Entfernen des USB-Sticks von jedem, der es wolle und könne, auslesbar und reproduzierbar.

Was ist daran nun wahr?
Und was tue ich dann dagegen, wenn das stimmt? Ich kann doch nicht täglich mein Thinkpad mit ins Institut schleppen, wenn ich mal ein privates Schreiben fertigen will oder eine private Auktion bei Ebay überwachen will


herzlichen Gruss
petsch
 
Hallo Petsch,

mal davon abgesehen, dass es mittlerweile elegantere Lösungen und fertige Pakete für das Arbeiten von Stick gibt - ich empfehle als Lektüre zum Einstieg die vorletzte c't, da wurde das Thema ausführlich behandelt - hat Dein Admin selbstverständlich recht.

Du bist im Institut nicht direkt mit dem Internet verbunden, sondern die Verbindung wird über einen Server hergestellt. Und der protokolliert in seinen Logdateien alles mit, was Du oder jemand anderes tust. Und wenn die Home-Verzeichnisse der Benutzer nicht lokal, sondern servergespeichert sind, ist tatsächlich auch jede Dateibewegung nachvollziehbar. Ob dieses Nachvollziehen dann im Einzelfall erlaubt ist, ist eine ganz andere Frage.

Wenn Du also Dinge tun möchtest, die andere nicht nachvollziehen können sollten, dann bleibt nur ein Rat: tu sie woanders.

Gruß, maculae
 
er protokolliert was ich tue - ok. Ist ja erlaubt.
Aber hält dieser Server den Inhalt und den Wortlaut von Cookies oder Dokumenten fest? Er speichert Passwörter, auch wenn ich "Niemals" oder "Nie auf dieser Seite" anklicke?! Er hält den Inhalt von dokumenten und Briefen fest, die ich schreibe . . .?

Das hielte ich aber schon für kriminell.
 
... und auch nicht vergessen, dass Du mit PrivatDisk Deinen Stick verschlüsseln kannst... sodass wirklich nichts passiert, wenn er mal verloren geht(gestohlen wird...

wenn ich reise oder "Mobil" bin, dann nehme ich immer einen 4GB MicroDrive mit... dort ist alles drauf... email per Imap... Adressen und vorlagen auf Web.de... (auf einem Online drive) - Bookmarks Online...

es gibt da jede Menge Möglichkeiten..
 
ich habe mit dieser Verschlüsselung schon zweimal draußen gestanden :D
Meinst du solche Programme, wie sie die Stick-Hersteller mitliefern? Kann man dann den "Schlüssel" auf einem zweiten kleineren Stick abspeichern?
 
Wenn Du in einem fremden Netz bist und Deine Mails abrufst solltest Du unbedingt darauf achten SSL Verschlüsselung zu aktivieren sonst lassen sich PW und Login sehr simpel mitlesen.

Achja, wenn Dir dieser Admin in irgendeiner Form "droht" bzw. auch nur mündlich angibt auf Deine Daten zuzugreifen solltest Du mal mit Eurem Datenschutzbeauftragten reden.
 
Original von petsch
er protokolliert was ich tue - ok. Ist ja erlaubt.
Aber hält dieser Server den Inhalt und den Wortlaut von Cookies oder Dokumenten fest? Er speichert Passwörter, auch wenn ich "Niemals" oder "Nie auf dieser Seite" anklicke?! Er hält den Inhalt von dokumenten und Briefen fest, die ich schreibe . . .?

Das hielte ich aber schon für kriminell.

Was ein Admin bzw. dessen Auftraggeber (also Dein Arbeitgeber) darf und was nicht, darüber können sich die Juristen hier im Forum streiten, ich habe da zu wenig Ahnung.

Ich weiss nur: wenn der Wunsch nach Überwachung da ist, lässt sich in einer präparierten Client-Server-Umgebung alles überwachen, ohne das der Benutzer es auch nur ahnt. Bis hin zum automatisch regelmäßig angefertigten Screenshot inkl. vollständigem Protokoll aller Tastatureingaben. Dann hilft Dir auch die bestverschlüsselte PrivatDisk nicht mehr, denn wenn Du die Daten benutzen willst, müssen sie in diesem Moment entschlüsselt sein...

Aber das ist natürlich alles nur Paranoia (oder Zukunftsfantasie á la Schäuble). Ein seriöser Admin bzw. Arbeitgeber weist seine Angestellten darauf hin, dass privates Surfen am Arbeitsplatz verboten (oder in gewissem Rahmen eben erlaubt) ist und dass mitprotokolliert wird. Verbindungen per SecureSocketLayer sind dann schon mal hilfreich, um die Mitleser aussen vor zu halten, und ansonsten ein wenig Vertrauen, dass Dein Admin nicht allzu neugierig ist und an seinem Job hängt, also nichts unerlaubtes tut.

Alles andere liegt dann in Deiner Hand...

Gruß, maculae
 
Wenn du nicht willst, daß der Admin bei euch was mitliest (was er imm Allgemeinen nicht darf, aber in grossem Umfang kann), dann benutz zum Surfen eine Lösung wie Tor.

Tor verschlüsselt alle Daten, die den Rechner verlassen und hereinkommen.
Dein Admin sieht dann nur noch, daß du Tor benutzt hast, aber kennt den Inhalt nicht.

Es gibt Browser/Tor-Kombinationen, die direkt für den Einsatz vom USB-Steck ausgelegt sind:
http://letwist.net/operator (OperaTor)
http://www.vidalia-project.net/index.php
http://www.xerobank.com/xB_browser.html
 
Original von petsch
ich habe mit dieser Verschlüsselung schon zweimal draußen gestanden :D
Meinst du solche Programme, wie sie die Stick-Hersteller mitliefern? Kann man dann den "Schlüssel" auf einem zweiten kleineren Stick abspeichern?

nein, - ich meine unser altbekanntes (?) Thinkpad Utimaco Safeguard Privat Disk...
 
Original von maculae
Dann hilft Dir auch die bestverschlüsselte PrivatDisk nicht mehr, denn wenn Du die Daten benutzen willst, müssen sie in diesem Moment entschlüsselt sein...

ja, genau das habe ich mir vor paar Minuten auch überlegt

Original von maculae
Aber das ist natürlich alles nur Paranoia Ein seriöser Admin bzw. Arbeitgeber weist seine Angestellten darauf hin, dass privates Surfen am Arbeitsplatz verboten (oder in gewissem Rahmen eben erlaubt) ist und dass mitprotokolliert wird.
Genau, das ist nicht passiert - Mehr noch - es wurde mehrmals erklärt, dass man an all die vielen kleinen Informationen gar nicht herankäme, selbst wenn man das wolle. Umso mehr schlug dann die Erklärung eines anderen Kollegen ein, der nach der Art des schlauen Schülers plötzlich erklärte - Ätsch, egal, was Ihr auch tut, ich kriege alles raus; ich weiß am Ende alles. Der Rechner speichert alles ab, auch eure Passwörter, selbst wenn Ihr das gar nicht wollt. Ich kenne Eure Ebay-Passwörter; ich kenne Eure Mail-Accounts - ich weiß alles, wenn ich das will.
Offen gesagt, ich empfinde so etwas als Bedrohung, selbst wenn der Aufschneider das sicher nicht so verstanden haben will.

Ich will das nochmal konkret wissen:
Ich schreibe einen Brief mit meinem OpenOffice-portable vom USB-Stick, die Wiederherstellungsdateien legt das Programm im Verzeichnis ~/OpenOfficeportable/temp/~ ab. Das fertige Dokument wird in ~/OpenOfficeportable/myoffice/~ gespeichert. Und trotzdem verfügt nun u.U. jemand anderes als ich, über den Wortlaut dieses Schreibens!!??

@moronoxyd
Danke für die Links, ich werde mir das umgehend einziehen, eventuell löst sich damit wenigstens ein Problem.
 
Hi,

warum hast Du keinen U3-Stick genommen? Die sind extra für solche portablen Aktionen vorgesehen...
kurze Einführung: http://de.wikipedia.org/wiki/U3_(Standard)

zu den ebay-Passwörtern: alles was zum Netz fliesst kann ein Admin mitschneiden - da die ebay-Anmeldung ssl-verschlüsselt aussieht kann er dein Passwort nicht direkt sehen - aber ich weiss nicht welche Hintertüren vorhanden sind.

Zu den Texten: Falls ein Keylogger(http://de.wikipedia.org/wiki/Keylogger) installiert ist hat der Admin es noch einfacher - aber wenns rauskommt ist er wohl arbeitslos.

An die Temp-Dateien sollte er eigentlich nicht drankommen - aber richtig privates würd ich nicht dort schreiben, Bauchgefühl halt

Surfen/Mailen ist unsicher (weils übers Netz/Proxy geht), Texte schreiben (warum nicht mit nem kleinen Editor, Notepad oder ähnlich auf den Stick) ist harmloser. Wobei ich Notepad oder ähnlich für kontrollierbarer halte ;-)

Achtung, noch ein Fallstrick: wenn du etwas ausdruckst (und der Druckjob nicht gelöscht wird - das ist im System oder im Printserver einstellbar!) kann man die Seite halt nochmal drucken - einfacher gehts nimmer...

MfG Martin

edit: sobald der Stick im System eingehängt ist kannst Du ihn ja lesen, er bekommt ja nen Laufwerksbuchstaben - falls der Admin ein Makro programmiert hat der den ganzen Inhalt des Sticks auf nen Server kopiert siehst Du natürlich alt aus. Dann nützt auch die Verschlüsselung nichts...
Aber falls so etwas herauskäme dürfte der Admin wohl auch ne neue Bewerbung schreiben...
Die meissten PCs sind ja auch per remote-console administrierbar - d.h. er könnte fleissig Screenshots erstellen ohne dass Du das merken müsstest.
Das alles fällt aber unter Ausspähung von Daten und ist natürlich nicht erlaubt :D
 
hi,

noch ein link der die augen öffnet.........

und tor nützt natürlich nichts wenn keylogger oder ähnliche überwachungs-tool`s installiert sind,
denke das ist aber klar geworden.

die macht der admins an einer domäne ist eben schon enorm........

jedoch wird die überwachung in der regel nicht zum schnüffeln benutzt, sonder um die schuldigen zu finden, wenn z.b. plötzlich pornobilder auf clients liegen.

als admin hat man in der regel auch gar keine zeit zum schnüffeln, meist sind die froh wenn sie ihre aufgaben erledigen können ohne überstunden.

greeTz Lyvi
 
Original von lyvi
die macht der admins an einer domäne ist eben schon enorm........

Das sieht man z.b. immer wenn einer kündigt oder gekündigt wird... die werden sofort freigestellt :D

tüte
 
das der admin eine Vertrauensperson ist, die ihr Wissen nicht mißbrauchen darf, sehe ich auch so. Wenn aber dann - und wenn es nur, wie wahrscheinlich hier, eine angeberische Präsentation des eigenen Wissens ist - und dieser jemand auf etwas Bezug nimmt, was er nicht wissen kann, wenn er nicht danach gesucht hätte, dann ist das schon ein etwas mulmiges Gefühl.
Naja, man lernt draus - heute hatte ich meinen TP dabei
 
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